Google Roundup: Android 5.0 Lollipop, Nexus 6, Nexus 9 und der Nexus Player

Am 15.10.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:42 Minuten

Nexus-Family

Bereits seit Tagen wurde gerüchtet, dass Google am heutigen Mittwoch den Start­schuss für Android 5.0 geben und damit neue Geräte in Form eines Nexus 6 und Nexus 9 vorstellen wird. Genau das hat Google nun am heutigen Abend ohne viel Tamtam getan – eine kurze Übersicht über die Gescheh­nisse.

Android 5.0 „Lollipop“

Lollipop Forest

Auf der Google I/O 2014 hat man bereits einen ersten Ausblick auf die kommende Android-Version gegeben, ohne dabei aber allzu viel vom Namen zu verraten. Bekannt war lediglich, dass es folge­richtig eine „L“-Version wird, was vor allem in den letzten Wochen darin mündete, dass die Gerüchte immer neue Namens­ideen hervor­brachten. Nun hat Google die Katze offiziell aus dem Sack gelassen: Android 5.0 wird Lollipop heißen. Über die Neuerungen habe ich ja bereits einmal nach der Google I/O berichtet, auf den ersten Blick wird es eben ein teilweise völlig neues und bunteres Design geben: Das Material Design, mit dem man den Look and Feel von Android auf nahezu jedem Gerät gleich halten möchte. 

Daneben wird es aber auch zahlreiche neue Funktionen und rund 5.000 neue API für Entwickler geben – sobald ich das System auf meinem Androiden habe, wird es dazu aber sicherlich nochmals den ein oder anderen Artikel geben. Android 5.0 wird bereits auf den ebenfalls vorge­stellten Nexus 6 und Nexus 9 vorin­stal­liert sein, für die restlichen Nexus-Geräte (einschließlich dem Nexus 4) und den Google-Play-Editionen diverser Smart­phones soll das Update in den kommenden Wochen ausge­rollt werden. Schade, dass es bei Google diesbe­züglich noch immer etwas dauern kann, aber vielleicht dauert es ja auch gar nicht mal so lange.

Motorola Nexus 6

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Als direkten Nachfolger vom Nexus 5 hat Google nun ebenfalls die Katze aus dem Sack gelassen und das Nexus 6 präsen­tiert, welches nun von Motorola gefertigt wird und auf dem neuen Moto X basiert. Mit einer Bildschirm­dia­go­nalen von 5,96 Zoll dürfte das Gerät sicherlich eine recht spezielle Nutzer­schicht ansprechen, mir persönlich wäre es einfach viel zu groß. Der angeschlagene Preis des Nexus 6 wird zwar mit 649 US-Dollar für das kleinere Modell mit 32 GB internem Speicher weit über dem Verkaufs­preis des Nexus 4 und Nexus 5 liegen, dafür geht man in Sachen Hardware aller­dings auch deutlich weniger Kompro­misse ein – statt­dessen bekommt man nun ein Nexus-Smart­phone mit Flagschiff­werten.

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  • Display: 5,96 Zoll QHD-AMOLED-Display mit 2.560 x 1.440 Pixel (493 ppi), 16:9 Format, Gorilla Glass 3
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 805 Quad-Core-CPU mit 2,7 Ghz
  • Interner Speicher: 32 oder 64 GB, nicht erwei­terbar
  • Haupt­kamera: 13 Megapixel mit optischer Bildsta­bi­li­sierung, doppeltem LED-Ringblitz, f/2.0-Linse, Video­auf­nahmen in 4K mit 30 fps
  • Front­kamera: 2 Megapixel
  • Konnek­ti­vität: LTE, WiFi 802.11ac 2×2 (MiMO), Bluetooth 4.1,NFC
  • Sensoren: GPS, Beschleu­ni­gungs­sensor, Gyroskop, Megne­to­meter, Umgebungs­licht­sensor, Barometer
  • Farben: Blau und Weiß
  • Akku: 3.220 mAh, fest verbaut, mit Turbo-Lader
  • Anschlüsse: 3,5mm Klinken­an­schluss, MicroUSB, Nano-SIM
  • Sonstiges: Zwei Front­laut­sprecher
  • Abmes­sungen: 82,98 x 159,26 x 10,06 Milli­meter
  • Gewicht: 184 Gramm

Schaut optisch zwar richtig schick aus, vor allem dank des „gebogenem“ Aluminium-Rahmens und der Moto-X-Optik, aber wie gesagt: 5,9 Zoll sind eine Hausnummer, die man erst einmal bedienen und trans­por­tieren muss. Sehr geil ist auch der neue Turbo-Lader, mit dem man das Gerät innerhalb 15 Minuten soweit aufladen kann, dass der Akku wieder für sechs Stunden fit ist. Der Vorverkauf des Nexus 6 soll ab dem 29. Oktober über den Play Store erfolgen, die ersten Auslie­fe­rungen sind für den November geplant. Wie genau die Preise aussehen werden ist wie erwähnt noch nicht gänzlich klar, Motorola hat lediglich die 649 Euro für die 32-GB-Variante genannt und bestätigt – ich vermute mal das Nexus 6 mit 64 GB wird mit 699 oder 749 Euro zu Buche schlagen, aber reine Speku­lation.

HTC Nexus 9

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Neben dem Nexus 6 hat Google auch ein weiteres Gerät vorge­stellt, welches wohl das Nexus 10 ersetzen soll: Das Nexus 9, welches von HTC herge­stellt wird. Vielleicht ja ein Hoffnungs­schimmer für HTC, immerhin schreibt man Quartal überQuartal fast nur rote Zahlen. Zum Gerät selbst: Das Display misst 8,9 Zoll in der Bildschirm­dia­gonale und wird durch Gorilla Glass 3 geschützt. Die Rückseite des Gerätes wird in drei Farben (Schwarz, Weiß und Sand) angeboten und besitzt anders als die One-Flagschiffe von HTC keine Rückseite aus Aluminium, sondern kommt mit einer Soft-Touch-Oberfläche daher, die sich aber laut eigenen Angaben sehr wertig anfühlen soll. Die reinen techni­schen Daten des Gerätes: 

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  • Display: 8,9 Zoll IPS-LCD-Display mit 2.048 x 1.536 Pixel, 4:3 Format, Gorilla Glass 3, Double-Tap-to-Awake
  • CPU: nVidia Tegra K1-Prozessor (64-bit)
  • Arbeits­speicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 oder 32 GB, nicht erwei­terbar
  • Haupt­kamera: 8 Megapixel, f/2.4-Linse, Auto-Focus, LED Blitz
  • Front­kamera: 1,6 Megapixel, f/2.4-Linse
  • Konnek­ti­vität: LTE, WiFi 802.11ac 2×2 (MiMO), Bluetooth 4.1, NFC
  • Sensoren: GPS, Umgebungs­licht­sensor, Gyroskop, Beschleu­ni­gungs­messer, Magne­to­meter
  • Farben: Schwarz, Weiß und Sand
  • Akku: 6.700 mAh, fest verbaut
  • Anschlüsse: 3,5mm Klinken­an­schluss, MicroUSB
  • Sonstiges: Zwei HTC BoomSound-Front­laut­sprecher, zwei Mikrofone
  • Abmes­sungen: 153,68 x 228,25 x 7,95 Milli­meter
  • Gewicht: 425 Gramm (WiFi-only), 436 Gramm (LTE)

Ein kleiner „Wow-Effekt“ bietet das ebenfalls vorge­stellte Tastatur-Case, welches magne­tisch am Nexus 9 befestigt wird und verschiedene Winkel­ein­stel­lungen bieten soll. Das Nexus 9 lässt sich ab dem 17. Oktober über den Play Store weltweit vorbe­stellen, der Versand und Verkauf über Partner wie Amazon, Media­Saturn und OTTO soll dann am 3. November erfolgen. Preise? 399 Euro für die Version mit 16 GB und 489 Euro für die Variante mit 32 GB. Beides WiFi-only, wer LTE benötigt, der muss zur Variante mit 32 GB und LTE greifen und zahlt hierfür dann 569 Euro. 

ASUS Nexus Player

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Die meiner Meinung nach inter­es­san­teste Neuvor­stellung stellt jedoch der Nexus Player dar. Dabei handelt es sich um eine kleine Streaming- und Multi­media-Box ganz im Stile des Apple TV und Amazon Kindle fire TV – natürlich mit Android 5.0 bezie­hungs­weise das auf Fernseher angepasste Android TV. Im Inneren wird die Box von einem Intel Atom Quad-Core mit 1,8 GHz befeuert, was gerade in Sachen Apps und Spiele keine schlechte Sache ist. Natürlich ist der Nexus Player Cast-fähig, kann also von jeder Chromecast-fähigen App mit Inhalten befeuert werden. Ebenfalls mit dabei ist eine kleine Fernbe­dienung die wie auch die Fernbe­dienung des Kindle fire TV auf Sprach­be­fehle reagieren kann, alter­nativ dazu lässt sich die Kiste auch per Smart­phone, Tablet oder eine Smart­watch bedient werden. Des Weiteren wird es auch einen eigenen Controller für den Nexus Player geben. 

Was für viele sicherlich ein K.O.-Kriterium ist: Der Nexus Player besitzt keinen Ethernet-Port, kann also lediglich via WiFi 802.11ac mit eurem Netzwerk verbunden werden. Für mich persönlich relativ egal, da wenn möglich eh alles kabellos einge­bunden wird – ich habe aber auch schon negative Stimmungen gehört. Ansonsten? Jau, macht einen sehr runden Eindruck und optisch macht Android TV ebenfalls etwas her – könnte wirklich etwas werden, vor allem dank der Play-Store-Anbindung. Preise? 99 US-Dollar für den Nexus Player, 39 US-Dollar für den Controller. Verfüg­barkeit? Der Vorverkauf startet am 17. Oktober, ab dem 3. November wird er ausge­liefert. Aber – man traut es sich fast nicht auszu­sprechen: US-only, zumindest vorerst.