Google+, drei Jahre später: Der kleine Zombie in der großen Google-Bubble

Marcel Am 28.06.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:08 Minuten

happybirthdaygoogleplus

Auf den Tag genau heute, am 28. Juni 2011 hat Google mit viel Tam Tam und großen Tönen sein soziales Netzwerk Google+ an den Start gebracht und somit zum Angriff auf Facebook geblasen. Erst nur über Einladungen verfügbar, bevor es sich dann einige Zeit später für alle geöffnet hatte. Seitdem hat sich viel verändert, nicht nur auf optischer Seite, denn Google hat sein +-Netzwerk in den darauffolgenden Monaten immer stärker in den Mittelpunkt gestellt, Google+ sollte das Zentrum der Google’schen Bubble werden: Google+-Zwang für YouTube und anderen Diensten, Klarnamenzwang, Hangouts und dergleichen. Doch Google+ fehlte seit jeher die Basis eines jeden Netzwerkes: Nutzer.

Ja, Google+ besitzt durchaus eine recht loyale Anhängerschaft, die oft zitierte „breite Masse“ konnte man jedoch nie ansprechen, trotz guter Ideen wie die im Vergleich zu den Facebook Listen wesentlich besser umgesetzten Kreise. Aber während gerade die Generation 40+ Facebook für sich entdeckt, sieht es bei Google+ abseits der Early Adoper und Techies anders aus – „wieso noch ein Netzwerk, ich hab doch Facebook“, kein seltenes Argument. Das macht auch eine kleine Infografik aus dem Hause DPFOC deutlich: So soll der Durchschnittsnutzer von Google+ männlich und 28 Jahre alt sein und beruflich aus der Technik-Branche kommen. Die stärksten Marken auf Google+? Android, Mashable und Google Chrome. Ganz im Gegensatz dazu die Top-Marken auf Facebook: CocaCola, Disney und Starbucks. Selbst für mich fühlt sich Google+ teilweise wie eine Geisterstadt an. Die von Google ausgerufenen 300 Millionen aktive Nutzer pro Monat? Suche zumindest ich in meiner Filterbubble vergeblich.

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Und schaut man sich einmal die letzten Ereignisse rund um Google+ an, so könnte man fast den Eindruck erwecken, als habe Google kapituliert. Mit Vic Gundotra verließ vor einigen Monaten der „Google+-Gründer“ das Schiff, zuletzt entfernte man die Autorenfotos und Kreisinformationen aus den Suchergebnissen und auch auf der Google I/O 2014 gab es an keiner Stelle ein Wort zu Google+. Ein Zeichen dafür, dass Google+ das neue Wave oder der neue Reader wird und im kommenden Frühjahrsputz eingestellt wird? Mitnichten – aber dennoch eine Verdeutlichung dessen, dass Google+ für Google nicht mehr den zentralen Punkt darstellt. Stattdessen setzt man nun auf eine Sache, mit der man sowieso schon zum Marktführer aufgestiegen ist: Android. Das mobile System soll der Endknoten zu seinen Nutzern werden.

Auf dem Smartphone und Tablet, auf dem Handgelenk, im Auto, im Fernseher – überall werden wir zukünftig auf Android stoßen können – und damit auf Google und seine Dienste, selbst Chromebooks sollen auf kurz oder lang Android-Apps nutzen können. Das, was Google+ vor genau drei Jahren einmal werden sollte, quasi der Atomkern des Google’zentrischen Systems, ist Android inzwischen bereits geworden. Das mobile System ist der Endknoten, um den herum immer mehr Google-Dienste aufgespannt werden. Zwar glaube ich nicht, dass Google das Projekt Google+ mittelfristig einfach so einstampfen wird, aber offensichtlich hat man das Interesse ein wenig verloren oder sich anders orientiert. Aber wie dem auch sei und was auch kommen mag: Happy Birthday Google+, mein kleiner Zombie.

googleplusinfografik

via SocialTimes Quelle & Bild DPFOC

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