Forklift 4: Neue Version der Alternative zum Mac-Finder geht an den Start

Marcel Am 05.09.2023 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:02 Minuten

Das Entwicklerteam von Binarynights hat seinen Dateimanager und FTP-Client ForkLift für macOS in finaler Version 4.0 an den Start gebracht. Eine komplett neu geschriebene App, die eine Reihe an Neuerungen mitbringt.

Ich behaupte mal, dass für die allermeisten Nutzer der Mac-Finder als Dateimanager völlig ausreichend ist. Immerhin bringt dieser von Haus aus schon etliche Möglichkeiten mit, ich persönlich habe inzwischen sogar ein dediziertes Renaming-Tool von der Festplatte verbannt, da mir die seit Yosemite integrierte Batch-Umbenennung ausreichend ist. Hinzu kommt, dass der Finder und seine Zusatzfeatures (beispielsweise Tags) so tief in macOS integriert ist, dass mir eine Alternative immer nur wie ein zusätzliches Tool vorkommt und weniger als wirklich gleichwertiger Ersatz. Aber nur mein persönliches Empfinden, es gibt genug Fans von alternativen Dateimanagern auf dem Mac und prinzipiell abgeneigt bin ich auch nicht. Der wohl bekannteste Vertreter für Apple-Rechner dürfte der seit 2007 entwickelte ForkLift aus dem Hause Binarynights sein. Tolle Finder-Alternative, die nicht nur das Durchforsten von lokalen und externen Speichermedien erlaubt, sondern auch einen FTP-Client, Anbindungen an diverse Cloud-Dienste und viele weitere Features mitbringt, die das ein oder andere zusätzliche Werkzeug obsolet macht.

Die letzte große Version 3.0 ist vor rund sechs Jahren veröffentlicht worden und auch wenn es immer wieder kleinere Updates gab, habe ich fast nicht mehr mit einer Version 4.0 gerechnet. Diese ist nun aber nach längerer Zeit der Betaphase final veröffentlicht worden. Laut Entwicklern habe man ForkLift 4.0 vollständig neu in SwiftUI geschrieben, was sich vor allem in der Performance bemerkbar machen soll. Auch bei der Synchronisation von Daten mit Cloud-Diensten wie Dropbox, OneDrive und Co. soll es einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil geben, da beispielsweise die Analysephase vor der Synchronisierung deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt und die Fortschrittsanzeige den Stand in Echtzeit widerspiegelt. Wichtig zu erwähnen: Die Art der Filterung von Objekten im Synchronisationsfenster hat sich geändert. In ForkLift 3 kamen positive Filter zum Einsatz, sprich es wurden nur Dateien berücksichtigt, die den Filterkriterien entsprachen. ForkLift 4 hingegen verwendet eine Negativfilterung, das heißt prinzipiell wird alles synchronisiert, was nicht den Filterkriterien entspricht.

Optisch am auffälligsten: ForkLift 4 verfügt über eine neue Oberfläche, die insgesamt moderner und schlanker gestaltet wurde. Gefällt mir persönlich recht gut, wird aber mit Sicherheit bei den selbsternannten Power-Usern für Kritik sorgen, da stellenweise weniger Informationen auf einen Blick sichtbar sind. Die Version 4.0 kommt zum Start mit einer Reihe an vordefinierten Themes daher und wer die Muße hat, der kann sogar eigenen Themes erstellen. Sieht dann aber oftmals aus wie Windows-Themen zu Zeiten von XP. Was den Aufbau betrifft, ist beispielsweise die Statusleiste vom unteren Rand des Fensters an den oberen Rand verlegt worden, außerdem können die Icons in der Seitenleiste eingefärbt werden – jene Farben dienen dann auch als farbige Beschriften für die Pfadleiste. Zieht ihr einen Ordner über das Pluszeichen in der Tableiste wird dieser in einem neuen Tab geöffnet und es gibt neue Werkzeuge für die Symbolleiste. Die Spotlight-Suche in ForkLift wurde so erweitert, dass sie nicht nur bisher die Spotlight-Metadaten nach Dateinamen durchsucht, sondern auch innerhalb des Inhalts von Objekten sucht.

Wie bereits erwähnt versteht sich ForkLift mit der neuen Version auch auf diverse Cloud-Anbieter und kann diese in den Dateimanager integrieren, namentlich wurden Dropbox, Google Drive Team Drives und Microsoft OneDrive neu hinzugefügt. Auch lassen sich angelegte Favoriten ab sofort über das iCloud Drive mit anderen ForkLift-Installationen synchronisieren, laut den Entwicklern eine häufig angefragte Funktion. Im Gegenzug hat man den Abgleich der Favoriten via Dropbox abgesägt, da das kostenlose Dropbox-Abo bekanntlich auf drei Geräte begrenzt ist und nicht wenige Benutzer Bedenken gegen die Verwendung von Drittanbieterdiensten für die Synchronisierung haben. Das iCloud Drive ist immerhin mehr oder weniger zwingend für jeden Mac-Nutzer vorhanden – meistens jedenfalls. Power-User können sich nun auch benutzerdefinierte Werkzeuge mit Bash-Skripten erstellen, sodass sich komplexe Befehle im Stile des Terminal ausführen lassen.

Das Vorschaufenster auf der rechten Seite des ForkLift-Fensters kann nun auf drei verschiedenen Arten genutzt werden. Als klassisches Infofenster werden die Vorschau oben und die Dateiinformationen darunter angezeigt, wobei die Dateiinfo alle (Meta-)Daten enthält, die auch im Info-Fenster angezeigt werden und alle bearbeitbaren Felder (wie Berechtigungen oder auch Tags) können direkt aus der Vorschau heraus bearbeitet werden. Alternativ dazu können im Vorschaufenster auch Aktivitäten geöffnet werden, die dort im Gegensatz zum Popup-Aufruf immer geöffnet bleiben und im Blick behalten werden können. Zu guter Letzt könnt ihr auch im Vorschaufenster ein Aktivitätenprotokoll anzeigen, welches alle erfolgreichen und fehlgeschlagenen Aktivitäten aufführt. Das aber sind lediglich die größten Änderungen in ForkLift 4.0, es gibt an nahezu allen Stellen wirklich viele kleinere und größere Neuerungen, Änderungen und Optimierungen, die das Arbeiten mit der Finder-Alternative angenehmer und produktiver gestalten wollen.

Das Lizenzmodell? Irgendwas zwischen Einmalkauf und Abo. Binarynights verzichtet auf ein klassisches Abo, vielmehr macht man es so, wie es viele Abo-Kritiker oft in den Raum werfen. Rund 20 US-Dollar zahlt man für die 1-Jahres-Lizenz, für zwei Jahre liegt man bei 35 US-Dollar. Innerhalb dieser Zeitspanne bekommt man alle Updates mit neuen Funktionen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen. Klingt nach Abo und ist es irgendwo auch, aber der große Unterschied: Während man bei Auslaufen des klassischen In-App-Abos keinen Zugriff mehr auf die App hat, kann man ForkLift mit dem dann geltenden Status Quo unbeschränkt weiter nutzen. Ihr kauft die Software also und könnt den gekauften Stand dauerhaft nutzen und wer irgendwann der Meinung ist, dass die neuen Features gefällig sind, kann dann zu einem leicht reduzierten Preis erneut zuschlagen. Klingt nach einem brauchbaren Kompromiss. Nutzer von ForkLift 3 erhalten übrigens zusätzliche 100 bzw. 200 Tage Updates, je nach gekaufter Lizenz und im Laufe der nächsten Wochen soll auch die Setapp-Version auf die Version 4.0 aktualisiert werden.

ForkLift 4 für Mac herunterladen

Quelle Binarynights

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