Die Sonne kommt wieder raus und damit beginnt nun auch die lttit, in der man Abends vielleicht mal häufiger im Park, am See oder auf Festivals herum­sitzt – oder was man auch so in der freien Natur machen kann. Natürlich mit dabei: das Smart­phone, welches inzwi­schen mehr als nur ein reines Kommu­ni­ka­ti­ons­mittel ist, sondern auch für die mobile Musik-Beschallung, als Kamera und Naviga­ti­ons­gerät herhalten muss und kann. Problem nur, dass die Akkulaufzeit unter­pro­por­tional angestiegen ist, was nicht selten dazu führt, dass dies bei inten­siver Nutzung schneller den Geist aufgibt, als wenn man getrennte Geräte nutzen würde. 

Nun hat man zuhause oder auf dem Arbeits­platz immer eine Steckdose zur Hand, aber unterwegs im Freien? Hier gibt es auch großzügig gestaltete Power-Banks, doch auch die sind irgendwann einmal leer und man muss dran denken, diese regel­mäßig zu laden. Oder aber man setzt auf Solar-Ladegeräte, mit denen man sein Smart­phone unabhängig von Steck­dosen oder anderen Batte­rie­re­serven mit Strom versorgen kann. Ich konnte mir in den letzten Tagen einmal ein Solar-Ladegerät aus dem Hause Choetech mit 19 Watt anschauen – ob es sich lohnt und wirklich eine Alter­native ist? 

choetech-solar-charger-2

Einen Schön­heits­preis gewinnt der Choetech Solar Charger sicherlich nicht, das Design ist wohl eher in die Kategorie „Zweck­mäßig“ zu verpacken. Als Haupt­ma­terial kommt ein Nylon-ähnlicher Stoff zum Einsatz, welcher zumindest gegen Wasser­spritzer immun sein soll. Die Verar­beitung der Nähe und ähnlichem ist durchaus gut – nicht perfekt, aber absolut in Ordnung und machen nicht den Eindruck, als fallen sie nun in den nächsten Monaten ausein­ander. Zusam­men­ge­faltet hat das Lagegerät eine Größe von platz­spa­renden 30,5 x 17 x 2,5 Zenti­metern und ist damit ein wenig kleiner als ein DIN-A4-Blatt, aber natürlich entspre­chend Dicker. Das Gewicht des Solar-Charger liegt bei etwa 425 Gramm, also in etwa soviel wie ein iPad mini – dürfte also zusätzlich im Rucksack nicht sonderlich auffallen.

Auf der Rückseite befindet sich neben der „Charger-Box“ mit zwei USB-Anschlüssen auch eine kleine Netztasche mit Reißver­schluss und Gummi­hal­terung. Hier kann man zum Beispiel die benötigten USB-Kabel unter­bringen oder auch das Smart­phone während des Ladevor­gangs ein wenig vor der Sonne schützen – ist natürlich nicht so ideal, wenn man das Gerät neben das Solar-Ladegerät in der prallen Sonne liegen lässt, so aber kann man es ein wenig schützend unter­bringen. Die Reißver­schlüsse hinter­ließen aber keinen so guten Eindruck, klemmen ein wenig – ob sie Monate bis Jahre durch­halten? Wohl eher nicht.

choetech-solar-charger-9

Möchte man das Ladegerät nutzen, muss dieses natürlich ausein­ander gefaltet werden, die Größe wächst dann logischer­weise auf etwa 62,5 x 30,5 x 0,5 Zenti­meter an. Was eine gute Idee ist: Der Choetech Solar Charger besitzt neben dem großen Loch an der obersten Faltab­de­ckung an den Seiten jeweils vier Laschen, mit denen man das Solar­panel aufhängen und befes­tigen kann. Wo, hängt natürlich davon ab, wo die Panels möglichst viel direkte Sonnen­strahlung einfangen und abbekommen können und was eure Phantasie so hergibt: Am Rucksack, an einem Baum, am Auto, am Zelt… 

Einmal ganz kurz die techni­schen Daten des Solar Charger zusam­men­ge­fasst: Die drei Solar-Panels liefern im Idealfall 6 Volt bei 19 Watt und eine maximale Ausgangs­leistung von 3400mAh, die Effizienz liegt bei 24 Prozent und soll laut Choetech besonders hoch sein. Die beiden USB-Ports liefern bis zu 2,4A bei 5V (also ähnlich wie bei einfachen USB-Ladege­räten für den Zigaret­ten­an­zünder im Auto), maximal bringen sie aber zusammen nur die besagten 3,4A an Leistung auf. Heißt also: Auf Schnell­la­de­funk­tionen wie sie zum Beispiel Qualcomm Quick Charge mit sich bringen, muss man hierbei verzichten – wie eigentlich bei allen Solar-Ladege­räten, zumindest, wenn der Charger noch einiger­maßen trans­por­tabel sein soll.

choetech-solar-charger-6

Trotz aller Effizienz muss man sagen: so richtig Leistung bringt auch der Choetech Solar Charger nur, wenn die Sonne ordentlich scheint und die Panel richtig zur Sonne hin ausge­richtet sind. Ein paar Wolken können zwar vorhanden sein, dennoch sollten die Panels natürlich nicht im Schatten liegen. Dann gibt es auch wirklich die volle Ladung von 2,4A, nach etwa einer Stunde stand mein iPhone 6s bei etwa 40 Prozent. Je bewölkter es ist, umso weniger Output kommt zustande, bei zwar sonnigem, aber sehr bewölktem Wetter und auf dem Balkon brachte das Solar-Ladegerät aber immerhin noch 0,9A zu Stande. Ein vergleichs­weise guter Wert, hier zeigt sich, dass die Effizienz von rund 24 Prozent doch zu etwas Nutze sind – vor allem eben auch am Abend praktisch. 

Aufgrund der unter­schied­lichen Inten­sität der Sonnen­strahlen wird man bemerken, dass das iPhone immer wieder kurz die Ladung unter­bricht. Das gute am Choetech-Charger: Die USB-Ports sind automa­tisch geschaltet und aktivieren den Ladevorgang sofort wieder – andere Solar-Ladegeräte starten den Ladevorgang nicht automa­tisch neu. Dies führt zwar dazu, dass das iPhone häufiger mal aufgrund des aktivierten Ladevor­gangs vibriert – aber damit kann man gut leben, denke ich. Vorsichtig muss man aller­dings beim Laden von zwei Geräten sein: Bei vollster Sonnen­strahlung durchaus machbar, sobald es aber bewölkter wird, würde ich nur ein Gerät laden wollen, da die verfügbare Leistung eben durch zwei geteilt wird. 

Fazit? Eine recht praktische Angele­genheit, kann man so im Freien das Smart­phone mit Strom versorgen, ohne immer eine geladene Power Bank dabei zu haben. Nachteilig bei Solar-Ladege­räten ist natürlich immer, dass die Leistung sehr Abhängig von Bewölkung und Inten­sität der Sonnen­strahlen ist, sodass man nur schwer eine konstante Leistung messen und nachvoll­ziehen kann. Bei freiem Himmel oder mit wenigen Wolken und ordentlich Sonne sind die Dinger kein Problem, in diesem Falle liefert der Choetech Solar Charger die vollen 2,4A (bzw. 3,4A zusammen). Ein Plus an diesem Ladegerät ist, dass der Himmel aber auch bewölkter sein kann und das Smart­phone dennoch geladen wird. 

choetech-solar-charger-1

Aller­dings wird für eine volle Ladung natürlich entspre­chend Zeit benötigt – abzüglich eventu­eller Nutzung während der Ladung, was aber auch nur bei maximaler Leistung funktio­niert. Daher würde ich mein Smart­phone wohl nicht direkt an das Solar-Ladegerät hängen, sondern statt­dessen eine Power Bank nutzen. So kann das Smart­phone ohne Unter­bre­chungen und zu großem Verlust geladen werden. Und da wären wir auch schon beim Fazit: Der Choetech Solar Charger 19W liefert eine ordent­liche Arbeit ab, für ein spontanes Laden am Abend oder während der Nutzung ist die Leistung aber zu gering – zumal zu späterer Stunde und ab Sonnen­un­tergang die Leistung wegfällt. 

Im Alltag sehe ich also keinen wirklichen Use Case bezie­hungs­weise sehe keinen Vorteil im Vergleich zu einer dicken Power Bank für einen Bruchteil des Preises. Vielmehr spielt der Solar Charger seine Stärke aus, wenn ihr euch eine längere Zeit und ein paar Tage am Stück im Freien aufhaltet, wie zum Beispiel auf einer längeren Fahrradtour und Zeltausflug oder auf einem Festival: Dann reicht ein mobiler Akku, der eben tagsüber zusammen mit dem Ladegerät in in die Sonne gehangen werden kann – so ist dieser am Abend immer wieder voll und kann das Smart­phone ohne Unter­bre­chungen mit Strom befeuern. Hier sehe ich kein Problem, ist immer noch komfor­tabler und günstiger als zig mobile Akkus.