AEG Waschtrockner L9WE86605 im Test: Funktionen, Besonderheiten und Alltags-Eindrücke

Marcel Am 06.05.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 13:53 Minuten

Es gibt ja so Dinge, die hat man nur wenig auf dem Schirm, sie sind aber notwendig. Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und dergleichen gehören sicherlich dazu. Während Technik vermehrt mit Spielereien aufgepimpt wird, ist die technische Entwicklung bei weißer Ware auf den ersten Blick relativ gering. Sie müssen eben funktionieren und dabei weder sonderlich schön aussehen, noch verspielt sein. Dennoch gibt es eine stetige Weiterentwicklung, die sich gerade bei Großgeräten auch positiv auf die eigene Geldbörse auswirken kann – Stichwort Energieverbrauch. Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner … all das sind Geräte, die im Haushalt wohl die meiste Energie verbrauchen, entsprechend wohlwollend kann sich eine bessere Energieeffizienz auswirken, die sich Gegensatz zur Entwicklung bei Smartphones eben nicht nur Geld raushaut, sondern auch wieder reinholt.

Spätestens dann, wenn die Maschine ins Alter kommt und hier und da ein paar Problemchen bekommt, sollte man Ausschau nach neuen Geräten halten – was bei uns so langsam der Fall war. Eine Waschmaschine muss im Hause sein, auf einen Trockner haben wir bis dato verzichtet. Die Dame des Hauses aber liebäugeltezwar schon länger mit einem Trockner, mangels Platz im (Wasch-)Keller sind zwei Geräte aber nicht möglich – und in der Wohnung oder im eigentlichen Keller muss ich so ein Ding auch nicht haben. Die Lösung stellen Kombigeräte dar, so genannte Waschtrockner, die die Funktionen einer Waschmaschine und diejenigen eines Trockners in einem Gerät vereinen. Gibt es inzwischen von nahezu jedem Hersteller, unsererseits handelt es sich um einen AEG L9WE86605 Waschtrockner. Kombigerät mit Wärmepumpen-Trockner, mit bis zu 10 kg eine ordentlich große Trommel, viele Programme und ein paar Spielereien.

Ein Blick auf den L9WE86605

Ein Waschtrockner ist ein Waschtrockner – so viel kann man als Hersteller eigentlich nicht verkehrt machen. Meistens weiß, meistens groß, meistens schwer. So auch beim AEG L9WE86605, der laut Speditionsschein 80 kg auf die Waage bringt und mit seinen Abmessungen von 87 x 60 x 66 Zentimetern (H x B x T) nicht viel, aber ein gutes sichtbares Stück größer ausfällt, als die anderen drei Waschmaschinen im Keller. War ein guter Kraftakt, das Teil die enge und steile Kellertreppe herunterzubekommen. Über das Design bei einer Waschmaschine brauchen wir uns sicherlich nicht allzugange unterhalten, es ist in den meisten Fällen eher zweckdienlich und die meisten dürften das Gerät auch nur mal kurz im Blick haben. Wer sie aber in der Küche, dem Bad oder sonst wo untergebracht hat: Joa, schaut ganz schick aus. ¯\_(ツ)_/¯

Oben links befindet sich der Waschpulverschacht und der Filter, jeweils hinter einer Oberfläche im Look von gebürstetem Aluminium. Soll laut AEG abweisend gegenüber Fingerabdrücken sein, man sieht aber dennoch ein paar Patscher. Der Waschpulverschacht ist in zwei Waschmittel-Fächer für Vorwaschmittel und Waschmittel, sowie mittig für den Weichspüler unterteilt und lässt sich zur einfacheren Reinigung komplett herausziehen. Daneben findet sich ein großer Programmwahlschalter, der sich leichtgängig drehen lässt. Dann fängt auch schon die schwarte Klavierlackoberfläche an, die neben der Liste an wählbaren Programmen auch weitere Schalter für Zusatzoptionen und das große LED-Display beherbergt. Sieht man natürlich alles drauf.

Hauptaugenmerk des Waschtrockners liegt aber auf dem großen Anthrazitfarbene Bullauge, dass recht groß ausfällt. Klar: Immerhin passen je nach Programm bis zu 10 kg Wäsche hinein. Ist zwar kein Toploader, aufgrund der Größe des Bullauges lässt sich die Wäsche trotzdem (wenn man es so nennen kann) bequem Be- und Entladen. Ansonsten gibt es nichts weiteres wirklich spannendes, wie so oft bei weißer Ware. Vor allem der Aufbau dürfte letztlich identisch zu anderen Waschmaschinen und Waschtrocknern sein: Transportsicherung entfernen, die Maschine mit der Wasserwaage ausrichten, Anschlüsse anschließen, Stromversorgung herstellen, fertig. Der Waschtrockner verfügt im Übrigen über die regulären Anschlüsse für Strom sowie Wasserzu- und ablauf, wie man es von einer gewöhnlichen Waschmaschine her kennt.

Analoge Bedienung

Der L9WE86605 kommt ohne WiFi oder eine App daher, das Einstellen erfolgt noch recht klassisch, mehr oder weniger analog. Mithilfe des Drehrads lässt sich munter durch die Programme wechseln, eine aufleuchtende LED zeigt euch dabei an, welches Programm aktuell ausgewählt ist. Die restlichen Einstellungen werden im Anschluss daran entweder über Sensor- oder klassische Taster ein- und ausgeschaltet beziehungsweise justiert. Für den Start des Wasch-/Trockenvorgangs, dem Zeitspar-Modi und dem Knitterschutz gibt es entsprechende Schalter, die Temperatur, Umdrehungen pro Minute, sowieso zusätzliche Flecken- oder Vorwaschprogramme oder auch die Zeitvorwahl lassen sich mithilfe der Sensortasten einstellen. Letzteres gilt auch für die Wahl des Vorgangs (Waschen, Trocknen oder beides) und die Trockenzeit beziehungsweise den Trockengrad.

Ist trotz der vielen Programme und Zusatzprogrammen noch recht simpel gehalten, auch wenn es mir ein wenig zu viel Herumgedrücke ist. Beispiel Zeitvorwahl: Hier könnt ihr festlegen, dass die Maschine in einer festgelegten Anzahl an Stunden mit dem Waschen/Trocknen beginnen soll. Wollt ihr die Zeit auf 10 Stunden festlegen, müsst ihr nun elf Mal auf die Zeitvorwahl-Taste drücken. Was ich schöner gefunden hätte: Auswahl der Einstellung mittels Sensortaste und ein einstellen per Drehrad. Dies sind aber Kleinigkeiten und die kleinen Details, über die sich die meisten Hausmänner und -frauen wohl keinen Kopf zerbrechen. Man ist halt nerdig unterwegs, auch wenn es sich „nur“ um ein Haushaltsgroßgerät handelt. ;) Gleiches gilt auch für das Display, welches je nach gewähltem Programm und Zusatzprogrammen recht schnell sehr voll werden kann. Hätte man etwas einfacher verständlich lösen können, auch wenn man es nach ein paar Tagen und Waschvorgängen raus hat.

Technische Besonderheiten

Bevor ich einmal genauer auf die Möglichkeiten des AEG Waschtrockners zu Sprechen komme, erst einmal ein paar technische Spielereien, die man dem L9WE86605 spendiert hat – diese sind nämlich für die Entscheidung, was und wieviel man wäscht relevant. Da wäre zunächst einmal die SensiDry-Technologie, hinter der sich letztlich ein Wärmepumpentrockner versteckt. Diese haben sich schon vor einigen Jahren aufgemacht, die konventionellen Kondensationstrocknern den Rang abzulaufen. Anstelle klassischer Heizstäbe macht sich eine Wärmepumpe die Physik zu Nutze, indem ein zirkulierendes Kühlmittel die durch die Trommel zirkulierende Luft erwärmt und abkühlen lässt, wodurch Wärme und Feuchtigkeit „herausgezogen“ werden können. Im Grunde das umgekehrte Prinzip eines Kühlschranks, der streng genommen keine Kälte erzeugt, sondern nur Wärme aus dem Inneren leitet.

Dieses Prinzip hat Vor- und Nachteile: Im Vergleich zu einem konventionellen Kondensations- oder Ablufttrockner fällt die Trockenzeit (je nach Trockengrad) unter Umständen ein wenig höher aus (der AEG benötigt etwa 2-3 Stunden, je nach Einstellung), dafür aber verbraucht ein Trockengang in einem Wärmepumpentrockner deutlich weniger Energie. Es müssen keine Heizstäbe dauerhaft auf Temperatur gehalten werden. Stattdessen reicht es aus, die Wärmepumpe mit gut der Hälfte der Energie am Laufen zu halten, den Rest erledigt die Physik. Die aufgebrachte Energie wird eben nicht nach außen abtransportiert, sondern bleibt dem Trocknungsprozess enthalten. Bezüglich der Energieeffizienz könnte es Blick auf das Energielabel des AEG L9WE86605 aber ein wenig irritieren, denn die Energieeffizienzklasse ist „nur“ A – während einzelne Waschmaschinen und Trockner auch mit A+ und besser punkten. Diese Differenz ist dem Kombigerät geschuldet, welches bauartbedingt ein paar Kompromisse eingehen muss. Wer also den Strom- und Wasserverbrauch aufs mindeste reduzieren möchte, der sollte sich nach hocheffizienten Einzelgeräten umschauen.

Aber: Der AEG L9WE86605 ist mit ein paar weiteren Spielereien ausgestattet. Um beim Trockner zu bleiben: Der Trockenvorgang hat keine festgelegte Laufzeit, stattdessen messen Sensoren die Feuchtigkeit und beenden den Trockengang, sobald der gewünschte Trockengrad erreicht ist. Außerdem gibt es auch noch zwei Technologien namens ProSense und DualSense. ProSense passt die Länge der Wasch- und auch Trocknungsphasen an die Menge der Beladung an – während DualSense die Temperatur, Trommelbewegung und Programmdauer an verschiedene Textilienarten anpasst. Soll heißen: Beim Start wird die Wäsche „gewogen“, entsprechend wird die angezeigte Laufzeit reduziert. Spart im Vergleich zu einer alten Waschmaschine Zeit, Strom und Wasser. Die ProSense-Technologie wird dann relevant, wenn zu dem Waschverhalten (bzw. den Programmen) geht.

Was kann der Waschtrockner?

Ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten, sämtliche Programme und Details des Waschtrockners ausgiebig vorzustellen. Ich denke mal, jeder kennt eine Waschmaschine und weiß, was sie macht. Gleiches gilt auch für einen Trockner. Daher lasse ich gängige Waschprogramme wie zum Beispiel für Baumwolle, Feinwäsche oder auch pflegeleichte Kleidungsstücke außen vor – auch die Zusatzoptionen wie Vorwäsche, Zeitsparen und dergleichen sollten allgemein bekannt sein. Vielmehr möchte ich einmal ein paar Besonderheiten bezüglich der möglichen Programme und Zusatzoptionen aufzeigen. Denn davon besitzt der AEG L9WE86605 reichlich, zumindest im Vergleich zu unserer alten Miele-Waschmaschine, die lediglich eine Hand voll Waschprogramme mit unterschiedlichen Temperaturen besaß.

Waschen und Trocknen in einem Arbeitsgang

Hauptargument eines Waschtrockners ist neben der Platzersparnis natürlich auch die Möglichkeit, Waschen und Trocknen in einem Arbeitsgang miteinander verknüpfen zu können. Das funktioniert natürlich grundsätzlich, ist allerdings mit ein paar Einschränkungen verbunden. Warum und wieso? Zunächst einmal wäre da das Gewicht: Im Waschgang kann der Waschtrockner im Programm „Baumwolle“ bis zu 10 kg waschen – beim Trocknen liegt das maximale Gewicht allerdings bei 6 kg. Ihr seht schon: Wer es schafft, die Trommel bis „Oberkante Unterlippe“ zu befüllen, der muss vor dem Trocknen erst ein paar Kleidungsstücke entfernen. Dies aber muss man sowieso recht oft, da immer ein paar Waschstücke darunter sind, die man zwar mit der regulären Baumwoll-Wäsche wäscht, die dann aber nicht in den Trockner dürfen oder sollten.

In diesen Fällen aber muss man die Maschine eben nach dem Waschgang manuell in den Trocknermodus bringen – was die Zeitersparnis letztlich wieder ein wenig zu Grunde macht, da es eben nicht automatisch während eurer Abwesenheit passiert. Oder aber man teilt die Wäsche von vornherein auf, sodass man letztlich zwei Waschgänge durchführen muss. Es kommt sicherlich auf den Haushalt an wie man es macht – mit zwei Erwachsenen und zwei oder mehr Kindern dürfte da genug zusammenkommen. Ich meine auch irgendwo mal etwas davon gelesen zu haben, dass eine Waschmaschine im Schnitt mit 3,5 kg gefüllt ist, was für jegliches Trockenprogramm wiederum in Ordnung geht. Übrigens gibt es drei verschiedene Trockengrade: Bügeltrocken, Schranktrocken und Extratrocken.

Neben dem manuellen Schalten von Wasch- und Trockenprogramme gibt es auch ein automatisches NonStop 3h/3kg-Programm. Dieses wäscht und trocknet, wie der Name schon verrät, bis zu 3 kg Wäsche in rund 3 Stunden in einem Arbeitsgang. Auch hier wieder die Beschränkung auf das Gewicht, außerdem ist das Programm nur für Baumwolle und Synthetic geeignet. An diesem Punkt kommt dann auch wie erwähnt die ProSense- und DualSense-Technologien ins Spiel, denn die Wasch- und Trockenprogramme laufen nicht mit gleicher Länge, sondern passen sich der Beladung an. Ob ihr nun 2 x 3 kg wascht und trocknet oder 1 x 6 kg macht keinen allzu großen Unterschied, da beispielsweise der Wasserzulauf und die Programmdauer dem Beladungsgewicht angepasst wird.

Wolle, Seide und Handwäsche? Geht.

Kleidungsstücke aus Wolle oder Seide oder Handwaschstücke in die Waschmaschine oder gar den Trockner? Da graut es der altgedienten Hausfrau schnell einmal. Der AEG L9WE86605 hat allerdings ein Woolmark Blue-Zertifikat der Woolmark Company, geht also besonders schonend mit Wollprodukten und anderen sensiblen Kleidungsstücken um. Dies wird beispielsweise durch die erwähnte Wärmepumpentechnologie namens SensiDry ermöglicht, dank der die Temperaturen niedriger und die Trommelbewegungen kontrollierter gehalten werden. Im Zusammenspiel mit den abgerundeten Öffnungen der Trommel sorgt dies dafür, dass Wolle und Co. ebenfalls mit dem Waschtrockner gewaschen und getrocknet werden können. Ich war hier einmal mutig und habe ein paar Wollpullover und ein paar Kleidungsstücke für die Handwäsche in einem gemeinsamen Wasch- und Trockengang durchgejagt: Keine Beanstandungen meinerseits.

Waschprogramm für Outdoor-Kleidung

Outdoorbekleidung ist bezüglich der Empfindlichkeit fast direkt auf einer Höhe mit Wolle und Handwäsche zu finden. Imprägnierte oder atmungsaktive Kleidung sollte eigentlich weder in die Waschmaschine, noch in den Trockner. Dürfte ich bereits einmal lernen, als ich meine Wolfskin-Jacke in die Waschmaschine gestopft hatte und die Imprägnierung damit „Auf Wiedersehen“ sagte. Mit dem AEG Waschtrockner soll dies nicht passieren, zumindest wenn man das entsprechende Outdoorprogramm nutzt. Dieses soll die Kleidung nicht nur besser schützen und reinigen, sondern auch die Funktionalität wiedergewinnen – also zum Beispiel die Imprägnierung (natürlich nur wenn ein entsprechendes Imprägniermittel hinzugefügt wurde) oder Atmungsaktivität. Musste ich natürlich direkt einmal ausprobieren: Regenjacke Nummer 1 ist nichts passiert, bei der Wolfskin-Jacke habe ich zumindest etwas das Gefühl, dass die wasserabweisende Funktion wieder etwas verbessert wurde. ¯\_(ツ)_/¯

Dampfen statt Waschen?

Ein Dampfprogramm haben einige (auch ältere) Waschmaschinen und ich glaube es gibt ansonsten kein Programm, dass mehr Diskussionen freigibt. Die einen lieben es, die anderen hassen es. So in etwa. Durch Dampf hat man die Möglichkeit, Kleidungsstücke, die man nur einmal getragen hat, auf die Schnelle aufzufrischen ohne gleich einen ganzen Waschgang einzuschalten. Und genau daran scheiden sich die Geister: Natürlich kein Hygiene- und Reinigungsprogramm, kann aber in einigen Fällen doch von Vorteil sein. Beispielsweise kann man so schnell die Bettwäsche aus dem Schrank nochmals auffrischen bevor man sie aufzieht. Oder man frischt die Jacke, die am Abend zuvor in der Kneipe hin, nochmal auf. Ein weiterer Vorteil des Dampfes ist, dass sich Wäsche im Anschluss einfacher Bügeln lässt (hehe, wir haben nichtmal ein Bügeleisen) und entknittert wird. Aber egal wie man es hält: Die Wäsche kommt deutlich frischer und glatter aus der Maschine.

Zeitvorwahl mit Hindernissen

Am Abend die Wäsche in die Maschine werfen, damit diese am nächsten Vormittag starten kann und fertig ist, wenn ihr von der Arbeit nach Hause kommt? Geht dank der Zeitvorwahl. Aber: Es ist keine genaue Start- oder Endzeit möglich, sondern ledig eine Verschiebung des Starts um bis zu 12 Stunden. Etwas merkwürdig: Euch wird wie gewohnt eine geschätzte Zeit für 10 kg angezeigt – aber nachdem der Countdown abgelaufen ist, wird diese durch die ProSense-Technologie je nach Beladung reduziert. Dies kann dazu führen, dass sie dann doch noch 2 Stunden in der Maschine liegt, bevor ihr nach Hause kommt und diese entnehmt. Natürlich berücksichtigt die Maschine immer einen kleinen Zeitpuffer (für den Fall von Schaumerkennung oder Unwucht beim Schleudern), ist aber etwas ungünstig gelöst – hier hätte ich eine genauere Zeitplanung erwartet. Eine Zeiteinschätzung nach eigenen Erfahrungswerten ist natürlich möglich und auch eine zusätzliche Option Knitterschutz gibt es, ist aber nicht so ganz Sinn der Sache, oder?

Gibt es sonst noch etwas?

  • Die für mich fast größte Überraschung: Im Vergleich zu unserer alten Maschine und den anderen Maschinen im Keller ist der AEG-Waschtrockner überaus leise. Natürlich gerade im Schleudergang kein Flüsterbetrieb (erst recht nicht bei den maximalen 1.600 Umdrehungen pro Minute), aber ein großer Unterschied. Das Trockenprogramm jedoch ist so zahm in seiner Geräuschkulisse, dass man es fast schon in der Nacht laufen lassen könnte – lediglich zu Beginn ist es etwas lauter, da der Kompressor gestartet werden muss, ähnlich eines Kühlschranks.
  • Die Maschine schaltet sich bei Programmende oder Nichtbenutzung nach fünf Minuten in den Standby-Modus. Der Energieverbrauch liegt dann laut Messgerät bei 0 Watt.
  • Von Haus aus gibt die Maschine zum Beispiel beim Ein- und Ausschalten des Gerätes, bei Berührung einer der (Sensor-)Tasten, am Ende eines Programmes und bei einer Gerätestörung ein akustisches Signal aus. Wer auf dieses verzichten möchte, zum Beispiel weil die Maschine im Bad untergebracht ist, der kann diese (bis auf die Töne bei einer Gerätestörung) deaktivieren.
  • Auch wenn die Maschine kein spezielles Reinigungsprogramm besitzt: Eine regelmäßige Reinigung muss sein, wenn die Wäsche weiterhin sauber und flusenfrei sein soll. Regelmäßig die Türdichtungen nach verfangenen Gegenständen abtasten und in Abständen von 4-6 Wochen einen Leergang im Baumwoll-Programm mit höchster Temperatur und einer kleinen Menge Waschmittel durchführen. Aber auch die Waschmittelschublade sollte regelmäßig gesäubert werden, einfach alle paar Wochen mal unter den Wasserhahn halten. Am Ende eines jeden Trockenganges sollte der Hauptluftfilter (das Ding oberhalb der Waschmittelschublade) von Flusen befreit werden.
  • Wie viele andere Maschinen auch kommt auch der AEG L9WE866605 mit einem Zulaufschlauch daher, der einen Schutz vor Wasserlecks am Schlauch bietet. Oftmals als Aquastop bezeichnet, im Falle von AEG als AquaControl. Es erkennt, wenn Wasser in die Bodenwanne läuft und schaltet die Ablaufpumpe sowie ein akustisches Signal ein. Damit dies funktioniert, muss das Gerät am Strom angeschlossen sein – also keine Zwischensteckdose mit An/Aus oder so nutzen.

Fazit und tl;dr

Eine Waschmaschine ist wie auch Herd und Co. nur selten ein Designerstück und auch der AEG L9WE86605 ist sicherlich kein Porsche, den man sich einfach nur in die Garage stellt. Modern wirkt sie dennoch. Während man Technik wie Smartphones, Fernseher und dergleichen häufiger mal ersetzt, dürfte es bei den klassischen Haushaltsgroßgeräten anders aussehen: Die müssen schlichtweg funktionieren, den Alltag im Haushalt erleichtern und dies am besten noch über 10 oder sogar mehr Jahre, weswegen ich zum Beispiel eine fehlende App nicht als wirklich negativ-relevant sehe. Bezüglich der Verarbeitung kann ich nichts negatives sagen: Von groben Dingen wie die Rückwand, Einschubfächer und das Bullauge, bis hin zu den Anschlüssen, den Schaltern und dem Display ist alles wertig verarbeitet und zeigen beispielsweise keine unerwünschten Spaltmaße oder andere Schwachstellen. Wie es letztlich aussieht, wird man in ein paar Jahren sehen.

Aber auch von technisch-funktioneller Seite sind die Anforderungen erfüllt. Dank Wärmepumpentechnik und einer Beladungsanpassung dürfte man vor allem im Vergleich zu deutlich älteren (Einzel-)Geräten einiges an Energie und Wasser sparen, hinzu kommt eine riesige Trommel mit bis zu 10kg Beladung im Baumwoll-Waschprogramm, das Woolmark Blue-Zertifikat, mit dem sich auch Wolle, Seide und Handwäsche waschen und trocken lässt. Überhaupt: Waschen und Trocknen mit einer Maschine, je nach Waschstücke sogar in einem Arbeitsgang. Natürlich mit einigen Einschränkungen, damit kann (und muss) man im Falle eines Kombigerätes aber leben. Aber auch, wenn man nicht unbedingt nacheinander waschen und trocknen möchte, so bekommt man viele Programme und Zusatzprogramme an die Hand. Einzig und allein die Zeitvorwahl hätte man besser umsetzten müssen, sollen, können.

Nun muss man sagen: Mit einer UVP von rund 1.800 € bei einem Straßenpreis von aktuell gut 1.400 € liegt der AEG L9WE86605 Waschtrockner natürlich im oberen „Premium-Segment“ – auch AEG selbst hat günstigere Waschtrockner im Angebot. Von einem Vergleich sehe ich an dieser Stelle ab, dazu muss man einfach mal die angebotenen Funktionen gegenprüfen, hier bietet der L9WE86605 eben ein paar Annehmlichkeiten zusätzlich. Ob man diese benötigt und sich wertmäßig aufrechnen? Kommt wohl auf Haushalt zu Haushalt an. Grundsätzlich ist es nicht selten so, dass man bei guten Einzelgeräten bereits bei der Anschaffung Geld sparen kann  (kann, nicht muss) und dass einzelne Waschmaschinen und Wäschetrockner mit Blick auf die Energieeffizienz in der Regel noch besser optimiert sind und auch ein paralleles Waschen und Trocknen erlauben.

Waschtrockner hingegen bringen die Vorteile beider Systeme zusammen und sind daher ein super Kompromiss. Beispielswiese für Haushalte, die nur wenig Platz haben, aber auch einen Trockner nicht verzichten wollen. Oder für solche, die nur sporadisch mal Wäsche im Wäschetrockner trocknen lassen wollen (Stichwort Handtücher :-D). Aus diesem Grunde haben sie als Geräteklasse definitiv ihre Daseinsberechtigung. Ob es dann das „Premium-Modell“ der AEG-Waschtrockner-Serie sein muss. Tjoa, da muss wie erwähnt jeder für sich schauen, was er benötigt. Ist bei Autos und Sonderausstattung ja nicht anders. Was ich aber sagen kann: Solltet ihr den AEG L9WE86605 aus bestimmten Gründen im Auge haben, so macht ihr meiner Meinung nach nicht viel falsch und bei dem „echten“ Straßenpreis hält er auch einen Vergleich mit den Anschaffungskosten von Einzelgeräten stand.

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2 Kommentare vorhanden

Hallo! Vielen Dank für diesen ausführlichen Review! Da das Gerät vorne gewölbt ist, würde mich interessieren wo die 66 cm Tiefe genau gemessen ist. Ist das die maximale Tiefe des Gerätes, wenn es ganz an die Wand geschoben wird oder ist die Abdeckplatte oben 66 cm tief und durch die Wölbung steht die Front noch weiter vor?

    Ich habe nun die Abmessungsskizze auf der AEG-Website gefunden und meine Frage ist eigentlich beantwortet! Die maximale Tiefe des Gerätes ist 66 cm und die Abdeckplatte steht laut Grafik hinten so weit nach hinten, dass der Waschtrockner trotz Anschlüsse ganz an die Wand geschoben werden kann.

    Mich würde trotzdem noch ein Maß interessieren und zwar die Tiefe gemessen an der Geräteseite ca. in der Mitte, wenn der Trockner hinten ganz an der Wand steht (da wo das Gerät am tiefsten ist). Meine Nische ist 63 cm tief und ich würde gern wissen ob das Gerät an der Seite auch hervorsteht oder ob es sich einfach nur nach vorne wölbt.

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