Facebook Messenger: (Optionale) Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung nun für alle Nutzer verfügbar

Am 05.10.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:24 Minuten

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In den letzten Tagen hat Facebook seinem hausei­genen Messenger eine Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung spendiert, bislang war die Verschlüs­selung aller­dings nur für einen kleinen Nutzer­kreis verfügbar. Dies ändert sich nun, denn ab sofort können alle Messenger-Nutzer verschlüs­selte Konver­sa­tionen nutzen. Facebook setzt hierbei – wie auch im Falle von WhatsApp – auf das Signal-Protocol von Open Whisper Systems. Das Protokoll gilt als sicher, hat aller­dings auch den altbe­kannten Nachteil, dass die Chats mit einem Geräte­schlüssel gesichert werden. Heißt folglich: „Geheime Chats“, wie Facebook sie nennt, sind nur auf einem Gerät vorhanden und werden nicht auf andere angemeldete Geräte oder ins Web synchro­ni­siert.

Messenger
Entwickler: Facebook, Inc.
Preis: Kostenlos
Messenger
Entwickler: Facebook
Preis: Kostenlos

Von Haus ist hat Facebook die E2E-Verschlüs­selung für Chats aber nicht aktiviert, statt­dessen müsst ihr verschlüs­selte Chats mit bestimmten Kontakten explizit aktivieren – was ihr über die Kontak­t­infos und den Punkt „Geheime Unter­haltung“ erreichen könnt. Habt ihr einen geheimen Chat mit einem Kontakt gestartet, ist dieser Verlauf eben nur auf dem Smart­phone sichtbar, außerdem tauchen Konver­sa­tionen nun unter Umständen doppelt auf – einmal der reguläre, unver­schlüs­selte Chat, zum anderen eben die verschlüs­selte Variante. Nachrichten lassen sich mit einem Timer – einer Art Selbst­zer­störung – versehen, außerdem könnt ihr auch Bilder „sicher“ verschicken, Videos und GIFs sind aktuell noch nicht möglich. 

Ob der Facebook Messenger damit nun als „sicher“ gilt? Jain. Auch Telegram wird oftmals als verschlüs­selter Messenger angepriesen, dennoch dürften gefühlte 99% der Chats unver­schlüsselt sein. Auch hier müssen verschlüs­selte Chats erst explizit aktiviert werden (und können dann ebenfalls nicht geräte­über­greifend synchro­ni­siert werden), weswegen Telegram (und auch der Facebook Messenger) nicht per se als „sicher“ gelten, ein kleiner Trugschluss. Ja, die Möglich­keiten der Verschlüs­selung gibt es, aller­dings darf man eben durchaus die Frage in den Raum stellen, wie viele Nutzer diese auch wirklich nutzen… 

via mobiFlip