Amazon soll erste stationäre Filiale in New York planen

Marcel Am 11.10.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:40 Minuten

Amazon

Laut dem Wall Street Journal hat Amazon vor, schon zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft, ein erstes stationäres Geschäft in New York zu eröffnen. Ob das gut gehen kann?

„Der Online-Handel macht den Offline-Handel kaputt“, sagt der stationäre Handel. „Der Offline-Handel könnte den Online-Handel neuen Schwung verleihen“, sagt Amazon. Zumindest könnte man einen aktuellen Bericht des Wall Street Journals so kommentieren, nach dem der Online-Riese Amazon plant, schon zum Weihnachtsgeschäft 2014 eine erste Offline-Filiale in New York zu eröffnen. Das ganze dürfte natürlich erst einmal ein Experiment darstellen, immerhin dürfte keine Ladenfläche ausreichen, den gesamten Katalog des Online-Shops zu präsentieren – und eben das ist eine der Stärken von Amazon. Stattdessen möchte man das ganze eher als eine Art Mini-Warenlager aufziehen, sodass Kunden aus einem begrenzten Angebot wählen und die gekauften Produkte noch am gleichen Tag abholen oder innerhalb New Yorks zustellen lassen können. Auch die Retouren sollen sich über den Store abwickeln lassen: Statt das Paket per Paketdienst zurückzusenden, gibt man es eben einfach in der Filiale ab.

Ebenfalls wäre es natürlich vorstellbar, dass man die eigene Hardware wie die Fire Tablets und Kindle Reader im Stile eines Apple Stores präsentiert – dafür dürften sicherlich genug Ladenflächen zur Verfügung stehen. Ob das ganze funktionieren wird? Hier gebe ich (m)ein dickes „Ja“. Allerdings halte ich es noch für fraglich, ob Amazon diesen doch recht überraschenden Weg in den stationären Handel wirklich gehen wird, denn gerade die nicht vorhandenen Pacht- und Personalkosten ermöglichen erst die im Vergleich zum Offline-Handel günstigeren Preise. Andererseits könnte das ganze natürlich auch für reichlich positiven Medien-Buzz sorgen und man würde mit einem stationären Geschäft auch jene Leute erreichen, die sich mit Online-Shops aus irgendwelchen Gründen noch nicht anfreunden konnten.

Potential ist jedenfalls vorhanden, zugleich würde Amazon den stationären Handel noch weiter unter Druck setzen. Aber: Bis es soweit ist wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, denn immerhin sollte das ganze erst einmal in New York ausprobiert werden – sofern das Ergebnis positiv ausfällt, sind weitere Filialen in den US of America und Großstädten in Europa denkbar. Was meint ihr? Ein kluger Schritt von Amazon oder eher etwas, was vom Reissbrett in den Papierkorb wandern sollte?

Quelle WSJ via MobiFlip

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