Inzwi­schen gibt es so einige Hersteller auf dem Markt der „smarten Beleuchtung“, von denen Philips Hue und Osram Lightify sicherlich die bekann­testen Marken in den Köpfen der Nutzer sind. Dennoch sind sie nicht alleine, denn Elgato greift seit einiger Zeit nicht nur mit seiner Eve-Reihe mit Apple HomeKit-Support im „vernetzten Zuhause“ an, sondern hat mit dem Avea-System auch ein eigenes Licht­system mit Smart­phone-steuer­baren Leucht­mitteln im Angebot. Bei Avea Flare handelt es sich um ein eigen­stän­diges LED-Stimmungs­licht, das nicht nur verschiedene Farben mit bringt und sich via Smart­phone-App steuern lässt, sondern dank integriertem Akku auch für den Outdoor-Einsatz taugt. Ich habe eine dieser Flare-Leuchten von Elgato zur Verfügung gestellt bekommen und konnte sie mir ein wenig genauer anschauen – meine Eindrücke finden sich in den nun folgenden Zeilen. 

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What you see is what you get

Die Avea Flare wirkt in „echt“ etwas wuchtiger als auf den Bildern, zumindest kam mir die Lampe etwas größer vor. Oder in Zahlen: die Höhe der LED-Leuchte in Ei-Form liegt bei etwa 22 Zenti­metern, der Durch­messer an der breiteren Unter­seite misst etwa 13 Zenti­meter. Nicht zu groß, aber schon recht ordentlich. Als Material kommt übrigens ein leicht angerauter Kunst­stoff zum Einsatz: Macht optisch, vor allem bei aktivierter LED, zwar keinen großen Unter­schied, fühlt sich aber eben nicht ganz so hochwertig an, als wäre der Lampen­schirm aus weißge­färbtem Glas (siehe Avea Sphere). Hier muss man aller­dings zu Gute halten, dass diese Entscheidung wohl aufgrund der Tatsache entstanden ist, dass die Flare-Leuchte eine IP65-Zerti­fi­zierung besitzt (gegen Staub und Spritz-/Strahlwasser geschützt) und sich daher auch für den Außen­einsatz im Garten, auf der Terrasse, im Park oder sonst wo eignet. 

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An der Unter­seite findet sich neben dem Ladekontakt (das Laden des Akkus funktio­niert folglich kabellos) auch noch ein kleiner Bügel, mit dem man die Lampe etwas angenehmer tragen oder auch z.B. an einem Baum befes­tigen kann. Ebenso gibt es auch zwei Buttons, jeweils zum Ein- und Ausschalten der Lampe und zum Wechsel der Leuchtmodi. Ja: primär wird die Leuchte über eine App für iOS und Android gesteuert, ist das Smart­phone aber einmal nicht zur Hand, lässt sie sich auch über die beiden Buttons bedienen. Schon ein Zeichen dafür, dass man die Lampe „simpel“ konzi­piert hat. 

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Weiter­führend findet sich in der Verpa­ckung auch die dazuge­hörige Ladestation, in welche das Netzkabel einge­steckt wird. Für den statio­nären Betrieb oder zum Laden des internen Akkus reicht es aus, die Lampe einfach auf die Station zu stellen. Schön: die Ladeplattform ist sehr flach gehalten und fällt unter der Lampe nahezu null auf, so muss das. Der interne Akku soll im Stand-Klone-Einsatz etwa 8 Stunden Leuchtzeit bieten, etwas, was ich bestä­tigen konnte – eher leuchtete die LED sogar noch etwas länger. 

Gefällt auf jeden­falls, immerhin lange genug, um einen geschmei­digen Abend entspannt ausklingen zu lassen. Übrigens: die maximale Leucht­kraft liegt bei etwa 60 Lumen. Für den Einsatz als Schreib­tisch­lampen-Ersatz eher zu dunkel, aber Elgato vermarktet die Flare nicht ohne Grund als „Stimmungs­licht“ und passiver Beleuchtung. Dennoch: auf maximaler Stufe heller als viele andere IKEA-Leuchten von IKEA und Co. 

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Smart dank App für iOS, Android und Apple Watch

Wie erwähnt lässt sich die Avea Flare über die unter­seitig angebrachten Buttons bedienen, eigentlich angedacht ist aber die Bedienung per Smart­phone. So gibt es passende Avea-Apps für iPhone, iPad und Android-Smart­phones und Nutzer einer Apple Watch können die Lampe auch direkt von ihrem Handgelenk kontrol­lieren. Kurz zusam­men­ge­fasst, bevor wir einen genaueren Blick auf die Apps werfen: die Einrichtung ist unpro­ble­ma­tisch und schnell erledigt, die Apps sind simpel und selbst­er­klärend aufgebaut, hier gibt es also kaum Kritik­punkte.

Elgato Avea
Entwickler: Elgato Systems
Preis: Kostenlos
Elgato Avea
Entwickler: Elgato Systems
Preis: Kostenlos

Beginnen wir einmal mit der ersten Einrichtung der Flare-Lampe, was innerhalb weniger Sekunden erledigt ist. Auf dem Smart­phone Bluetooth aktivieren, die dazuge­hörige App starten, den Punkt „Lampe hinzu­fügen“ auswählen und die Lampe einschalten. Schon wird die Lampe über die App erkannt und eurem Avea-System hinzu­gefügt – habt ihr mehrere Lampen der Avea-Serie, so könnt ihr auch die restlichen Leuchten in die App einpflegen. Einfacher geht es fast schon nicht. Daumen hoch. 

Die Bedienung innerhalb der App ist nicht weniger simpel, denn bereits in der Haupt­über­sicht werden euch verschiedene vorge­fer­tigte Licht-Szenen angeboten: Namen wie „Kamin­feuer„, „Abend­stimmung„, „Polar­licht„, „Wunderwald„, „Karibik“ und fünf weitere Szenen. Jede Szene besitzt dabei eine andere „Akzent­farbe“ und einen leichten bis auffäl­li­geren Farbübergang und Farbverlauf – gefällt mir recht gut, vor allem die Polar­licht-Szene fand ich sehr nett gemacht, hat sich recht schnell zu meinem persön­lichen Favoriten entwi­ckelt. Wem eine Szene entweder zu hell ist oder etwas mehr Dynamik in den Farbüber­gangen haben möchte, der kann hier manuell ein wenig anpassen. Etwas schade ist, dass man keine eigenen Licht-Szenen festlegen kann, wäre eine nette Ergänzung zu den bestehenden Modi gewesen. 

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Ihr mögt lieber ein einfar­biges, nicht wechselndes Licht? Kein Problem, denn ihr könnt auch eine feste Farbe und Helligkeit festlegen – sogar ein kalt- oder warmweißes Licht ist hierüber möglich. Auch hier eher nur als Akzent­licht gedacht, eignet sich die Lampe mit weißem Licht und maximaler Helligkeit durchaus als kleines Nacht-Leselicht. Zu guter Letzt bietet die Avea Flare auch einen Licht­wecker. Weckzeit eingeben, den gewünschten Ton auswählen, schon werdet ihr zu gegebener Zeit von der Leuchte geweckt, indem 15 Minuten vor der Weckzeit damit begonnen wird, die Helligkeit der Lampe in sanften Stufen immer weiter zu erhöhen. Auch der optionale Sound wird dabei Schritt-für-Schritt lauter, mangels Lautsprecher kommt dieser aber aus dem Smart­phone.

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Kleiner Hinweis, was ich etwas schade finde: Die Avea Flare kann nicht autark arbeiten. Zwar wird die zuletzt genutzte Licht­ein­stellung in der Lampe gespei­chert und beim nächsten Einschalten über den Button und bei nicht verbun­denem Smart­phone auch wieder aktiviert, der Licht­wecker aber erfordert eine Verbindung zum Smart­phone. Kleine Uhr mit auf den Chip gebracht wäre sicherlich keine schlechte Idee gewesen, dann nämlich hätte man die Lampen auch automa­tisch zu einer bestimmten Uhrzeit ein- und ausschalten können. Auf diese Möglich­keiten verzichtet Elgato bei ihrem Avea-Licht­system jedoch, es ist eben nicht auf die häusliche Automa­ti­sierung ausgelegt, sondern auf eine unkom­pli­zierte Bedienung mit Spaßfaktor. 

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Fazit: Hoher WAF, hoher Preis

Vorsicht, Klischee-Keule: Frauen mögen alles was schick auf der Kommode steht und bunt leuchtet, der WAF dürfte hier sicherlich recht weit oben zu finden sein. Ernsthaft: Die Avea Flare Lampe sieht – sehen wir mal von dem Outdoor-Kunst­stoff ab – nicht gerade unschön aus und macht vor allem einge­schaltet einiges als punktuelle Akzent­be­leuchtung her. Die Farben sind intensiv, die unter­schied­lichen Licht-Szenen bieten Abwechslung und eine leichte Dynamik, sodass der Effekt mehr als ansehnlich ist und durchaus für eine positiv-warme Stimmung sorgen kann. Auch die Verbindung mit der Avea-App ist völlig unpro­ble­ma­tisch, das Wechseln zwischen den Licht-Szenen und den unter­schied­lichen Farben und Hellig­keiten ist ruck-zuck erledigt und ohne große Latenz. 

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Größter Kritik­punkt sicherlich der Preis, denn immerhin werden für die Avea Flare rund 100 Euro aufge­rufen. Verglichen mit einfachen Farbwechsel-Leuchten oder Deko-Lampen ein gutes Stück hochprei­siger, dafür bietet die Flare aber auch mehr Funktionen (Bedienung per Smart­phone und Apple Watch, unter­schied­liche Licht-Szenen, Licht­wecker). Auch verglichen mit den sonstigen Avea LED-Glühbirnen (etwa 35 Euro) erscheint der Preis als recht hoch, wobei hier dann Schirm und Akku fehlt, ist also auch nur schwer zu vergleichen. Ein paar Euros hätte man sicherlich abziehen können, tut den Spaß an der Avea Flare aber keinen Abbruch und immerhin ist man auf einem Niveau mit den Philips Living Colors. 

Sieht man jedoch einmal vom Preis ab, ist die Avea Flare aber eine tolle Kombi aus Indoor- und Outdoor-Stimmungs­licht mit einer breiten Einsatz­mög­lichkeit. Falls ihr das Geld ausgeben wollt und euch die Idee gefällt: von mir gibt es einen Daumen nach oben.