Geset­zes­än­derung in den Staaten gibt dem FBI vollen Zugriff auf Gmail und Co.

Am 27.03.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:17 Minuten

Dass staat­liche Behörden Telefonie abhören und E-Mails mitlesen können, ist ja hinlänglich bekannt. Ist nicht nur hierzu­lande so, sondern auch in anderen Staaten. "Problem" für die Geset­zes­hüter dabei: In der Regel erfolgen Übertra­gungen zum Sender hin und vom Sender weg über eine sichere und verschlüs­selte Verbindung – was zum einen mehr Arbeit erfordert, zum anderen auch nicht immer erfolgs­ver­spre­chend ist. 

fbimail

Nun machen die USA gerade einen weiteren Schritt und planen eine Geset­zes­än­derung, welche dem FBI mehr Möglich­keiten gibt. So muss Google zum Beispiel auf Anfrage des FBI eine Hintertür einrichten, mit dem die Nutzung eines jeden Accounts in Echtzeit nachver­folgt werden kann – ohne Wissen des Account­in­habers. Die verschlüs­selte Verbindung? Bringt in dem Falle nichts, da die Daten direkt an der Quelle (also vor dem Versenden) mitge­schnitten werden. Gilt übrigens nicht nur für Gmail (auch wenn hier erst einmal die Priorität des FBI liegt), sondern auch für alle anderen Dienste aus dem Hause Google und des World Wide Webs – also auch für soziale Netzwerke, Cloudan­bieter und weitere Dienste, die man in irgend­einer Form für "krimi­nelle Absprachen" genutzt werden könnten. Und solange die Server der Anbieter in den USA stehen, haben diese auch keine andere Wahl als sich zu beugen. 

Eine Entwicklung, die man durchaus mit Sorgen betrachten sollte. Echtzeit-Überwa­chung direkt an der Quelle – hey, wieso verbietet man nicht direkt HTTPS per Gesetz und wenn man dabei ist auch direkt Passwörter gleich mit. Ich höre schon wieder Kommentare á la "Ich habe ja nichts zu verbergen" im Kopf; schön für euch, dann möchte ich mal sehen, wie ihr schaut, wenn ihr einen für das FBI recht trockenen Witz zugeschickt bekommt oder verschickt und dann Besuch bekommt. Ist weit hergeholt? Vielleicht – aber weit ist das Szenario so nicht mehr entfernt… (Quelle, via)