Airmail: Mail-Client springt vom Mac auf’s iPhone und weiß stark zu gefallen

Marcel Am 01.02.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:25 Minuten

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Der äußerst beliebte Mail-Client Airmail hat nun auch den Sprung auf das iPhone geschafft und kann vor allem durch eine sehr starke Möglichkeit der Anpassung punkten.

Auf dem Mac gehört Airmail ohne große Zweifel nicht nur zu den beliebtesten Apps seiner Art, sondern meiner Meinung nach auch zu den Besten – und mit dem letzten Update hat das das Zurückstellen von Mails Einzug in die App gefunden. Auf dem iPhone hingegen sah es lange Zeit anders aus, hier habe ich viele, viele Apps ausprobiert und bin dann doch immer wieder zur offiziellen Gmail-/Inbox-App zurückgekommen – bis dann dann auf Spark aus dem Hause Readdle gestoßen bin, was mich einfach überzeugt hat. Nun also gibt es Airmail jedoch auch auf dem iPhone (und auf der Apple Watch) und ich muss sagen: Jau, könnte eine ernsthafte Alternative zu Spark darstellen.

Was die grundsätzliche Optik und Funktionalität betrifft, so setzt man bei Airmail eher auf eine klassische Mail-App – man möchte also keinen neuen Workflow á la „Smart Inbox“ wie Spark schaffen, sondern konzentriert sich darauf, dass ihr die App nach eurem Gusto konfigurieren könnt. Per Swipe könnt ihr in der Mail-Übersicht Mails direkt in den Papierkorb verschieben, Archivieren, Zurückstellen oder als gelesen markieren – jeweils zwei Aktionen sind pro Richtung möglich.

Bei der Beantwortung oder dem Erstellen von Mails lassen sich Dateianhänge über den Document Picker von iOS anhängen, auch Fotos sind möglich. Was ich als gelungen und praktisch finde: über das „Drei-Punkte-Menü“ innerhalb  einer geöffneten Mail könnt ihr verschiedene Aktionen durchführen und diese auch mit anderen verbundenen Apps teilen, es werden bereits eine ganze Reihe an iOS-Apps unterstützt.

Airmail arbeitet bekannter- oder unbekannterweise nicht nur mit Gmail, sondern eigentlich mit jedem IMAP- und POP3-Mail-Account zusammen und wer bereits die Mac-App verwendet, der kann seine Account-Einstellungen auch direkt über die iCloud synchronisieren. Letzteres klappt nicht nur für die erste Einrichtung von Airmail (klappte bei mir problemlos), sondern auch dauerhaft, sogar eure App-Einstellungen werden munter hin und her synchronisiert.

Unterstützung für mehrere Accounts, Mail-Aliase, Unified Inbox, Zurückstellen vonMails,  und dergleichen? Ist natürlich ebenso an Board, wie auch diverse iOS- und Mac-Funktionen wie 3D Touch Quick Actions, Peek and Pop, Mail-Suche über die Spotlight-Suche, Handoff und dergleichen. Und wer seine Mails auch direkt am Handgelenk lesen, mittels Kurzantworten beantworten und bearbeiten möchte, der bekommt auch direkt einen nahezu vollwertigen Mail-Client für die Apple Watch sprichwörtlich an die Hand.

Was Airmail aber wirklich umfangreich macht, sind die zahlreichen Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten. Nicht nur, dass ihr zum Beispiel die Swipe-Aktionen in der Mail-Übersicht oder die Aktionen für die Benachrichtigungen festlegen könnt. Airmail hält euch für nahezu jedes Verhalten einen entsprechenden Schalter bereit, die Liste in den Einstellungen ist wirklich umfangreich. Zumindest funktionell gibt es für viele Dinge eine Alternative, sodass es hier eigentlich kaum Kritik geben dürfte.

Seien es Darstellungsoptionen wie das Aussehen der Mails in der Übersicht (Betreff hervorheben, Länge der Vorschau, etc. pp.) oder auch Einstellungen eures Workflows betreffend (Reihenfolge der Antworten, Zähler und ähnliches).  Weiter lässt sich auch der Standardbrowser zum Aufrufen von Links wechseln (neben Safari und „In-App“ werden auch Chrome, Firefox, iCab und Mercury unterstützt) oder aber das Laden von externen Bildern. Die Vielzahl der Schalter wird für dem ein oder anderen vielleicht etwas zu hoch vorkommen, mir gefällt aber genau das.

Allerdings: Im Gegensatz zu meinem bisherigen Favoriten Spark ist Airmail für das iPhone (wie auch die Mac-App) nicht kostenlos zu haben, sondern wechselt für 4,99 Euro den Besitzer. Mir persönlich gefällt Airmail auf dem iPhone aber richtig gut: eine gute Performance und ein schneller Sync, simple Oberfläche und natürlich viele, viele Funktionen und Optionen – lediglich eine iPad-App würde mir aktuell fehlen, hier ist Spark zumindest für Tester zumindest schon einen Schritt weiter.

Für mich als Spark-Fan stellt Airmail aber eine sehr starke Konkurrenz dar, beide gehören für mich zu den mit Abstand besten Mail-Apps für das iPhone. Festlegen mag ich mich aber noch nicht ganz, ich warte erst einmal auf die Spark-App für OS X und dann schauen wir mal. Stand jetzt würde ich aber auf dem iPhone wohl eher Airmail den Vorzug geben. Geil wäre es natürlich, wenn Airmail und Spark auf das gleiche System der Wiedervorlage setzen würde, sodass man wechseln könnte – ist aber Wunschdenken, da jeder mit einen eigenen Labels arbeitet.

Ansonsten: Seid ihr mit dem kostenlosen Spark oder auch der iOS-Mail.app glücklich, bleibt dabei. Für alle anderen, die etwas mehr wollen, bietet Airmail eine zwar kostenpflichtige, aber gelungene Alternative.

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Entwickler: Bloop S.R.L.
Preis: 5,49 €

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