Das Pearl Touchlet 7“-Tablet-PC X5.Outdoor: Stabiles Offroad-Tablet

Marcel Am 13.06.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 7:02 Minuten

pearl-x5-outdoor-8668

Tablets gibt es inzwischen ja wie Sand am Meer – was jedoch noch immer ein Nischendasein fristet, sind die Outdoor-Tablets. Jenen Tablets, die man nicht mit Samthandschuhen anfassen muss, sondern die durchaus auch einmal einen kleinen Fall ins Wasser, einen Tag am Strand oder auch auf der Baustelle überleben können. Also quasi so etwas wie das X5.Outdoor-Tablet von Pearl, welches ich in den letzten Tagen einmal hier hatte und es mir einen kleinen Überblick über das kleine 7-Zoll-Tablet machen konnte. Hält es was es verspricht? Oder ist es mehr heiße Luft?

Technische Eckdaten

Das Touchlet X5.Outdoort ist Pearl-typisch eher in der unteren Preisklasse angesiedelt, derzeit zahlt man rund 170€ für das Outdoor-Tablet. Daher sind die Specs natürlich nicht auf Höhe mit iPad, Galaxy Tab und Co. – sollen sie aber auch gar nicht, das Dingen ist eben für andere Anwendungsgebiete konzipiert.

  • Display: 7 Zoll (17,8 cm), 5-Punk kapazitiver Touchscreen, 800 x 480 Pixel
  • CPU: unbekannte CPU mit 1 GHz
  • Arbeitsspeicher: 512 MB DDR3
  • Interner Speicher: etwa 2,7 GB, erweiterbar mit microSD-Karten bis zu 32 GB
  • Kamera: nur Frontkamera mit 0,3 Megapixel
  • Konnektivität: WiFi
  • Anschlüsse: MiniUSB, Mini-HDMI, 3,5er Klinke, Netzteil
  • Akku: 3000 mAh
  • Software: Android 4.0.4 „Ice Cream Sandwich“
  • Sonstiges: Gorilla Glass 2, integrierter Bumper, IP57
  • Größe: 209 x 130 x 18 Millimeter
  • Gewicht: 456 Gramm

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist eigentlich typisch für Tablets und Smartphones – allerdings mit der Besonderheit, dass ein eigenständiges Netzteil beiliegt. Das Gerät kann also sowohl über miniUSB, als auch über ein Pearl-eigenes Ladekabel geladen werden.

  • Pearl Touchlet X5.Outdoor
  • Ladegerät
  • USB-auf-MiniUSB-Kabel
  • USB-auf-MiniUSB-Adapterkabel
  • Microfasertuch
  • Anleitung & Broschüren

Erscheinungsbild und Haptik

Auf dem ersten Blick ist der Zusatz „Outdoor“ natürlich  sofort erkennbar: Neben dem etwas tiefer eingelassenem Display mit 7 Zoll sind auch die Verschraubungen des Gehäuses erkenn- und sichtbar. Logisch, maximale Stabilität erreicht man nicht durch die Feinheiten eines Unibody-Gehäuses und so sind die verschiedenen Teile eben fest verschraubt. Das X5.Outdoor geizt nicht mit (zum Glück wenigstens mattem) Kunststoff – aber so lange es der Robustheit dient, absolut in Ordnung.

pearl-x5-outdoor-8667

Deutlich zu erkennen: Der integrierte Bumper, welche das Tablet bei Stürzen abfedern und somit schützen soll. Um ein wenig mehr Griffigkeit hineinzubekommen, ist auch die Rückseite angeraut.

pearl-x5-outdoor-8673

Betrachtet man einmal die Vorderseite, so dürften einem sofort die drei Hardwarebuttons auffallen, welche sicherlich stabil sein mögen, aber (oder gerade deswegen) jedoch auch etwas schwerfällig sind – rechts eben den Tasten findet sich die kleine Webcam. An der oberen Seite findet man übrigens noch drei weitere Tasten, welche aber nicht untypisch sind: Zum einen der Power-Button, zum anderen die Lautstärketasten in Form einer Wippe – aber auch diese Tasten sind eher der Kategorie „schwerfällig“ zuzuordnen.

pearl-x5-outdoor-8660

Auch Anschlüsse sind logischerweise vorhanden – auch wenn diese nicht sofort ersichtlich sind. Diese verstecken sich an der Unterseite des Tablets und sind durch zwei Klappen gut geschützt. Unter der linken Kappe finden wir den Netzanschluss, Mini-USB-Steckplatz, sowie Mini-HDMI – auf der rechten Seite finden wir den microSD-Schacht und den Kopfhörerausgang in Form eines 3,5er Klinkenanschluss.

Insgesamt macht das X5.Outdoor einen recht robusten Eindruck – welcher sich eben auch in dem Gewicht von knapp 460 Gramm widerspiegelt. Aber, und das muss man eben immer bedenken: Es ist zum einen mit 170€ günstig, zum anderen es alles andere als ein Lifestyle-Gadget konzipiert. Und hier macht das Gehäuse mit hier ein einen sehr guten Eindruck, scheint alles sehr stabil und bruchsicher zu sein.

pearl-x5-outdoor-8675

Display und Touchscreen

Tja, das Display. Wie schon gesagt findet man runde 7 Zoll vor – und eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Das klingt in der Theorie wenig – immerhin hat selbst das zwei Jahre alte Samsung Galaxy SII diese Auflösung bei 4,3 Zoll. Und in der Praxis? Da äußern sich die etwa 133 dpi durchaus in einer sehr grobkörnigen Darstellung.

Was die maximale Helligkeit angeht, so war ich überrascht – wenn auch etwas negativ. Von einem Outdoor-Tablet erwarte ich etwas mehr als die gebotenen 200 cd/m. Was im heimischen Wohnzimmer oder einer dunkleren Lagerhalle vielleicht noch ausreichend sein mag, dürfte sich unter freiem Himmel und erst recht am Strand als nicht tauglich erweisen. Außer natürlich, ihr benötigt einen robusten Spiegel.

pearl-x5-outdoor-8665

Schaut man sich einmal die Helligkeit und die Auflösung an, so dürfte man also von dem Touchscreen nicht viel halten – umso überraschter war ich, dass die Bedienung des Touchscreens doch recht flüssig von Statten geht, Berührungen und Gesten werden schnell registriert. Kein Vergleich mit einem aktuellen Top-Smartphone oder Top-Tablet – aber nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Kamera & Lautsprecher

Als Kamera kommt lediglich eine kleine Frontkamera mit 0,3 Megapixel zum Einsatz, welche nur für Videotelefonie und/oder als Webcam gedacht ist – für mehr taugt sie ehrlich gesagt auch nicht. Beispielbilder? Ja, gibt es, aber ich habe euch ja gewarnt:

Die Lautsprecher des X5.Outdoor befinden sich an der Rückseite. Diese sind weder übermäßig laut, noch haben sie einen tollen Klang. Musik? Macht kein Spaß. Kurze YouTube-Filmchen oder Systemklänge? Joa, dafür reichen die Dinger aus.

Akku

Der Akku bietet rund 3.000 mAh – hätte durchaus mehr sein können. Denn lange hält es der Akku trotz der schwächeren technischen Daten und des Displays nicht aus: Im reinen Standby-Modus mit deaktiviertem WLAN und in der Standardeinrichtung des X5.Outdoor hält das Tablet etwa 30 Stunden aus – dauerhaftes surfen lässt das Gerät nach 2 bis 3 Stunden wieder an die Steckdose wandern und hier hängt es dann auch erst mal wieder etwas über vier Stunden, bis der Akku wieder vollständig geladen ist.

pearl-x5-outdoor-8661

Leistung und System

Das X5.Outdoor kommt zwar mit Android daher, hier muss man jedoch mit Android 4.0.4 as known as „Ice Cream Sandwich“ Vorlieb nehmen. Jedoch kann man damit sicherlich gut leben, es fehlt somit zwar das ein oder andere Feature von Android 4.1 und 4.2, sind aber nicht existenziell. Abstriche muss man natürlich auch mit dem verbauten Prozessor machen, welcher als Single-Core-CPU mit 1 GHz getaktet ist und nur 512 MB Arbeitsspeicher an die Seite gestellt bekommen hat.

pearl-x5-outdoor-8677

Android 4.0 ist nun nicht gerade für seine Ressourcenschonende Arbeit bekannt und somit kann es bei der ein oder anderen Aktion schonmal zu (wenn auch kürzeren, aber spürbaren) Wartezeiten kommen. Der Wechsel vom Portrait- auf den Landscape-Modus zum Beispiel ist etwas verzögert, ebenso das Wechseln von einer in die andere App – wer mehr als 4 oder 5 Apps im Hintergrund hat, der könnte noch schneller den Spaß verlieren. Für 170 Euro darf man aber sicherlich auch nicht High-End erwarten und so geht die Leistung für diesen Preis dennoch soweit in Ordnung. Hauptsache, man kann damit ordentlich arbeiten ohne es unbedingt mit Samthandschuhen anpacken zu müssen – auch auf Baustellen, am Strand und sonst wo, oder nicht?

pearl-x5-outdoor-8671

Outdoor? Oder Out-Door?

Greifen wir die letzte Frage doch noch einmal auf und gehen zurück auf das Alleinstellungsmerkmal des Tablets: das Outdoor-Feature. Ja, das X5.Outdoor ist sehr stabil und robust verbaut – dafür muss man eben Abstriche machen. Dank des integrierten Bumpers, der Verschraubungen und der Abdeckungen für die Anschlüsse ist das X5.Outdoor sogar IP57-zertifiziert. Heißt also: es ist gegen Stürze und gegen das Eindringen von Staub, Sand und Co. geschützt und sollte auch Wasser 30 Minuten lang in bis zu einem Meter Tiefe standhalten. Ideal also zum Beispiel für den Strand oder „härteren Arbeitsorten“ wie Lagerhallen, Baustellen und Co. Was die Robustheit des Tablets angeht, so haben die Jungs von teltarif.de einmal ein kleines Video gedreht, indem das Tablet unter anderem mit dem Auto überrollt wird:

Dem gegenüber steht jedoch als allererstes einmal das Display. Nein, nicht die Auflösung sehe ich (in diesem Low-Budget Gerät!) als das größte Problem an, die wäre ja noch für ein Outdoor-Tablet in Ordnung. Vielmehr ist die geringe Helligkeit fast schon ein K.O.-Kriterium, denn die 200cd/m sind einfach zu wenig, um unter freiem Himmel oder unter direkter Sonneneinstrahlung (also zum Beispiel am Strand) noch irgendetwas auf dem Display erkennen zu können. Mit viel Geduld, Drehen und Wenden klappt das sicherlich, macht aber alles andere als Spaß.

pearl-x5-outdoor-8672

Ein weiterer großer Kritikpunkt sind die fehlenden kabellosen Schnittstellen: Auf Bluetooth hätte man ja sicherlich noch verzichten können (ja, es fehlt wirklich) – was aber bei einem mobilen Outdoor-Tablet für mich völlig unverständlich ist, ist die Tatsache, dass man keine SIM-Karte einschieben kann und somit mobil keine Datenverbindung aufbauen kann. Dazu allerdings ein kleiner Hinweis: laut Pearl sollen sich an das Tablet über das mitgelieferte MiniUSB-auf-USB-Adapterkabel diverse UMTS-Surfsticks anschließen und nutzen lassen – wenigstens etwas. Was ich ebenfalls vermisse? GPS – hätte ich bei einem Outdoor-Tablet ebenfalls erwartet.

Fazit

Und so kommen wir dann mal zu einem kleinen Fazit, auch wenn ich im letzten Abschnitt schon viel in das Gerät hineininterpretiert habe. Die negativen Punkte? Schlechtes Display, kein 3G/UMTS, kein GPS – das wären so meine drei Hauptkritikpunkte. Schwache CPU? Geringe Displayauflösung? Damit hätte man leben können, zumal das Gerät eben „nur“ 170 Euro schwer ist – und eben durch die IP57-Zertifizierung auch ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, bei dem es sicherlich mehr durch Robustheit, als auf reine Leistung ankommt. Auch die Akkulaufzeit sollte bei einem Gerät, dass für den Außeneinsatz gedacht ist, etwas besser sein.

Wie bereits geschrieben: Robust ist es, die weitere Outdoor-Funktionalität ist jedoch nur eingeschränkt vorhanden. Und so suche ich derzeit nach einer Zielgruppe: Arbeiter auf einer Baustelle? Könnte vielleicht mit der Sonneneinstrahlung hinkommen, allerdings würde hier sicherlich das mobile Netz fehlen – auch wenn man es über einen Surfstick über mobilen WLAN-Hotspot ausgleichen kann. Am Strand? Hier macht das Display einen Strich durch die Rechnung. Ihr setzt eure Kinder am Strand oder im Schwimmbad unter eine Strandmuschel oder einen Schirm und wollt ihnen ein paar vorher heruntergeladene Spiele oder Zeichentrickserien vor die Nase setzen? Könnte klappen – sofern der Akku das mitmacht. Anderenfalls sollte man lieber statt auf das Touchlet X5.Outdoor auf ein günstiges Tablet á la Nexus 7 samt passender Schutzhülle setzen – was natürlich auch wieder wesentlich teurer wäre.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

Artikel teilen

Kaufempfehlung*