Hama WiFi-Datenleser für SD-Karten und USB-Sticks

Marcel Am 27.05.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:16 Minuten

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Um Bilder von der Speicherkarte oder der Kamera auf’s iPad zu bekommen, hat Apple das Camera Connection Kit im eigenen Portfolio – möchte man diese aber zum Beispiel auf’s iPhone zaubern, so schaut der Nutzer in die Röhre. Abhilfe soll hier eine kleine schwarze Box von Hama schaffen, welche Daten von Speicherkarten und/oder USB-Sticks kabellos per WLAN auf das iDevice beamt – wobei letzteres Falsch ist, denn dank Browser-Unterstützung funktioniert die unscheinbare Box auch mit dem Rechner und Notebook, außerdem kann der WiFi-Datenleser auch als WLAN-Repeater und -Bridge herhalten.

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Die Äußere Erscheinung

Optisch ist die Box weder unschön, noch spektakulär – ich würde sie eher als zweckmäßig bezeichnen. Gerade einmal 59,9 x 49,8 x 24,8 Millimeter misst die Box, welche leider in schwarzem Klavierlack gehalten ist. An der Oberseite finden sich verschiedene LEDs, an der Front befindet sich neben den Steckplätzen für Speicherkarten und USB-Sticks auch der An-/Aus-Schalter. Seitlich finden wir dann einen LAN-Anschluss und einen miniUSB-Anschluss, über den der Akku der kabellosen Box geladen wird.

Die erste Konfiguration

Konfiguriert wird die Box über den Browser oder alternativ über die entsprechende App für iOS – welche optisch definitiv ein Graus ist. Also den Kartenleser einschalten und sich dann mit dem gewünschten Gerät in dem von der Box erzeugten WiFi-Netzwerk einloggen – möchte man nun die Box mittels Browser konfigurieren, so erreicht man die Weboberfläche über die IP 10.10.1.1.

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Die IP kann natürlich geändert werden, ebenso sollte man als erstes die Verschlüsselung WPA2 (TKIP/AES) aktivieren – standardmäßig besitzt die Box nämlich keine Verschlüsselung und so könnte jeder in der Nähe auf die Daten zugreifen. Ja, die Weboberfläche ist ein wahrer Graus und mit das schlechteste, was ich in der letzten Zeit so gesehen habe. Oh mein Gott.

Über die Einstellungen kann man eben neben verschiedensten Einstellungen auch die Funktion des Datenlesers von einem einfachen Data Reader auf einen Access Point umstellen. Könnte zum Beispiel praktisch sein, wenn man man im Hotel nur einen LAN-Anschluss besitzt, dennoch mit dem mobilen Gerät (egal ob iPhone, iPad oder sonstige Geräte mit WLAN) surfen möchte.

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Insgesamt ist die Konfiguration etwas fummelig, wer jedoch nur die Verschlüsselung aktivieren möchte, der wird schnell fündig und im Grunde ist das auch das wichtigste – wenigstens erklärt die kurze Anleitung die einzelnen Schritte recht gut. Was leider nicht funktioniert (oder ich bin zu blöd dazu): den Datenleser ins heimische Netzwerk zu bringen. Schade. Ach übrigens: Die Box funkt im 2,4 GHz Modus und unterstützt WLAN 802.11b/g/n – wahlweise kombiniert oder eben nur einen Modus.

Die Übertragung mittels iDevice

Die Datenübertragung erfolgt natürlich am einfachsten über die entsprechende App – optisch sieht sie wie bereits erwähnt alles andere als schön aus und auch die Usability ist nicht wirklich das gelbe vom Ei. Hat man eine Speicherkarte oder einen Stick angeschlossen, kann man in der App verschiedene Dateitypen auswählen: Videos, Fotos, Musik, Dokumente und auch eine Ordner Ansicht ist vorhanden.

Möchte man nun Bilder herunterladen, so sucht man sich erst einmal zu Tode. Der Trick: Den Button „Edit“ in der rechten, oberen Ecke drücken und dann die gewünschten Fotos beziehungsweise Dateien markieren. Über das Icon in der untern Leiste lassen sich die markierten Bilder dann in der Kamera-Roll speichern, verschieben oder auch löschen. Der Eintrag „Herunterladen“ lädt die Dateien ebenso herunter, speichert diese aber anscheinend nur in einem Ordner der App und zeigt diese in der Medienbibliothek an. Der Sinn? Keine Ahnung.

Außerdem lassen sich Videos und Fotos auch vom iPhone und iPad auf das angeschlossene Speichermedium transferieren – dies klappt über die Medienbibliothek und dem Eintrag „Hochladen…räte-Kamera“ – was auch immer das heißen soll. Die Geschwindigkeit beim Download der Dateien ist in Ordnung: Für 20 Bilder á 5,8 MB benötigte die Kombination aus Kartenleser und iPhone rund 84 Sekunden – macht also 1,38 MB/s. Für die Übertragung vom iPhone auf die Speicherkarte benötigte der Kartenleser rund 107 Sekunden, was also eine Übertragungsgeschwindigkeit von etwa 1,08 MB/s ausmacht.

Wi-Fi Data Reader
Wi-Fi Data Reader
Entwickler: Hama GmbH & Co KG
Preis: Kostenlos
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Die Übertragung mittels Rechner

Die Übertragung von Dateien zum und vom Rechner geschieht über die Weboberfläche, welche bei verbundenem Datenleser über die IP 10.10.1.1 erreichbar ist. Allerdings macht das absolut keinen Spaß: Dateien müssen nervig einzeln markiert werden, heruntergeladen werden diese als TAR-Archiv – und das kann dauern. Die besagten 20 Bilder (115 MB) herunterzuladen dauerten mit meinem MacBook rund 45 Minuten – zu lange, der Grund ist mir schleierhaft. Der Upload auf’s Speichermedium ist ebenso nervig, denn hier lassen sich nur einzelne Dateien auswählen und hochladen. Im Notfall, wenn man zum Beispiel nur ein Notebook ohne Kartenleser besitzt, reicht es – aber gut ist anders.

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Die Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit variiert natürlich stark. In meinem Dauertest kam es stark darauf an, welches Speichermedium man nutze. Mit Speicherkarte kam ich auf knapp über drei Stunden, mit einem USB-Stick kam ich noch auf knapp 2 1/2 Stunden und mit einer externen 2,5 Zoll Festplatte endete der „Spaß“ nach rund 1:15 Stunden. Geladen wird der Akku übrigens über den miniUSB-Anschluss, nach etwa 4-5 Stunden war das Gerät bei mir über einen Steckdosen-Adapter wieder voll aufgeladen.

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Fazit

Ein Fazit zu ziehen ist schwer, denn die Usability des Hama WiFi-Datenleser ist echt grausam. Die Konfigurations- und Weboberfläche, sowie die Apps sind nicht nur optisch grausam, auch funktionell hätte man alles wesentlich besser lösen können. Dennoch macht die schwarze Box was sie soll – sie überträgt Fotos, Videos und Co. von einem Speichermedium wie USB-Stick und Speicherkarte kabellos auf iPhone, iPad und über die Weboberfläche auch auf andere Geräte wie Notebooks und Android-Geräte – die Repeater- und Bridge-Funktionalität ist dabei ein nettes Extra. Ob einem jedoch das etwa 80 Euro wert ist, muss jeder für sich entscheiden – wer nur Fotos von der Kamera auf’s iPad tranferieren möchte, der sollte sich besser einmal das Camera Connection Kit anschauen. Hier muss es nichtmal das teure Apple-Original sein, auch günstigere Varianten reichen durchaus aus…

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