Akte 20.11: Alle iPads defekt? Oder besser: Peinlich, peinlich.

Marcel Am 05.08.2011 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:56 Minuten

Ich muss mal eine kleine Lanze brechen und mich outen: In der Regel schaue ich Akte 20.11, und das gerne. Doch was Sat.1 hier in der letzten Sendung gezeigt hat, war einfach nur peinlich und war sogar weit unter dem Niveau der ComputerBild. Denn in der Sendung vom 02. August 2011 ging es unter anderem darum, was passiert, wenn man als Käufer auf seine Rechte besteht. Teil des Ganzes: Der Reklamationsversuch eines iPads. Grund der Reklamation: Die Seite Bild.de ist bekanntlich für iPads gesperrt. Ich zitiere einmal den Wortlaut, den Akte in dem Beitrag vorgibt:

Doch die Seite ist auf diesem Gerät gesperrt. Stattdessen soll sie ein Zusatzprogramm für 12,99 Euro im Monat kaufen. Auf den Geräten der Konkurrenz ist die gewünschte Seite jedoch problemlos und kostenfrei zu erreichen. Linda ärgert sich über das neue Gerät und will es nun nicht mehr.

Lassen wir diese Aussage erst einmal im Raum stehen, denn es wird noch besser. Natürlich befragt Akte 20.11 auch einen Anwalt für Verbraucherrecht zu dieser Sache:

Juristisch geht es nicht in Ordnung, dass ein Gerät das nicht kann, wofür es verkauft worden ist, zum Beispiel im Internet surfen. Alle anderen Geräte am Markt erlauben es, nur dieses Gerät nicht. Und man ist vorher als Kunde nicht darauf hingewiesen worden. Hier wird etwas kostenpflichtig verkauft, was man vorher nicht wusste.

Und, klaro, Akte versucht natürlich das Gerät bei dem Händler zu reklamieren. Ich gehe hier jetzt mal nicht auf die Details ein, den ganzen Beitrag gibt es hier. Letztlich bietet der Händler an, das Gerät zurückzunehmen. Ein Umtausch, also aus Kulanz. Damit sollte sich die Akte-Redaktion ja eigentlich auskennen, nicht wahr? Nunja, die Krone setzt der Akte-Beitrag dann am Ende auf, als dem aus dem Versuch, das „defekte“ iPad umzutauschen, folgendes Fazit gezogen wird:

So, liebe Leute von Akte 20.11: Peinlicher geht es wohl wirklich nicht, oder? Ich will weder die Faktenlage, noch die Aussage des Herrn Schulte in Frage stellen. Jedoch sollte man hier dann doch lieber jemanden befragen, der genug technischen Sachverstand besitzt. Denn komischerweise funktioniert Bild.de doch genau so, wie es soll – auch auf dem iPad. Apple ist daran Schuld? Ist mir neu, liebe Akte-Redaktion. Denn komischerweise geht es, wenn man einen kleinen Trick benutzt. Und genau aus diesem Grund, liebe Akte-Redaktion, liegt hier kein technischer Defekt und damit auch kein Reklamationsgrund vor. Es wird auch kein Verkaufsversprechen oder ähnliches gebrochen, denn auch mit dem Safari-Browser klappt der Aufruf von Bild.de – zumindest genau so, wie der Axel Springer Verlag die Seite für iPad-Nutzer „programmiert“ hat.

Und genau hier ist das Problem: Statt falsche Wahrheiten zu verbreiten, sollte sich die Akte-Redaktion mal lieber daran machen, nachzufragen, wieso der liebe, nette Axel Springer Verlag, seines Zeichens Herausgeber von BILD und Bild-Online, die iPad-Nutzer mittels User-Agent-Weiche von seinem online Angebot auszusperren versucht…

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