Blogo: WordPress-Editor für den Mac mit Offline-Funktion und großen Schwächen

Marcel Am 23.08.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:40 Minuten

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Seit ein paar Tagen ist mit Blogo² eine App im Mac App Store verfügbar, die quasi eine Art Windows Live Writer für OS X ist, sprich ein WordPress-Editor als native App. Die Screenshots versprechen eine schick designte Oberfläche, der Preis von runden 14 Euro (derzeit gilt noch ein um 50% reduzierter Einführungspreis, der reguläre Preis soll bei etwa 28 Euro liegen) verspricht so einiges. Ich konnte mir die App in den letzten Tagen einmal etwas genauer anschauen und kann schon soviel vorab verraten: Die App ist wirklich schick und übersichtlich, das Konzept dürfte für viele Blogger wirklich praktisch sein – allerdings besitzt Blogo auch noch zahlreiche Bugs und Schwachstellen, die die Nutzung zumindest für mich mit der aktuellen Versionen verhindern.

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Aber fangen wir doch erst einmal mit den gelungenen Dingen von Blogo an: Die Oberfläche. Nach dem Start können wir uns erst einmal in unser selbst gehostete Blog einloggen (Blogo unterstützt dabei auch mehrere Blogs) und bekommen dann auch schon die Hauptoberfläche in Form einer leeren Seite zu Gesicht. Hier können wir direkt mit dem Tippen eines neuen Artikels beginnen, inklusive der Eingabe von Tags, dem Hinzufügen von Bildern, dem Planen von Artikeln und so weiter und so fort. Bilder können einfach per Drag’n’Drop in die Artikel eingefügt werden, markiert ihr einen Text, so poppt hierbei nochmals ein kleines Menü auf, über das ihr diesen formatieren, Überschriften einfügen oder den Text verlinken könnt. Im Vollbildmodus wird dabei nicht die gesamte Bildschirmbreite für den Text genutzt, sodass dieser weiterhin lesbar bleibt – auch eine tolle Sache. Jau, das Schreiben macht mit Blogo schon Laune.

Artikel können dabei auch ohne aktive Internetverbindung zum Beispiel im Zug getippt werden und dann später auf euren WordPress-Server übertragen werden, für viele mobile Blogger sicherlich eine angenehme Sache. Über die linke Sidebar könnt ihr euch dazu noch eine Übersicht eurer veröffentlichten Artikel, Entwürfe und Seiten aufrufen lassen, des Weiteren könnt ihr hier auch ein weiteres Fenster öffnen lassen, in welchem ihr dann eben eure Kommentare und Pingbacks einsehen und verwalten könnt – sofern man nicht eh auf ein anderes Kommentarsystem wie zum Beispiel Disqus setzt eine tolle Sache.

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Und an dieser Stelle hört es dann auch schon auf mit den gelungenen Dingen an der nativen Blogsoftware für den Mac. Lässt man sich dann einmal etwas weiter auf Blogo ein, so stößt man recht schnell auf diverse Bugs und Schwachstellen der Software. Zwar ist ein Großteil bereits mit dem letzten Update beseitigt worden, die größten Schwachstellen allerdings sind noch immer – und auch nach langer Betaphase – vorhanden. Ein paar Beispiele gefällig? Bitte sehr:

  • Bilder lassen sich nur vom lokalen Speicher hochladen, eine Auswahl und Nutzung von bereits hochgeladenen Bildern gibt es nicht.
  • Außerdem werden Bilder nur in Form eines Platzhalters angezeigt, keine Live-Vorschau oder Live-Änderung der Größe. Des Weiteren verzichtet Blogo auf das Hinzufügen des „wp-image-„-Attributs, was viele für die Darstellung in einer Lightbox oder ähnliches nutzen.
  • Die Artikelübersicht zeigt nur die letzten Artikel an, sprich ihr habt keinen Zugriff auf alle Artikel – bei mir brachte auch die Suche nach einem nicht angezeigten Artikel keine Lösung.
  • Ein Auto-Complete für Tags oder auch für die Kategorien gibt es nicht – man muss diese schon genau eingeben, anderenfalls werden diese eben neu erstellt. Für die Ordnung sicherlich nicht gerade förderlich.
  • Möchtet ihr eine Vorschau eures getippten Beitrags anzeigen lassen, erstellt Blogo erst einmal einen Testartikel und veröffentlicht diesen – wieso zum Henker?
  • Ruft ihr bereits geschriebene Artikel in Blogo auf, so werden Zeilenumbrüche teilweise ignoriert. Habt ihr zum Beispiel einen Galerie-Tag in einer eigenen Zeile, so wird der Text einfach direkt an diesen angehangen, der Zeilenumbruch fällt also weg.
  • Beim Speichern eines Artikels mit Galerie hatte ich auf einmal das Artikelbild in eben dieser Galerie drin – was vorher nicht der Fall war.
  • Geht auf die letzten beiden Punkte zurück: Nach dem Speichern hatte ich im WordPress-Editor plötzlich ein wildes kauderwelsch.

Das also waren einmal die für mich gröbsten Punkte an Blogo, die die Software für mich persönlich unbenutzbar machen – da kann auch die Evernote-Integration und die Chrome-Erweiterung zum schnellen Übernehmen von Videos und dergleichen nicht mehr viel ausrichten. Ich habe eben keinen Bock, Texte in einer nativen App zu tippen, die ich dann letztlich zur korrekten Formatierung nochmals im WordPress-Editor korrigieren muss – wo Zeilenumbrüche sind, sollten auch Zeilenumbrüche bleiben, Blogo löscht diese sogar ganz engstirnig, wenn man diese wieder von Hand einfügt. Eigentlich schade, denn die Software selbst macht eigentlich einen guten Eindruck und hat sicherlich Potential – so aber habe ich immer die Angst gehabt, Blogo macht mir irgendetwas in meinem Blog kaputt.

Allerdings muss man den Entwicklern auch zu gute halten, dass derzeit alles dafür getan wird, die Fehler und Schwachpunkte zu beseitigen – wer ebenfalls Blogo nutzen sollte und auf derartige Dinge stößt, der sollte sich per Mail an das Blogo-Team wenden oder die Support-Seite nutzen um Fehler weiter auszumerzen und Blogo wirklich zu einer benutzbaren und angenehmen Sache werden zu lassen. Denn wie gesagt: Potential ist vorhanden.

Blogo - Simple, powerful blog editor app
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Entwickler: Blogo, Inc
Preis: Kostenlos+

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