Apple veröffentlicht iOS 11.3

Marcel Am 29.03.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:18 Minuten

Apple hat iOS 11.3 offiziell freigegebenen. Die neue Systemversion für iPhone und iPad bringt viele Neuerungen mit – unter anderen neue Animojis und eine Strom-Management-Funktion.

Die ersten Beta-Versionen für Entwickler und interessierte Nutzer tauchten bereits Mitte Januar auf, nun hat Apple die finale Version von iOS 11.3 auf alle Nutzer freigelassen. Traditionell gibt es im Herbst eines jeden Jahres einen größeren Versionssprung mit vielen Neuerungen, aber in den letzten Jahren war es eigentlich immer so, dass Apple bereits im Frühjahr ein Update verteilt, mit denen ein paar neue Funktionen eingeführt werden. So auch in diesem Falle. iOS 11.3 bringt zwar keine grundlegenden oder umfangreiche neue Features mit sich, dennoch besitzt das Changelog im Vergleich zu iOS 11.1 oder 11.2 ein langes Changelog mit sich.

Batterie und Leistung: Apple ist nur knapp an einer Milliardenschweren Sammelklage in den US of America vorbeigeschrammt. Der Grund: Bei älteren iPhones mit schwächer werdenden Akkus drosselt Apple die Performance des Gerätes. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Laufzeit im Schnitt gleich bleibt. Idee gut, die Kommunikation war aber eher schlecht als recht – zumal die Drosselung eben „unter der Hand“ geschah. Der mittelgroße Shitstorm sorgte bereits dafür, dass Apple inzwischen einen günstigen Akku-Tausch für 29 € anbietet. Eine weitere Folge stellen auch neue Funktionen (ab iPhone 6) dar, die unter anderem den Zustand der Batterie anzeigen und dem Nutzer eine Empfehlung geben, wenn eine Batterie gewartet werden muss. Man findet sie unter „Einstellungen → Batterie“. Darüber hinaus liefert iOS auch Infos darüber, ob die besagte Strom-Management-Funktion aktiviert ist und ermöglicht es dem Nutzer nun auch diese deaktivieren zu können.

Neue Animoji: Die Animoji des iPhone X gehören zu den geheimen Stars auf dem aktuellen Apple-Flagschiff. Klar: Das Display und vor allem Face ID sorgten für kontroverse Diskussionen, die bewegten Animoji aber konnten einen kleinen Hype auslösen. Stichwort: Animoji-Karaoke-Videos. Mit iOS 11.3 hat Apple nun vier neue Animoji eingeführt – einen Löwen, Bären, Drachen und Totenkopf. Somit stehen nun insgesamt 16 verschiedene Charaktere zur Verfügung. Was schade ist: Man hat leider noch immer nicht den iMessage-Zwang aufgelöst und eine reine Animoji-App entwickelt – daher ist man nicht selten zu einer manuellen Sideloading-Lösung gezwungen.

Health Records in der Health App: Die Health.app ist eine nette Möglichkeit, Daten verschiedener Fitness-Gadgets unter einer Haube zu sammeln und visualisieren zu können. Die neue „Health Records“-Funktion soll nun das Bindeglied zwischen Datenhaltung und Krankenhäusern darstellen. Die Idee: Patienten teilnehmender medizinischer Einrichtungen können Informationen aus verschiedenen Institutionen in einer Übersicht einsehen und erhalten regelmäßige Benachrichtigungen über ihre Laborergebnisse, Medikationen, ihren Gesundheitszustand und vieles mehr. Quasi wie es für die Gesundheitskarte einmal geplant war – nun eben Apples elektronische Patientenakte. Das ganze natürlich verschlüsselt und durch den vom Nutzer gesetzten iPhone-Code geschützt. Das besondere hierbei: Apple verwendet keine eigene Lösung, sondern setzt auf den Standard Fast Healthcare Interoperability Resources (FHIR). Prinzipiell eine feine Sache, für Datenschützer wohl ein kleiner Weltuntergang – aber kurz- und mittelfristig wohl auch erstmal nicht in Deutschland verfügbar.

Datenschutz-Icon: Apple ist seit jeher darum bemüht zu bezeugen, dass die Daten des Nutzers sicher sind und man im Gegensatz zu Google und Amazon keinerlei Daten auf den eigenen Servern sichere oder zu Werbezwecken auswerte. iOS 11.3 kommt nun mit einer kleinen Neuerung daher: Fortan wird ein kleines blauen Icon in der Statusleiste eingeblendet, wenn eine Apple-App oder eine Systemfunktion auf persönliche Daten des Nutzers zugreifen oder sammeln will. Beispielsweise taucht das neue Privacy-Icon bei der Anmeldung für Dienste wie iCloud auf.

Verbesserungen des ARKit: Mit iOS 11 hat Apple das ARKit eingeführt und damit iOS zur weltweit größten Plattform für Augmented Reality werden lassen. iOS 11.3 stellt Entwicklern nun ARKit 1.5 zur Verfügung. Die neue Version ermöglicht unter anderem die Erkennung und Platzierung von virtuellen Objekten auf auf vertikalen Flächen wie Wänden und Türen und kann unregelmäßig geformte Flächen wie runde Tische exakter abbilden. Außerdem nutzt die Kamera zur Abbildung der „realen Welt“ auf dem Display jetzt eine um 50 Prozent höhere Auflösung und unterstützt Autofokus für noch schärfere Perspektiven.

Weitere Neuerungen: Apple Music (App und Abo) bietet nun auch Musikvideos, inklusive einer Videogruppe „Für dich“ und verbesserten „Top Stories“. Bezüglich HomeKit hat man nun endlich den bereits angekündigten Schritt gemacht und die HomeKit Software-Authentifizierung freigegeben, sodass Entwickler eine HomeKit-Unterstützung für bereits vorhandenes Zubehör bei Apple durchwinken lassen können. Und zu guter Letzt bringt iOS 11.3 dann auch eine Unterstützung für Advanced Mobile Location (AML) mit, um automatisch den aktuellen Standort zu senden, wenn ein Notruf an Rettungsdienste abgesetzt wird. Aber wie ihr euch sicherlich denken könnt: Wird in Deutschland seitens der Leitstelle natürlich noch nicht unterstützt.

Artikel teilen

Kaufempfehlung*

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe eine Antwort

⚠ Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.