Vor einigen Wochen habe ich einmal mit dem Skil Kreuz-Linien­laser ein für dieses Blog etwas untypi­sches Gadget vorge­stellt – dennoch etwas, was ich hier etwas regel­mä­ßiger machen möchte, Technik abseits von Smart­phones und Co. Nun gibt es ein weiteres elektri­sches Messgerät, genauer gesagt einen Laser­dis­tanz­messer. Ungemein praktisch, wenn man zum Beispiel einen Raum ausmessen muss – in meinem Falle um die benötigte Lamin­at­menge bestimmen zu können. Die Lösung bisher: Zollstock raus, Breite messen und aufschreiben, Länge messen und aufschreiben, Fläche berechnen und aufschreiben, fertig. Und das bei mehreren Räumen. Ist nun wahrlich nicht sonderlich schwierig. Nun bin ich aller­dings gerne mal etwas faul und habe mir einfach mal einen Laser-Entfer­nungs­messer angesehen. 

Klingt nämlich deutlich angenehmer: Gerät an die gewünschte Wand legen, Knopf drücken, fertig. Das Ausmessen von Räumen ist aber eben nur ein Beispiel, auch für Regel­böden, Schrank­hören und was-weiß-ich-nicht-alles ist ein Laser-Messgerät deutlich angenehmer in der Nutzung, als der übliche Zollstock. Es gibt einige Laser­mess­geräte auf dem Markt, mit mehr oder weniger Zusatz­funk­tionen, die mir persönlich wichtig waren – darauf werde ich aber noch kommen. Der Bosch PLR 40 C bot alle dieser gewünschten Zusatz­fea­tures und besitzt sogar eine App, die sich mittels Bluetooth mit dem Entfer­nungs­messer verbinden lässt. Ein kleiner Erfah­rungs­be­richt.

Info

Neben dem PLR 40 C gibt es auch noch das baugleichen Modell PLR 30 C. Den einzigen Unter­schied macht hierbei die maximale Messweite (30 bezie­hungs­weise 40 Meter) aus. Theore­tisch lassen sich die Entfer­nungs­messer auch für längere Distanzen nutzen, dann aber kann es größere Abwei­chungen in der Genau­igkeit geben. 

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Über Bosch selbst muss ich denke ich nichts sagen. Zwar werden die Werkzeuge der grünen Serie gerne mal belächelt, meinen Erfah­rungen nach sind diese aber für die meisten Hobby-Handwerker völlig ausrei­chend – da muss es nicht immer die zwei- oder dreimal so teuren Tool von Makita, Metabo, Festtool oder „Bosch Blau“ sein. Und zumindest beim Punkt der Verar­beitung wüsste ich spontan nichts, was man am PLR 30/40 C verbessern könnte. Ein stabiles Kunst­stoff-Gehäuse, eine leicht Gummierung die bei einem Sturz Stöße abfedern soll, die einzelnen Tasten haben einen angenehmen Druck­punkt und reagieren sofort und auch das Display ist hell genug. 

Die Bedienung ist mehr als einfach. Gerät einschalten und das Gerät an der gewünschten Wand (oder wo auch immer man zu messen beginnen möchte) ansetzen. Ein Druck auf den roten Knopf mit dem Pfeil aktiviert nun den Laser, mit dem man die auszu­mes­sende Entfernung anvisieren kann – ein weiterer Druck auf der selben Taste löst dann die eigent­liche Messung aus, die binnen eines Augen­blicks erledigt ist. Bosch gibt eine Messge­nau­igkeit von ± 2,0 Milli­metern an – jeweils auf der angegeben Messweite. Dürfte für den Hausge­brauch locker ausreichen, selbst mit Zollstock oder Maßband dürften kleinere Messfehler vorkommen und das schon bei kleineren Weiten. Was ich aber nachmessen konnte, stimmte komplett überein. 

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Kommen wir nun aber einmal zu den erwähnten Zusatz­funk­tionen. Reine Entfer­nungs­mess­geräte, die die gleiche Genau­igkeit bieten, gibt es viele. Ein wichtiger Punkt, den ich aber in meinen Anfor­de­rungen habe und der vom PLR 40 C geboten wird: Das Gerät soll nicht nur in der Lage sein, vom „Ausgangs­punkt“, sprich der Vorder­kante, des Lasers zu messen. Statt­dessen ist es in meinen Augen wichtiger, auch von der Hinter­kante messen zu können – zum Beispiel um die Fläche des Bodens zu berechnen, die Höhe des Raumes oder Breite eines Regal­bodens. Eigentlich ist es immer möglich und von Vorteil, von der Hinter­kante zu messen – bieten aber eben nicht alle Geräte. Der PLR 40 C kann aller­dings über den entspre­chenden Button zwischen den beiden Modi umgeschaltet werden. 

Daneben besitzt der PLR 40 C aber auch noch weitere praktische Funktionen. So lässt sich zum Beispiel die Fläche aus zwei gemes­senen Entfer­nungen berechnen, ebenso das Volumen aus drei Entfer­nungen. Einfach den entspre­chenden Modus aktivieren, nachein­ander die Messungen durch­führen, fertig. Des Weiteren lassen sich Messergeb­nisse (Entfer­nungen, Flächen oder Volumen) addieren oder subtra­hieren, auch eine konstante Dauer­messung mit der Anzeige der Minimum- und Maximum-Entfernung ist möglich. In welchem Modus ihr euch befindet, wird euch ebenfalls mit einem kleinem Pikto­gramm auf dem Display angezeigt. Gerade die Flächen- und Volumen­be­rechnung und Addition ist etwas, was ich nicht mehr missen möchte, da sich ansonsten lediglich das Ausmessen mit dem Zollstock erübrigt – nicht aber das Aufschreiben, Ausrechnen und Addieren. 

Betrieben wird der PLR 30/40 C mit zwei handels­üb­lichen AAA-Batterien. Diese ermög­lichen laut Bosch 10.000 Einzel­mes­sungen oder 2½ Stunden Dauer­messung. Die 10.000 Messungen muss ich einfach mal so glauben, die angegebene Zeit für die Dauer­messung kommt aber locker hin. Ansonsten kommt es eben darauf an, ob dir das Gerät immer direkt ausschaltet oder auf die automa­tische Ausschalt­au­to­matik setzt – nach 10 Sekunden schaltet sich der Laser ab, nach 3 Minuten das integrierte Bluetooth und nach 5 Minuten dann das Gerät selbst. Aber mal ehrlich? Im „normalen“ Haushalt dürften 10.000 Messungen fast schon eine „lebens­lange“ Batte­riel­aufzeit darstellen.

bosch-plr-40-c-test-app-ui-0Nun aber zur angespro­chenen Bluetooth-Funktion bezie­hungs­weise die dazuge­hörige Bosch-App measure&go, die sowohl für iOS, als auch für Android zu haben ist und das Arbeiten mit dem Entfer­nungs­messer noch einfacher gestalten möchte. Bluetooth und App bei einem Werkzeug klingt im ersten Moment ein wenig nach Spielerei, ist aber im prakti­schen Einsatz wirklich praktisch umgesetzt. Bevor man aber so richtig loslegen kann, muss zuerst einmal die Verbindung zwischen dem Smart­phone und dem Laser-Entfer­nungs­messer herge­stellt werden. Klappt direkt über die App und ist binnen weniger Sekunden und völlig ohne Probleme erledigt. 

PLR measure&go
Entwickler: Robert Bosch GmbH
Preis: Kostenlos
PLR measure&go
Entwickler: Robert Bosch GmbH
Preis: Kostenlos

In der measure&go-App lassen sich verschiedene Projekte mit verschie­denen Zeich­nungen anlegen, letztere lassen sich entweder grob mit Linien und Recht­ecken skizzieren oder aber man macht direkt ein Foto des gewünschten Objektes. In diese Grafiken lassen sich nun Messpunkte (entweder einzelne Linien oder aber auch direkt Flächen) eintragen, zum Beispiel die Länge einer Wand oder die Abmes­sungen einer Kommode – was man gerade so benötigt. Der Clou: Es reicht nun bereits aus, die gewünschte Messlinie auszu­wählen, die Messung mit dem Bosch PLR durch­zu­führen und schon wird die Messung automa­tisch in die App übernommen. Ungemein praktische Sache, spart man sich so das Gekritzel auf Papier und man hat die Maße immer dabei. 

Fazit zum Bosch PLR 30/40 C? Erst einmal sind Laser-Entfer­nungs­messer immer eine praktische Sache, vor allem bei größeren Distanzen abseits von zwei Metern. Messungen erledigen viele Geräte (auch günstigere), wenn man aber auf einen solchen Helfer im Werkzeug­kasten setzt, möchte man natürlich auch noch ein wenig mehr Arbeit abgenommen bekommen. Und diesbe­züglich sind auch die Flächen- und Volumen-Messungen des Bosch PLR 30/40 C ungemein angenehm, hinzu kommt eben die Möglichkeit, die Messung von der Ober- oder Unter­kante vornehmen zu können – beides Dinge, die günstigere Geräte seltener besitzen. 

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Die App-Anbindung? Klingt im ersten Moment etwas merkwürdig, man hat den „Bluetooth- und App-Trend“ wirklich mit einem prakti­schen Zusatz­nutzen verknüpft. Kommt natürlich immer drauf an, wieviel man so vermessen möchte, dennoch nimmt man eine derartige Funktio­na­lität sicherlich gerne mit – der nächste Umzug oder die nächste Renovierung kommt bestimmt. In meinen Augen ein absolut solider Laser-Entfer­nungs­messer mit klarer Kaufemp­fehlung. Würde mein Bosch PLR 25 nicht seit Jahren seine Arbeit erledigen – jau, der PLR 30/40 C wäre meine Wahl.