Fibaro Motion Sensor: Z-Wave 4-in-1-Multisensor im Kurztest mit homee

Marcel Am 02.03.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:02 Minuten

Smart Home ist schön und gut – aber ohne Komponenten macht es nur wenig Spaß. Klar ist es nett, die Beleuchtung und Heizung via Smartphone oder Sprachsteuerung wie beispielsweise Amazon Alexa bedienen zu können. Aber erst eine gewisse Automatisierung bringt den Spaß mit. Und dazu bedarf es eben weiterer Smart Home-Komponenten, wie im aktuellen Falle Bewegungsmelder. Gibt es in verschiedenen Ausführungen, aktuell habe ich mir einmal den Fibaro Motion Sensor angeschaut. Meine subjektive Meinung: einer der schicksten Sensoren auf dem Z-Wave-Markt, noch dazu handelt es sich bei diesem weniger um einen reinen Bewegungsmelder, sondern vielmehr um einen Multisensor. Denn der Fibaro Motion Sensor erfasst nicht nur Bewegungen, sondern kann auch die Temperatur und Helligkeit messen und besitzt einen Beschleunigungssensor. Aber dazu später mehr.

Laut Fibaro hat man sich bei dem Design der kleinen Kugel (der Durchmesser beträgt 4,4 Zentimeter) an der Natur bedient, genauer gesagt hat man den Bewegungsmelder wie ein Katzenauge geformt. Gerade beim Blick auf die LED wird dies deutlich, wobei Fantasy-Fans wohl eher das Auge Saurons erkennen dürften. Betrieben wird der Bewegungsmelder mit einer CR123A-Batterie, die diesen laut Herstellerangaben rund drei Jahre lang mit Strom versorgen soll – wobei es natürlich darauf ankommt, wie ihr die Intervalle eingestellt habt und wie häufig der Melder auslösen muss. 1-2 Jahre dürften aber realistisch sein. Gefällig ist die Flexibilität des Sensors: Die (magnetisch haftende) Halterung lässt sich nach belieben auf der Kugel verschieben und dient sowohl der Befestigung an Wand und Decke, als auch als Standfuß zur Platzierung auf der Kommode oder sonst wo. Die Verarbeitung? Absolut in Ordnung und solide.

Bei Z-Wave-Geräten ist es bekanntlich immer so eine Sache: Primär funktionieren diese lediglich in den Hersteller eigenen Systemen so wie vorgesehen. Nur weil ein Standard genutzt wird, heißt es eben nicht, dass die Kompatibilität bei 100% liegt. Beispiel: Der Fibaro Motion Sensor lässt sich zwar im Devolo Home Control als Fremdgerät einrichten und nutzen – aber eben nicht in entsprechender Form konfigurieren. Ich für meinen Teil setze nun schon seit geraumer Zeit auf die modulare Smart Home-Basis homee, die den Bewegungssensor soweit erkenntlich im Vollen unterstützt. Daher: Seht das ganze als kleinen Erfahrungsbericht über den Sensor selbst, nicht aber über die verfügbaren Möglichkeiten in eurem System. Funktionell dürfte homee aber der Fibaro-Integration und den FHEM-Basteloptionen entsprechen.

Die Einrichtung? Klappte ohne Probleme. Inkludierung starten, dreimal auf den Innenliegenden Button drücken, fertig. Interessant ist, dass Fibaro seinem magischen Auge eine ganze Reihe an Optionen mitgegeben hat, die sich entweder über die Oberfläche der Zentrale oder durch manuelles Setzen der entsprechenden Parameter setzen lassen. Werte wie Bewegungsempfindlichkeit, Dauer der Alarme, Auchwach- und Meldeintervalle sind noch ganz klassisch. Dazu gibt es aber auch die Möglichkeit, einen Temperaturversatz anzugeben oder die LED genauer zu justieren. Gerade mit den Farben lässt sich herumspielen, denn die LED kann in sieben verschiedenen Farben aufleuchten. Nettes Gimmick: Man kann die Farbe an die gemessene Temperatur koppeln (bis 21 Grad Blau, bis 29 Grad Grün, alles darüber Orange). Warum? Geht halt.

Der Fibaro Motion Sensor besitzt ein großes Sichtfeld, Pi mal Daumen wird ein Radius von 6-7 Metern abgedeckt. Je nach Anwendungszweck muss man halt ein wenig mit der Positionierung herumspielen. Selbiges gilt auch für die Bewegungsempfindlichkeit: Von Haus aus steht diese auf „Hoch“, sodass er auch kleinste Bewegungen meldet, inklusive Haustiere. Auf mittlerer oder niedriger Stufe werden Menschen ebenfalls noch zuverlässig erkannt, zumindest der Wachhund des Hauses aber nicht mehr. Muss man ausprobieren, ist bei Tieren (und gerade Katzen) ja immer so eine Sache. Darüber hinaus funktioniert auch der Beschleunigungssensor zuverlässig. Primär dient er als Manipulationsschutz (zum Beispiel Drehen des Sensors), lässt sich aber auch zur Erkennung einer sich öffnenden Tür missbrauchen (oder für den Briefkasten).

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch eine Temperatur- und Helligkeitsmessung. Liefern ebenfalls beide recht zuverlässige Werte, solltet ihr diese aber zwecks Hausautomatisierung nutzen wollen, benötigen sie ein wenig manuelle Justierung. Um beispielsweise die an der Sensorposition gemessene Temperatur mit jener in der Mitte des Raumes übereinstimmen zu lassen solltet ihr einen Temperaturversatz festlegen. „Problem“ bei der Helligkeitsmessung: Der Motion Sensor meldet nur Lichtänderungen von mehr als 200 Lux. Sprich: Habt ihr in einem Raum 150 Lux und schaltet dann das Licht aus, meldet ihr dies nicht, da die Änderung eben maximal 150 Lux betragen kann. Pro-Tipp: Über eure Smart Home-Zentrale (wenn möglich) den Parameter 40 manuell festlegen – zum Beispiel auf 50 (Lux).

Soviel einmal zu den technischen Dingen, nun zum praktischen: Wozu einen Bewegungsmelder? Klar, viele dürften zunächst an einen Einbruchsschutz denken oder an einen Trigger für die Alarmanlage. Es lassen sich aber noch zahlreiche weitere Szenarien erdenken, in denen ein Bewegungsmelder nützlich sein kann. Heimisches Beispiel: „Wenn Modus ‚Schlafend‘ aktiv und Bewegungsmelder Flur meldet Bewegung, dann Licht im Flur auf 1% einschalten“. Oder das Licht einschalten, wenn die gemessene Helligkeit unter n Lux fällt. Oder oder oder. Dank optional aktivierbarem Taschenlampen-Modus (die LED leuchtet bei Bewegung zehn Sekunden lang in Weiß auf maximaler Helligkeit) ließe sich der Fibaro Sensor sogar als Schubladenlicht missbrauchen – wäre allerdings eine teure Lösung.

Ein Bewegungsmelder bietet viele Möglichkeiten (und ein Multisensor noch mehr), die man aber erst einmal herausfinden muss. Und nicht alle Möglichkeiten funktionieren in allen Haushalten. Wer aber auf der Suche nach einem schmucken Bewegungsmelder mit weiteren Messungen ist, der kann beim Fibaro Motion Sensor bedenkenlos zuschlagen – sofern dieser eben von der häuslichen Zentrale unterstützt wird. Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung, das Gerät gerade beim Aufleuchten der LED ganz hübsch anzusehen, die Bewegungserkennung und Messung funktionierte zuverlässig. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann am ehesten der fehlende Feuchtigkeitssensor. Weiterer Pluspunkt: Verglichen mit anderen Sensoren ist der Multisensor mit einem Straßenpreis von rund 45 Euro recht günstig,

Artikel teilen

Kaufempfehlung*

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe eine Antwort

⚠ Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.