#FYI: Wieso chine­sische URLs oftmals Ziffern statt Buchstaben nutzen

Am 12.01.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:15 Minuten

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Mal ein Artikel aus der Reihe #FYI und nutzloses Wissen – oder hat sich wirklich schon einmal jemand gefragt, wieso chine­sische URLs oftmals auf Ziffern, statt auf Buchstaben setzen? Nicht? Gut, dann stehe ich nicht gänzlich alleine dar. Tatsächlich ist es so, dass zahlreiche Domains auf reine Ziffern-URLs setzen: So handelt es sich bei 4399.com zum Beispiel um eine Spiele­seite, auf 92.com werden Autos gehandelt und 163.com ist zum Beispiel die URL der Firma NetEase und das auch hierzu­lande einiger­maßen bekannte Alibaba findet man unter 1688.com. Doch wieso diese Ziffern folgen? Die Jungs und Mädels von New Republic haben sich diesem Thema einmal angenommen und eine Erklärung dafür gefunden: 

So ist es so, dass sich viele Chinesen Ziffern­folgen leichter merken können als die für URLs gebräuch­lichen latei­ni­schen Buchstaben. Zwar wird in chine­si­schen Schulen mit dem Pinyin-System zur Buchsta­bierung von Wörtern in Mandarin („Hochchi­ne­sisch“) gelehrt welches auf dem latei­ni­schen Alphabet basiert, dennoch trägt dies nicht zur Erkennung des Sinns hinter einem Wort bezie­hungs­weise Domain wie zum Beispiel Hotmail.com bei – nach dem Pinyin-System sieht es eben aus wie Kauder­welsch.

Und auch wenn die arabi­schen Ziffern ebenfalls „auslän­dische Importe“ sind, so sind die meisten Chinesen (und vor allem die Älteren) mit den arabi­schen Ziffern mehr vertraut als mit den latei­ni­schen Buchstaben – folglich setzen zahlreiche Webdienste eben auf Ziffern-URLs. Diese sind zu einem Größtenteil nicht einmal zufällig gewählt, sondern haben häufig eine Verbindung zur Seite. 163 zum Beispiel war zu Zeiten einmal die Einwahl­nummer für chine­sische Inter­net­nutzer und die Alibaba-Domain 1688.com klingt ausge­sprochen etwa wie „yow-leeyoh-ba-ba“ – also wie der Firmenname selbst. 

Soweit, so gut also – und nun sind wir alle ein bisschen schlauer, oder nicht?

Quelle New Republic Bildquelle Chris Dlugosz // CC via Gizmodo