Fiery Feeds für iOS: Recht umfang­reicher Feed-Reader für Feedly, Feedbin und Co.

Am 26.12.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:55 Minuten

fieryfeeds-ios

RSS Feeds sind im Gegensatz zur Google’schen Meinung aus dem Jahre 2013 alles andere als Tod. Während ich eine lange Zeit sowohl auf dem Mac, als auch auf dem iPhone die Reeader-App von Silvio Rizzi genutzt habe, bin ich auf dem Mac inzwi­schen nur noch mit Newsflow unterwegs – auf dem iPhone nutze ich Reeder zwar weiterhin, aber auch hier konnte mit Fiery Feeds eine weitere App einen sehr guten Eindruck hinter­lassen. Die App versteht sich neben dem Platz­hirsch Feedly auch auf Feedbin, MnmlRdr, Feedja, Feed Wrangler und Fever. Eine kleine Beson­derheit direkt zu Beginn: Fiery Feeds besitzt ein Widget für die Mittei­lungs­zen­trale, in dem ihr euch die aktuellsten Artikel inklusive einer kurzen Vorschau anzeigen lassen könnt – aber wohl eher etwas für die, die nicht allzu viele Feeds abonniert haben…

Im Grundsatz ähnelt die Reader-App natürlich den bishe­rigen Favoriten Reeder, Mr. Reader und Co., soll heißen auch hier gibt es Zugriff auf sämtliche, den ungele­senen oder den markierten Artikeln, die sich wiederum entweder nach dem Datum oder nach dem Feed sortieren lassen. In so weit stellt auch Fiery Feeds keine große Ausnahme dar. Standard­mäßig werden die vorhanden Artikel dabei mit einem Vorschaubild und einem kurzen Auszug angezeigt, ersteres lässt sich jedoch auch auf Wunsch deakti­vieren.

Ein Wisch von links nach rechts über einen Artikel blendet ein paar Möglich­keiten zur Inter­aktion wie zum Beispiel das Markieren des Artikels und dergleichen ein, ein Wisch in die entge­gen­ge­setzte Richtung markiert einen Artikel schnell als gelesen oder ungelesen – leider ohne Möglichkeit der Änderung, ich persönlich hätte es toll gefunden, wenn man auf derartige Weise Artikel auch schnell markieren könnte. 

Die Artikel­an­sicht selbst kommt ebenfalls recht typisch daher: Überschrift, Meta-Infos zum Artikel, Bilder und Text – außerdem könnt ihr Artikel per Tap markieren, als (un-)gelesen markieren, teilen und eben zwischen den Artikeln hin und her wechseln, was im übrigen auch per einfachen Wisch nach links oder rechts funktio­niert. Bezüglich des Teilens besitzt Fiery Feeds einen eigenen Sharing-Dialog, ermög­licht darüber hinaus aber auch den Aufruf des iOS-eigenen Share Sheets über einen nochma­ligen Tap auf das Share-Icon oben links – alter­nativ dazu lässt sich in den Einstel­lungen auch festlegen, dass grund­sätzlich nur der iOS-Dialog zum Teilen angezeigt wird. 

Soviel also einmal zur eigent­lichen Oberfläche, kommen wir einmal zu einer kleinen Beson­derheit von Fiery Feeds, denn die App lässt sich recht großzügig an die eigenen Vorlieben und Bedürf­nisse anpassen. So könnt ihr in den Einstel­lungen zahlreiche Dinge bezüglich der Optik ändern, seien es die verwen­deten Farben, die Schriftart und -größe und dergleichen. Ebenfalls lässt sich auch die Position der Seiten­leiste wechseln, die Vorschau­bilder deakti­vieren, die Sortierung ändern und so weiter und so fort – leider lässt sich die Vorschau­länge nicht auf den Wert „0“ setzen, minimal wird eine Textzeile angezeigt. 

Auch bezüglich des Teilens bietet Fiery Feeds eine ganze Reihe an Optionen an – aufge­teilt in Web-, URL- und E-Mail-Aktionen. So kann man Artikel zum Beispiel in diversen Diensten hinter­legen, die Bilder kopieren, den Artikel, die URL oder Vorschau an eine Mail verschicken und dergleichen. Dabei lassen sich die vorge­fer­tigten auch durch eigene Aktionen ergänzen, was vor allem für dieje­nigen inter­essant sein könnte, die sich etwas tiefer­gehend mit URL-Schemes beschäftigt haben und jene Funktio­na­li­täten zu nutzen wissen. 

Die restlichen Einstel­lungen und Features von Fiery Feeds? Aktua­li­sierung eurer abonnierten Feeds im Hinter­grund, Cache von Artikeln und Bildern, Artikel beim Scrollen als gelesen markieren und auch Push-Benach­rich­ti­gungen bei neuen Artikeln sind imple­men­tiert – wobei es hierbei sicherlich auch wieder darauf ankommt, wie viele Feeds ihr abonniert habt, denn bei zahlreichen Feeds mit etwas höherem Output könnte euer iPhone auch schnell zu einem leicht nervenden Vibrator werden. Ebenfalls recht inter­essant: Solltet ihr euer iPhone oder noch sinniger das iPad (denn auch darauf läuft Fiery Feeds) mit einer Bluetooth-Tastatur nutzen, so könnt ihr die App auch nahezu komplett mittels Tastatur-Shortcuts bedienen – hat man in der Form auch nur selten gesehen. 

Fazit zu Fiery Feeds? Alles in allem eine sehr durch­dachte App, die sich optisch an zahlreiche Vorlieben anpassen lässt und sich auch in Sachen Sharing gerade von Power-Nutzern sehr stark aufrüsten lässt. Die Aktua­li­sierung im Hinter­grund funktio­niert reibungslos und gefühlt zuver­läs­siger als zum Beispiel bei Reeder, dazu gibt es ein paar inter­es­sante und nützliche Funktionen an die Hand, die es zwar auch schon in anderen Apps gibt, aber eben ziemlich verteilt, sodass man immer Kompro­misse eingehen muss. Artikel beim Scrollen als gelesen markieren ist zum Beispiel solch ein Punkt, der mir in Reeder fehlt. Anders herum besitzt jedoch auch Fiery Feeds noch die ein oder anderen Punkte die mich etwas stören, wie zum Beispiel die nicht deakti­vierbare Vorschau, außerdem wäre es schön, wenn man die Schnell­aktion (Wisch nach links über einen Artikel) auswählen könnte und so Artikel zum Beispiel schnell markieren oder zu Pocket schieben könnte. 

Dennoch ist Fiery Feeds in meinen Augen deutlich mehr als eine brauchbare und gelungene Alter­native zum bishe­rigen „Platz­hirsch“ Reeder 2, da sich beide Apps nahezu ebenbürtig sind. Man macht definitiv weder mit der einen, noch mit der anderen App etwas falsch. Nur, dass Fiery Feeds ein gutes Stück günstiger als Reeder ist – falls euch das in eurer Entscheidung beein­flussen sollte. Nachdem ich der Nostalgie wegen lange Zeit nur Reeder genutzt habe und der Blick über den Tellerrand schwerfiel, bin ich inzwi­schen nur noch mit Fiery Feeds unterwegs – auch, weil die App gefühlt deutlich aktiver weiter­ent­wi­ckelt wird… 

Fiery Feeds Premium
Entwickler: Lukas Burgstaller
Preis: 9,99 €+