Das HTC One M8 mit DotView-Cover ausprobiert

Marcel Am 24.07.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 14:17 Minuten
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Ende März stellte HTC den Nachfolger des hoch gelobten HTC One vor: Das HTC One M8. Über die Namenswahl kann man sicherlich diskutieren, dennoch hat HTC mit dem Vorgänger die Latte hochgesteckt, immerhin gilt das M7 als das Android-Gerät mit der besten Verarbeitung. Nun hatte ich in den letzten Wochen das HTC One M8 und konnte mir das Gerät nicht nur näher anschauen, sondern es auch mitsamt des DotView-Cover im Alltag durchtesten. Spoiler vorab: Das Gerät kann fast auf ganzer Linie überzeugen, lediglich eine Sache wäre für mich inzwischen ein K.O.-Kriterium. Welches, könnt ihr nun einmal in den folgenden Zeilen lesen.

Technische Daten

Fangen wir doch einmal ganz einfach mit den üblichen technischen Daten an. Für mich persönlich immer etwas nebensächlich, da für die meisten sicherlich auch ein Moto G ausreichend ist – der Vollständigkeitshalber sollten diese meiner Meinung nach aber zumindest einmal erwähnt werden.

  • Display: 5 Zoll FullHD-Display (1080p), Gorilla Glass 3
  • CPU: Qualcomm Snapdraon 801 Quad-Core mit 2,3 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 oder 32 GB, erweiterbar per microSD-Karte mit bis zu 128 GB
  • Hauptkamera: HTC UltraPixel Kamera (4,1 Megapixel Nennwert) mit BSI-Sensor, Videoaufnahmen in 1080p mit HDR, sekundäre Kamera für Tiefeninformationen
  • Frontkamera: 5 Megapixel, Weitwinkel mit HDR, Videoaufnahmen mit 1080p
  • Sensoren: Gyro-Sensor, Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor, Barometer, Infrarot-Sensor
  • Konnektivität: EDGE, 3G, LTE, NFC, Bluetooth 4.0, WiFi, DLNA
  • Akku: 2.600 mAh, nicht wechselbar
  • Sonstiges: HTC BoomSound, Nano SIM
  • Abmessungen: 146,4 x 70,6 x 9,3 Millimeter
  • Gewicht: 160 Gramm

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Der Lieferumfang

Beim Lieferumfang gibt es keine großen Erwartungen mehr – denn im Grunde gibt es hier bei jedem Hersteller und Modell den gleichen Inhalt vorzufinden, da macht HTC beim One M8 keine Ausnahme. So gibt es neben dem Gerät noch das USB- und Ladekabel, ein Netzteil, Kopfhörer mit austauschbarem Ohrsteckern, dem SIM- und Speicherkarten-Tray-Öffner und die üblichen Beschreibungen. Nichts wildes, unspannend.

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Erscheinungsbild und Haptik

Das HTC One M7 war in Sachen Verarbeitung schon sehr hoch angesetzt und wusste auch mir zu gefallen – was also macht man, um den Nachfolger noch etwas mehr in Szene zu setzen? Richtig: Man vergrößert wie auch eigentlich alle anderen Hersteller das Display und damit das Gerät an sich. Statt wie beim M7 auf ein Display mit 4,7 Zoll zu setzen, bringt man beim M8 ein 5-Zoll-Display unter, das Gerät an sich wuchs dabei auf 146,4 x 70,6 x 9,3 Millimeter an. Mit seinen 9,3 Millimetern gehört das One M8 sicherlich nicht unbedingt zu den dünnsten Geräten, durch die Rundungen der Rückseite und die damit verbundenen deutlich dünneren Ränder fällt dies aber nicht wirklich auf. Im Gegenteil: Der Nachfolger liegt dadurch sehr gut in der Hand und ist rein haptisch wirklich ein Handschmeichler.

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Dafür sorgen auch die verwendeten Materialien. Kam das One M7 „nur“ auf einen Aluminium-Anteil von rund 70%, besitzt das One M8 bereits 90% Alu-Anteil und ein „echtes“ Unibody-Gehäuse. Statt wie vormals von einem Kunststoffrand unterbrochen zu werden, geht das Gehäuse nahtlos und in einem Guss in das Display über – gefällt, definitiv. Auf der Vorderseite dominieren dann wieder die über und unter angebrachten Stereo-Lautsprecher und natürlich das Display selbst – schade ist allerdings, dass man die schwarze Leiste mit dem HTC-Logo weiterhin unter dem Display platziert hat. Das HTC One M8 setzt, anders als noch der Vorgänger, auf On-Screen-Buttons, wodurch die Leiste de Facto nutzlos geworden ist. Hätte man sicherlich ein wenig anders lösen können, sieht aber trotzdem noch immer schick aus, so ist das ja nicht.

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An den Rändern finden wir dann wie gewohnt die Buttons und Schnittstellen vor. Seitlich links gibt es den SIM-Kartenschacht für eine Nano-SIM, rechts finden wir neben der Lautstärkewippe auch den Schaft für die Micro-SD-Karte vor. An der unteren Seite gibt es dann wie gewohnt den Micro-USB-Anschluss zum Synchroniseren und Laden des Gerätes, oben rechts finden wir den Powerbutton vor. Schade: Während andere Hersteller bei derartigen Displaygrößen dazu übergehen, diesen an die rechte Seite zu verfrachten, setzt HTC ihn weiterhin am oberen Rand ein, wo er durch die Gerätegröße natürlich wesentlich schlechter zu erreichen ist. Das aber wäre Jammern auf hohem Niveau, denn wie auch das LG G2 besitzt das HTC One M8 die Möglichkeit, das Gerät per Doppeltipp auf’s ausgeschaltete Display einzuschalten, nette Sache, aber dazu später mehr.

Wer sich übrigens wundern sollte, wieso der SIM-Kartenschaft so überproportional breit geworden ist: Das Gerät wurde für den asiatischen Markt auch als Dual-SIM-Modell hergestellt, sodass hier dann eben zwei SIM-Karten hineingeschoben werden können. Um die Produktion ein wenig zu vereinheitlichen hat man das Chassis also 1:1 übernommen. Das aber nur mal am Rande. Haptisch muss man einfach sagen, dass HTC mit dem One M8 mal wieder ein wahres Vorzeigegerät gelungen ist, dass bis auf wenige Schwachstellen seines Gleichen sucht. Im Grunde empfinde ich lediglich den schwarzen Balken unter dem Display etwas unnötig, ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn man das Gerät durch den Wegfalls etwas „kürzer“ gemacht hätte – aber es wird sicherlich Gründe geben, wieso man den schwarzen Balken behalten hat. Aber wie ich schon sagte: Jammern auf hohem Niveau, irgendwas muss man ja in Sachen Design zu bemängeln haben.

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Das Display

Kann man sich dann einmal vom Äußeren des Gerätes losreißen, dürfte der nächste Blick sicherlich sofort auf das Display fallen. 5 Zoll, 1080 x 1920 Pixel, 441 ppi – im Vergleich im Vorgänger nahm die Pixeldichte durch das 0,3 Zoll größere Display also ein wenig ab (One M7: 469 ppi), was man aber in der Praxis nicht wirklich erkennen dürfte, immerhin sind die 441 ppi noch immer eine Hausnummer. Das Display ist jedenfalls gestochen scharf, Pixel bleiben unsichtbar, Ränder sind nicht ausgefranst, top. Auch in Sachen Farbdarstellung und Betrachtungswinkel ist das Display des One M8 eine Nummer für sich und auch in Sachen Helligkeit konnte man nochmals ordentlich einen drauflegen, selbst unter direkter Sonneneinstrahlung konnte ich bei aufgedrehter Helligkeit noch alles erkennen. Kleines Manko ist jedoch die Intensität des Touchscreens, denn dieser reagiert wirklich flott und ist extrem empfindlich. Aber hey, ist das nun ein Negativpunkt? Nicht wirklich, sorry. Ohne Frage: Das Display des HTC One M8 kann das Niveau des äußeren Erscheinungsbildes absolut halten.

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Arbeitsgeschwindigkeit

Im Inneren des HTC One M8 werkelt ein Snapdragon 801 Quad-Core-Prozessor mit 2,3 GHz, unterstützt von 2 GB Arbeitsspeicher. Lags, Mikroruckler oder längere Wartezeiten sucht man beim M8 vergeblich, alles läuft wunderbar flüssig. Die Leistung des One M8 dürfte aber für die meisten über einen langen Zeitraum hinweg mehr als ausreichend sein; trotz dessen, dass ich persönlich bin kein Freund von Benchmarkwerten bin hier einmal ein paar Screenshots der Punkte von AuTuTu und Geekbench 3. Sollte man aber dennoch nicht zu viel drauf geben, da eben viele Faktoren eine Rolle spielen und man sich besser immer einmal mit dem Gerät selbst beschäftigen sollte – und hierbei läuft das System wie gesagt absolut „smooth“, wie es im Neudeutschen heißt…

BoomSound-Lautsprecher

Was für Nokia die Kameras sind, sind für HTC die Lautsprecher, welche auch beim M8 wieder an der Front untergebracht sind. Bereits beim Vorgängermodell konnte HTC mit den Lautsprechern deutlich punkten, galten sie bis dato doch als die besten Lautsprecher in einem Smartphone. Und beim One M8? Auch hier konnte man nochmals punktuell verbessern. Nicht nur, dass die maximale Lautstärke laut HTC um 25% angehoben wurde, der Klang selbst kommt noch etwas kräftiger und satter daher. Sicherlich darf man die verbauten Lautsprecher nicht mit anständigen 2.1 Boxen vergleichen, ich denke aber mal, dass man ohne schlechtes Gewissen behaupten kann, dass die Lautsprecher des HTC One M8 den mit Abstand besten Sound eines Smartphones liefern – ohne wenn und aber. Interessanter Nebenschauplatz: Rein subjektiv habe ich auch die Soundausgabe über Kopfhörer (verschiedene getestet) als deutlich besser und kräftiger empfunden, als es mit anderen Geräten wie dem iPhone 5s, dem Nexus 4 und dem Lumia 1020 der Fall war. Daumen hoch für BoomSound 2.0.

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Der Akku und „extremer“ Stromsparmodus

Ein Fazit über einen verbauten Akku zu ziehen ist immer schwierig. Das One M8 kommt mit einem 2.600 mAh starken Akku daher, was erst einmal viel klingen mag, im Vergleich zu anderen Top-Smartphones jedoch eher gering bemessen scheint. Dennoch muss ich sagen, dass die Akkulaufzeit mich positiv überrascht hat. Natürlich kommt es immer auf die Nutzung an, ein Smartphone-Akku ist eben kein Atomkraftwerk, aber während ich bei meiner Normalnutzung das iPhone 5s spätestens gegen Abend an das Ladekabel klemmen muss, kam ich mit dem HTC One M8 mindestens über den Tag und bis zur Nacht. Bei einfacherer Nutzung, sprich ab und zu mal ein wenig mobiles Surfen, Nutzung von WhatsApp, Twitter und Facebook stieg dieser Wert nochmals an – meine Freundin kam mit dem Gerät locker 1,5 Tage, manchmal auch fast zwei Tage hin. Interessanter Punkt: Ist der Akku einmal leergesaugt, so braucht das beigelegte Netzteil rund eine halbe Stunde, um den Akku wieder auf etwa 30% zu bringen – voll geladen ist der Akku nach etwa 1,5 bis 2 Stunden, auch über den USB-Anschluss am MacBook.

Neben einem einfachen Stromsparmodus, welcher eben ab einer bestimmten Akkuladung zum Beispiel die Bildschirmhelligkeit reduziert und die CPU etwas herunterdrosselt, besitzt das One M8 auch noch einen „extremen Stromsparmodus“. Bei diesem wird euer Smartphone durch das Abschalten fast aller Funktionen zu einem Featurephone, bei dem es nur eine Kachel-ähnliche Oberfläche zu sehen gibt. Außer Telefonie, SMS, Mails, Kalender und Rechner gibt es hierbei keine weiteren Funktionen an die Hand. Der Vorteil? In diesem Modus kommt das One M8 mit 5 Prozent Akkuladung nochmals runde 15 Stunden (!) aus. Natürlich nichts für die dauerhafte Nutzung, da ich mir sonst auch gleich ein einfaches Handy zulegen könnte, wenn man aber zum Beispiel im Zug sitzt und keine Möglichkeit mehr hat, den Akku zu befeuern, kann der Modus ungemein praktisch sein, wenn man dennoch für wichtige Anrufe oder SMS verfügbar sein möchte.

Die Kamera

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Nachdem mich Design, Display, Lautsprecher und Akku eigentlich durch die Bank überzeugen konnten, nun einmal zu einem Punkt am HTC One M8, der mich maßlos enttäuscht hat: Die Kamera. Wie auch beim Vorgänger setzt HTC hierbei auf die hauseigene UltraPixel-Technologie mit 4 Megapixel. Klingt wenig, soll aber durch größere Pixel und lichtstärkerer Sensor aufgefangen werden, zumindest besagt dies die Theorie. In der Praxis sieht das aber anders aus. Zum einen bleiben 4 Megapixel eben 4 Megapixel, zum anderen konnte mich die Qualität ganz und gar nicht überzeugen. Bei optimalen, sonnigen Lichtverhältnissen sehen die Bilder zumindest auf dem kleinen Smartphone-Display noch ganz gut aus – sobald es aber etwas regnerischer wird nimmt die Qualität exponentiell ab, im Dunkeln kann man die Kamera meiner Meinung nach komplett an die Wand werfen, schrottige Bilder meinem Empfinden nach. Sorry HTC, tut mir Leid, aber statt stur auf den UltraPixel-Marketingzug zu setzen hätte man vielleicht besser in eine anständige Kameratechnologie investieren sollen. In meinen Augen die schlechteste Kamera-Qualität aller aktuellen Top-Smartphones.

Die zweite Rückkamera dient übrigens lediglich dazu, Tiefeninformationen der Bilder aufzunehmen und zu speichern. So kann man entsprechend aufgenommene Bilder (Bilder mit Blitz oder schlechten Lichtverhältnissen lassen sich nicht bearbeiten) nachträglich mit einem anderen Fokus versehen und so wahlweise ein Objekt im Vordergrund scharf stellen, während der Hintergrund leicht unscharf wird – oder eben umgekehrt. Leider funktionierte auch dies in meinem Test nicht durchgehend, es kommt eben auf das Motiv an. Bei einigen Bildern funktioniert es recht gut, bei anderen versagt die Technik auf ganzer Linie – letzteres war leider mehrheitlich der Fall. Somit ist die uFocus benannte Funktion maximal eine Spielerei, die andere Geräte und Apps mit nur einer Kamera mindestens ebenso gut oder besser lösen. Die Frontkamera kommt mit 5 Megapixel – ja, sieh hat wirklich mehr als die Hauptkamera auf der Rückseite – daher und besitzt ein Weitwinkelobjektiv, wodurch „Selfies“ auch mit mehreren Leuten ohne Probleme möglich werden. Im Vergleich zur Hauptkamera lässt die Frontkamera nicht federn, sondern präsentiert sich verglichen mit anderen Smartphones mindestens gleichwertig.

Aber genug gemeckert, kommen wir doch mal wieder zu ein paar erfreulicheren Dingen bezüglich der Kamera. Da wäre zum einen der Auto-Fokus, welcher sehr zügig auslöst – gefühlt am schnellsten aller aktuellen Smartphones. Auch die HTC-eigene Kamera-App ist sehr übersichtlich und schick gestaltet, sodass man sich hier schnell zurecht findet. So kann man neben der Hauptkamera und Selbstportraits aka Selfies auch Dual-Aufnahmenund 360-Grad-Panoramas aufnehmen – gerade letzteres funktionierte in meinem Test sehr gut, wenngleich die so aufgenommenen Panoramas natürlich nur auf dem One M8 betrachtet werden können. Ebenfalls erfreulich: Foto-Profis können neben einer Automatik auch Dinge wie ISO-Wert, Weißabgleich und dergleichen von Hand einstellen, für Spielkinder gibt es diverse Live-Filter, von denen einige ebenfalls ganz nett aussehen.

Sense UI Version 6

In Sachen Oberfläche kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und klatscht über das eigentliche Android seine eigene Oberfläche. Im Falle des HTC One M8 ist dies eben Sense UI in Version 6, welche im Vergleich zur Vorgängerversion deutlich moderner und „flacher“ daherkommt. Schlichte Farben, viel Platz, wenig Tiefe – ja, Sense UI 6.0 gehört weiterhin zu den schicksten Hersteller-Oberflächen für Android. Erfreulich ist dabei, dass HTC das System nur mit vergleichsweise wenig Apps voll müllt, die sich aber allesamt ohne große Umwege entfernen lassen. So gibt es eben neben den obligatorischen eigenen Apps für Kontakte, Kalender, Musik und Co. auch noch einige andere mitgelieferte Apps wie Skizzen, Taschenlampe, Fitbit – insgesamt halten sich diese aber wie gesagt in Grenzen.

Der App-Drawer lässt sich dank entsprechender Optionen an einigen Stellen anpassen indem man die Anzahl der angezeigten Apps erhöht oder bestimmte Apps ausblendet. BlinkFeed ist weiterhin standardmäßig aktiviert und wird mittels Wisch nach links aufgerufen – hier bekommt ihr an zentraler Stelle Neuigkeiten aus sozialen Netzwerken und Newsportalen, sowieso Termine und Erinnerungen angezeigt. Ließ sich BlinkFeed unter Sense 5 nur ausblenden indem man einen anderen Homescreen als Standard-Screen ausgewählt hat, lässt sich mit Sense UI 6 BlinkFeed nun restlos deaktivieren. Überfällige Sache, wobei BlinkFeed sicherlich gar nicht so verkehrt ist und sicherlich Freunde finden wird.

Noch mehr Screenshots von Sense UI 6 auf Flickr

Motion Launch

Eine ganz interessante und durch die Gerätegröße ganz praktische Funktion hört auf den Namen Motion Launch und dürfte spätestens seit Nokia und dem LG G2 in aller Munde sein. Denn mittels Motion Launch ist es zum Beispiel möglich, das Gerät per Doppeltipp auf das Display erwachen zu lassen – der Powerbutton, welcher wie gesagt in meinen Augen etwas unpraktikabel platziert wurde, wird somit fast obselet. HTC geht aber noch einen Schritt weiter und hat neben der Geste zum Einschalten des Displays noch weitere Gesten implementiert: So führt ein Wisch nach rechts über das ausgeschaltete Display direkt zu BlinkFeed (sofern noch aktiviert), ein Wisch nach oben entsperrt das Gerät sofort, wischt ihr nach unten so wird die Sprachwahl aktiviert. Funktioniert einwandfrei und sorgenfrei – gerade das Aufwachen per Doppeltipp ist eine sehr nette Funktion, die ich seit Nokia und dem G2 lieben gelernt habe. Schade ist hierbei lediglich, dass sich das One M8 nicht mehr Doppeltipp ausschalten lässt – das aber könnte sicherlich per folgendem Software-Update ausgebaut werden.

Das DotView-Cover

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Kleines Highlight der offiziellen Vorstellung des HTC One M8 stellt in meinen Augen das ebenfalls präsentierte DotView-Cover dar. Das als klassisches Flipcase-Cover konzipierte Case dient natürlich primär dazu, Display und Rückseite des One zu schützen – allerdings besitzt es auch noch eine praktische Funktion, denn die gelöcherte Vorderseite des Covers hat ihren Grund. So erlaubt euch das DotView-Cover per Doppeltap auf das Cover einen schnellen Blick auf verschiedene Informationen wie Uhrzeit, Wetter, Akkustand und Co. und zeigt auch Benachrichtigungen wie eingehende Anrufe, Nachrichten, E-Mails und Termine an – das ganze in einer schicken „Dot-Matrix-Optik“. Seit einem letzten Update lassen sich dabei auch eigene Bilder als Hintergrundbild nutzen, wobei man der Optik wegen nicht sämtliche Bilder nutzen kann, da diese eben stark verpixelt werden um auf dem Cover den gewünschten Retro-Look hinzubekommen. Auf den Bildern sieht man recht gut, wie die Anzeige des One M8 für das Cover angepasst wird. Was leider noch nicht funktioniert sind Benachrichtigungen von Drittentwickler-Apps wie Twitter, Facebook und Co. – die Anzeige von Benachrichtigungen funktioniert lediglich mit den HTC-eigenen Apps. Aber vielleicht kommt da ja ebenfalls noch etwas mit einem kommenden Update der DotView-App nach, zu wünschen wäre es.

Außerdem lässt sich das Display des Gerätes einfach durch aufklappen des Covers aktivieren, schließt ihr das Cover wieder, so wird das Display auch wieder ausgeschaltet. Empfand ich auf der Vorstellung als sehr durchdachte und innovative Lösung, im Praxiseinsatz aber muss ich sagen, hat das Case durchaus auch viele Nachteile. Klar sieht die Anzeige schick aus und ist durchaus praktisch, mich aber störte die Vorderseite bei der Nutzung stark. Einmal aufgeklappt plöppt dieses sofort wieder zurück, eine Bedienung mit einer Hand ist also nicht möglich. Hierzu müsste man das Flipcase einmal komplett nach hinten umschlagen, was durchaus machbar ist. Dann aber wippte das Gerät bei mir während des Schreibens hoch und runter, da das Case nicht richtig eben aufliegt, sondern leichten Spiel besitzt. Erkennt man auf den Bildern ganz gut:

Idee gut, die Umsetzung aber hätte etwas besser sein können. Dennoch bleibt das DotView-Cover eines der innovativsten Zubehörteile für aktuelle Smartphones, genial wäre natürlich noch eine Art Smart-Cover gewesen, sodass nur die Vorderseite bedeckt ist – immerhin möchte sicherlich nicht jeder das schöne Design des HTC One M8 in einem mehr oder weniger einfachen Case verstecken. Für einen Preis von etwa 20 Euro auf Amazon kann man sich das Teil aber durchaus einmal anschauen und ausprobieren – für mich persönlich ist es auf Dauer aber einfach zu unpraktisch in der Handhabung.

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Fazit

Eigentlich gab es am HTC One M7 nicht sonderlich viel auszusetzen, HTC hat es trotzdem geschafft, das Vorgängergerät in zahlreichen Punkten nochmals zu verbessern. Das Design des HTC One M8 ist natürlich mehr als gelungen und dürfte in Kombination mit der Verarbeitung ohne Zweifel eines – wenn nicht sogar das beste – Android-Smartphone sein, das sich derzeit so auf dem Markt befindet. Auch in Sachen Lautsprecher, Performance, Akkuleistung und Display gibt es nur wenig auszusetzen, Sense UI in Version 6 sieht verglichen mit anderen Hersteller-Oberflächen noch am besten aus und wurde durch die ein oder andere praktische Funktion ergänzt. Bis hier hin gäbe es trotz kleinerer Mängel (die durchaus subjektiv sein mögen) die volle Punktzahl.

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Hauptkritikpunkt ist für mich aber die Kamera, denn allem Marketing zum Trotz ist die UltraPixel-Technologie einfach nur Werbe-Blabla. Das HTC One M8 hat von allen aktuellen Smartphone-Flagschiffen die schlechteste Bildqualität, unter regnerischem und bewölktem Himmel oder in Dunkelheit sinkt diese zusätzlich ab und ist meiner Meinung nach eher mit einem Low-Budget-Gerät wie dem Moto G von Motorola zu vergleichen – und selbst hier ist die Kamera schon schlecht. Die zweite Kamera und die UFocus-Funktion sind lediglich Spielereien, so richtig wollte die ganze Sache mit dem nachträglichen Fokussieren auch nicht funktionieren. Schade, HTC. So ein gelungenes und starkes Gerät und dann so eine Kamera. Aber man muss ja noch etwas für 2015 zu verbessern haben, wa? Das DotView-Cover ist eine interessante Entwicklung mit einer guten Idee und durchaus schick anzusehen, aber für mich persönlich war es gerade unterwegs eher eine Behinderung als das es einen produktiven Nutzen hatte.

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Und so gibt es wohl zwei unterschiedliche Fazits zu ziehen. Ihr nutzt euer Smartphone nur für gelegentliche Schnappschüsse? Dann könnt ihr ohne Bedenken zuschlagen und werdet bereits nach dem Auspacken des Gerätes glücklich. Ihr nutzt die Kamera eures Smartphones nicht nur für Schnappschüsse für soziale Netzwerke, sondern auch für Erinnerungsfotos, Sight-Seeing und Co.? Dann solltet ihr euch vielleicht doch eher ein anderes Gerät aussuchen, denn dann würdet ihr mit der Kamera sicherlich nicht glücklich werden. Andererseits ist der Rest so überzeugend, dass der ein oder andere sicherlich seine Wünsche ein wenig überdenkt und diesen Kompromiss eingeht. Das muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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