[WTF des Tages] Smombie-Alarm: Stadt­werke Augsburg testet Boden-Ampeln für Smart­phone-Nutzer

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Das Smart­phone ist aus unserer heutigen Zeit und vor allem unseren Händen gar nicht mehr wegzu­denken. Während es in den heimi­schen vier Wänden völlig egal und in Gemein­schaft mit anderen Leuten maximal unhöflich ist, sieht es im Straßen­verkehr aber schon anders aus. Denn auch auf dem Gehweg schleichen sich inzwi­schen immer mehr „Smombies“ herum – jenen Störfak­toren, die dauerhaft mit dem Smart­phone in der Hand und mit gespanntem Blick auf eben dieses durch die Weltge­schichte tingeln. Laut der DEKRA sind dies inzwi­schen 17% der Fußgänger, wobei hier auch das reine Musik­hören einge­zählt wurde – dennoch sind rund 8% damit beschäftigt, Nachrichten zu schreiben, was meiner Meinung nach einer der größten Ablen­kungs­fak­toren darstellt. Schonmal versucht, an solch einem vorbei zu kommen? Wird schwierig, denn nicht selten wechseln sie auf dem Gehweg gerne mal die Seite. Ist aber nur nervig, im Gegensatz zu einem für andere belus­ti­genden Date mit Laternen, Mülleimer und Co.

Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn es Einfahrten oder gar Straßen zu überwinden gilt, denn auch hier lassen immer mehr Passanten nicht den Blick vom Smart­phone und auch rote Ampeln werden so gerne mal „übersehen“. Erst im März wurde ein 15-jähriges Mädchen in München von einer Straßenbahn mitge­schleift, als sie – in Kombi­nation mit Ohren­stöpseln – auf ihr Handy geschaut und so nicht die heran­fah­rende Straßenbahn bemerkt hat. Die Stadt­werke Augsburg haben sich dazu nun etwas einfallen lassen und an zwei Straßen­bahn­hal­te­stellen, die haupt­sächlich von Schülern und Studenten benutzt werden, Ampeln instal­liert, deren LED-Leuchten in den Boden einge­lassen sind. Sobald sich eine Straßenbahn der Halte­stelle nähert und die normalen Licht­zei­chen­an­lagen auf Rot schalten, fangen auch die Boden-LEDs an rot zu blinken. 

Auf diese Weisen sollen die Licht­si­gnale auch für Fußgänger, die ihren Kopf eben herunter in Richtung des Smart­phones halten, sicht­barer sein. Ob es funktio­niert? Dies wird sich eben in den kommenden Wochen und Monaten zeigen – es handelt sich hierbei eben erst einmal nur um einen Test. Nun bin ich selbst einer, der unterwegs mit In-Ear-Kopfhöhrern durch die Weltge­schichte fährt und läuft (aller­dings würde ich ankom­mende Kranken­wagen zum Beispiel hören), der Blick selbst ist aber doch frei. Natürlich wird hin und wieder mal getippt, hierbei bleibe ich aber an der Seite stehen – erstens weil ich es gar nicht anders hinbe­komme, zweitens aus Gründen der eigenen Sicherheit. 

Im Auto und auf dem Fahrrad ist das Smart­phone in der Hand schon seit jeher mit einem Bußgeld behaftet – und das nicht ohne Grund, auch wenn die Übeltäter gerne mal etwas anderes behaupten, Bullshit. Klar ist das ganze für Fußgänger schon schwie­riger zu Diffe­ren­zieren, meiner Meinung nach sollte die aktive Nutzung des Smart­phones aber auch hier zumindest beim Überqueren von Straßen und anderen Übergängen mit einem Ordnungsgeld belegt werden – wenn schon die ganzen Aufklä­rungs­filmchen aus den letzten Monaten ein wenig verpuffen. Wäre nicht nur deutlich günstiger, als sämtliche Straßen­über­gänge mit derar­tigen Boden-Ampeln zu versehen – sondern man würde auch mal wieder (wenn auch nur kurz) etwas von seiner Umwelt mitbe­kommen, deutlich wertstei­gender… Oder was meint ihr?

Quelle & Bild SZ via Smart­Droid