Die Farce geht weiter: EU-Parlament bringt „einheitliche Ladegeräte“ auf den Weg

Marcel Am 13.03.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:14 Minuten

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Das EU-Parlament tut gerne mal was gegen die eigene Langweile und so hat man schon seit einigen Jahren das Thema der „einheitlichen Ladegeräte“ auf dem Tisch liegen. Wir erinnern uns: Man möchte rund 51.000 Tonnen Elektroschott durch eine Vereinheitlichung der Ladegeräte einsparen und hat dazu erst einmal die Hersteller im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung an einen Strang bringen können. Diese Vereinbarung ist aber nun schon seit Ende 2012 ausgelaufen und da sich Apple, Samsung und Co. nicht wirklich auf eine neue Vereinbarung haben durchringen können, ist nun also gegen Ende des Jahres das EU-Parlament wieder aktiv geworden. Heute nun stimmte man in Straßburg mit einem erwartungsgemäß postivem Ausgang über eine entsprechende Gesetzesvorlage ab, wonach die Hersteller nun also per Gesetz dazu verpflichtet werden, einen einheitlichen Stecker für Handys, Tablets, Smartphones und Kameras auf den Markt bringen – innerhalb von drei Jahren, bis 2017 soll die Sache also erledigt sein.

Der EU-Rat muss hier zwar noch zustimmen und die Mitgliedsstaaten die Regelung in nationales Recht umsetzen, dies aber dürfte nur noch Formsache sein. Dennoch halte ich die Verpflichtung als eine Farce, denn bei der Sache geht es nicht darum, welchen Stecker Apple zum Beispiel im Smartphone verbaut, sondern es geht sich lediglich um den Netzstecker (sprich: das Ladegerät) an sich, welches inzwischen aber so gut wie durchweg modular aufgebaut ist und per USB-Stecker mit dem Ladekabel verbunden wird. Apple darf also auch weiterhin ihren Lightning-Anschluss verwenden. Einen wirklichen Vorteil des ganzen gibt es also erst, wenn die Hersteller wie zum Beispiel Motorola beim Moto G auf ein mitgeliefertes Ladegerät verzichten – anderenfalls ändern sich wie auch beim Wechsel von Raider zu Twix eigentlich nix. Ach doch: Das EU-Parlament hat mal wieder kurzzeitig etwas zu tun gehabt.

Bildquelle und Quelle EU-Parlament via Heise

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