firefoxtestpilot

Im Mai diesen Jahres hat Mozilla das Test Pilot Programm für den Firefox an den Start geschickt, im Rahmen dessen sich neue, experi­mentelle Funktionen des Browsers ohne getrennte Developer- oder Beta-Version des Desktop-Firefox auspro­bieren lassen. Statt auf die eigentlich nicht für den produk­tiven Einsatz vorge­se­henen Versionen zu setzen, kann man sich also einfach die dazuge­hörige Erwei­terung instal­lieren und schon stehen einem verschiedene experi­men­telle Features bereit, die sich getrennt vonein­ander ein- und ausschalten lassen. Gefällt einem also ein Feature, lässt man es aktiviert – im Gegenzug kann man für sich unnötige Funktionen aber auch deakti­vieren.

Der Unter­schied im Vergleich zu den Nightly- und Aurora-Builds: Bei den über Test Pilot angebo­tenen Neuerungen handelt es sich erst einmal nur um Experi­mente, über deren schluss­endliche Umsetzung ein mittel­großes Frage­zeichen hängt. Dennoch hat man in der Vergan­genheit zum Beispiel mit dem Activity Stream, der Universal Search und No More 404s wirklich praktische Features imple­men­tiert, die man so auch gerne in die finale Version integrieren darf. Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für die jüngst neu freige­schal­teten Experi­mente mit den Namen Page Shot, Min Vid und Tracking Protection. 

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Bei Page Shot handelt es sich um ein kleines Screenshot-Tool, mit dem sich eben Screen­shots von Webseiten erstellen lassen. Dazu gibt es neben den typischen Möglich­keiten, eine ganze Webseite oder nur deren sicht­baren Bereich abfoto­gra­fieren zu können auch die Möglichkeit, mit der Maus den gewünschten Bereich auswählen zu können. Die Screen­shots werden daraufhin auf pageshot.net hochge­laden, von hier aus lassen sich die Bilder herun­ter­laden oder via Facebook, Twitter, Pinterest und Mail teilen. Besonders inter­essant: Bilder können nach einer festge­legten Zeit automa­tisch gelöscht werden – standard­mäßig passiert dies nach 14 Tagen, wobei man Screen­shots auch dauerhaft auf dem Server sichern kann. 

Das Experiment Min Vid erinnert ein wenig an das Video-pop-out-Feature von Opera, bezie­hungs­weise ist es eben eine Umsetzung für den Firefox. So lassen sich Videos, zum Beispiel von YouTube oder Vimeo, mittels einge­blen­detem Icon als Bild-in-Bild wieder­geben. Das Video bleibt so auch beim Wechsel des Tabs oder der Anwendung dauerhaft im Vorder­grund, wobei man die Größe und Position der PiP-Wiedergabe nach belieben verändern kann. Wird sicherlich mehr als ein Experiment werden, wäre zumindest wünschenswert, denn die Bild-in-Bild-Funktion für HTML5-Videos von Opera und Safari ist definitiv eine praktische Sache. 

Zu guter Letzt gibt es mit Tracking Protection auch eine Erwei­terung des Tracking-Schutzes, welcher bereits seit Version 42 in den Browser imple­men­tiert ist. Bislang ist es aller­dings so, dass der Schutz vor Tracker von Facebook, Google und Co. nur im privaten Modus zur Verfügung steht, das Experiment macht diesen aber global einsatz­bereit. Über ein eigenes Toolbar-Icon lässt sich der Schutz bei Bedarf auch für einzelne Seiten ausschalten. Wird auf kurz oder lang noch sicherer als das Min-Vid-Experiment seinen Weg in den regulären Entwick­lungs­zweig von Firefox finden – wäre ja ein durchaus nicht zu vernach­läs­si­gendes Allein­stel­lungs­merkmal.

Drei neue Experi­mente von denen zwei mehr als „nur inter­essant“ sind – lediglich Page Shot sehe ich doch eher als typisches Add-on-Feature und würde ich nur ungern im Core sehen. Wer es aber selbst einmal auspro­bieren möchte: Die Instal­lation erfolgt wie auch schon bei den vorhe­rigen Experi­menten über testpilot.firefox.com. Solltet ihr das entspre­chende Add-on noch nicht instal­liert haben, könnt ihr dies direkt über die Test-Pilot-Seite machen – danach stehen euch die Experi­mente dann über das Icon in der Toolbar zur Verfügung und lassen sich eben einzeln aktivieren und auspro­bieren.

Quelle Mozilla via Sören Hentz­schel