Enlight 2 Photofox: überteuerte Bildbearbeitung-Suite für iPhone und iPad

Marcel Am 07.07.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:13 Minuten

Apps, die sich das mobile Bearbeiten eurer Fotos zur Aufgabe gemacht haben gibt es so einige. Simplere One-Trick-Apps, die auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert sind, sowie umfangreichere Bildbearbeitung-Suites. Zu einer der besten Lösungen zählte ich bei Veröffentlichung und auch danach noch die App Enlight aus dem Hause Lighttricks, die mit einer sehr durchdachten Oberfläche und zahlreichen Funktionen fett punkten konnte und bis zuletzt auf meinem iPhone und iPad vertreten war. 4,49 Euro als Einmalkauf – höher als der gängige Durchschnitt, aber für die hohe App-Qualität absolut in Ordnung. Bereits mit der Veröffentlichung der virtuellen Schminkkasten-App Facetune 2 war für mich aber klar, dass die Entwickler den Abo-Weg auch mit Enlight gehen würden. Die Frage war nur nach dem Wann und mit der jüngsten Veröffentlichung von Enlight 2 aka Enlight Photofox hat sich auch diese Frage geklärt.

Heftig ist allerdings, welche Preise man sich für Enlight Photofox ausgeguckt hat, denn die haben sich echt gewaschen. Die Grundversion ist zwar kostenlos nutzbar, wer allerdings den kompletten Umfang nutzen möchte, der muss sehr tief in die Tasche greifen. Genauer gesagt ist man beim Abo mit 3,99 Euro pro Monat beziehungsweise 19,99 Euro im Jahr dabei. Für Abo-Verweigerer steht jedoch auch ein Einmalkauf zur Verfügung, der mit 43,99 Euro nicht weniger hart erscheint. Klingt für euch alles noch akzeptabel? Dann solltet ihr euch beeilen, denn bei den genannten Preisen handelt es sich um Einführungspreise. Die finalen Preise liegen letztlich bei satten 7,99 Euro beziehungsweise 38,99 Euro für die Abos und bei rund 90 Euro für den Einmalkauf. Da fragt man sich dann doch, welche Markt- und Preisanalysen man diesen Preisen zugrunde gelegt hat.

Etwas zu Gute halten muss man den Entwicklern aber, dass sie ihr Handwerk trotz allem verstehen, denn bei Enlight Photofox handelt es sich um eine starke Weiterentwicklung der ersten Version. Gab es bisher schon viele Möglichkeiten, seine Bilder mobil bearbeiten zu können, so wandelt man nun auf Pfaden „echter“ Bildbearbeitungs-Apps wie Pixelmator und Affinity Photo. Zu den Neuerungen gehört unter anderem die Einführung von Ebenen, mit denen sich Fotos kombinieren und jede Ebene einzeln bearbeiten lassen. Ebenfalls hinzugekommen ist ein virtueller Darkroom, diverse neue Lichteffekte, Filter, Elemente, Schriften und Co., ein smartes Schnellauswahlwerkzeug, Copy & Paste, sowie RAW-Unterstützung und vieles, vieles mehr.

Der kostenlose Umfang on Enlight 2 orientiert sich dabei ein wenig an der Vorgänger-Version, momentan sind lediglich das virtuelle Fotolabor, die Filmeffekte, sowie das Reparatur- und Verformen-Werkzeug nur zahlenden Pro-Nutzern vorbehalten. Für die meisten Nutzer dürfte der Funktionsumfang demnach völlig ausreichend, vielmehr zielt man getreu dem Abo-Namen auf die „Pros“ ab. Fraglich ist allerdings, ob diese bereits a) ihre Arbeit so sehr vom Desktop aufs iPad verlagert haben und b) bereit sind, die auch dann noch sehr happigen Preise zu zahlen. Ich denke mal weniger, zumal man eben zum Beispiel mit Affinity Photo und Pixelmator auch zwei iOS-Pendants der äußerst beliebten und erfolgreichen Mac-Bildbearbeitungen im App Store vorfindet, die noch dazu deutlich günstiger zu haben sind.

Daher ein gemischtes Fazit: Eine auch für Free-Nutzer gelungene Weiterentwicklung, ich hoffe allerdings, dass sich die Entwickler mit diesen Preisen nicht ins eigene Bein geschossen haben. We will see…

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