Goodbye, Flash. War schön mit Dir?

Marcel Am 15.07.2012 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:08 Minuten

Adobe Flash kennt fast jeder, der ein wenig im Internet herumsurft. Videos, Audio, Werbebanner – sogar ganze Webseiten basieren auf Flash. 1997 von Macromedia veröffentllicht, galt Flash lange Zeit für unantastbar und das wichtigste Element im „neuen“ Multimediainternet.

Für nahezu alle Systeme gab es Plugins, die Flash auf den entsprechenden Rechnern lauffähig machte – doch dann kam  das iPhone und iOS. Und damit bekam Flash erste Risse. Denn Steve Jobs verbannte den „Speicher- und Akkufresser“ Flash von seinem Smartphone und auch auf Wunsch vieler User hin, gab es keine Umkehr des Kurses. Das ganze Thema mündete im großen Streit Apple vs. Adobe.

Etwas ändern tat die „We love Apple“-Kampagne von Adobe jedoch nicht, im Gegenteil. Während die Entwicklung von HTML5 immer weiter fortschritt und durch immer mehr Elementen Flash ersatzbar machte (Videos, Musik und Co.), zog Adobe Flash immer weiter zurück. 2011 kündigte Adobe dann an, die Entwicklung des Flash Players für mobile Geräte einzustellen und sich stattdessen auf Flash für den Desktop und Adobe Air für mobile Endgeräte zu konzentrieren.

Im Februar dann die Ankündigung, unter Linux werde man Flash nur noch für Googles Chrome entwickeln. Auf der Google I/O kündigte Google dann an, dass man den Flash Player ab dem 15. August 2012 aus dem Google Play Store nehmen werde und auch die nächsten Android-Versionen (Jelly Bean und Co.) ohne Flash auskommen müssen. Somit ist Android ab „Jelly Bean“ ebenfalls Flash-frei und kann nicht über Google Play „geupgradet“ werden.

Eine Entwicklung, die Steve Jobs vorausgesehen hat – und einen Streit, den er nach seinem Tod noch gewonnen hat. Auch wenn man auf vielen Webseiten noch auf Flash tritt, gehört das Format langsam aber sicher zur alten Geschichte des Internet.

Ist jemand wirklich traurig darüber? Flash war für das Internet einmal sehr wichtig, doch das Wort „war“ ist wichtig. Alle großen Videoportale setzen inzwischen auch auf HTML5, was nicht so leistungshungrig ist. Ich merke es ja selbst: Die Lüfter sind leise, doch sobald Flash ins Spiel kommt drehen Lüfter und natürlich auch CPU auf. Nicht wirklich extrem, aber spürbar.

Mit Jailbreak gab es auf iOS mit Frash einmal die Möglichkeit, Flash nachzuinstallieren – habe ich persönlich mal getestet und direkt wieder runtergeworfen. Mein damaliges 3GS wurde bei Flashvideos extrem langsam und man konnte spüren, wie es wärmer wurde. Noch dazu: Weder auf dem iPhone noch auf dem iPad habe ich Flash jemals vermisst. Auch auf Mac OS X habe ich keinen Flashplayer installiert – und habe ihn auch noch nie vermisst. Google Chrome hat ihn zwar eingebaut, aber auch in der Anfangszeit mit Safari und Firefox bin ich nie auf Flashelemente gestoßen, die nicht auch in HTML5 wären angezeigt worden.

In so fern gab es einmal schöne Webzeiten mit Flash, aber das war es auch. Heutzutage benötigt Flash niemand mehr. Schön, dass auch Google es nun eingesehen hat und Adobe langsam aber sicher den Schlussstrich zieht. Schön, das Steve doch Recht hatte. Goodbye, Flash.

Würdet ihr Flash vermissen? Oder doch lieber weg mit altem Ballast?

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