BenQ ScreenBar Halo im Test: Durchdachte Monitor-Lampe mit guter Schreibtisch-Ausleuchtung und weiteren Extras

Marcel Am 15.01.2023 veröffentlicht Lesezeit etwa 7:03 Minuten

Wer viel am heimischen Schreibtisch arbeitet – und das werden wohl deutlich mehr sein als noch vor 2-3 Jahren vor Beginn der Corona-Pandemie – der wird festgestellt haben, wie wichtig eine gute Beleuchtung des Arbeitsplatzes ist. Ich bin aber schon seit einigen Jahren davon ab, eine übliche Schreibtischlampe zu nutzen: Entweder sind mir diese zu hell oder aber leuchten den Schreibtisch je nach fallendem Lichtkegel nicht homogen aus. Meine Alternative ist ein simpler LED-Strip hinter dem Monitor, der in der Lichtfarbe verändert und in der Helligkeit gedimmt werden kann. Sorgt für eine gleichmäßige und passive Helligkeit, die die Augen schont, gleichzeitig aber als Ambient-Light herhalten kann. Dass der Schreibtisch dabei aufgeräumter wirkt nimmt mein innerer Monk da gerne mit. Der Hersteller BenQ hat seit einigen Jahren schon mit der ScreenBar eine Lösung im Angebot, die in ihrer Aufmachung als Lichtleiste einen ähnlichen Ansatz verfolgt.

Bei der ScreenBar handelt es sich um eine Beleuchtungslösung für den Schreibtisch, die zwar der dem Gedanken einer klassischen Schreibtischlampe entspringt, aber auf den Monitor gesetzt wird. Folglich bleibt der Schreibtisch minimalistisch-aufgeräumt und dennoch gleichmäßig beleuchtet. Bei der ScreenBar Halo handelt es sich um das neueste Modell der Monitorlicht-Serie. Diese besitzt im Gegensatz zum Plus-Vorgänger neben einem leicht geänderten asymmetrischen Design ein zusätzliches Hinterlicht, welches Blendungen auf ein Minimum reduzieren soll. Ebenfalls an Bord ist ein Wireless Controller, mit dem sich die Helligkeits- und Farbtemperaturen um bis zu 100 Stufen justieren und dank Favoriten schnell ändern lassen. Wie sich die BenQ ScreenBar Halo schlägt und ob es die Versprechen tatsächlich halten kann, konnte ich in den letzten Wochen herausfinden.


Der Lieferumfang der ScreenBar Halo gestaltet sich als übersichtlich, wenngleich alles notwendige an Bord ist. Im recht großen, aber aufgrund der ScreenBar-Abmessungen auch nicht wesentlich kleiner mögliche Pappkarton findet sich neben der Lichtleiste mitsamt Befestigung, einem USB-Kabel für die Stromversorgung, sowie dem kabellosen Controller-Puck mitsamt erster Batterie-Ausstattung auch noch ein Adapter für Curved Monitore sowie der übliche Papierkram. Bei Letzterem Gelumpe bin ich immer versucht, dieses gänzlich zu ignorieren. Hardware muss – Ausnahmen bestätigen die Regel – intuitiv sein und ich fände einen QR-Code, der auf Webseiten mit immer aktuellen Anleitungen und Hinweisen verweist, als deutlich praktischer. Mal schauen, wann sowas in der breiten Masse ankommt, ein paar Hersteller setzen ja bereits auf einen solchen QR-Code.

Die Verarbeitung der Lichtleiste ist absolut in Ordnung. Zwar setzt BenQ durchweg auf Kunststoff, der aber ohne unerwünschte Spaltmaße verarbeitet ist und insgesamt für eine halbwegs wertige Haptik sorgt. Auch die Monitor-Halterung hinterlässt einen soliden Eindruck und weckt nicht gleich die Sorge, dass sie nach zwei, drei Justierungen den Geist aufgibt. Das Design kann man als schlicht bezeichnen, da BenQ mit Ausnahme eines kleinen weißen Schriftzug auf Zierelemente verzichtet. Wieso man unbedingt die Bezeichnung auf den vorderen Teil der Lichtleiste (wenn auch unscheinbar) drucken musste, ist mir aber ein kleines Rätsel. Dank der matt-grauen Aluminiumlegierung der etwa 50 Zentimeter langen Lichtleiste und der dunkler gehaltenen Kunststoff-Halterung dürfte die ScreenBar Halo optisch auf keinem Monitor wie ein unerwünschter Fremdkörper auffallen.

Die Stromversorgung erfolgt via USB-Kabel, dass bei vorhandenem Anschluss direkt an den Monitor angeschlossen werden kann, alternativ kann ein handelsübliches USB-Netzteil mit 5V/1,5A genutzt werden, wie sie wohl fast jeder Haushalt im Überfluss hat. Beides hat Vor- und Nachteile: Viele Monitore liefern zwar einen USB-Anschluss mit genügend Leistung, schalten diese aber ab, sobald sich der Monitor in den Schlafmodus schaltet. Nutzt man die Lampe nur als Arbeitslicht, geht das natürlich in Ordnung – oftmals lässt sich das Verhalten aber auch in den Monitor-Einstellungen festlegen. Beginnt die ScreenBar aber zu flackern oder möchte man die Lichtleiste aber auch als Ambientlight verwenden, muss man wiederum auf ein externes Netzteil setzen und das USB-Kabel eben am Schreibtisch herunterführen – da wird dann ein anderes Kabel nötig, da das mitgelieferte Kabel mit denen 1,50 Meter hierzu zu kurz ist. Muss man schauen was gewünscht wird, beide Varianten lassen sich aber ohne großen Aufwand umsetzen.

Die Montage der ScreenBar Halo geht schnell und ohne Werkzeug von der Hand. Wie eine Webcam wird auch die ScreenBar einfach mit Hilfe der gummierten Halterung am Monitor geclipt, die für einen rutschfesten und sicheren Halt sorgt, auch wenn mal mal am Bildschirm wackelt. Unterstützt werden Monitore mit einer Breite von bis zu sechs Zentimetern – falls es überhaupt noch im Dienst befindliche Monitore gibt, welche die Drei-Zentimeter-Marke übertreffen. Curved Monitore sind ebenfalls mit der ScreenBar Halo kompatibel: BenQ legt dazu zwei Adapterteile dar, von denen einer auf den Monitor geklebt und einer magnetisch an der Lichtleiste befestigt wird – unterstützt werden so Monitore mit einer Krümmung von 1.000 bis 1.800 R sowie mit einer Rahmenstärke von 0,7 bis 6 Zentimeter. Wichtig: Hinter dem Monitor muss ausreichend Platz sein, damit der Clip platziert werden kann. Wer den Monitor mit einer flachen Halterung an der Wand befestigt hat, kann da schnell Probleme bekommen. Hier wäre eine kompaktere Befestigung wünschenswert, wobei man wiederum die Universalität wohl etwas schmälert.

Die Bedienung erfolgt über den kabellosen Controller, was recht intuitiv möglich ist. Der etwa 7,4 cm große Puck besitzt sechs Touchschaltflächen, von denen eine für das Ein- und Ausschalten der Leuchte an sich und einer für das Ausschalten des hinteren Umgebungslicht dient. Die Helligkeit und Farbtemperatur lässt sich nach Auswahl per Drehregler justieren, außerdem steht eine Schaltfläche für den automatischen Lichtmodus und einer favorisierten Lichteinstellung bereit. Wird der Wireless Controller fünf Sekunden lang nicht benutzt, wechselt er in den Schlafmodus und wird aufgeweckt, sobald ihr die Hand etwa zwei Zentimeter über dem Puck haltet. Prinzipiell ist der Controller gut verarbeitet, besitzt aber eine schwarze Hochglanzoberfläche. Mag anfangs noch schick aussehen, aber spätestens nach der ersten Nutzung ist die Oberseite mit gefühlt hunderten Fingerabdrücken versehen. Für mich unverständlich wie man Hochglanz und Fernbedienungen kombinieren kann, egal wie viele (vor allem TV-)Hersteller sich da einreihen.

Die Lichtleistung der ScreenBar ist mehr als zufriedenstellend. Durch den 50 Zentimeter breiten Lichtstreifen wird ein üblicher Schreibtisch je nach Höhe des Monitors über eine Breite von etwa 1,5 Metern homogen ausgeleuchtet. Mit einer seitlich platzierten Schreibtischlampe ist das schwierig so hinzubekommen. Positiv ist, dass die Leuchte durch den Winkel der LED weder störenden Reflexionen am Monitor verursacht noch anderweitig blendet. Die Helligkeit liefert schon auf der untersten 0%-Stufe ausreichend Licht, um mit einer unbeleuchteten Tastatur zu arbeiten oder Texte zu lesen – auf höchster Stufe liefert sie für mich in einem ansonsten dunklen Raum fast schon zu viel Licht. Auch die Farbtemperatur lässt sich zwischen 2.700 und 6.500K einstellen; dies zwar nicht stufenlos, die gebotenen 100 Schritte sind aber ausreichend. Wer sich hingegen um Helligkeit und Farbtemperatur keine Gedanken machen möchte, der kann den Automatikmodus aktivieren, dann passt die Lampe die Helligkeit dank Sensor automatisch an die Umgebungsbeleuchtung an und stellt die Farbtemperatureinstellung auf 4000K ein. Empfand ich während des Tests als wirklich angenehm.

Das rückseitig angebrachte Umgebungslicht ist eine nette Zusatzfunktion, Das rückseitig angebrachte Umgebungslicht ist eine nette Zusatzfunktion und sieht durchaus nett aus. Damit das Backlight aber wirklich wirken kann, muss der Monitor dazu natürlich an einer Wand stehen – nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg. Steht euer Schreibtisch vor einem Fenster oder eher frei im Raum, verpufft der Effekt des Umgebungslichts. In diesem Fall kann man das „Rücklicht“ aber auch über den Controller deaktivieren oder man spart sich die rund 50 Euro Differenz und greift direkt zum älteren Plus-Modell. Baulich ist die ScreenBar Plus nahezu identisch zum Halo-Modell ist, besitzt aber eben rückseitiges Licht, kommt nur mit einem kabelgebundenen (aber mattem!) Controller mit Einstellrad mit 14 Helligkeits- und 8 Farbtemperaturstufen daher und hält keinen Automatikmodus bereit.

Der Stromverbrauch der Monitorbeleuchtung schwankt natürlich je nach gesetzter Helligkeit und Farbtemperatur, ist aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau – logisch, bei 5V kommt da nicht so viel zusammen. Gemessen habe ich mit meinem China-USB-Messgerät zwischen knappen sechs Watt auf hellster Stufe und etwa 1,5 Watt bei gedimmtem Licht; im Ausgeschalteten Zustand liegt der Verbrauch etwa bei 0,1 Watt. Angesichts der Lichtausbeute keine schlechten Werte, gängige Schreibtischlampen verbrauchen da schon mehr, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass auch neue Lampen kein eigenes Mini-Kraftwerk benötigen und wenn überhaupt nur noch minimal mehr Strom benötigen. Zu guter Letzt noch eine Info, die vielleicht den ein oder anderen tangieren wird, der mit mehreren Monitoren arbeitet: Bei Bedarf lässt sich der kabellose Controller auch mit mehreren Lampen koppeln und so gleichzeitig und gleichsam bedienen.

Mein Fazit zur BenQ ScreenBar Halo fällt durchweg positiv aus. Die Leuchte ist einwandfrei verarbeitet, die Montage gestaltet sich als werkzeugfrei und einfach und die Bedienung geht nach kurzem Ausprobieren einfach von der Hand. Die Ausleuchtung des Schreibtisches könnte kaum besser sein und Helligkeit sowie Lichtfarbe lassen sich nach den eigenen Vorlieben quasi stufenlos anpassen; in vielen Fällen ist man aber auch mit dem Automatikmodus sehr gut bedient. Das Backlight der ScreenBar Halo ist ein nettes Gimmick und sorgt optisch für einen angenehmen Effekt, wäre in meinen Augen aber nicht zwingend notwendig. Ebenfalls nicht zwingend notwendig, wenn man es so sagen will, ist die Hochglanzoberfläche des kabellosen Controllers, dessen Touchfelder leider kein haptisches Feedback besitzen. Dies wären aber die einzigen beiden wirklichen Kritikpunkte, an der ansonsten sehr durchdachten Schreibtisch-/Monitorbeleuchtung.

Mit einem Straßenpreis von rund 170 Euro hat die ScreenBar Halo aber auch ihren Preis, den man erstmal gewillt sein muss, zu bezahlen. Klassische Schreibtischleuchten gibt es schon für einen Zehner, auch wenn diese kaum vergleichbar sind. Anderer ähnliche Produkte anderer Hersteller wiederum schon und die liegen ebenfalls bei einem Bruchteil des Preises. Das gilt auch für die vorherigen ScreenBar-Modellen aus dem Hause BenQ, die zwar günstiger zu haben sind, aber auf ein paar Annehmlichkeiten verzichten und damit ein nicht ganz so ein abgerundetes Gesamtpaket bieten. Aufgrund der guten Leuchtstärke und Ausleuchtung, der zuverlässigen automatischen Lichteinstellung, dem Backlight und dem kabellosen Controller besitzt die ScreenBar Halo aber genügend Alleinstellungsmerkmale um sich von den günstigeren Alternativen abzuheben. Wer den Kaufpreis auf die virtuelle Ladentheke legt, macht eigentlich nichts falsch.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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