Bestimmte Anwendungen unter Windows per Registry sperren

Marcel Am 29.04.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:27 Minuten

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Unter den Pro(fessional)-Versionen von Windows ist es dank den Gruppenrichtlinien möglich, den Nutzern das ausführen von bestimmten Anwendungen zu verbieten. Dies aber erfordert dann doch eine gewisse Einrichtung, ebenso fehlt diese Option Nutzern einer „einfachen“ Home- oder OEM-Version von Windows, sicherlich gerade im privaten Bereich keine seltenen Windows-Varianten. Wer aber auf einem Rechner nur ein paar Anwendungen blockieren möchte und dabei nicht auf eine 100%ige Sicherheit angewiesen ist, der kann dies auch schnell und einfach über die Registry erreichen. Dazu rufen wir zuerst einmal den Registry-Editor auf, unter Windows 7 geben wir einfach regedit.exe in den Ausführen-Dialog (Windows + R) ein, unter Windows 8 tippen wir im Startscreen einfach mal „regedit“ ein und bestätigen die erste gefundene Anwendung.

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Hier navigieren wir in der linken Ordnerstruktur erst einmal durch die Ordner „HKEY_CURRENT_USER -> Software -> Microsoft -> Windows -> CurrentVersion -> Policies -> Explorer“. Kleiner Hinweis: Der Schlüssel „HKEY_CURRENT_USER“ sperrt Anwendungen lediglich für den aktuell angemeldeten Nutzer, möchte man Dateien für alle Nutzer auf einen Schlag sperren, dann solltet ihr hier den ersten Eintrag „HKEY_LOCAL_MACHINE“ nutzen, die restlichen Ordner sind dann wiederum identisch:

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Hier klicken wir erst einmal mit der rechten Maustaste in den rechten Teil des Fensters und wählen dort im Menü den Punkt „Neu -> DWORD-Wert (32-bit)“. Auf den nun neuen Eintrag klicken wir darauf doppelt und geben diesem den Namen „DisallowRun“ und den Wert „1“:

Haben wir das erledigt, klicken wir einmal in der Ordnerstruktur mit der rechten Maustaste auf „Explorer“ und wählen dort den Punkt „Neu -> Schlüssel“. Diesen nennen wir ebenfalls „DisallowRun“:

Soweit so gut, nun können wir hier in diesem Ordner die zu blockierenden Anwendungen eintragen. Wir klicken also im rechten Teil wieder mit der rechten Maustaste hinein und wählen abermals den Menüpunkt „Neu -> Zeichenfolge“ und geben diesem zum Beispiel den Namen „1“ – letztlich ist der Name hier aber egal, ihr könnt diesen auch „Blubb“ nennen. Per Doppelklick öffnen wir den entsprechenden Dialog es Eintrags und geben dann unter „Wert“ den Namen der gewünschten Anwendung beziehungsweise der EXE-Datei an. Für’s Notepad geben wir also zum Beispiel „notepad.exe“ ein, für den Firefox „firefox.exe“ und so weiter und so fort. Tipp: Um an den Namen der EXE-Datei zu gelangen klickt einfach mit der rechten Maustaste einmal auf eine bereits erstellte Verknüpfung und wählt dort den Punkt „Eigenschaften“ aus, im folgenden Dialog könnt ihr dann den Dateinamen erkennen.

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Habt ihr dann eure gewünschten Anwendungen eingetragen, dann sollte das ganze in etwa so aussehen:

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Soweit so gut. Zu guter Letzt müsst ihr das System nun nur noch einmal neu starten (oder euch einmal aus- und wieder einloggen) und schon solltet ihr bei dem Versuch, eine der blockierten Anwendungen zu starten die folgende Meldung erhalten:

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Wie erwähnt ist das ganze natürlich nicht zu 100% sicher: So lassen sich die blockierten Anwendungen zum Beispiel über die Kommandozeile und den entsprechenden Befehl trotz allem starten. Dennoch vielleicht eine Lösung für all jene, die auf dem heimischen System ein paar Anwendungen für die Accounts des Nachwuchses sperren möchten – ob verbote und sperren nun eine sinnvolle Art und Weise der Erziehung ist, lasse ich dabei einmal offen, aber es gäbe ja auch noch andere Möglichkeiten, derartige Sperren einzusetzen. Wichtig ist nur, dass man überhaupt einmal weiß, dass es überhaupt möglich ist.

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