Angeschaut: InLine Bluetooth Mini-Tastatur mit Touchpad für Windows, Android und iOS

Am 04.01.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:14 Minuten

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Tablets lassen sich inzwi­schen immer mehr auch für den produk­tiven Einsatz unterwegs nutzen, Voraus­setzung dafür ist aller­dings das Vorhan­densein einer „echten“ Tastatur, denn auch auf den größeren Tablets sind die On-Screen-Tasta­turen gerade bei längeren Texten keine wirklich angenehme Sache. Für das iPad hatte ich bereits das Ultrathin Keyboard und das Tablet Keyboard von Logitech im Test, nun konnte ich mir einmal eine Mini-Tastatur mit Bluetooth von InLine anschauen, die nicht nur ein Touchpad besitzt, sondern noch dazu auch dank Unter­stützung für Windows, Android und iOS universell einsetzbar sein soll – sogar unter OS X läuft die Tastatur fehlerfrei. So könnt ihr nicht nur eure Tablets mit der Tastatur verbinden, sondern könnt diese auch mit einem Wohnzimmer-PC oder einem Apple TV nutzen (Windows Phone soll Tasta­turen ebenfalls bald unter­stützen). Dass die Tastatur preislich dazu noch eher im unteren Preis­segment angesiedelt ist macht sie zusätzlich inter­essant – hier einmal (m)ein Eindruck der Bluetooth Mini-Tastatur von InLine. 

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Verar­beitung: Die Mini-Tastatur ist wirklich mini, selbst wenn man wie ich seit längerer Zeit nur mit dem schon klein ausfal­lenden Wireless Keyboard von Apple arbeitet. F-Tasten, QWERTZ-Layout, Pfeil­tasten, Ziffern­tasten bezie­hungs­weise Touchpad pressen sich hier auf eine Fläche von etwa 26 x 8,5 Zenti­metern. Zum besseren Tippen ist die Tastatur leicht gekippt, die obere Seite steht dabei in etwa 2,5 Zenti­meter über dem Tisch. Die Tastatur selbst besteht aus wahlweise schwarzem oder weißen Kunst­stoff, macht aber dennoch auch mit Blick auf den Preis einen sehr guten Eindruck, wenngleich man diese mittig leicht durch­biegen kann, was aber eben dem Material und der Kompaktheit geschuldet sein dürfte – in meinen Augen kein großar­tiger Kritik­punkt, da man die Tastatur beim normalen Arbeiten sicherlich nur selten mit beiden Händen zusam­men­drückt. Positiv: Die Oberfläche mitsamt der Tasten ist matt gehalten und beugt so Finger­ab­drücken vor, lediglich die Unter­seite hat man in Klavierlack gehalten, aber okay.

In Betrieb nehmen: Zum Betrieb benötigt die Mini-Tastatur zwei AAA-Batterien, die laut Hersteller-Angaben runde hundert Stunden Dauer­tippen durch­halten sollen – im Standby-Modus sollen die Batterien 90 Tage aushalten. Konnte ich beides nachvoll­ziehen, wenngleich die Zeit in der Praxis ein klein wenig niedriger ausfallen dürfte. Ist man auf Reisen, muss man sich somit aller­dings keine Sorgen machen, dass der Tastatur einmal der Saft ausgeht. Verbunden wird die Tastatur mittels Bluetooth 3.0, was eine breite Unter­stützung an Geräten verspricht, des Weiteren sind zur Nutzung keine geson­derten Treiber von Nöten – sei es unter Windows, OS X, Android oder auch iOS. Das Pairing (wird per Shortcut ESC + K angestossen) verläuft auf allen Systemen erdenklich leicht und variiert lediglich ein klein wenig von System zu System, funktionell jedoch ist die Tastatur in Sekunden und unpro­ble­ma­tisch mit dem gewünschten Gerät verbunden. 

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Das Arbeiten mit der Tastatur: Das Schreiben mit der Tastatur ruft ein zwiespäl­tiges Gefühl hervor, fangen wir aber mal mit dem Positiven an: Tasten­drücke werden – egal mit welchem System man dien Tastatur nutzt – ohne Verzö­gerung erkannt, der Druck­punkt ist für eine derart kompakte Tastatur durchaus in Ordnung. Der negative Punkt: Bis man die Tastatur wirklich effektiv nutzen kann, vergeht einiges an Einge­wöh­nungszeit, da die Tasten eben schon deutlich kleiner sind und enger zusam­men­stehen. Aber dieser Punkt ist eben der Kompaktheit geschuldet und wer sich eine derart kleine Tastatur zulegt, wird diesen Punkt sicherlich bedacht haben. Kann man zwar negativ sehen, liegt aber eben auch einfach in der Natur der Sache die bei allen mobilen Tasta­turen zuschlägt – dafür aber bietet die Tastatur auch eigentlich alle von großen Tasta­turen bekannten Tasten, seien es die F-Tasten, Sonder­zeichen und Umlaute, Pfeil­tasten und dergleichen. 

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Je nach verwen­detem System lässt sich die Tastatur auch noch umschalten um so System-spezi­fische Sonder- und Multi­me­di­atasten nutzen zu können. Umgeschaltet wird dabei mittels der orangen-farbenen FN-Taste und der Taste F1-F3, wobei jede Taste für ein System steht. So lässt sich zum Beispiel unter Android schnell das Display einschalten, wie Wiedergabe und Lautstärke steuern, die Suchfunktion aktivieren und so weiter und so fort. Je nach System werden jedoch aufgrund der System­be­schrän­kungen nicht alle Funktionen unter­stützt. Windows zum Beispiel ignoriert die Sonder­funk­tionen komplett und lässt die Tasten lediglich als F-Tasten nutzen, außerdem fehlen ein paar Funktionen unter iOS, ein paar unter Android. Hier ist also auspro­bieren gefragt – oder ein Blick in die kurze Anleitung der Tastatur.

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Das Touchpad: Eine Beson­derheit der Tastatur ist das Touchpad an der rechten Seite, welches sich per Wisch zwischen Touchpad-Funktio­na­li­täten und Ziffern­block umschalten lässt. Möchtet ihr den Ziffern­block nutzen so wischt ihr einmal vom mittleren Punkt aus nach links, während ein Wisch das Touchpad aktiviert. Sehr schade: Es gibt keine LED, welche den aktuellen Modus anzeigt. Wäre schon gewesen, denn bis man den richtigen Schwung raushat, muss man gerade zu Beginn etwas häufiger wischen, sodass eine Anzeige sicherlich hilfreich gewesen wäre. Beim Touchpad gibt es jedoch auch die größten Unter­schiede zwischen den einzelnen Systemen: Wirklich benutzbar ist die volle Funktio­na­lität nur unter Windows und auf dem Mac, hier macht das Touchpad einen soliden Eindruck – mit zwei Fingern lässt sich dabei durch Fenster scrollen, auch Doppel­tippen funktio­niert prächtig, lediglich die Bewegung des Mauszeigers ist etwas schwammig. Ich persönlich würde das Touchpad quali­tativ mit den Touchpads von durch­schnitt­lichen Notebooks gleich­setzen. Das Tippen auf dem „Ziffern­block“ ist aufgrund der fehlenden Haptik gewöh­nungs­be­dürftig, klappt aber ohne Probleme. 

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Anders hingegen sieht es unter iOS und Android aus: Während der rechte Teil des Touchpads unter iOS scheinbar erst gar nicht erkannt wurde und folglich für mich nicht nutzbar war, funktio­nierte dieses unter Android, wenn auch nur mit Ausnahmen. So ließ sich das Touchpad mitsamt der Scroll-Geste und Bewegung des Mauszeigers zwar ohne Probleme nutzen, hat man die Tastatur jedoch auf den Ziffern­block umgestellt, so funktio­nierten hier lediglich die Naviga­ti­ons­tasten – sprich „8 -> Hoch“, „2 -> Runter“ und dergleichen, Ziffern ließen sich über die Tasten nicht eingeben. Schade, aber dafür gäbe es ja noch die Zahlen­reihe auf dem Hauptfeld der Tastatur. 

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Fazit? Für knapp unter 30 Euro erhält man eine durchaus brauchbare mobile Tastatur für den portablen Einsatz. Zwar lassen sich je nach System nicht alle Funktionen der Tastatur nutzen, was aber eben der breiten Kompa­ti­bi­lität geschuldet ist. Hätte man nur eine Android-Tastatur entwi­ckelt, hätte man ein paar der Icons auf den Zusatz­tasten entfernt, bei iOS ebenfalls – daher würde ich dies nicht unbedingt als Kritik­punkt ansehen. Manche Dinge gehen unter allen Systemen, manche eben nicht. Den größten Nutzung hat die Tastatur mit Windows, gefolgt von Android, dann erst iOS. Möchte man mobil aber einfach nur etwas angenehmer Tippen als auf dem Touch­screen, so kann man die Tastatur unein­ge­schränkt empfehlen, zumindest sofern man sich auf die kleineren Tasten und die Kompaktheit einlassen kann und möchte – das Touchpad ist zumindest unter Android und am Rechner ein nettes Zusatz­feature.

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Ebenfalls lässt sich die Tastatur natürlich auch nutzen, um zum Beispiel den Wohnzimmer-PC, den Apple TV oder eine andere auf Android-basie­rende Streaming-Kiste zu bedienen, was definitiv bequemer ist, als der Weg über die Fernbe­dienung. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre zum Beispiel ein imple­men­tierter Akku gewesen, dies aber hätte den Preis sicherlich ein wenig hoch getrieben – auch die erwähnte LED zur Anzeige des Touchpad-Ziffern­block-Modus wäre eine nette Sache gewesen. Aber bei dem derzei­tigen Straßen­preis kann man fast nicht viel falsch machen, es kommt eben immer darauf an, ob und wozu man sie benötigt. Mobil oder auch der Couch? Jau, da wäre ich dabei.