Kurztest Fibaro Smoke Sensor 2: Rauchmelder mit Z-Wave für homee & Co.

Marcel Am 29.07.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:46 Minuten

Der Name Fibaro ist dem ein oder anderen Smart-Home-interessierten Nutzer sicherlich schonmal über den Weg gelaufen, da würde ich fast Geld drauf verwetten. Der polnische Hersteller gehört zu den Big Playern auf dem Smart-Home-Markt und hat nicht nur ein eigenes System mit eigener Zentrale im Angebot, sondern stellt auch diverse Geräte her, die wahlweise mit Z-Wave oder etwas neuer auch mit HomeKit nutzen lassen. Die Aktoren und Sensoren punkten vor allem mit ihrer Funktionalität, aber auch in Sachen Design sind diese in meinen Augen recht vorne mit dabei – wird hierbei auch auf möglichst kompakte Gehäuse gesetzt. Bereits im Blog kurz vorgestellt hatte ich die Steckdose Wall Plug GEN5, den 4-in-1-Multisensor, sowie den „The Button„. Allesamt Geräte, die in besagtem Z-Wave-Protokoll unterwegs sind und völlig unproblematisch mit entsprechenden Smart-Home-Zentralen – in meinem Falle homee – zusammenspielen.

Mit dem Fibaro Smoke Sensor folgt nun der nächste Gerätetyp. Nun sind Rauchmelder wenig spannend und idealerweise hat man mit diesen nichts zu tun, sieht man einmal von der jährlichen Funktionskontrolle ab. Diese Tatsache dürfte aber auch zugrunde liegen, dass fast alle Rauchmelder eher häßlich aussehen und nur bedingt einen Designaward gewinnen würden. Der Fibaro Smoke Sensor hingegen sieht da schon deutlich hübscher aus und ist vor allem auch deutlich kompakter. Rund 6,5 cm misst der Durchmesser, die Höhe beträgt etwa 2,8 cm; entsprechend unauffällig lässt sich der Rauchmelder platzieren. Im Inneren werkelt eine CR123A-Batterie, die den Melder mit bis zu zwei Jahren mit Strom versorgt, wobei er ab 30 Tagen vor Erreichen der minimalen Batteriekapazität ein Signal an die Basisstation sendet. Alternativ kann auch mittels Adaptern eine konstante Spannungsversorgung hergestellt werden.

Die Montage an der Decke erfolgt wie üblich mittels Schrauben, wobei die entsprechenden Löcher in der Halterung zunächst vom Nutzer selbst vorgebohrt werden müssen. Wo ihr den Rauchmelder platzieren solltet, nehme ich an dieser Stelle mal als gegeben hin – da gibt es viele Pflichten im Lastenheft und einige Empfehlungen.  Was im übrigen nicht ganz unwichtig ist: Der Fibaro Rauchmelder entspricht der Norm EN 14604, die Anforderungen an Rauchmelder sowie gültige Prüfverfahren und die zu erfüllenden Leistungskriterien festlegt. Daher handelt es sich bei dem Rauchmelder um einen vollwertigen Rauchwarnmelder, der hierzulande auch in einer privaten Wohnung oder in einem Haus installiert werden können. In Deutschland ist ein Verkauf nicht zertifizierter Geräte zwar schon seit 2008 verboten, aber gerade bei ihren Pendants aus China sollte man zweimal hinschauen.

Die Einrichtung ins System ist simpel und klappte in meinem Fall völlig unproblematisch und beim ersten Versuch. Einzige Voraussetzung ist, dass sich der Rauchmelder in der nähe eurer Basisstation befindet und ihr nach Start der Inklusion dreimal schnell hintereinander die B-Taste am Gehäuse des Fibaro Smoke Sensors betätigt. Da es sich eben um ein Sicherheitsgerät handelt, funktioniert die Kernfunktionalität aber auch ohne irgendeine Smart-Home-Zentrale oder gar einer bestehenden Inklusion. Der Rauchmelder prüft alle fünf Sekunden, ob Rauch vorhanden ist. Nimmt er dann die physikalische Gegenwart von Rauch wahr, prüft er weitere dreimal mit einem Intervall von einer Sekunde. Auf diese Weise sollen Fehlalarme vermieden werden. Ist der Rauch dann weiterhin vorhanden, löst der Rauchmelder den Alarm aus, der natürlich direkt aus dem Gerät ertönt. Die Lautstärke ist, dank der angesprochenen Zertifizierung, vergleichbar mit anderen Rauchmelden. Sprich er dröhnt trotz seiner Größe durchdringend wahrnehmbaren 85 db und einem schrillen Ton durchs ganze Haus. Funktionierte in meinen Testläufen absolut zuverlässig, wobei ich nichts anderes erwartet habe.

Der reine Alarm ist aber natürlich nicht wirklich smart und so sendet der Rauchmelder bei Raucherkennung auch einen entsprechenden Alarm-Mitteilung an eure Basisstation. Dies bringt einen Vorteil, wenn ihr das Warnsignal gar nicht hören könnt – zum Beispiel weil ihr schlicht nicht zuhause seid. Im Falle von homee ist es dann so, dass sich nicht nur die App mit einer Benachrichtigung melden sollte, sondern die Raucherkennung lässt sich auch als Trigger in Aktionen (aka Homeegrammen) nutzen. Wie nützlich dies für euch ist, kommt natürlich auch darauf an, welche Gerätschaften ihr bereits smart gemacht hat. Beispielsweise können auch andere Rauchmelder auf einen Schlag alarmiert und ausgelöst werden, Jalousien können hochfahren und Lampen mit einem Blicken eine Warnung signalisieren. Vieles Spielerei, wer aber inzwischen so einiges vernetzt hat, der kann durchaus praktische Anwendungszwecke für diese Vernetzung finden.

Zusätzlich zum Rauchmelder kann das Gerät auch durch einen raschen Anstieg der Temperatur ein Feuer erkennen. Von Werk aus ist der Rauchmelder so eingestellt, dass dieser ab einem Temperaturwert über 55 Grad ebenfalls Alarm auslöst. Als Thermomelder, wie sie beispielsweise in Küchen oft zum Einsatz kommen, kann er aber dennoch nicht herhalten: Die Alarmfunktion lässt sich nicht für die optische Raucherkennung und der Temperatur getrennt voneinander deaktivieren. Solltet ihr es dennoch versuchen wollen, solltet ihr die Empfindlichkeit der optischen Raucherkennung auf die niedrigste Stufe (Parameter 3) herabsetzen. Allerdings lauft ihr dann weiterhin der Gefahr, dass Kochexperimente mit sehr stark ausgeprägten Röstaromen den Rauchmelder auslösen. Da solltet ihr nach der Montage und Einstellung also mal ein paar Probeläufe durchführen.

Prinzipiell bietet der Rauchmelder diverse Feinjustierungen, die mittels Parametern geändert werden können. Hierzu gehört zum Beispiel der Anzeigemodus der LED, Abstellverzögerung des Rauchalarms, Ein- und Ausschalten der LED und des akustischen Signals bei Eintritt einer beliebigen Alarmbedingung, der Temperaturmelde-Intervall, sowie Grenzen für den Temperatur-, Reichweiten- und Batteriestatus-Alarm. Sofern von eurer Smart-Home-Zentrale unterstützt sidn auch Broadcast-Alarme oder Assoziationen möglich. Letztere erlauben die Verknüpfung mit anderen Z-Wave-Geräten, ohne dass eure Zentrale dazwischengeschaltet ist (was homee aber bis dato nicht unterstützt). Hierbei solltet ihr bedenken, dass die Standardwerte entsprechend der Norm vorgenommen wurden und bei Ändern eines oder mehrerer Parameter die Zuverlässigkeit nur noch bedingt gegeben ist.

Fazit, ganz quick and dirty: Jau, im Vergleich zu den üblichen Rauchmeldern ist der Fibaro Smoke Sensor + ganz hübsch und wirkt weniger wie ein an die Decke geklatschter Kunststoffklumpen. Da man mit Rauchmeldern (hoffentlich) nur selten interagieren muss, aber sicherlich nichts, was unbedingt ins smarte Zuhause hinein muss. Es stellt jedoch eine gute zusätzliche Ergänzung dar und sei es nur, um auch unterwegs vom GAU informiert werden zu können. Die Temperaturmessung ist ein nettes Zubrot, ein zusätzlich verbauter Bewegungsmelder würde die Sache noch weiter abrunden und entsprechende Sensoren überflüssig machen. Allerdings ist der Rauchmelder mit rund 50 Euro für die Z-Wave-Variante im Vergleich zu handelsüblichen Standard-Rauchmeldern kein Schnäppchen, gerade bei mehreren Zimmern. Wer es gar noch eine Stufe sicherer gestalten möchte, der legt für den Fibaro CO-Sensor sogar knapp 70 Euro auf die Ladentheke – bei Investitionsbereitschaft wohl eher bessere Wahl.

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