Falcon Pro 3 für Android veröf­fent­licht: Der eigentlich beste Twitter-Client, leider mit ein paar Schatten

Am 12.01.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:03 Minuten

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Falcon Pro dürfte in den letzten ein bis zwei Jahren einer der am belieb­testen alter­na­tiven Twitter-Clienten für Android – aber eben auch etwas „zu beliebt“. Denn dank der Begrenzung an Nutzern durch die Twitter-API lassen sich Twitter-Apps ab 100.000 Nutzern nicht mehr verkaufen, da sich neue Käufer eben nicht mehr einloggen können. Zwar gab es einen kleinen inoffi­zi­ellen Worka­round für Falcon Pro, dennoch ließ der Entwickler die Weiter­ent­wicklung nach und nach einschlafen – ein nachvoll­zieh­barer Schritt, immerhin lässt sich mit der App ab dem besagten Zeitpunkt eben nichts mehr verdienen. Dennoch hat sich Joaquim Verges einmal drange­macht und Falcon Pro komplett neuge­schrieben, Version 3.0 ist ab sofort im Play Store verfügbar.

Größe und offen­sicht­lichste Änderung dürfte in Bezug auf die Optik zu finden sein, denn Falcon Pro 3 setzt nun voll und ganz auf das so oft zitierte Material Design, was ohne großes Wenn und Aber schick und übersichtlich aussieht. In Sachen Bedienung setzt Verges wie bisher auch auf eine ordentlich promi­nente Spalten-Funktion, soll heißen: Sämtliche Inhalte, also Timeline, Suchen, Profile, Listen und dergleichen lässt sich in eine eigene Spalte setzen, zwischen die man schnell und einfach per Wisch wechseln kann – hat schon bei Falcon Pro Spaß gemacht, ist auch bei Version 3 nicht viel anders, vor allem funktio­niert das ganze ohne Ruckler oder dergleichen, ganz butter­weich.

Was ich vor allem sehr gelungen finde: Falcon Pro 3 besitzt eine Seiten­leiste, in der es nicht nur einen kurzen Überblick über eure Follower-Zahlen erhaltet, sondern auch alle Inter­ak­tionen aufge­listet bekommt. Also Erwäh­nungen, Antworten, auch Retweets und Favs werden euch hier angezeigt – etwas, was viele andere Apps nicht bieten, was für mich aber eines der Haupt­merkmale der offizi­ellen Twitter-App darstellt. Was mich ebenfalls bei vielen Clienten stört ist ist Anzeige von Konver­sa­tionen: Ich verfolge diese gerne mal, viele Clienten bieten aber entweder gar keinen, einen schlecht umgesetzten oder umständlich erreich­baren Verlauf an. Nicht aber Falcon Pro 3: Auf einen Tweet klicken, schon wird auch die Konver­sation chrono­lo­gisch korrekt angezeigt. Auch nicht schlecht: Öffnet ihr einen Tweet welcher eine URL beinhaltet, so wird diese unterhalb des Tweets innerhalb der App geladen – per Wisch gelangt ihr wiederum schnell zur besagten Konver­sation. Tolle und praktische Sache. 

Optik top, nette Funktionen, somit könnte Falcon Pro 3 einer der besten Twitter-Clienten darstellen – nicht nur für Android, sondern auch mit Blick auf iOS oder Windows Phone. Doof nur, dass Verges wie auch Chris Lacy mit dem Action Launcher 3 eine nicht wirklich fertig­ge­stellte App rausge­hauen hat, denn es fehlen einige Funktionen. Einstel­lungen wären hierbei noch optional zu erwähnen, der ein oder andere möchte die App sicherlich an der ein oder anderen Stell­schraube noch etwas persön­licher justieren – damit aber könnte man leben. 

Was aber gerade bei einer Twitter-App eigentlich mal so gar nicht geht: Bislang gibt es keine Direkt­nach­richten. Sind halt einfach nicht imple­men­tiert – somit für mich persönlich trotz des gelun­genen Rests ein K.O.-Kriterium. Wie auch beim Action Launcher 3 gilt: Keines­falls eine schlechte App, aber lieber ein paar Wochen mit der Veröf­fent­li­chung warten und statt­dessen eine vollständige App anbieten – immerhin folgen Einstel­lungen und DMs mit dem nächsten Update, hätte sich also nur noch um ein paar Tage gehandelt. 

Wer sich dennoch auf Falcon Pro 3 einlassen möchte: Auch als bestehender Nutzer müsst ihr erneut zahlen. Klingt böse, ist es aber auf keinen Fall, denn ich denke, es ist das gute Recht von Entwicklern, für umfang­rei­chere Updates Geld zu verlangen – immerhin war es schon immer so, erst seit den mobilen Apps ist die Meinung, Updates müssten größten­teils kostenlos sein, ein wenig breiter getreten worden. Aber da eben nur eine begrenzte Anzahl an Token seitens Twitter zur Verfügung stehen, müssen gerade Entwickler derar­tiger Clienten eben schauen wo sie bleiben.

Zum Preis­modell: Falcon Pro 3 lässt sich mittels vorde­fi­nierten Listen kostenlos auspro­bieren, wollt ihr die App dann mit eurem Account nutzen so werden 3,38 Euro fällig, für jeden weiteren Account den ihr hinzu­fügen wollt (soll ja einige Multi-Account-Nutzer da draußen geben, u.a. für das private Profil und das der Webseite oder ähnliches), werden nochmals 1,69 Euro pro Account berechnet. Fazit zum Schluss? Ein paar mehr Funktionen und vor allem her mit den Direkt­nach­richten – dann gäbe es an Version 3 fast kein vorbei. 

Falcon Pro 3
Preis: Kostenlos+

via Twitter I, II