Facebook-Alarm: Betrüger kopieren Profile und schreiben Kontakte an

Am 21.07.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:27 Minuten

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Auf Facebook mehren sich Meldungen zu einer Betrugs­masche, die eigentlich gar nicht so neu ist. Da ich aber in meiner Timeline vermehrt Fälle vernommen habe, an dieser Stelle einmal eine kleine Warnung.

Wie ist der Ablauf der Betrugs­masche? Im Gründe läuft die Betrugs­masche immer nach dem gleichen Muster ab: Es wird ein Profil kopiert (nein, es wird nicht gehackt, siehe unten), dieses erhält natürlich auch den Namen des ursprüng­lichen Profils – nur mit dem feinen Unter­schied, dass der Name entweder einen Buchstaben­dreher aufweist oder sonst irgendwie falsch geschrieben wurde Nun werden reihen­weise Kontakte der eigent­lichen Profils mit Freund­schafts­an­fragen bedacht, wird diese angenommen, so erhalten dieje­nigen eine kurze Nachricht des gefälschten Profils. In diesem wird wahlweise nach der Handy­nummer gefragt – oder direkt nach einem Code für eine PaysafeCard. 

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Bei Letzterem gilt natürlich: Man sollte niemals Codes für Gutha­ben­karten oder ähnliches rausrücken. Anders hingegen sieht es mit der Handy­nummer aus, diese geben viele ohne Zögern her. Hat man dies gemacht, so wird diese Handnummer in einem SMS-Bezahl­system namens ZONG einge­geben. Den Code erhält natürlich der Besitzer der SIM-Karte, aber die Betrüger sind ja nicht doof und erfragen diesen Code bei der entspre­chenden Person, die ihnen die Telefon­nummer gegeben hat. Spätestens hier sollten die Alarm­glocken schrillen, solange ihr diesen Code nicht rausgebt, verläuft die ganze Masche im Sande. 

Wie wird es gemacht und wie kann man sich schützen? Wie erwähnt werden die betrof­fenen Profile nicht gehackt, sondern schlichtweg kopiert – ein, zwei Bilder sind ja immer öffentlich und lassen sich nicht vermeiden. Viel wichtiger für die Masche ist aller­dings, dass die Freun­des­listen der Profile öffentlich sind – denn ohne Einsicht in die Kontakt­liste gibt es keine Freund­schafts­an­fragen. Daher kann man sich selbst schon vor der Masche schützen, indem man man die Sicht­barkeit der Freun­des­liste zumindest nur für Freunde sichtbar macht. Dazu einfach rein in die eigene Freun­des­liste, oben auf das Stift-Icon klicken und dann unter dem Punkt „Wer kann deine Freun­des­liste sehen?“ entweder „Freunde“ oder „Nur ich“ auswählen.

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Was kann man tun, wenn es zu spät ist? Ist das eigene Profil einmal kopiert worden, kann man eigentlich nicht mehr viel machen. Natürlich sollte das Profil von einem selbst und jedem, der eine Freund­schafts­an­frage erhalten hat gemeldet und blockiert werden – wobei die Profile nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden. Hat man die Freund­schafts­an­frage bereits angenommen und seine Handy­nummer preis­ge­geben, so sollte man zumindest den Bezahl-Code nicht mehr heraus­rücken – alleine mit der Handy­nummer kann man genauso wie mit der reinen Annahme der Freund­schafts­an­frage nichts bewirken, ist genauso ein Schwachsinn, wie irgend­welche „Viren-Profile“. Hat man aller­dings auch diesen schon rausge­rückt, sollte man einfach nur die Handy­rech­nungen im Auge behalten oder sofort seinem Provider anrufen und sämtliche ZONG-Zahlungen sperren lassen. 

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Wie lässt es sich zukünftig vermeiden? Um die ganze Sache vermeiden zu können hilft es wie beschrieben, die eigene Kontakt­liste nur für Freunde oder sich selbst sichtbar zu machen und möglichst viele Inhalte für öffent­liche Augen zu sperren – mehr kann man als kopierter Nutzer eigentlich gar nicht machen. Erhält man selbst eine Freund­schafts­an­frage, sollte man nicht alles annehmen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Der Name ist falsch geschrieben, bereits hier sollte es jedem nicht ganz koscher vorkommen – noch dazu ist man bereits mit der Person befreundet, auch diese Tatsache sollte ein wenig verwundern. Ansonsten gilt wie immer: Handy­nummern und erst recht irgend­welche Bezahl-Codes oder Guthaben-Codes sollten niemals durch den Messenger wandern.