Gigaset Camera angesehen: IP-Überwachungskamera mit guter Bildqualität und leichten Software-Schwächen

Marcel Am 25.01.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 11:56 Minuten
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Vor etlicher Zeit habe ich einmal das Gigaset elements Safety Kit getestet: quasi eine „Alarmanlage light“ für Zuhause, mit der man anhand verschiedener Sensoren (Fenster-, Tür- und Bewegungssensor) vergleichsweise kostengünstig die Wohnung oder das Haus überwachen kann und mit Hilfe einer zusätzlichen Alarmsirene vermeintliche Einbrecher in die Flucht schlagen kann (Aufmerksamkeit erzeugen ist das „A und O“). Ist bei mir seither im Einsatz und verrichtet zuverlässig seinen Dienst, auch wenn der Ernstfall bisher (zum Glück) noch nicht eingetreten ist. Ein paar Monate später folgte dann mit der Elements Camera auch eine IP-Überwachungskamera, die sich mit der Basisstation verbinden und sich so in das Elements-Safety-System integrieren ließ.

Vor wenigen Monaten hat Gigaset nun eben jene Kamera überarbeitet und vertreibt diese fortan nur noch unter dem gekürzten Namen „Gigaset Camera„. Diese lässt sich nun wahlweise eigenständig betreiben oder aber wie gewohnt in das Elements-System integrieren. Ich konnte mir die IP-Kamera nun in den letzten Tagen und Wochen einmal etwas genauer anschauen und einiges ausprobieren. Das Pro: Die Kamera verrichtet solide ihren Dienst. Das Contra: Zu Beginn hätte ich sie an die Wand klatschen können. Mehr dazu erfahrt ihr in den folgenden Zeilen, wer nicht so viel lesen möchte, der findet unten wie gewohnt nochmal eine kurze Zusammenfassung des ganzen.

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Die Kamera

Die Gigaset Camera ist recht kompakt geworden und misst gerade einmal etwa 8,5 x 8,5 x 3 Zentimeter, andere IP-Kameras bringen deutlich mehr Volumen mit sich, lediglich die etwa drei Zentimeter lange Antenne steht aus dem quadratischen Gehäuse heraus. Die Front wird von dem eigentlichen CMOS-Sensor mit seinen 30 Infrarot-LEDs dominiert. Technischer Roundup: Der Sensor liefert 1 Megapixel und eine Übertragung wahlweise in HD (720p) oder in SD, jeweils mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Der Blickwinkel beträgt 80° horizontal und 45° vertikal. Dank der Infrarot-LEDs (Reichweite etwa 15 Meter) werden auch bei Dämmerung und Dunkelheit recht ordentliche Bilder aufgenommen und auch ein Mikrofon zwecks Audio-Aufnahme ist an Board.

Auf der Rückseite findet sich ein handelsübliches 1/4″ Schraubgewinde, wie man sie an nahezu jeder Kamera und an jedem Stativ findet. Über jenes Gewinde lässt sich die Halterung an die Kamera schrauben, sodass sie sich entweder schlicht auf einer Kommode oder auf einem Schrank platzieren oder eben fest an die Wand montieren lässt – dank Kugelgelenk und kleinem Arm lässt sich die Kamera dann dennoch ordentlich ausrichten. Ist die Kamera an der Wand befestigt, hält diese ausreichend fest, kann also nicht von vermeintlichen Einbrechern einfach so mitgenommen werden – in heutiger Zeit aber sicherlich eh unsinnig, da nicht wenig Aufnahmen direkt in die Cloud wandern, so auch bei Gigaset.

Des Weiteren findet man an der Rückseite auch die Anschlüsse für Strom und das LAN-Kabel. Ersteres wird mitsamt einer zusätzlichen Verlängerung von 1,50 Meter auf runde drei Meter verlängern, letzteres wird zwingend zur Einrichtung benötigt und liegt ebenso dem Lieferumfang bei. Wer sich einmal ein wenig mit IP-Kameras auseinander gesetzt hat, dem wird die gesamte Kamera unter Umständen bekannt vorkommen, denn hierbei handelt es sich um eine „umgelabelte“ Y-Cam Indoor HDS. In Sachen Hardware und Verarbeitung sicherlich keine schlechte Idee, allerdings merkt man es der Kamera aber auch an, dass sie nicht 100% aus dem Hause Gigaset stammt – aber dazu im Verlaufe mehr.

Die erste Einrichtung

Die erste Einrichtung der Gigaset Camera sollte eigentlich einfach von der Hand gehen und ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Dazu muss man wissen: Zum Betrieb der Kamera wird entweder die Elements-App oder die Camera-App von Gigaset benötigt, die leider nur für iOS und Android zu haben sind – Nutzer eines Windows Phone schauen leider in die Röhre. Außerdem läuft die gesamte Kommunikation der Kamera über die Gigaset-Server, was natürlich einen entsprechenden Account voraussetzt. Aber: irgendwelche Dritt-Server kommen bei Internet-Kameras immer zum Einsatz, es sei denn, man ist affin genug und richtet eine eigenständige Kamera inklusive fester IP, Portfreigaben und dergleichen ein.

Gigaset Camera
Gigaset Camera
Preis: Kostenlos+
Gigaset Camera
Gigaset Camera
Entwickler: Gigaset elements
Preis: Kostenlos+
Gigaset elements
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Gigaset elements
Gigaset elements
Entwickler: Gigaset elements
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Aber zurück zur Einrichtung, die eben wie gesagt recht schnell getan ist. Kommt natürlich darauf an, ob ihr die Kamera als eigenständiges System oder im Elements-System nutzen wollt. Der grundsätzliche Weg ist identisch, lediglich die beiden Apps unterscheiden sich eben ein wenig. Zuerst einmal müsst ihr die Kamera mittels LAN-Kabel an euren Router anschließen, woraufhin die App nach dem Aktivierungscode fragt, den ihr auf der Rückseite der Kamera vorfindet. Ist das erfolgreich gemeistert könnt ihr einen Namen vergeben, euch mit einem WiFi-Netzwerk verbinden, die Videoqualität (SD oder HD) auswählen, das Mikrofon aktivieren und die Bewegungserkennung einschalten.

Ist eigentlich eine Sache von maximal fünf Minuten, mich hat es aber etliche Stunden gekostet. Nicht, dass es ein Problem gewesen wäre, dass die Kamera sich nur mit 2,4 GHz-Netzwerken verträgt – meine AirPort Extreme funkt in beiden Netzen (2,4 und 5 GHz). Das Problem fing aber schon viel früher an. Meine Netzwerkkonfiguration: Am Kabelanschluss hängt eine FritzBox, die primär als Kabel-Modem und Switch für Geräte im Wohnzimmer dient. Daran angeschlossen ist eine AirPort Extreme, die mir einfach das beste und stabilste WiFi-Netzwerk bot. Zu Beginn habe ich die Kamera an die FritzBox angeschlossen, was aber nicht funktionieren wollte – erst nachdem ich die Kamera mit dem AirPort-Router (der das kabellose Netzwerk erstellt) verbunden haben, wurde der Aktivierungscode erkannt und die Kamera gefunden.

Problem Nummer 2: Die Kamera ließ sich zwar kurzzeitig mit dem WLAN verbinden, sobald ich aber das LAN-Kabel abgezogen habe, brach nach etwa 20 Sekunden die Verbindung ab – obwohl die Kamera das Netzwerk noch als verbunden betrachtet hat, zumindest innerhalb der App. Dies brachte mich wirklich zur Weißglut, denn auch ein Versuch, die Kamera mit dem testweise eingeschalteten FritzBox-WLAN zu verbinden, brachte das gleiche Ergebnis. Randbemerkung: Die Kamera war jeweils nur etwa 2-3 Meter vom Router entfernt. Die Lösung fand ich dann auf einer Hilfeseite besagter Y-Cam und war einfach wie kurios: kurz den WiFi-Kanal der AirPort Extreme von „Auto“ auf einen festen Kanal gestellt, schon lief die Sache. Kurios: Ich konnte das ganze reproduzieren – nachdem die Kamera dann aber zwei, drei Tage lief jedoch nicht mehr. Ganz merkwürdig, zum Ende aber doch noch zufriedenstellend und scheinbar war ich mit meinem Problem eher die Ausnahme.

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Die Kamera im Betrieb

Ich möchte an dieser Stelle nun einmal auf die Kamera im Betrieb eingehen, dies aber nochmals in drei verschiedene Themen gliedern – denn die Funktionsweise ist innerhalb der zwei verschiedenen Apps etwas anders. Daher fangen wir doch erst einmal mit der Kamera und den Bewegtbildern grundsätzlich an. Erst einmal: die Kamera nimmt wie gesagt wahlweise in HD oder in SD auf, was sich in den Einstellungen der Apps einstellen lässt. HD verbraucht natürlich wesentlich mehr Datenvolumen. Laut Gigaset wird für die SD-Auflösung eine Bandbreite von etwa 512 kbps benötigt, inklusive Aufzeichnung des Live-Streams sollte eine Upload-Rate von mindestens 1 mbps vorhanden sein. Zum Betrachten der Aufnahmen in HD-Qualität wird zuletzt ein Downstream von mindestens fünf mbps empfohlen.

Die Aufnahmequalität ist dabei sowohl mit aktivierter SD-, als auch mit der HD-Option absolut in Ordnung. Natürlich sind die Aufnahmen nicht auf dem Niveau einer guten Kamera, dennoch kann man nicht viel klagen, ich für meinen Teil wäre mit der gebotenen Bildqualität durchweg zufrieden. Es geht sich bei der Kamera eben nicht darum, jedes einzelne Detail erkennen zu können, sondern im Ernstfall die ein oder andere Aufnahme zu Beweiszwecken vorweisen zu können. Der Unterschied zwischen SD und HD ist natürlich vorhanden, allerdings bei einer guten Internetverbindung nicht weltbewegend – erst, wenn die Verbindung schwächer wird, kann es zu Klötzchenbildung kommen. Links sehr ihr eine SD-Aufnahme, rechts das gleiche nochmals in HD:

Dank der Infrarot-Sensoren kann die Kamera auch bei völliger Dunkelheit noch gut „sehen“ und auch hier ist die Bildqualität absolut in Ordnung und ausreichend. Dabei entscheidet die Kamera anhand eines verbauten Lichtsensors selbstständig, ob sie im Tag- oder im Nacht-Modus aufnimmt (lässt sich aber auch manuell festlegen). Die Erkennung funktioniert recht gut, lediglich bei leichter Dekobeleuchtung kann es schonmal vorkommen, dass die Kamera munter zwischen den beiden Modi umherspringt, was aber auch nur bedingt tragisch ist – wem das „Klackern“ dennoch zu laut sein sollte, der kann die Kamera natürlich auch dauerhaft in den Nachtmodus schalten. Auch hier mal wieder zwei Aufnahmen, links in Standard-Qualität, rechts in HD:

Aufgrund der Tatsache, dass die Kamera die Aufnahmen erst an die Ligaset-Server und dann an das Smartphone weiterreicht, gibt es keine echten Live-Aufnahmen, sondern diese sind immer etwas verzögert – bei mir waren es etwa 10-15 Sekunden. Dies kann dazu führen, dass Einbrecher schon ein paar Sekunden in der Wohnung sind, während euch der vermeintliche „Live-Stream“ noch nichts anzeigt. In meinen Augen aber vor allem mit der automatischen Aufnahme (dazu in den App-Beschreibungen mehr) unrelevant, da die Kamera einen Puffer von 20 Sekunden besitzt. Heißt also: Bemerkt der Bewegungssensor der Kamera eine Bewegung, so werden auch die 20 Sekunden vor diesem auslösenden Ereignis gespeichert.

Die Gigaset Camera als „Stand-Alone-Kamera“

Wie erwähnt ist die Gigaset Camera so ausgelegt, dass man sie nicht nur im Elements-System nutzen kann, sondern auch ohne irgendwelche Komponenten alleine betreiben kann. Leider gilt auch hier wie so oft: Die Apps von Herstellern sind maximal zweckorientiert. Die Camera-App für iOS und Android funktioniert zwar und bietet weitestgehend alle wichtigen Features, wirklich viele Spielereien in Features und/oder der Oberfläche sucht man aber vergebens. Viel mehr als Benachrichtigungen bei erkannten Bewegungen gibt es als zusätzliche Spielerei nicht – aber vielleicht kommt ja in Zukunft noch etwas mehr, who knows?

Auf der Hauptseite findet ihr zuerst einmal euren Stream, inklusive manueller Aufnahmemöglichkeit. Darunter gibt es dann eine Liste mit den letzten Ereignissen (einfache Meldungen, dass zum Beispiel eine Bewegung erkannt wurde), nochmals darunter gibt es dann die vorhandenen Aufnahmen. Per Tap auf einen der Einträge könnt ihr euch die Aufnahme nochmals anschauen lassen, auch das Speichern oder Löschen der Aufnahme ist möglich. Randnotiz: Werden die Aufnahmen nicht gespeichert, werden sie automatisch nach spätestens 30 Tagen gelöscht (abhängig vom gebuchten Paket).

Da der Betrieb von Servern inklusive Speicherung bekanntlich Geld kostet, hat sich Gigaset dazu entschieden, verschiedene Pakete anzubieten, die einen unterschiedlichen Funktionsumfang vorweisen, aber eben auch mit steigenden Kosten verbunden sind. Was schade ist: Wer die automatische Aufzeichnung bei Bewegung nutzen möchte, der muss mindestens das Bronze-Paket abonnieren. Folgende Pakete gibt es in der Camera-App.

  • Free: SD und HD, keine Begrenzung der Kameraanzahl, Benachrichtigungen, Mikrofon, Nachtmodus, Speichern und Teilen von Aufnahmen – allerdings gibt es lediglich die Option der manuellen Aufzeichnung und die auch nur auf 30 Sekunden und einer Speicherzeit von zwei Tagen beschränkt.
  • Bronze (0,99€/Monat oder 9,99€/Jahr): Bietet neben den Features des Free-Paketes auch noch eine unlimitierte Aufzeichnung bei Bewegung, eine Speicherzeit von einer Woche und einer programmierbaren Bewegungszone.
  • Silver (1,99€/Monat oder 19,99/Jahr): Beinhaltet den Umfang von Free und Bronze, besitzt allerdings eine maximale Speicherzeit von zwei Wochen und einer manuellen Aufzeichnung von maximal zwei Minuten.
  • Gold (4,99€/Monat oder 49,99€/Jahr): Zusätzlich zu den vorher genannten Features gibt es keine Beschränkung bei der manuellen Aufzeichnung (wenngleich die Aufnahmen in 5-Minuten-Blöck geteilt werden), die maximale Speicherzeit beträgt vier Wochen und ihr könnt zwei unterschiedliche Bewegungszonen konfigurieren.
  • Hallo Camera (einmalig 0,99€ für 3 Monate): Ist vom Funktionsumfang her identisch mit dem Gold-Paket, aber eben nur mit einem einmaligen In-App-Kauf verbunden – als „Willkommens-Paket“ aber auch nur einmalig zubuchbar.

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Die Camera im Elements-System

Wer bereits das Elements Safety Kit mit dem ein oder anderen Sensor in den eigenen vier Wänden im Einsatz hat, der wird die IP-Kamera natürlich auch mit dem System verbinden wollen, was wie gesagt schon mit der ersten Version der Kamera möglich ist. Nach der erfolgreichen Verbindung zwischen Kamera und Elements-App findet ihr in der Seitenleiste einen neuen Menüpunkt vor, über den ihr auf die Kamera zugreifen könnt. Auch hier findet ihr wieder einen zeitlich versetzten Stream vor, ebenso gibt es die Option, eine Aufnahme manuell starten zu können.

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Des Weiteren könnt ihr auch auf ein Archiv eurer Aufzeichnungen zugreifen, wobei ich die Ansicht leider nicht ganz so gelungen finde. Mir fehlt eine reine Auflistung der Ereignisse beziehungsweise Aufzeichnungen, wie sie zum Beispiel die Camera-App mit sich bringt. Aber auch sonst ist die Funktionalität ein wenig beschnitten: Ansehen der Aufzeichnungen? Jau, klappt. Speichern, teilen oder löschen der Aufnahmen? Nope, ist nicht drin. Dies könnt ihr bis dato nur über die Elements-Oberfläche beziehungsweise den darin enthalten Video Web Manager im Browser.

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Ein Vorteil der Integration in Elements: Die Kamera kann auch bei Alarm und beim Home-Coming eine automatische Aufzeichnung auslösen – neben der Aufzeichnung bei Bewegung. Dies aber erfordert wie auch bezüglich der Stand-Alone-Lösung ein zusätzliches, kostenpflichtiges Paket – diese sehen im Grunde identisch aus, nur eben mit Ausnahme der verschiedenen Alarm- und Home-Coming-Aufzeichnungen:

  • Free: SD und HD, keine Begrenzung der Kameraanzahl, Benachrichtigungen, Mikrofon, Nachtmodus, manuelle Aufzeichnung mit maximal 30 Sekunden und zwei Tage Speicherzeit.
  • Safety (0,99€/Monat oder 9,99€/Jahr): Identischer Funktionsumfang des Free-Pakets, allerdings mit unlimitierter Aufzeichnung bei Bewegung, sowie einer automatischen Aufzeichnung bei Alarm (5 Minuten) und Home-Coming (30 Sekunden) – die Speicherzeit beträgt eine Woche.
  • Smart (1,99€/Monat oder 19,99/Jahr): Wie Free und Bronze, allerdings mit einer maximalen Speicherzeit von zwei Wochen und einer automatischen Aufnahme von zwei Minuten Länge.
  • Director’s Cut (4,99€/Monat oder 49,99€/Jahr): Siehe Paket „Smart“, allerdings keine Beschränkung bei der manuellen Aufzeichnung, vier Wochen Speicherzeit und zwei unterschiedliche Bewegungszonen.
  • Welcome package (einmalig 0,99€ für 3 Monate): Ist vom Funktionsumfang her identisch mit dem Paket „Director’s Cut“, aber eben nur mit einem einmaligen In-App-Kauf verbunden – als „Willkommens-Paket“ nur einmalig zubuchbar.

Was leider etwas schade ist: wie zu Beginn einmal angesprochen bindet sich die Kamera leider irgendwie nicht so in das System ein, wie es andere Sensoren und Produkte der Reihe machen. Ja, es gibt eine automatische Aufzeichnung zum Beispiel bei Alarm, allerdings läuft die Kamera dennoch quasi rund um die Uhr (was bei der Stand-Alone-Lösung ebenfalls der Fall ist). Was wünschenswert wäre, dass man die Kamera zum Beispiel erst mit aktivieren des Alarms oder des individuellen Alarms einschalten könnte. So nimmt sie zwar dennoch bei Bewegung inklusive einem Puffer auf, irgendwie wirkt die Integration in die Elements-App aber ein wenig wie ein Fremdkörper. Noch, eine Besserung wäre wünschenswert.

tl;dr und Fazit

Mit der Gigaset elements Camera hat Gigaset ein folgerichtiges Gadget für das Elements safety kit auf den Markt gebracht, welches sich nun eben in Form der überarbeiteten Gigaset Camera auch eigenständig nutzen lässt. Natürlich nicht nur zur Überwachung des Eingangsbereich, sondern vielleicht auch als Ergänzung vom Babyfon oder anderen Anwendungsbereichen. Die Kamera wirkt optisch modern und lässt sich sowohl aufstellen, als auch an die Wand montieren – wie man es eben so mag und je nachdem, wie die Begebenheiten in den eigenen vier Wänden sind.

Die Bildqualität ist, sofern man den HD-Modus nutzt, mehr als ausreichend, wobei vor allem die Aufnahmen im Nachtmodus überzeugen konnten. Die Audioaufnahme ist zwar verbesserungswürdig, aber zweckmäßig. Auch die Bewegungserkennung mit einer oder zwei Zonen funktioniert zuverlässig und lässt sich auf Wunsch auch in ihrer Sensibilität erhöhen oder verringern. Allerdings lässt sich Gigaset diese Bewegungserkennung in Kombination mit einer automatischen Aufzeichnung nochmal zusätzlich bezahlen – meiner Meinung nach aber legitim, Server kosten immerhin etwas und lassen sich nur selten mit einer Einmalzahlung über Jahre hinweg finanzieren.

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Leider schwächen die beiden Apps dieses positive Bild der Hardware etwas ab, denn beide könnten wesentlich besser sein. Es gibt viele Kleinigkeiten die (abseits der UI) verbesserungswürdig sind: So wären zum Beispiel Standbilder von auslösenden Ereignissen praktisch, ebenso hätte ich erwartet, dass die Elements-App es erlaubt, Aufzeichnungen zu löschen oder speichern. Auch ein „privater Modus“, indem die Kamera nur aufzeichnet, wenn man außer Haus ist oder einen individuellen Alarm aktiviert hat, wäre angenehm – so nimmt sie eben grundsätzlich auf, was bei reinen Eingangsbereichen sicherlich nicht ganz so tragisch ist, im Wohn- oder Kinderzimmer aber sicherlich für ein leichtes, betrübendes Gefühl sorgen könnte.

Dennoch empfinde ich die Gigaset Camera als sehr gute Lösung. Sei es nun als Ergänzung des Elements-System oder auch als eigenständige IP-Kamera. Ich habe mir schon einmal die ein oder andere IP-Cam angeschaut, wirklich überzeugt hat mich bis dato noch nichts und vor allem die mobilen Apps waren nicht besser – eher das Gegenteil ist der Fall. Preislich kann man ebenso nur wenig kritisieren, denn mit einem Straßenpreis von etwa 110 Euro liegt gar nicht mal so viel weiter oben, als andere IP-Cams mit vergleichbarer Qualität. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Gigaset Camera jedenfalls durchaus zufrieden, auch wenn ich sie zu Beginn fast schon an die Wand klatschen wollte – bleibt zu hoffen, dass die Apps etwas mehr Beachtung spendiert bekommen.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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