Flotato für macOS: Web-Apps im eigenen Fenster, die Drölfzigste

Marcel Am 03.06.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:34 Minuten

Viele Dienste verzichten inzwischen auf klassische Desktop-Anwendungen und setzen stattdessen auf Web-Apps. Der Vorteil ist sicherlich, dass Features mit verringertem Aufwand direkt an alle Nutzer ausgespielt werden können. Gleichzeitig verzichtet man aber auch auf einen gewissen Komfort, denn auch wenn der Browser heutzutage die meiste Zeit am Rechner geöffnet ist, so empfinde ich zumindest eine getrennte App als angenehmer und schneller. Um Web-Apps auch auf dem Desktop als mehr oder weniger eigenständige Anwendung nutzen zu können, gibt es bereits ein paar taugliche Lösungen, beispielhaft seien hier Unite und Epichrome genannt. Entwickler Morten Just, beruflich bei Google beheimatet, hat nun aber eine weitere Alternative entwickelt, die das ein oder andere Extra bietet.

Bei der Entwicklung von Flotato wurde laut Entwickler darauf geachtet, dass die App kompakt, leicht und schnell arbeitet. Denn im Gegensatz zu anderen Apps ihrer Art nutzt Flotato kein Electron bzw. Chrome, sondern greift aufs WebKit-Rendering zurück, was deutlich weniger Ressourcen beansprucht. Web-Apps lassen sich entweder über die Auswahl herunterladen, alternativ dazu könnt ihr Flotato auch einfach herunterladen, umbenennen, fertig. Je nach Dateiname fungiert Flotato als andere Web-App, hinterlegt werden kann die URL (z.B. analytics.google.com) oder definierte Namen wie Beispielswiese YouTube, Twitter, Netflix und Instagram. Die Webseiten werden in der mobilen Darstellung angezeigt, Fenster lassen sich über allen anderen anzeigen und die typischen Mac-Fensterbuttons werden nur bei Mausüberfahrt eingeblendet. Natürlich merkt sich Flotato auch eine geänderte Fenstergröße und dessen letzte Position, wie auch bei klassischen Mac-Apps.

Von Haus aus blockiert die App mehr als 30.000 bekannte Tracker von Google, Facebook und Co. und kann einen Benachrichtigungs-Zähler am Dock-Icon platzieren, sollte die Webseite eine neue Benachrichtigung ausgeben. Zu guter Letzt gibt es noch ein interessantes Schmankerl, dass man so bei anderen vergleichbaren Apps noch nicht gesehen hat: eine Live-Vorschau im Dock. Hierzu könnt ihr einen kleinen Ausschnitt auf der Webseite markieren, der dann eben anstelle des Icons im Dock genutzt wird. Kann praktisch sein, wenn man zum Beispiel seine aktuellen Besucherzahlen oder andere Informationen dauerhaft im Blick zu haben. Mit der kostenlosen Version von Flotato lassen sich bis zu sechs Web-Apps gleichzeitig nutzen und anzeigen – wer die Beschränkung aufheben möchte, muss rund 15 US-Dollar (also etwa 13,50 Euro) auf den Tisch legen. Kein Schnapper, aber wohl auch eher sehr speziell.

Projektseite von Flotato

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