Vor etlicher Zeit habe ich einmal das Gigaset elements Safety Kit getestet: quasi eine „Alarm­anlage light“ für Zuhause, mit der man anhand verschie­dener Sensoren (Fenster-, Tür- und Bewegungs­sensor) vergleichs­weise kosten­günstig die Wohnung oder das Haus überwachen kann und mit Hilfe einer zusätz­lichen Alarm­sirene vermeint­liche Einbrecher in die Flucht schlagen kann (Aufmerk­samkeit erzeugen ist das „A und O“). Ist bei mir seither im Einsatz und verrichtet zuver­lässig seinen Dienst, auch wenn der Ernstfall bisher (zum Glück) noch nicht einge­treten ist. Ein paar Monate später folgte dann mit der Elements Camera auch eine IP-Überwa­chungs­kamera, die sich mit der Basis­station verbinden und sich so in das Elements-Safety-System integrieren ließ. 

Vor wenigen Monaten hat Gigaset nun eben jene Kamera überar­beitet und vertreibt diese fortan nur noch unter dem gekürzten Namen „Gigaset Camera„. Diese lässt sich nun wahlweise eigen­ständig betreiben oder aber wie gewohnt in das Elements-System integrieren. Ich konnte mir die IP-Kamera nun in den letzten Tagen und Wochen einmal etwas genauer anschauen und einiges auspro­bieren. Das Pro: Die Kamera verrichtet solide ihren Dienst. Das Contra: Zu Beginn hätte ich sie an die Wand klatschen können. Mehr dazu erfahrt ihr in den folgenden Zeilen, wer nicht so viel lesen möchte, der findet unten wie gewohnt nochmal eine kurze Zusam­men­fassung des ganzen. 

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Die Kamera

Die Gigaset Camera ist recht kompakt geworden und misst gerade einmal etwa 8,5 x 8,5 x 3 Zenti­meter, andere IP-Kameras bringen deutlich mehr Volumen mit sich, lediglich die etwa drei Zenti­meter lange Antenne steht aus dem quadra­ti­schen Gehäuse heraus. Die Front wird von dem eigent­lichen CMOS-Sensor mit seinen 30 Infrarot-LEDs dominiert. Techni­scher Roundup: Der Sensor liefert 1 Megapixel und eine Übertragung wahlweise in HD (720p) oder in SD, jeweils mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Der Blick­winkel beträgt 80° horizontal und 45° vertikal. Dank der Infrarot-LEDs (Reich­weite etwa 15 Meter) werden auch bei Dämmerung und Dunkelheit recht ordent­liche Bilder aufge­nommen und auch ein Mikrofon zwecks Audio-Aufnahme ist an Board. 

Auf der Rückseite findet sich ein handels­üb­liches 1/4″ Schraub­ge­winde, wie man sie an nahezu jeder Kamera und an jedem Stativ findet. Über jenes Gewinde lässt sich die Halterung an die Kamera schrauben, sodass sie sich entweder schlicht auf einer Kommode oder auf einem Schrank platzieren oder eben fest an die Wand montieren lässt – dank Kugel­gelenk und kleinem Arm lässt sich die Kamera dann dennoch ordentlich ausrichten. Ist die Kamera an der Wand befestigt, hält diese ausrei­chend fest, kann also nicht von vermeint­lichen Einbre­chern einfach so mitge­nommen werden – in heutiger Zeit aber sicherlich eh unsinnig, da nicht wenig Aufnahmen direkt in die Cloud wandern, so auch bei Gigaset. 

Des Weiteren findet man an der Rückseite auch die Anschlüsse für Strom und das LAN-Kabel. Ersteres wird mitsamt einer zusätz­lichen Verlän­gerung von 1,50 Meter auf runde drei Meter verlängern, letzteres wird zwingend zur Einrichtung benötigt und liegt ebenso dem Liefer­umfang bei. Wer sich einmal ein wenig mit IP-Kameras ausein­ander gesetzt hat, dem wird die gesamte Kamera unter Umständen bekannt vorkommen, denn hierbei handelt es sich um eine „umgela­belte“ Y-Cam Indoor HDS. In Sachen Hardware und Verar­beitung sicherlich keine schlechte Idee, aller­dings merkt man es der Kamera aber auch an, dass sie nicht 100% aus dem Hause Gigaset stammt – aber dazu im Verlaufe mehr. 

Die erste Einrichtung

Die erste Einrichtung der Gigaset Camera sollte eigentlich einfach von der Hand gehen und ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Dazu muss man wissen: Zum Betrieb der Kamera wird entweder die Elements-App oder die Camera-App von Gigaset benötigt, die leider nur für iOS und Android zu haben sind – Nutzer eines Windows Phone schauen leider in die Röhre. Außerdem läuft die gesamte Kommu­ni­kation der Kamera über die Gigaset-Server, was natürlich einen entspre­chenden Account voraus­setzt. Aber: irgend­welche Dritt-Server kommen bei Internet-Kameras immer zum Einsatz, es sei denn, man ist affin genug und richtet eine eigen­ständige Kamera inklusive fester IP, Portfrei­gaben und dergleichen ein. 

Gigaset Camera
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Gigaset Camera
Entwickler: Gigaset elements
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Aber zurück zur Einrichtung, die eben wie gesagt recht schnell getan ist. Kommt natürlich darauf an, ob ihr die Kamera als eigen­stän­diges System oder im Elements-System nutzen wollt. Der grund­sätz­liche Weg ist identisch, lediglich die beiden Apps unter­scheiden sich eben ein wenig. Zuerst einmal müsst ihr die Kamera mittels LAN-Kabel an euren Router anschließen, woraufhin die App nach dem Aktivie­rungscode fragt, den ihr auf der Rückseite der Kamera vorfindet. Ist das erfolg­reich gemeistert könnt ihr einen Namen vergeben, euch mit einem WiFi-Netzwerk verbinden, die Video­qua­lität (SD oder HD) auswählen, das Mikrofon aktivieren und die Bewegungs­er­kennung einschalten. 

Ist eigentlich eine Sache von maximal fünf Minuten, mich hat es aber etliche Stunden gekostet. Nicht, dass es ein Problem gewesen wäre, dass die Kamera sich nur mit 2,4 GHz-Netzwerken verträgt – meine AirPort Extreme funkt in beiden Netzen (2,4 und 5 GHz). Das Problem fing aber schon viel früher an. Meine Netzwerk­kon­fi­gu­ration: Am Kabel­an­schluss hängt eine FritzBox, die primär als Kabel-Modem und Switch für Geräte im Wohnzimmer dient. Daran angeschlossen ist eine AirPort Extreme, die mir einfach das beste und stabilste WiFi-Netzwerk bot. Zu Beginn habe ich die Kamera an die FritzBox angeschlossen, was aber nicht funktio­nieren wollte – erst nachdem ich die Kamera mit dem AirPort-Router (der das kabellose Netzwerk erstellt) verbunden haben, wurde der Aktivie­rungscode erkannt und die Kamera gefunden. 

Problem Nummer 2: Die Kamera ließ sich zwar kurzzeitig mit dem WLAN verbinden, sobald ich aber das LAN-Kabel abgezogen habe, brach nach etwa 20 Sekunden die Verbindung ab – obwohl die Kamera das Netzwerk noch als verbunden betrachtet hat, zumindest innerhalb der App. Dies brachte mich wirklich zur Weißglut, denn auch ein Versuch, die Kamera mit dem testweise einge­schal­teten FritzBox-WLAN zu verbinden, brachte das gleiche Ergebnis. Randbe­merkung: Die Kamera war jeweils nur etwa 2-3 Meter vom Router entfernt. Die Lösung fand ich dann auf einer Hilfe­seite besagter Y-Cam und war einfach wie kurios: kurz den WiFi-Kanal der AirPort Extreme von „Auto“ auf einen festen Kanal gestellt, schon lief die Sache. Kurios: Ich konnte das ganze repro­du­zieren – nachdem die Kamera dann aber zwei, drei Tage lief jedoch nicht mehr. Ganz merkwürdig, zum Ende aber doch noch zufrie­den­stellend und scheinbar war ich mit meinem Problem eher die Ausnahme. 

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Die Kamera im Betrieb

Ich möchte an dieser Stelle nun einmal auf die Kamera im Betrieb eingehen, dies aber nochmals in drei verschiedene Themen gliedern – denn die Funkti­ons­weise ist innerhalb der zwei verschie­denen Apps etwas anders. Daher fangen wir doch erst einmal mit der Kamera und den Bewegt­bildern grund­sätzlich an. Erst einmal: die Kamera nimmt wie gesagt wahlweise in HD oder in SD auf, was sich in den Einstel­lungen der Apps einstellen lässt. HD verbraucht natürlich wesentlich mehr Daten­vo­lumen. Laut Gigaset wird für die SD-Auflösung eine Bandbreite von etwa 512 kbps benötigt, inklusive Aufzeichnung des Live-Streams sollte eine Upload-Rate von mindestens 1 mbps vorhanden sein. Zum Betrachten der Aufnahmen in HD-Qualität wird zuletzt ein Downstream von mindestens fünf mbps empfohlen. 

Die Aufnah­me­qua­lität ist dabei sowohl mit aktivierter SD-, als auch mit der HD-Option absolut in Ordnung. Natürlich sind die Aufnahmen nicht auf dem Niveau einer guten Kamera, dennoch kann man nicht viel klagen, ich für meinen Teil wäre mit der gebotenen Bildqua­lität durchweg zufrieden. Es geht sich bei der Kamera eben nicht darum, jedes einzelne Detail erkennen zu können, sondern im Ernstfall die ein oder andere Aufnahme zu Beweis­zwecken vorweisen zu können. Der Unter­schied zwischen SD und HD ist natürlich vorhanden, aller­dings bei einer guten Inter­net­ver­bindung nicht weltbe­wegend – erst, wenn die Verbindung schwächer wird, kann es zu Klötz­chen­bildung kommen. Links sehr ihr eine SD-Aufnahme, rechts das gleiche nochmals in HD: 

Dank der Infrarot-Sensoren kann die Kamera auch bei völliger Dunkelheit noch gut „sehen“ und auch hier ist die Bildqua­lität absolut in Ordnung und ausrei­chend. Dabei entscheidet die Kamera anhand eines verbauten Licht­sensors selbst­ständig, ob sie im Tag- oder im Nacht-Modus aufnimmt (lässt sich aber auch manuell festlegen). Die Erkennung funktio­niert recht gut, lediglich bei leichter Dekobe­leuchtung kann es schonmal vorkommen, dass die Kamera munter zwischen den beiden Modi umher­springt, was aber auch nur bedingt tragisch ist – wem das „Klackern“ dennoch zu laut sein sollte, der kann die Kamera natürlich auch dauerhaft in den Nacht­modus schalten. Auch hier mal wieder zwei Aufnahmen, links in Standard-Qualität, rechts in HD: 

Aufgrund der Tatsache, dass die Kamera die Aufnahmen erst an die Ligaset-Server und dann an das Smart­phone weiter­reicht, gibt es keine echten Live-Aufnahmen, sondern diese sind immer etwas verzögert – bei mir waren es etwa 10-15 Sekunden. Dies kann dazu führen, dass Einbrecher schon ein paar Sekunden in der Wohnung sind, während euch der vermeint­liche „Live-Stream“ noch nichts anzeigt. In meinen Augen aber vor allem mit der automa­ti­schen Aufnahme (dazu in den App-Beschrei­bungen mehr) unrelevant, da die Kamera einen Puffer von 20 Sekunden besitzt. Heißt also: Bemerkt der Bewegungs­sensor der Kamera eine Bewegung, so werden auch die 20 Sekunden vor diesem auslö­senden Ereignis gespei­chert.

Die Gigaset Camera als „Stand-Alone-Kamera“

Wie erwähnt ist die Gigaset Camera so ausgelegt, dass man sie nicht nur im Elements-System nutzen kann, sondern auch ohne irgend­welche Kompo­nenten alleine betreiben kann. Leider gilt auch hier wie so oft: Die Apps von Herstellern sind maximal zweck­ori­en­tiert. Die Camera-App für iOS und Android funktio­niert zwar und bietet weitest­gehend alle wichtigen Features, wirklich viele Spiele­reien in Features und/oder der Oberfläche sucht man aber vergebens. Viel mehr als Benach­rich­ti­gungen bei erkannten Bewegungen gibt es als zusätz­liche Spielerei nicht – aber vielleicht kommt ja in Zukunft noch etwas mehr, who knows?

Auf der Haupt­seite findet ihr zuerst einmal euren Stream, inklusive manueller Aufnah­me­mög­lichkeit. Darunter gibt es dann eine Liste mit den letzten Ereig­nissen (einfache Meldungen, dass zum Beispiel eine Bewegung erkannt wurde), nochmals darunter gibt es dann die vorhan­denen Aufnahmen. Per Tap auf einen der Einträge könnt ihr euch die Aufnahme nochmals anschauen lassen, auch das Speichern oder Löschen der Aufnahme ist möglich. Randnotiz: Werden die Aufnahmen nicht gespei­chert, werden sie automa­tisch nach spätestens 30 Tagen gelöscht (abhängig vom gebuchten Paket). 

Da der Betrieb von Servern inklusive Speicherung bekanntlich Geld kostet, hat sich Gigaset dazu entschieden, verschiedene Pakete anzubieten, die einen unter­schied­lichen Funkti­ons­umfang vorweisen, aber eben auch mit steigenden Kosten verbunden sind. Was schade ist: Wer die automa­tische Aufzeichnung bei Bewegung nutzen möchte, der muss mindestens das Bronze-Paket abonnieren. Folgende Pakete gibt es in der Camera-App. 

  • Free: SD und HD, keine Begrenzung der Kamera­anzahl, Benach­rich­ti­gungen, Mikrofon, Nacht­modus, Speichern und Teilen von Aufnahmen – aller­dings gibt es lediglich die Option der manuellen Aufzeichnung und die auch nur auf 30 Sekunden und einer Speicherzeit von zwei Tagen beschränkt.
  • Bronze (0,99€/Monat oder 9,99€/Jahr): Bietet neben den Features des Free-Paketes auch noch eine unlimi­tierte Aufzeichnung bei Bewegung, eine Speicherzeit von einer Woche und einer program­mier­baren Bewegungszone.
  • Silver (1,99€/Monat oder 19,99/Jahr): Beinhaltet den Umfang von Free und Bronze, besitzt aller­dings eine maximale Speicherzeit von zwei Wochen und einer manuellen Aufzeichnung von maximal zwei Minuten.
  • Gold (4,99€/Monat oder 49,99€/Jahr): Zusätzlich zu den vorher genannten Features gibt es keine Beschränkung bei der manuellen Aufzeichnung (wenngleich die Aufnahmen in 5-Minuten-Blöck geteilt werden), die maximale Speicherzeit beträgt vier Wochen und ihr könnt zwei unter­schied­liche Bewegungs­zonen konfi­gu­rieren.
  • Hallo Camera (einmalig 0,99€ für 3 Monate): Ist vom Funkti­ons­umfang her identisch mit dem Gold-Paket, aber eben nur mit einem einma­ligen In-App-Kauf verbunden – als „Willkommens-Paket“ aber auch nur einmalig zubuchbar.

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Die Camera im Elements-System

Wer bereits das Elements Safety Kit mit dem ein oder anderen Sensor in den eigenen vier Wänden im Einsatz hat, der wird die IP-Kamera natürlich auch mit dem System verbinden wollen, was wie gesagt schon mit der ersten Version der Kamera möglich ist. Nach der erfolg­reichen Verbindung zwischen Kamera und Elements-App findet ihr in der Seiten­leiste einen neuen Menüpunkt vor, über den ihr auf die Kamera zugreifen könnt. Auch hier findet ihr wieder einen zeitlich versetzten Stream vor, ebenso gibt es die Option, eine Aufnahme manuell starten zu können. 

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Des Weiteren könnt ihr auch auf ein Archiv eurer Aufzeich­nungen zugreifen, wobei ich die Ansicht leider nicht ganz so gelungen finde. Mir fehlt eine reine Auflistung der Ereig­nisse bezie­hungs­weise Aufzeich­nungen, wie sie zum Beispiel die Camera-App mit sich bringt. Aber auch sonst ist die Funktio­na­lität ein wenig beschnitten: Ansehen der Aufzeich­nungen? Jau, klappt. Speichern, teilen oder löschen der Aufnahmen? Nope, ist nicht drin. Dies könnt ihr bis dato nur über die Elements-Oberfläche bezie­hungs­weise den darin enthalten Video Web Manager im Browser. 

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Ein Vorteil der Integration in Elements: Die Kamera kann auch bei Alarm und beim Home-Coming eine automa­tische Aufzeichnung auslösen – neben der Aufzeichnung bei Bewegung. Dies aber erfordert wie auch bezüglich der Stand-Alone-Lösung ein zusätz­liches, kosten­pflich­tiges Paket – diese sehen im Grunde identisch aus, nur eben mit Ausnahme der verschie­denen Alarm- und Home-Coming-Aufzeich­nungen:

  • Free: SD und HD, keine Begrenzung der Kamera­anzahl, Benach­rich­ti­gungen, Mikrofon, Nacht­modus, manuelle Aufzeichnung mit maximal 30 Sekunden und zwei Tage Speicherzeit.
  • Safety (0,99€/Monat oder 9,99€/Jahr): Identi­scher Funkti­ons­umfang des Free-Pakets, aller­dings mit unlimi­tierter Aufzeichnung bei Bewegung, sowie einer automa­ti­schen Aufzeichnung bei Alarm (5 Minuten) und Home-Coming (30 Sekunden) – die Speicherzeit beträgt eine Woche.
  • Smart (1,99€/Monat oder 19,99/Jahr): Wie Free und Bronze, aller­dings mit einer maximalen Speicherzeit von zwei Wochen und einer automa­ti­schen Aufnahme von zwei Minuten Länge.
  • Director’s Cut (4,99€/Monat oder 49,99€/Jahr): Siehe Paket „Smart“, aller­dings keine Beschränkung bei der manuellen Aufzeichnung, vier Wochen Speicherzeit und zwei unter­schied­liche Bewegungs­zonen.
  • Welcome package (einmalig 0,99€ für 3 Monate): Ist vom Funkti­ons­umfang her identisch mit dem Paket „Director’s Cut“, aber eben nur mit einem einma­ligen In-App-Kauf verbunden – als „Willkommens-Paket“ nur einmalig zubuchbar.

Was leider etwas schade ist: wie zu Beginn einmal angesprochen bindet sich die Kamera leider irgendwie nicht so in das System ein, wie es andere Sensoren und Produkte der Reihe machen. Ja, es gibt eine automa­tische Aufzeichnung zum Beispiel bei Alarm, aller­dings läuft die Kamera dennoch quasi rund um die Uhr (was bei der Stand-Alone-Lösung ebenfalls der Fall ist). Was wünschenswert wäre, dass man die Kamera zum Beispiel erst mit aktivieren des Alarms oder des indivi­du­ellen Alarms einschalten könnte. So nimmt sie zwar dennoch bei Bewegung inklusive einem Puffer auf, irgendwie wirkt die Integration in die Elements-App aber ein wenig wie ein Fremd­körper. Noch, eine Besserung wäre wünschenswert. 

tl;dr und Fazit

Mit der Gigaset elements Camera hat Gigaset ein folge­rich­tiges Gadget für das Elements safety kit auf den Markt gebracht, welches sich nun eben in Form der überar­bei­teten Gigaset Camera auch eigen­ständig nutzen lässt. Natürlich nicht nur zur Überwa­chung des Eingangs­be­reich, sondern vielleicht auch als Ergänzung vom Babyfon oder anderen Anwen­dungs­be­reichen. Die Kamera wirkt optisch modern und lässt sich sowohl aufstellen, als auch an die Wand montieren – wie man es eben so mag und je nachdem, wie die Begeben­heiten in den eigenen vier Wänden sind. 

Die Bildqua­lität ist, sofern man den HD-Modus nutzt, mehr als ausrei­chend, wobei vor allem die Aufnahmen im Nacht­modus überzeugen konnten. Die Audio­auf­nahme ist zwar verbes­se­rungs­würdig, aber zweck­mäßig. Auch die Bewegungs­er­kennung mit einer oder zwei Zonen funktio­niert zuver­lässig und lässt sich auf Wunsch auch in ihrer Sensi­bi­lität erhöhen oder verringern. Aller­dings lässt sich Gigaset diese Bewegungs­er­kennung in Kombi­nation mit einer automa­ti­schen Aufzeichnung nochmal zusätzlich bezahlen – meiner Meinung nach aber legitim, Server kosten immerhin etwas und lassen sich nur selten mit einer Einmal­zahlung über Jahre hinweg finan­zieren.

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Leider schwächen die beiden Apps dieses positive Bild der Hardware etwas ab, denn beide könnten wesentlich besser sein. Es gibt viele Kleinig­keiten die (abseits der UI) verbes­se­rungs­würdig sind: So wären zum Beispiel Stand­bilder von auslö­senden Ereig­nissen praktisch, ebenso hätte ich erwartet, dass die Elements-App es erlaubt, Aufzeich­nungen zu löschen oder speichern. Auch ein „privater Modus“, indem die Kamera nur aufzeichnet, wenn man außer Haus ist oder einen indivi­du­ellen Alarm aktiviert hat, wäre angenehm – so nimmt sie eben grund­sätzlich auf, was bei reinen Eingangs­be­reichen sicherlich nicht ganz so tragisch ist, im Wohn- oder Kinder­zimmer aber sicherlich für ein leichtes, betrü­bendes Gefühl sorgen könnte. 

Dennoch empfinde ich die Gigaset Camera als sehr gute Lösung. Sei es nun als Ergänzung des Elements-System oder auch als eigen­ständige IP-Kamera. Ich habe mir schon einmal die ein oder andere IP-Cam angeschaut, wirklich überzeugt hat mich bis dato noch nichts und vor allem die mobilen Apps waren nicht besser – eher das Gegenteil ist der Fall. Preislich kann man ebenso nur wenig kriti­sieren, denn mit einem Straßen­preis von etwa 110 Euro liegt gar nicht mal so viel weiter oben, als andere IP-Cams mit vergleich­barer Qualität. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Gigaset Camera jeden­falls durchaus zufrieden, auch wenn ich sie zu Beginn fast schon an die Wand klatschen wollte – bleibt zu hoffen, dass die Apps etwas mehr Beachtung spendiert bekommen.