Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Neun Apple-Produkte, welche keinen Erfolg brachten

Marcel Am 06.07.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:17 Minuten

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt auch für Apple, denn nicht jedes Produkt war so begehrt wie MacBook, iPod, iPhone und iPad. Immer wieder in der Geschichte Apples kam es zu Produkten, welche es zwar zur Marktreife brachten, dann aber wie Blei in den Regalen liegen blieben und nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwanden. Viele Geräte kamen in der Zeit während Steve Jobs‘ Abwesenheit von Apple auf den Markt und wurden nach seiner Rückkehr eingestellt. Was ich ganz interessant finde: Viele dieser Geräte sind heute inzwischen nahezu standard, zum damaligen Zeitpunkt waren diese aber überteuert, ihrer Zeit voraus und letztlich nicht für die Masse interessant. MakeUsOf hat einmal die neun größten Apple-Fail-Produkte zusammengestellt, die ich euch auch nicht vorenthalten möchte.

MacIntosh TV (*1993 †1995)

Der MacIntosh TV aus dem Jahre 1993 war ungefähr das, was man heute als Apple TV kennt: die Verbindung zwischen Fernseh- und Computerwelt. Optisch orientierte sich der „Mac TV“ am damaligen MacIntosh-Design, kam allerdings in schwarz daher. Bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1995 wurden 10.000 Stück des MacIntosh TV abgesetzt.

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Apple PowerCD (*1993 †1996)

Das PowerCD war ein tragbarer CD-Player, welcher im Jahre 1993 auf den Markt gebracht wurde. Zwar konnte das PowerCD auch als Stand-Alone-Player verwendet werden, in erster Linie war es aber als eine Art „externes Laufwerk“ für die eigenen Notebooks gedacht. Aufgrund des hohen Preises und der Tatsache, dass Apple kurze Zeit später damit begonnen hatte, CD-Laufwerke in die Notebooks einzubauen, wurde das Ding 1996 eingestellt. Es gab übrigens von Philips (CDF 100) und Kodak (PCD 880) zwei baugleiche Modelle.

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Apple Newton MessagePad (*1993 †1998)

Als einer der ersten Hersteller brachte Apple im Jahre 1993 einen PDA auf den Markt, welcher mit einem Touchscreen und einer lernfähigen Handschrifterkennung ausgestattet war. Der Erfolg hielt sich trotz sechs Nachfolgemodelle in Grenzen, sodass Steve Jobs diesen bei seiner Rückkehr zu Apple im Jahre 1998 einstellen ließ.

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Apple Interactive Television Box (*1994 †1995)

Die Apple Interactive Television Box war eine Set-Top-Box, welche in Partnerschaft mit einigen Telekommunikationsunternehmen in den USA und Europa getestet wurde. Dieser sollte dem Zuschauer eine Art „Interaktives Erlebnis“ erlauben – so konnte er zum Beispiel Inhalte selbst auswählen, zurückspulen und so weiter, also quasi das, was wir heute so als Streaming bezeichnen. War natürlich seiner Zeit weit voraus und so wurde der Apple ITV eingestellt, bevor er überhaupt auf den Markt gebracht wurde. Auf den apple’schen Servern findet sich übrigens noch heute eine (englischsprachige) Bedienungsanleitung.

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Apple QuickTake (*1994 †1997)

Bei der QuickTake von Apple handelte es sich um eine der ersten Modelle von digitalen Kameras für den Massenmarkt. Im Jahre 1994 kam das erste Modell, die QuickTake 100, auf den Markt, gebaut wurde diese von Kodak. Die umgerechnet 750€ teure Kamera bekam kurze Zeit später einen Nachfolger in Form der QuickTake 150, bevor im Jahre 1996 eine weitere QuickTake 200 in Zusammenarbeit mit Fujifilm auf den Markt gebracht wurde. Die QuickTake fiel ebenfalls Steve Jobs zum Opfer: bei seiner Rückkehr zu Apple ließ er auch dieses Produkt sterben.

Apple Pippin (*1995 †1997)

Apple Pippin bezeichnete eine von Apple entwickelte Spielekonsole, welche im Jahre 1995 auf den Markt gebracht wurde und von verschiedenen Herstellern lizensiert werden sollte. Letztlich lizensierte jedoch nur Bandai die Konsole, sodass diese mit einem Preis von 599 US-Dollar einfach unterging. Zu schlecht die Konsole, zu dominant war die Sony PlayStation und der SEGA Saturn.

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Apple eMate 300 (*1997 †1998)

Das Apple eMate 300 gehörte zur Newton-MessagePad-Reihe und erschein 1997 als letztes Modell der Reihe. Im Gegensatz zu den MessagePads besaß das eMate 300 eine fest verbaute Tastatur – ich persönlich würde es als das erste „Netbook“ bezeichnen, welches sich aber ebenfalls nicht durchsetzen konnte, sodass es den MessagePads in die ewigen Jagdgründe folgen musste.

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Twentieth Anniversary MacIntosh (*1997 †1998)

Im Jahre 1997 brachte Apple zum 20. Firmenjubiläum das Sondermodell Twentieth Anniversary Macintosh auf den Markt. Während er noch kurz nach Produktionsstart für knappe 10.000 US-Dollar gehandelt wurde, zahlte man kurz vor seiner Einstellung ein Jahr später „nur“ noch knapp 2.000 US-Dollar. Dafür gab es aber nicht nur einen PC mit 250 MHz, 12,1“ Bildschirm, TV-Tuner, 33,6-kbps-Moden und Tastatur mit Touchpad, sondern auch noch eine CD-Hülle aus Leder und ein Kugelschreiberset im Lederetui. Fünf Monate nach dem Produktionsstop stellt Apple den ersten iMac der Öffentlichkeit vor.

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Apple iPod HiFi (*2006 †2007)

Im Jahre 2006 stellte Apple ein tragbares Lautsprechersystem für seine iPod-Linie vor, welches auf den Namen iPod Hi-Fi hörte und für 349€ zu haben war – knapp 1 1/2 Jahre später stellte man den iPod Hi-Fi wieder ein. Funfact: Der Misserfolg des iPod Hi-Fi führte dazu, dass Apple fortan sämtliches Zubehör für den iPod ohne den Namen iPod bezeichnet – viele Kunden sind bei dem Gerät davon ausgegangen, dass das ganze ein Abspielgerät bezeichne, da dieses auf alle anderen Geräte (iPod Shuffle, iPod Nano, iPod Touch, …) zutrifft. Naja.

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