Bosch PLR 30/40 C: Laser-Entfernungsmesser mit App-Anbindung im Test

Marcel Am 31.10.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:10 Minuten
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Vor einigen Wochen habe ich einmal mit dem Skil Kreuz-Linienlaser ein für dieses Blog etwas untypisches Gadget vorgestellt – dennoch etwas, was ich hier etwas regelmäßiger machen möchte, Technik abseits von Smartphones und Co. Nun gibt es ein weiteres elektrisches Messgerät, genauer gesagt einen Laserdistanzmesser. Ungemein praktisch, wenn man zum Beispiel einen Raum ausmessen muss – in meinem Falle um die benötigte Laminatmenge bestimmen zu können. Die Lösung bisher: Zollstock raus, Breite messen und aufschreiben, Länge messen und aufschreiben, Fläche berechnen und aufschreiben, fertig. Und das bei mehreren Räumen. Ist nun wahrlich nicht sonderlich schwierig. Nun bin ich allerdings gerne mal etwas faul und habe mir einfach mal einen Laser-Entfernungsmesser angesehen.

Klingt nämlich deutlich angenehmer: Gerät an die gewünschte Wand legen, Knopf drücken, fertig. Das Ausmessen von Räumen ist aber eben nur ein Beispiel, auch für Regelböden, Schrankhören und was-weiß-ich-nicht-alles ist ein Laser-Messgerät deutlich angenehmer in der Nutzung, als der übliche Zollstock. Es gibt einige Lasermessgeräte auf dem Markt, mit mehr oder weniger Zusatzfunktionen, die mir persönlich wichtig waren – darauf werde ich aber noch kommen. Der Bosch PLR 40 C bot alle dieser gewünschten Zusatzfeatures und besitzt sogar eine App, die sich mittels Bluetooth mit dem Entfernungsmesser verbinden lässt. Ein kleiner Erfahrungsbericht.

Info

Neben dem PLR 40 C gibt es auch noch das baugleichen Modell PLR 30 C. Den einzigen Unterschied macht hierbei die maximale Messweite (30 beziehungsweise 40 Meter) aus. Theoretisch lassen sich die Entfernungsmesser auch für längere Distanzen nutzen, dann aber kann es größere Abweichungen in der Genauigkeit geben.

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Über Bosch selbst muss ich denke ich nichts sagen. Zwar werden die Werkzeuge der grünen Serie gerne mal belächelt, meinen Erfahrungen nach sind diese aber für die meisten Hobby-Handwerker völlig ausreichend – da muss es nicht immer die zwei- oder dreimal so teuren Tool von Makita, Metabo, Festtool oder „Bosch Blau“ sein. Und zumindest beim Punkt der Verarbeitung wüsste ich spontan nichts, was man am PLR 30/40 C verbessern könnte. Ein stabiles Kunststoff-Gehäuse, eine leicht Gummierung die bei einem Sturz Stöße abfedern soll, die einzelnen Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und reagieren sofort und auch das Display ist hell genug.

Die Bedienung ist mehr als einfach. Gerät einschalten und das Gerät an der gewünschten Wand (oder wo auch immer man zu messen beginnen möchte) ansetzen. Ein Druck auf den roten Knopf mit dem Pfeil aktiviert nun den Laser, mit dem man die auszumessende Entfernung anvisieren kann – ein weiterer Druck auf der selben Taste löst dann die eigentliche Messung aus, die binnen eines Augenblicks erledigt ist. Bosch gibt  eine Messgenauigkeit von ± 2,0 Millimetern an – jeweils auf der angegeben Messweite. Dürfte für den Hausgebrauch locker ausreichen, selbst mit Zollstock oder Maßband dürften kleinere Messfehler vorkommen und das schon bei kleineren Weiten. Was ich aber nachmessen konnte, stimmte komplett überein.

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Kommen wir nun aber einmal zu den erwähnten Zusatzfunktionen. Reine Entfernungsmessgeräte, die die gleiche Genauigkeit bieten, gibt es viele. Ein wichtiger Punkt, den ich aber in meinen Anforderungen habe und der vom PLR 40 C geboten wird: Das Gerät soll nicht nur in der Lage sein, vom „Ausgangspunkt“, sprich der Vorderkante, des Lasers zu messen. Stattdessen ist es in meinen Augen wichtiger, auch von der Hinterkante messen zu können – zum Beispiel um die Fläche des Bodens zu berechnen, die Höhe des Raumes oder Breite eines Regalbodens. Eigentlich ist es immer möglich und von Vorteil, von der Hinterkante zu messen – bieten aber eben nicht alle Geräte. Der PLR 40 C kann allerdings über den entsprechenden Button zwischen den beiden Modi umgeschaltet werden.

Daneben besitzt der PLR 40 C aber auch noch weitere praktische Funktionen. So lässt sich zum Beispiel die Fläche aus zwei gemessenen Entfernungen berechnen, ebenso das Volumen aus drei Entfernungen. Einfach den entsprechenden Modus aktivieren, nacheinander die Messungen durchführen, fertig. Des Weiteren lassen sich Messergebnisse (Entfernungen, Flächen oder Volumen) addieren oder subtrahieren, auch eine konstante Dauermessung mit der Anzeige der Minimum- und Maximum-Entfernung ist möglich. In welchem Modus ihr euch befindet, wird euch ebenfalls mit einem kleinem Piktogramm auf dem Display angezeigt. Gerade die Flächen- und Volumenberechnung  und Addition ist etwas, was ich nicht mehr missen möchte, da sich ansonsten lediglich das Ausmessen mit dem Zollstock erübrigt – nicht aber das Aufschreiben, Ausrechnen und Addieren.

Betrieben wird der PLR 30/40 C mit zwei handelsüblichen AAA-Batterien. Diese ermöglichen laut Bosch 10.000 Einzelmessungen oder 2½ Stunden Dauermessung. Die 10.000 Messungen muss ich einfach mal so glauben, die angegebene Zeit für die Dauermessung kommt aber locker hin. Ansonsten kommt es eben darauf an, ob dir das Gerät immer direkt ausschaltet oder auf die automatische Ausschaltautomatik setzt – nach 10 Sekunden schaltet sich der Laser ab, nach 3 Minuten das integrierte Bluetooth und nach 5 Minuten dann das Gerät selbst. Aber mal ehrlich? Im „normalen“ Haushalt dürften 10.000 Messungen fast schon eine „lebenslange“ Batterielaufzeit darstellen.

bosch-plr-40-c-test-app-ui-0Nun aber zur angesprochenen Bluetooth-Funktion beziehungsweise die dazugehörige Bosch-App measure&go, die sowohl für iOS, als auch für Android zu haben ist und das Arbeiten mit dem Entfernungsmesser noch einfacher gestalten möchte. Bluetooth und App bei einem Werkzeug klingt im ersten Moment ein wenig nach Spielerei, ist aber im praktischen Einsatz wirklich praktisch umgesetzt. Bevor man aber so richtig loslegen kann, muss zuerst einmal die  Verbindung zwischen dem Smartphone und dem Laser-Entfernungsmesser hergestellt werden. Klappt direkt über die App und ist binnen weniger Sekunden und völlig ohne Probleme erledigt.

PLR measure&go
PLR measure&go
Entwickler: Robert Bosch GmbH
Preis: Kostenlos
PLR measure&go
PLR measure&go
Entwickler: Robert Bosch GmbH
Preis: Kostenlos

In der measure&go-App lassen sich verschiedene Projekte mit verschiedenen Zeichnungen anlegen, letztere lassen sich entweder grob mit Linien und Rechtecken skizzieren oder aber man macht direkt ein Foto des gewünschten Objektes. In diese Grafiken lassen sich nun Messpunkte (entweder einzelne Linien oder aber auch direkt Flächen) eintragen, zum Beispiel die Länge einer Wand oder die Abmessungen einer Kommode – was man gerade so benötigt. Der Clou: Es reicht nun bereits aus, die gewünschte Messlinie auszuwählen, die Messung mit dem Bosch PLR durchzuführen und schon wird die Messung automatisch in die App übernommen. Ungemein praktische Sache, spart man sich so das Gekritzel auf Papier und man hat die Maße immer dabei.

Fazit zum Bosch PLR 30/40 C? Erst einmal sind Laser-Entfernungsmesser immer eine praktische Sache, vor allem bei größeren Distanzen abseits von zwei Metern. Messungen erledigen viele Geräte (auch günstigere), wenn man aber auf einen solchen Helfer im Werkzeugkasten setzt, möchte man natürlich auch noch ein wenig mehr Arbeit abgenommen bekommen. Und diesbezüglich sind auch die Flächen- und Volumen-Messungen des Bosch PLR 30/40 C ungemein angenehm, hinzu kommt eben die Möglichkeit, die Messung von der Ober- oder Unterkante vornehmen zu können – beides Dinge, die günstigere Geräte seltener besitzen.

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Die App-Anbindung? Klingt im ersten Moment etwas merkwürdig, man hat den „Bluetooth- und App-Trend“ wirklich mit einem praktischen Zusatznutzen verknüpft. Kommt natürlich immer drauf an, wieviel man so vermessen möchte, dennoch nimmt man eine derartige Funktionalität sicherlich gerne mit – der nächste Umzug oder die nächste Renovierung kommt bestimmt. In meinen Augen ein absolut solider Laser-Entfernungsmesser mit klarer Kaufempfehlung. Würde mein Bosch PLR 25 nicht seit Jahren seine Arbeit erledigen – jau, der PLR 30/40 C wäre meine Wahl.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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