email-inbox

Blankstamp.io: Anonyme E-Mails versenden und empfangen

Am 15.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:55 Minuten

Mit dem Dienst Blank­stamp lassen sich anonyme E-Mails versenden und auch empfangen, denn der Empfänger kann seiner­seits direkt auf diese mit einer Blank­stamp-ID zugestellten Mails antworten.

Um bei Anrufen dem Angeru­fenen keine Nummer zu hinter­lassen, gibt es einige Möglich­keiten und sogar für anonyme SMS gibt es einige Apps in den App Stores vorzu­finden. Bei E-Mails sieht dies grund­sätzlich etwas anders aus, auch wenn man sich hier natürlich einen anonymen Zweit-Account bei Gmail, GMX oder so auch immer erstellen kann – reicht ja für diese Zwecke aus. Mit Blankstamp.io gibt es nun einen neuen Dienst, der sich auf den Versand von anonymen E-Mails fokus­siert hat und dies auf recht simple Art und Weise umgesetzt hat. 

blankstamp-2

Denn um anonyme Mails zu versenden, benötigt es nicht einmal einen Blank­stamp-Account. Statt­dessen könnt ihr den Dienst direkt über euren bestehenden Mail-Account und eurem favori­sierten Mail-Client nutzen. Wollt ihr eine anonyme Mail an „tim@apple.com“ verschicken, ändert ihr die Adresse nach dem folgenden Schema ab: „tim_at007_apple.com@blankstamp.io“ ab. Ihr ersetzt also das @-Zeichen durch „_at007_“ und hängt dann an den Rest ein „@blankstamp.io“ dran.

Die Mails werden dann vom Dienst mit einer anonymen ID an den Empfänger weiter­ge­leitet. Dieser kann dann seiner­seits direkt auf diese Mail antworten, die dann wieder an euch zugestellt wird – und so weiter und so fort. Funktio­niert ohne Probleme in binnen weniger Sekunden, eine lange Verzö­gerung konnte ich nicht feststellen. Einziges kleines Manko: Es können so nur Text-Mails verschickt werden, Anhänge werden nicht weiter­ge­leitet, sondern aus der Mail entfernt. 

blankstamp

Natürlich muss man bedenken, dass sich das „anonym“ hierbei nur auf die Tatsache bezieht, dass der Empfänger keine Ahnung hat, wer ihr seid. Eure Mails wandern immerhin „ganz normal“ von Server zu Server. Zwar betonen die Entwickler, dass keinerlei Mails gespei­chert oder geloggt werden, dennoch sollte man natürlich keine allzu privaten Inhalte über den Dienst verschicken – aber ich denke mal, dass wäre so oder so irgendwie kontra­pro­duktiv.

Was den Spam betrifft, so arbeitet man aktuell noch an konkre­teren Schutz­me­cha­nismen. Aktuell lassen sich pro Mail-Adresse nur fünf anonyme Mails pro Woche verschicken (wobei dies scheinbar nur für fünf unter­schied­liche Empfänger gilt), außerdem hat der Empfänger die Möglichkeit, den Empfang von anonymen E-Mails über den Dienst zu deakti­vieren. Bislang gibt es nur die kostenlose Sache ohne Anmeldung, klingt aller­dings ganz danach, als wolle man auf kurz oder lang auch Bezahl­ac­counts einführen, die dann eben mehr Mails pro Woche ermög­lichen.

Sicherlich eine recht spezielle Sache, es wird hier und da aber sicherlich ein paar wirklich praktische Anwen­dungs­fälle geben, oder was meint ihr?

Blankstamp.io im Browser ansurfen

Bildquelle Shutter­stock via Product Hunt