DejaLu: Simple Mail-App für den Mac des ehemaligen Sparrow-Entwicklers

Marcel Am 07.09.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:04 Minuten

Erinnert sich noch jemand an den Mail-Client Sparrow? Seinerzeit einer der populärsten alternativen Mail-Anwendungen für Mac und iOS. Um 2012 herum wurden die Entwickler aus Frankreich dann von Google übernommen und kurz darauf wurde die Entwicklung der App eingestellt, wenngleich sie erst 2015 kurz nach der Einführung von Google Inbox aus den App Stores entfernt wurde. Seitdem hat sich auf dem Markt der Mail-Apps viel getan: Apple hat seine hauseigene Mail.app deutlich verbessert, Readdle hat mit Spark meinen aktuellen Favoriten (für Mac und iOS) an den Start gebracht und dann gibt es da ja auch noch die kostenpflichtigen Airmail und MailPilot.

After the shutdown of Sparrow, I felt that people wanted to see another high quality, slick and beautiful email client back. This is why I decided to build another email client from scratch: DejaLu.Hoa Dinh

Wer aber den „Geist von Sparrow“ vermisst, der sollte nun die Ohren spitzen, denn mit DejaLu gibt es eine Mail-App für den Mac, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die „computer administrative debris“ zu reduzieren und den Content hervorzuheben. Und jene Anwendung kommt von keinem geringeren als Hoa Dinh, jetzigem Google-Mitarbeiter und Mitgründer der ehemaligen Sparrow SAS. Und ja: DejaLu zieht sein Motto wirklich durch, wie man mit einem Blick auf die Oberfläche erkennen kann. Das Layout selbst ist zwar ganz klassisch gehalten (wahlweise mit oder ohne Seitenleiste oder auch als reine Mail-Übersicht im Stile von Sparrow), kommt aber mit viel Whitespace daher und setzt den Fokus sichtlich auf den eigentlichen Inhalt der Mail.

Aber auch funktionell setzt man auf „Decluttering“ und verzichtet auf mehr oder weniger unnötige Funktionen und Spielereien – lediglich das (derzeitige) Fehlen einer Snooze-Funktion finde ich etwas schade. Ansonsten gibt es halt das Standardprogramm: Mails lassen sich beantworten, weiterleiten, archivieren und löschen, außerdem unterstützt DajaLu Label (Gmail-Label werden übernommen). Ein kleines Gimmick gibt es dann aber doch: der Mail-Composer besitzt eine kleine GIF-Suche via GIPHY. DejaLu unterstützt nicht nur Gmail-Accounts, sondern versteht sich auch auf Outlook/Hotmail und beliebigen IMAP-Accounts – inklusive Aliase. Interessant klingen die „Zen Notifications“: Einmal aktiviert, zählt der Badge-Counter nur jene Mails, die ihr nie gesehen habt (Gesehen gleich Fenster geöffnet, aber ungleich ungelesen).

Aktuell befindet sich DejaLu noch in der Beta-Phase und die derzeit aktuellste Version 1.0 (183) stammt aus dem Sommer 2016 (!). Auf Nachfrage gab Hoa Dinh aber  die Rückmeldung, dass die Entwicklung von DejaLu (wenn auch „etwas“ langsam) weiterhin am Laufen ist und sich demnächst wieder etwas tun wird. Bis zur Veröffentlichung lässt sich DejaLu kostenlos nutzen, allerdings gibt es noch keine wirklichen Planungen bezüglich des finalen Release und des Preises. Eilt aber auch nicht, denn in meinem Test erledigte der inoffizielle Sparrow-Nachfolger seine Arbeit absolut solide. Wer also einen hübschen, minimalistische Mail-App ohne viele Spielereien für den Mac sucht, der kann sich die DejaLu Beta mal anschauen.

DejaLu für macOS herunterladen (Beta)

Quelle Reddit

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