Alfred macht aus eurem Androiden eine Überwachungskamera mit Echtzeit-Bild und Bewegungsmelder

Marcel Am 27.03.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:47 Minuten

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Mit der kostenlosen App Alfred lässt sich euer ausgedienter Androide zu einer simplen, aber funktionalen Überwachungskamera umfunktionieren – inklusive Echtzeit-Bild und Bewegungsmelder.

Alte, ausrangierte Smartphones (vor allem mit Android) sind zwar häufig im Alltag überholt, lassen sich aber häufig noch für spezielle Zwecke gebrauchen. Als Musik-Quelle in Bad oder Küche, als universelle Fernbedienung – oder eben auch als Überwachungskamera für eure Wohnung, zumindest sofern die rückseitig angebrachte Kamera ein wenig zu gebrauchen ist. Auf genau diese Anwendung zielt die App Alfred ab (im deutschen Play Store unter „Videoüberwachung IP-Kamera“ vorzufinden).

Zusammengefasst lässt sich über App sagen: Ihr könnt euren alten Androiden als IP-Kamera für Zuhause nutzen und per zweitem Smartphone auf diese zugreifen. Das ganze läuft dabei nicht über irgendwelche Drittserver, sondern wird per direkter Peer-2-Peer-Verbindung abgewickelt, was zusätzlich zum fehlenden Server noch den Vorteil hat, dass die Verbindung einen deut schneller sein dürfte. Einzige Voraussetzung ist ein Google-Konto, denn die Verbindung beziehungsweise Erkennung der Geräte untereinander läuft über eben jenes Konto.

Die Einrichtung der Apps ist ebenso schnell wie einfach von der Hand: Ihr müsst die App erst einmal auf beiden Geräten installieren, danach nehmt ihr erst einmal das als IP-Kamera vorgesehene Gerät und starten dort die App. Hier wählt ihr nun den Modus „Kamera“ und bestätigt die Auswahl. Kurzer Einriss: Wundert euch nicht über die mehr als holprige Übersetzung ins Deutsche, wird euch an einigen Punkten noch begegnen, aber dennoch ist alles irgendwie verständlich.

Mehr Einstellungen benötigt das Kamera-Gerät eigentlich nicht. Optional könnt ihr noch einen Energiesparmodus aktivieren, welcher das Display abdunkelt – das Gerät selbst ausschalten dürft ihr logischerweise nicht, da Android die App dann in den Hintergrund bringt und die Kamera nicht mehr aktiv ist, logische Sache. Außerdem könnt ihr die Bewegungserkennung aktivieren (geht auch vom anderen Gerät), die Audioübermittlung deaktivieren und die verbundenen Viewer-Geräte einsehen.

Dieses Gerät bringt ihr nun inklusive Stromkabel an einer geeigneten Stelle an, womit die Einrichtung des Gerätes erst einmal abgeschlossen ist und wir zum eigentlichen Betrachter-Gerät kommen können – hier gibt es auch wesentlich mehr zu entdecken. Auch auf diesem Gerät müsst ihr euch erst einmal mit eurem Google-Konto authentifizieren und könnt euer Gerät daraufhin als „Vorschaufenster“ einrichten. In der Hauptansicht der App seht ihr dann alle eure eingerichteten IP-Kameras – habt ihr also mehrere alte Smartphones mit Android und wollt mehrere Räume überwachen, so ist das ebenso möglich. Neben einem kurzen Kamera-Shot seht ihr auch den aktuellen Akkustand und die Anzahl der Meldungen des Bewegungsmelders.

Habt ihr die gewünschte Kamera per einfachen Tap ausgewählt, erhaltet ihr innerhalb von ein paar Sekunden ein Live-Bild – je nach Einstellung mit oder ohne Audioübertragung. Wie gut die Übertragung ist, variiert natürlich von Verbindung zu Verbindung, über LTE aber konnte ich keine Unterschiede gegenüber einer WiFi-Verbindung erkennen. Über das Mikrophon-Symbol könnt ihr die IP-Kamera zu einer Art Walkie-Talkie machen und Sprache auf die andere Seite der Live-Bilder transportieren, des Weiteren gibt es auch die Möglichkeiten das Bild zu drehen, die Taschenlampe des Kamera-Gerätes zu aktivieren, die Kamera zu wechseln oder auch einen Nachtmodus zu aktivieren, welcher doch überraschend gute Bilder liefert – hätte ich schlechter vermutet.

Außerdem könnt ihr auch ein paar Optionen verändern. So könnt ihr zum Beispiel einen automatischen Nachtsichtmodus bei geringer Lichtstärke aktivieren und den Bewegungsmelder einrichten, wobei ihr vor dem Praxiseinsatz einmal ausprobieren solltet, wie euer als Kamera eingerichtetes Smartphone auf die unterschiedlichen Empfindlichkeiten reagiert. Ebenso könnt ihr auch Benachrichtigungen aktivieren, sodass ihr euch bei Erkennung einer Bewegung per Ton oder Vibration benachrichtigen lassen könnt.

Im Falle der Benachrichtigungen erhaltet ihr eben eine Push-Notification inklusive einer Momentaufnahme, innerhalb der App könnt ihr aber auch nochmals durch die früheren Bewegungsmelder-Aufnahmen stöbern, diese werden je nach Einstellung sieben oder vierzehn Tage auf eurem Gerät gespeichert, bevor diese automatisch gelöscht werden.

Zu guter Letzt nochmal ein paar kurze Worte zum Traffic der App: Bei einer Benachrichtigung konnte ich stabile 500 KB pro Benachrichtigung verbuchen, bei einem laufenden und aktiven Live-Bild fielen pro Minute zwischen 600 KB und 1 MB an – einen festen Wert konnte ich nicht ermitteln, dieser lag grundsätzlich irgendwo zwischen diesen beiden Werten. Die Übertragung aber ist zumindest mit LTE recht stabil und solide, da die Framerate von den Entwicklern auf etwa 10 Frames pro Sekunde reduziert wurde – im Schnitt sollte man so 8-9 Bilder pro Sekunde erreichen können.

Mal von der erwähnten holprigen deutschen Übersetzung abgesehen macht Alfred einen rundum soliden Eindruck. Zwar könnte man hier und da optisch sicherlich noch etwas mehr herausholen, dies aber sollte hier keine große Kritik darstellen – immerhin ist der Dienst komplett kostenlos. Wer also keine Lust hat, Geld für eine kleine IP-Kamera auszugeben und noch ein altes Android-Smartphone besitzt, der kann sich Alfred gerne einmal anschauen, ich für meinen Teil war während meines Testlaufs zufrieden.

Bislang nur für Android zu haben sollen zukünftig aber auch noch eine Web-App und eine App für iOS zwecks Live-Bild folgen – ebenso ist ein Premium-Dienst geplant, womit man sich eben finanzieren möchte. Wie genau dieser aussehen soll ist noch nicht bekannt, ich werde Alfred aber mal im Auge behalten.

Handy als Überwachungskamera
Handy als Überwachungskamera

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