Apple Watch: watchOS 2 erhält native Apps und mehr

Am 09.06.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:31 Minuten

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Wenige Wochen nach dem Verkaufs­start der Apple Watch hat Apple bereits die zweite Version des watchOS vorge­stellt, mit der es unter anderem native Apps auf der Smart­watch geben wird.

Die größte Neuerung des watchOS 2 ist ohne große Zweifel die Tatsache, dass Entwickler künftig native Apps für die Apple’sche Smart­watch entwi­ckeln können. Bislang ist es so, dass die Watch-Apps in die iPhone-Apps imple­men­tiert werden müssen und letztlich auf dem iPhone ausge­führt werden, die Uhr dient lediglich als Anzeige – weitere Infor­ma­tionen durch die Sensoren der Apps sind dadurch nicht möglich. 

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Dies aber wird sich zukünftig ändern, denn mit dem neuen WatchKit-SDK können Entwickler eigens für die Apple Watch entwi­ckelte Apps schreiben, die dann eben auf die Hardware der Uhr (Mikrofon, Lautsprecher, Pulsmesser, Bewegungs­sensor, GPS, der Taptic Engine und Co.) zugreifen können. Diese Apps sind natürlich aufgrund der fehlenden eigenen Inter­net­ver­bindung noch immer etwas an das iPhone gebunden, dennoch dürfte die Qualität der Apps hierdurch nochmals steigen. Und who knows: Vielleicht plant Apple so ja auch eine Öffnung der Uhr für Android – unwahr­scheinlich, wäre aber ein erster Schritt dahin.

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Aber auch abseits des WatchKit wird es einige Neuerungen mit Version 2 geben. So wird es neue Watch­faces geben, die man wahlweise mit eigenen Bildern aus der Galerie oder mit Apple-eigenen Bildern als Hinter­grundbild versehen kann. Zwar wird es auch in dieser Version keine Watch­faces von Dritt­ent­wicklern geben, mit Hilfe der Compi­la­tions können sich Entwickler aber dennoch auf dem Watchface verewigen. Bei diesen Compi­la­tions handelt es sich letztlich nur um die kleinen Infor­ma­tionen, die man den Ziffern­blättern hinzu­fügen kann – aktuell kann dies zum Beispiel der Akkustand der Watch, das Datum, eure Aktivität, ein Timer und ähnliches sein. Zukünftig können Entwickler ebenfalls derartige Infor­ma­tionen auf dem Ziffern­blatt platzieren – zum Beispiel aktuelle Termine aus Fanta­s­tical, Sport­er­geb­nisse oder ähnliches. 

Sehr cool klingt das „Time Travel„-Feature, quasi eine Vorschau auf die nächsten Stunden oder Tage. Dreht ihr im Ziffern­blatt die digitale Krone, so dreht ihr die Zeit der Uhr vor und bekommt dementspre­chend Wetter­in­for­ma­tionen, aktua­li­sierte Termine, Erinne­rungen und dergleichen entspre­chend der Uhrzeit angezeigt. Auch die Night­stand-Funktion wird den ein oder anderen sicherlich erfreuen: Habt ihr eure Uhr an das Ladekabel angeschlossen und legt diese im Querformat auf den Tisch, so schaltet die Uhr in einen kleinen Radio­wecker für den Nacht­tisch. Hierbei dienen die digitale Krone und der Kontakt-Button als Buttons für „Snooze“ und „Stop“.

Zu guter Letzt gibt es aber auch noch ein paar Kleinig­keiten: FaceTime-Audio-Gespräche lassen sich direkt über die Uhr abwickeln, Kontakte lassen sich nicht mehr nur über die Watch-App auf dem iPhone einrichten, E-Mails können beant­wortet werden, es gibt das verbes­serte Siri inklusive einer Integration von Third-Party-Apps und dergleich Dinge. Sehr gefällig: watchOS 2 wird auch den von iOS bekannten Activation Lock erhalten, der dafür sorgt, dass die Uhr auch nach dem Zurück­setzen nur mit eurem iCloud-Account freige­schaltet und genutzt werden kann. Sollte euch die Uhr einmal abhanden kommen, bleibt sie wenigstens unbenutzbar. 

Gefällt mir in soweit eigentlich alles recht gut, in erster Linie natürlich das WatchKit für native Watch-Apps und die Compi­la­tions – wobei sicherlich auch das Night­stand-Feature eine nette Geschichte sein kann. Das watchOS 2 wird im Herbst zusammen mit iOS 9 und OS X 10.11 „El Capitan“ ausge­rollt, Entwickler haben bereits Zugriff auf eine erste Beta-Version – ich bin gespannt.

Quelle Apple