Apple Music: Apple kündigt eigenen Streaming-Dienst an – Streaming wie ich es mir wünsche

Am 09.06.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:50 Minuten

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Neben den Vorstel­lungen von OS X 10.11 „El Capitan“, iOS 9 und watchOS 2 hatte Apple auch noch ein „One last thing…“ in petto: den lange vermutete Streaming-Dienst Apple Music.

Im Grunde muss man zu den verschie­denen Streaming-Diensten gar nicht mehr allzu viel sagen, denn letztlich unter­scheiden sie sich lediglich in der Oberfläche und ein klein wenig in den vorhan­denen Inter­preten, ansonsten aber gibt es nicht viel, was einen Unter­schied ausmacht. Auch Apple Music tut sich hierbei nicht viel: So gibt es Zugriff auf über 30 Millionen Songs, ein Webradio namens „Beats One„, welches 24 Stunden, 7 Tage die Woche Musik abspielt und auch persön­liche Empfeh­lungen namens „For You“ sind mit an Board. Letzteres Feature wurde laut Apple mit einem intel­li­genten Algorithmus ausge­stattet, der Musik nach eurem Geschmack zusam­men­stellt.

Mit „Connect“ möchte Apple Künstler und Fans etwas näher zusam­men­bringen: Im Grunde handelt es sich hierbei um ein soziales Netzwerk (ping ick hör dir trapsen), in dem Künstler zum Beispiel Fotos und Videos von Touren, Studio-Sessions und derlei Dinge hochladen und mit ihren Fans teilen können – auch Instagram und Facebook sollen in den Connect-Tab integriert werden. Auch Siri hat natürlich extra für Apple Music dazu gelernt und versteht nun Anfragen wie zum Beispiel „Spiele den Song X aus Film Y ab“ oder „Spiele die Top 10 des Genre X“. Zu guter Letzt lassen sich im „New„-Tab aber auch die Neuzu­gänge erkunden und sich durch die Musik-Bibliothek stöbern. 

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In so weit also nicht wirklich beson­deres, kennt man in irgend­einer Form bereits. Inter­essant sind aber zwei andere Dinge: Denn zum einen wird Apple Music direkt in die Musik.app von iOS und auch in iTunes imple­men­tiert, zum anderen ist Apple Music fest mit iTunes Match verzahnt. Soll heißen: Seit ihr Apple-Music-Abonnent, so habt ihr auch gleich­zeitig ein iTunes-Match-Konto. Hier werden sämtliche Songs aus eurer privaten iTunes-Bibliothek auf dem Mac abgeglichen – wird der Song im Apple-Music-Portfolio gefunden, so geschieht nichts weiter, wird er nicht gefunden, wird er in die iCloud hochge­laden.

Apple verknüpft somit lokale Musik mit dem Streaming und trifft damit genau den Punkt, den ich mir bereits seit geraumer Zeit als Streaming-Angebot wünsche. Ja, Streaming kann eine nette Sache sein, gefühlt finde ich aber nur Bruch­teile meiner bevor­zugten Musik und Bands, sodass ich letztlich immer auf lokale Musik angewiesen bin. Spotify kann zwar lokale Songs scannen und abspielen, dennoch ist es keine perfekte Symbiose. Und genau das scheint Apple mit Apple Music gemacht zu haben: Für den Nutzer ist es kein Unter­schied mehr, ob ein Titel nun gestreamt oder lokal abgespielt wird. Eure lokale Musik, um zahlreiche weitere Titel ergänzt – in einer App und Playlist. 

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Apple Music soll am 30. Juni 2015 an den Start gehen – Deutschland dürfte sicherlich ebenfalls unter den zahlreichen Ländern sein. Die ersten drei (!) Monate gibt es dabei kostenlos, danach werden pro Monat 9,99 US-Dollar (sicher gleich 9,99 Euro) fällig – inklusive iTunes Match und iCloud-Speicher wohlge­merkt. Kleines Schmankerl: Über die Familien-Freigabe von iOS können bis zu sechs Leute ein Apple-Music-Abo nutzen, hier werden dann schmale 14,99 US-Dollar fällig. Apple Music wird für iPhone, iPad, iPod touch, OS X und der Apple Watch vorhanden sein. Und, oh Wunder: Es wird im Laufe des Herbst auch Apps für Android (!) und Windows geben. 

Und ich prophezeie mal: Spotify wird sicherlich nicht von heute auf morgen unter­gehen, dafür ist der Platz­hirsch viel zu dick im Geschäft und kann auf eine große Unter­stützung von Herstellern und Co. setzen. Auch Rdio dürfte ziemlich fest im Sattel sitzen – dahinter aber wird es dann richtig eng werden. Wie gesagt: Die Möglichkeit, seine eigene, lokale Musik in die Apple-Streaming-Cloud zu schicken ist ein Vorteil, den kaum ein anderer Dienst bietet. Und selbst wenn der Umfang sich ansonsten nicht groß von anderen unter­scheidet, so gibt es ein paar kurze Keywords, wieso Apple mit Apple Music Erfolg haben wird: 3 Monate für lau, automa­tisch auf allen iOS-Geräten, günstiger Familien-Preis. 

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Quelle Apple