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Seit knapp drei Jahren nutze ich „intel­li­gente“ Heizkörper-Thermo­state der Firma Honeywell (genauer gesagt: diese hier), um mit diesen die Leistung des Heizkörpers und damit die Raumtem­pe­ratur automa­tisch regulieren zu können. Dank einer Art Schalt­zeituhr und ein selbst­ler­nendes System sind diese nicht nur komfor­tabel, sondern senken auch die Heizkosten – zumindest nach meinen Abrech­nungen seit der Instal­lation, ist nicht viel, aber immerhin etwas. Doch auch wenn meine Thermo­state ein wenig „geskriptete Intel­ligenz“ mit auf den Weg bekommen haben, wirklich „smart“ sind die Teile nicht. 

Bluetooth oder WiFi zur Fernsteuerung der Heizkörper mittels Smart­phone oder anderem externen Gerät? Nöp, geht nicht – alles wird direkt an den Reglern selbst einge­richtet. Und jetzt, wo das „Smart Home“ gerade in aller Munde ist, musste nun der nächste Schritt gemacht werden. Gut, dass Honeywell, mit denen ich in den letzten Jahren positive Erfah­rungen sammeln konnte, ein entspre­chendes System im Portfolio hat: das Honeywell Evohome. Thermo­state, externe Kontroll­einheit, Smart­phone-Anbindung, sogar Zugriff von Unterwegs ist möglich. 

Ich habe das System nun schon einige Monate im Betrieb – was das Evohome kann, sowie meine Erfah­rungen und Eindrücke findet ihr nun hier. Randbe­merkung: Wer keinen Bock auf viel lesen hat, findet unten ein kleines „Too long, didn’t read“.

Liefer­umfang

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Honeywell bietet verschie­denste Pakete zum Start mit dem Evohome-System an, mit und ohne Internet-Gateway, mit mehr oder weniger Thermo­staten. Ich habe das Komplett-Paket, welches die zentrale Bedien­einheit, vier Thermo­state und den Internet-Gateway mit sich bringt. Dazu gibt es dann eben noch die benötigten Kabel (Strom und LAN-Kabel für das Gateway) und diverse Kurzhand­bücher zur Instal­lation, der Einrichtung und dem Betrieb. Für welches Paket ihr euch entscheidet, kommt letztlich immer darauf an, was ihr benötigt und wie viele Räume ihr mit Thermo­staten ausstatten könnt. Ich habe mal ein paar Starter-Pakete einge­bunden:

Die Thermo­state

Fangen wir einmal mit den Thermo­staten an. Wie auch handels­üb­liche Standard-Regler sind auch die Honeywell HR92-Regler aus Kunst­stoff gefertigt und mit Abmes­sungen von etwa 95 x 54 x 60 Milli­meter auch ein gutes Stück größer als ihre analogen Pedants. Die Strom­ver­sorgung geschieht über zwei AA-Batterien, die das Thermostat laut Honeywell gut zwei Jahre mit Strom versorgen sollen – aufgrund meiner Erfah­rungen mit den älteren Modellen kann ich dies durchaus bestä­tigen.

Das LCD-Display ist auf Wunsch beleuchtet und lässt sich mittels Display­halter auch aufge­richtet fixieren, unter dem Display gibt es einen Menübutton, bedient wird das ganze natürlich wie gewohnt mit dem Drehrad. Die Verar­beitung ist eigentlich sehr gut und lässt nur wenig Kritik, ich könnte hier höchstens anmerken, dass das Drehrad an allen vier Thermo­staten ein wenig quitscht.

denn vor der eigent­lichen Einrichtung müssen diese natürlich erst einmal an die Heizkörper gebracht werden. Ist nicht wirklich schwer, habe sogar ich mit meinen zwei linken Händen auf die Kette bekommen. Bevor ihr aber damit beginnt, eure alten Heizkör­per­regler zu demon­tieren sei gesagt: Les euch die Anleitung zur Montage der Honeywell-Thermo­state gut durch und geht dann Schritt für Schritt vor. Wie ihr die alten Regler demon­tiert ist von Hersteller zu Hersteller unter­schiedlich, die meisten besitzen eine Art „Drehscharnier“, an dem ihr kurz drehen und dabei das Thermostat vom Ventil ziehen müsst. Bei einigen Heizungen benötigt ihr eine Wasser­pum­penzange (oder Pumpen­was­ser­zange?), ich für meinen Teil brauchte nichts dergleichen, ließ sich ohne Werkzeug demon­tieren.

Sieht dann – in meinem Fall – so aus, auch hier kann es von Hersteller zu Hersteller unter­schiede geben. Neuere Heizkörper besitzen eigentlich allesamt M30 x 1,5 Heizkör­per­ventile von Honeywell, Braukmann, MNG, Heimeier, Danfoss und Oventrop (oder auch weitere Hersteller), lediglich ältere Heizkör­per­ventile haben ein anderes Gewin­demaß – wozu ihr dann entspre­chende Adapter benötigt, die nicht im Liefer­umfang beiliegen. Erfah­rungs­gemäß ist der Support von Honeywell diesbe­züglich aber sehr hilfs­bereit. Nun müsst ihr zuerst einmal den ersten Adapterring auf das Ventil schieben, hierbei ist darauf zu achten, dass die Kanten „einrasten“. Schraube handfest ziehen, fertig. 

Auf diesen Adapter schraubt ihr nun den hinteren Teil des Honeywell-Thermo­stats. Verrie­gelung lösen und ebenfalls handfest festschrauben. Wichtig: Dreht den Ventil­aufsatz (das Schwarze Teil) danach gegen den Uhrzei­gersinn bis zum Anschlag, anderer­seits kann es später vorkommen, dass der Stift nicht weit genug hinein­ge­drückt oder der Ventil­aufsatz nicht weit genug zurück­ge­fahren wird. Ist auch das erledigt, könnt ihr nun das Thermostat wieder auf den Ventil­aufsatz schieben und verriegeln – die Position könnt ihr dabei natürlich selbst festlegen und bei Bedarf könnt ihr natürlich auch noch das Display mitsamt des Display­halter fixieren. 

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Die zentrale Bedien­einheit

Das zentrale Element des Honeywell Evohome stellt die Bedien­einheit dar. Zwar lässt sich das gesamte System, sofern einmal einge­richtet, mit Hilfe des Internet Gateway auch über die Smart­phone-App nutzen, ohne die Bedien­einheit geht jedoch nichts (zu den derzei­tigen Schwächen der App später mehr). Über diese bekommt ihr nicht nur einen Blick auf eure Tempe­ra­turen, sondern richtet das gesamte System auch ein und könnt Einstel­lungen verändern. Die Bedien­einheit besitzt ein etwa 10,6 Zenti­meter „großes“ resis­tives Farbdisplay – es reagiert also nicht wie von aktuellen Smart­phones gewohnt auf Berührung, sondern benötigt immer auch ein wenig Druck. 

Die Druck­emp­find­lichkeit des Touch­panel ist in Ordnung und auch die restliche Verar­beitung der Bedien­einheit ist eigentlich sehr hoch, lediglich die weiße Frontab­de­ckung ist nicht 100% genau verar­beitet: da lediglich die vier Eckpunkte aufge­k­lippt werden, haben die längeren Seiten ein minimales Spaltmaß, dürfte aber nur die wenigsten stören. Übrigens: Wer die silbernen Abdeckung nicht so toll findet, der bekommt für rund 20 Euro auch sein Set bestehend aus silberner, weißer und schwarzer Abdeckung. Ist natürlich Geschmack­sache.

Bei der Bedien­einheit hat man im Hause Honeywell gut mitge­dacht: In erster Linie lässt sie sich mit einem passenden Tisch­halter (oder auch mit der optional erhält­lichen Wandhal­terung) nicht nur auf der Kommode platzieren, sondern auch dauerhaft mit Strom versorgen. Der Clou: Die Bedien­einheit besitzt weiter­gehend noch zwei AA-Akkus, sodass ihr sie bei Bedarf einfach abnehmen und durch die Wohnung trans­por­tieren könnt. Rund zwei Stunden Akkulaufzeit gibt es hierbei – leider vergleichs­weise wenig, für die erste Einrichtung aber völlig ausrei­chend und eigentlich soll das System ja auch eher für sich selbst arbeiten.

Die erste Einrichtung

Genug über die Hardware geschwafelt, kommen wir zur ersten Einrichtung des Honeywell Evohome. Dazu solltet ihr vor der Erstein­richtung erst einmal sämtliche Thermo­state vernünftig angebracht haben, danach könnt ihr dann die zentrale Bedien­einheit in Betrieb nehmen. Diese erwacht daraufhin aus dem Leben und bietet euch zwei unter­schied­liche Modi an: zum einen die geführte Konfi­gu­ration und den Sprung direkt ins Instal­la­tions-Menü. Letzteres klingt „profes­sio­neller“, ich gebe euch aber den Tipp, es schlicht mit der geführten Einrichtung zu versuchen – damit könnt ihr zu Beginn erst einmal alles einstellen, ohne jeden Menüpunkt verstehen zu müssen. Simple as it.

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Neben den Heizkör­per­reglern könnt ihr auch Fussbo­den­hei­zungen, Misch­regler und Zonen­regler mit der Bedien­einheit nutzen – ich habe aller­dings mangels weiterer Alter­na­tiven in der Wohnung nur die Heizkör­per­regler unter die Lupe genommen. Also den entspre­chenden Punkt auswählen, den Ort des Heizkörpers auswählen und den Namen gegebe­nen­falls anpassen (gibt ja auch Arbeits­räume, Keller oder was weiß ich nicht alles). Danach werdet ihr gefragt, ob ihr den Raumfühler der Basis­station nutzen wollt – macht nur Sinn, wenn ihr einen Regler im gleichen Raum angebracht habt, anderen­falls würde ich immer die Tempe­ra­tur­messung der Thermo­state nutzen. Zu guter Letzt müsst ihr dann noch die „Bind“-Taste am Regler betätigen, schon wird dieser mit dem Evhome-System verbunden. Im folgenden könnt ihr dann auch noch alle weiteren Thermo­state verbinden. 

Dem eigent­lichen Haupt­feature – der automa­ti­schen Heizungs­schaltung – habe ich unten einen eigenen Punkt gewidmet, denn dies ist recht umfang­reich gelöst. Zuvor aber noch ein paar Sätze und Bilder zur zentralen Bedien­einheit, denn auch diese bietet noch einige zusätz­liche Optionen an. Standard­mäßig zeigt sie euch als eine Art „Standby-Modus“ einen Überblick über euer System an, sodass ihr die Tempe­ra­turen in den einzelnen Räume schnell überblicken könnt. Hierzu gibt es unter­schied­liche Stile, auch eine simple Analog- und Digital-Uhr könnt ihr auswählen – je nach Geschmack. Besonders inter­essant: In den Optionen könnt ihr einen Nacht­modus festlegen, der die Farben der Anzeige inver­tiert, statt eines weißen Hinter­grunds mit schwarzer Schrift gibt es eben einen schwarzen Hinter­grund mit weißer Schrift, was die „passive Beleuchtung“ der Basis­station etwas abschwächt. 

Optionen gibt es ebenfalls, diese erreicht ihr über einen längeren Druck auf das Display. Hier könnt ihr Datum und Uhrzeit einstellen, die Sprache festlegen, die Helligkeit des Displays regulieren (inklusive einer Abschaltzeit in der von der eigent­lichen Bedien­ober­fläche auf die Übersicht oder Uhr gewechselt wird), das Standard-Display auswählen und den Nacht­modus aktivieren. Wer mag, der kann letzteren nicht nur zeitge­steuert, sondern auch die ganze Zeit über nutzen – mir zum Beispiel gefällt der dunkle Nacht­modus deutlich besser. Außerdem könnt ihr auch die Räume bearbeiten und zum Beispiel die Reihen­folge der Auflistung ändern oder Namen bearbeiten. Sieht dann in Bildern so aus: 

Evohome im Praxis-Einsatz und die Schalt­zeiten

Bis dato könntet ihr eure Heizungen manuell über das Drehrad an den Thermo­staten bedienen und bekommt eine zentrale Übersicht über den Stand eurer Tempe­ra­turen – was bekanntlich wenig „smart“ ist. Vielmehr steckt der eigent­liche Sinn bei diesen und anderen vergleich­baren Thermo­staten darin, die Tempe­ratur automa­tisch regeln zu können, sodass ihr die Thermo­state im Idealfall gar nicht mehr einrichten müsstet. Dazu ist aber etwas Arbeit von Nöten, vor allem müsst ihr euch erst einmal ein paar Gedanken machen, wie euer Ablauf an den einzelnen Wochen­tagen ist. Ihr habt keinen wirklichen geregelten Ablauf? Kein Problem – zumindest die Schla­fens­zeiten solltet ihr halbwegs hinbe­kommen und auch wenn das nicht klappt, stellt ihr die Tempe­ratur einfach durch­gehend auf eine Stufe.

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Nehmen wir – falls im weiteren Verlaufe einmal benötigt – mal folgendes Szenario: Montags bis Freitags steht ihr um 6 Uhr auf und verlasst um 7:30 Uhr das Haus in Richtung Arbeit. Um 17 Uhr seid ihr in der Regel wieder daheim, um 22 Uhr legt ihr euch Schlafen. Am Wochenende seid ihr so ab 10 Uhr wach und verschiebt die Schla­fenszeit auf etwa 24 Uhr. Die Zeiten können natürlich variieren und es können auch weitere Aktivi­täten (zum Beispiel jeden Montag von 19 – 21 Uhr ins Fitness-Studio) hinzu­kommen, kein Problem. Wichtig ist eben nur, dass ihr ganz grob einordnen könnt, wie euer Ablauf an den einzelnen Wochen­tagen ist. Abwei­chungen gibt es immer, aber es gibt mit Sicherheit auch immer die ein oder andere „Faust­regel-Zeit“, oder?

Habt ihr euch euren Plan ein wenig zurecht­gelegt (bei mehreren Personen nehmt immer die frühesten oder spätesten Zeiten), könnt ihr auch schon loslegen. Denn ihr könnt – über die Bedien­einheit wohlge­merkt – für jeden Wochentag und für jedes einge­richtete Thermostat einen eigenen Schaltplan erstellen. Auch hierzu bietet euch Honeywell einen Assis­tenten an, der die wichtigsten Begeben­heiten so abfragt. Zum Beispiel von wann bis wann der Raum genutzt wird, wann er nicht mehr genutzt wird und dergleichen. Kann man nutzen, ist für die erste grobe Einrichtung sicherlich nicht verkehrt. 

Wirklich umfang­reich wird es erst dann, wenn ihr die Einrichtung der Schalt­zeiten selbst konfi­gu­riert. Für jeden Wochentag und Raum lassen sich mehrere unter­schied­liche Schalt­zeiten am Tag eingeben. Beispiel für das Badezimmer: Ab 6 Uhr morgens soll die Tempe­ratur bei angenehmen 24 Grad liegen – man möchte ja nach dem Duschen nicht frieren. Ab 7 Uhr seid ihr raus, also kann die Tempe­ratur wieder herunter gedreht werden – da ihr eh arbeiten seid, auf die Minimum-Tempe­ratur von 15 Grad. Gegen 17 Uhr kommt ihr heim, da man sich aber sicherlich nicht dauerhaft im Bad aufhält, begnügen wir uns hier mit 19 Grad. Und ab 22 Uhr – der „Bettzeit“ – geht die Tempe­ratur wieder etwas herunter, bevor sie dann am nächsten Morgen wieder auf 24 Grad hochgeht. Prinzip verstanden? Super, denn die Einrichtung ist simpel, sofern man das Prinzip nur einmal verstanden hat. 

Inter­essant ist hierbei die Tatsache, dass die Thermo­meter selbst­lernend sind und wie erwähnt einen integrierten Tempe­ra­tur­fühler besitzen. Es dauert zwar ein paar Tage, aber nach fünf, sechs Tagen haben die Heizregler raus, wann sie loslegen müssen, um die gewünschte Tempe­ratur zur angegeben Zeit (zum Beispiel um 6 Uhr) erreicht zu haben. Somit beginnen sie nicht erst um 6 Uhr mit dem Heizen, sondern schon früher – zum Beispiel gegen 5:30 Uhr. Ich weiß nicht, wie das mit anderen Heizkör­per­reglern so ist, das Honeywell-System funktio­niert aber recht zuver­lässig (auch bei meinen älteren Reglern). 

Aller­dings gibt es natürlich ein kleines Problem, was sich schlicht aus euren räumlichen Begeben­heiten ergibt: Habt ihr einen großen Raum, so kann es natürlich vorkommen, dass die Tempe­ratur an der Heizung selbst einige Grad niedriger oder höher ist, als am anderen Ende des Raums, wo zum Beispiel eure Couch steht. Dazu ein Tipp zur ersten Einrichtung: besorgt euch ein zuver­läs­siges Raumther­mo­meter und stellt dieses an der gewünschten Stelle auf. Denn an den Thermo­staten selbst könnt ihr ein so genanntes „Offset“ einstellen, mit dem ihr dem Regler quasi sagen könnt „Hey, die Raumtem­pe­ratur an meiner Couch ist drei Grad geringer, als bei dir an der Heizung“ – folglich werden die Regler diese Differenz beachten und umsetzen. Übrigens kein Problem der „smarten Thermo­state“, sondern auch die Old-School-Regler haben das Problem, logisch. 

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Und so funktio­niert das System eigentlich ohne euer Eingreifen. Dennoch kann es ja immer mal vorkommen, dass ihr doch manuell eingreifen wollt oder müsst – zum Beispiel weil ihr früher nach Hause gekommen seid oder ähnliches. Hier habt ihr nun verschiedene Optionen: Über die Bedien­einheit könnt ihr verschiedene Profile aktivieren. So könnt ihr im Economy-Modus die Tempe­ratur aller Räume um 3° C absenken, während der Abwesend-Modus alle Räume auf 15° C herunter kühlen lässt und auch das Ausschalten sämtlicher Regler ist möglich. 

Weiter gibt es auch die Möglichkeit, einen Ausnah­metag festzu­legen zu können oder ein zusätz­liches Sonder­pro­gramm eingeben zu können. Aber auch das temporäre (oder optional perma­nente) Ändern der Tempe­ratur für einzelne Räume ist natürlich über die Bedien­einheit möglich. Wollt ihr nur die Tempe­ratur in einem Raum schnell verändern, könnt ihr dies aber natürlich wie gewohnt über das Drehrad machen, wobei die manuell einge­stellte Tempe­ratur nur bis zur nächsten automa­ti­schen Zeitschale beibe­halten wird. 

Ein paar weitere Anmer­kungen und Hinweise

Oben fandet ihr schon eine etwas ausführ­li­chere Beschreibung der automa­ti­schen Schalt­zeiten, an dieser Stelle noch ein paar kurze Anmer­kungen:

  • Laut Honeywell kann das Evohome die Heizkosten um rund 30 Prozent senken. Ist natürlich sehr Nutzungs­ab­hängig, wer nur selten heizt und dann aber vergisst, die Heizung wieder auszu­schalten, der spart natürlich mehr als jemand, der bewusst heizt. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass meine Heizkosten um rund 1/4 gesunken sind, nachdem ich von den Standard-Thermo­staten auf die alte Honeywell HR25-Thermo­state gewechselt bin. Ob der Wechsel nun der einzige Grund war oder einfach weniger geheizt wurde, lässt sich natürlich nicht wirklich nachhalten.
  • Jeder nimmt (Raum-)Temperaturen anders wahr, ihr müsst euch also heran­tasten (und bezüglich des angespro­chenen Offsets auch zu Beginn kontrol­lieren). In Wohnräumen liegt die „Wohnfühl­tem­pe­ratur“ im Schnitt bei etwa 21-22° C, in der Küche 18° – zum Schlafen liegt sie zwischen 17 und 21 Grad. Wie gesagt: auspro­bieren und gegebe­nen­falls korri­gieren. Jedes Grad weniger sorgt für weniger Verbrauch, macht sich also in der Heizkos­ten­ab­rechnung bemerkbar.
  • Bei der Festlegung der Differenz zwischen „Tempe­ratur am Thermostat“ und „Tempe­ratur an der Liege­po­sition im Wohnzimmer“ kommt natürlich nicht nur auf die Raumgröße an, sondern auch ob zum Beispiel Türen geschlossen sind, oder ob sich die kältere Luft des Flures mit der eures Wohnzimmers vermischt.
  • Nachts und während ihr außer Haus seid, kann die Tempe­ratur natürlich noch weiter herunter gedreht werden. Ihr solltet aller­dings (außer bei Ausflügen von mehreren Tagen) nicht unter 15 Grad Celsius gehen, da die Heizung sonst zu viel Power geben muss, um wieder auf Tempe­ratur zu kommen. Lieber mal in kurzen Schüben Nachschub geben um die 15 Grad zu halten, als längere Zeit konstant „zu ballern“.
  • Für den Winter- oder Sommer­urlaub wichtig zu wissen: Um zu verhindern, dass der Heizkörper einfriert, wird das Heizungs­ventil bei einer Tempe­ratur ab unter 4° solange geöffnet, bis die Tempe­ratur wieder über 6° beträgt. Wird das Ventil eine Woche lang nicht einmal vollständig geöffnet, wird dieses montags kurzzeitig voll geöffnet, womit ein Festsitzen verhindert werden soll.
  • Sobald ihr ein Fenster öffnet und lüftet, sollten sich die Thermo­state in den jewei­ligen Räumen komplett abschalten. Dies erfolgt auch über die Tempe­ra­tur­messung, denn sobald es einen stärkeren Tempe­ra­tur­abfall gibt, schalten sie ab – und nach einiger Zeit wieder ein. Die Sensi­bi­lität für diese Erkennung und die Zeit bis zur Wieder­ein­schaltung lässt sich ebenfalls in den Einstel­lungen direkt am jewei­ligen Thermostat regeln. Auch hier gilt: unter­schied­liche Werte auspro­bieren.
  • Batterie leer? Dann nicht wundern, denn um die oben erwähnten Probleme des Einfrieren und Festsitzens zu verhindern, wird das Ventil kurz vor Lebensende der Batterie komplett aufge­dreht.

Internet-Gateway und mobile Apps

Bis hierhin ist das System vor allem durch die selbst­ler­nende Kompo­nente in Verbindung mit den passenden Schalt­zeiten schon sehr „smart“, dennoch möchte der ein oder andere das System nicht immer nur über die Bedien­station bedienen, sondern auch über das Smart­phone. Und egal ob ihr das Smart­phone zuhause oder von unterwegs aus nutzen möchtet: Ihr benötigt für beide Anwen­dungs­fälle den Internet-Gateway, der entweder in einem der Starter-Sets oder gesondert für etwa 70 Euro zu haben ist. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, dass optisch ein wenig an ein Modem erinnert und letztlich nichts anderes macht, als euer Evohome-System mit dem Internet zu verbinden – was leider nur über ein LAN-Kabel funktio­niert, kabellos ist hier also nicht gegeben. 

Was nicht jedem Schmecken dürfte: Die Nutzung setzt natürlich einen Honeywell Connected Home-Account voraus. Hier müssen nicht nur E-Mail und Passwort vergeben werden, sondern es auch weitere Infor­ma­tionen wie die Adresse abgefragt. Wird aber für den Betrieb nicht weiter verwendet, daher denkt euch bei Sorge einfach etwas schönes aus. Honeywell betont, dass eure Daten verschlüsselt auf den Servern gespei­chert werden und bei entspre­chender Option auch keine Daten an „ausge­wählte Dritte“ weiter­ge­geben werden. 

Ich habe bislang auch (mit Ausnahme von System-Infor­ma­tionen wie Wartungs­ar­beiten und dergleichen) nichts an meine eigens einge­richtete Mail-Adresse weiter­ge­reicht bekommen. Die Verbindung selbst läuft über gesicherte Verbin­dungen. Kurz: Account wird benötigt, eure Daten und Verbin­dungen sollen laut Hersteller gesichert sein. Entweder drauf vertrauen oder den Internet-Zugriff nicht nutzen.

Evohome Remote
Entwickler: Andro­id­Gamer
Preis: Kostenlos

Die mobilen Apps existieren aktuell nur für iOS und Android. Für Windows Phone (aka Windows Mobile) steht keine offizielle App zur Verfügung, es gibt aller­dings eine Third-Party-App, die zumindest die Schnell­ak­tionen und Tempe­ratur-Änderungen unter­stützen, da eine offiziell von Honeywell zur Verfügung gestellte API genutzt werden kann – mehr Funktionen gibt es aber nicht. Die Apps selbst sehen im Vergleich zu den Apps anderer „Smart Home“-Hersteller doch sehr schick aus, sind aller­dings (vor allem in Bezug auf die Einrichtung des Systems selbst) nicht so „mächtig“ wie die Bedienung über die zentrale Bedien­einheit des Evohome-Systems. 

So erhaltet ihr auch hier eine Übersicht über die aktuellen Tempe­ra­turen, könnt verschiedene Aktionen (Economy, Abwesend und derlei) aktivieren, die Tempe­ratur in verschie­denen Räumen manuell ändern und die Schalt­pläne ändern. Letzteres funktio­niert sogar über die App wesentlich komfor­tabler (da sich auch Schalt­pläne schnell kopieren lassen) – was aber nicht geht, ist das Einrichten neuer Thermo­state.

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Was nett ist: Honeywell erlaubt es euch, anderen Nutzern Zugriff auf euren Standort zu geben. Viele andere Hersteller setzen auf eine „Ein-Nutzer-Account“-Strategie, wodurch ihr euch also auch auf dem Smart­phone eurer besseren Hälfte mit euren Daten einloggen müsst. Ist hier nicht der Fall. Hat ein anderer Nutzer ebenfalls einen Honeywell-Account, könnt ihr diesem einfach Zugriff auf euren Standort geben. Dazu ruft ihr diese Seite auf und loggt euch dort mit euren Benut­zer­daten ein, den entspre­chenden Punkt findet ihr dann unter „Account“. Freige­gebene Nutzer können Tempe­ra­turen ändern, aber ansonsten keine Geräte entfernen und dergleichen. 

Evohome und IFTTT

Spiel­trieb mit Schalt­zeiten und mobilem Zugriff noch nicht gedeckt? Dann gibt es noch die ultimative Bastelei, denn das Evohome arbeitet auch mit IFTTT zusammen (natürlich nur in Verbindung mit dem Internet Gateway). So findet ihr bei dem Automa­ti­sie­rungs-Dienst einen eigenen Evohome-Channel vor, den ihr mit eurem Honeywell-Account verknüpfen könnt. So könnt ihr als Ergebnis eines „Rezepts“ eine der erwähnten Schnell­ak­tionen aktivieren oder deakti­vieren oder die Tempe­ratur in einem bestimmten Raum verändern. Wer IFTTT kennt weiß, dass die Möglich­keiten dadurch nahezu unendlich groß werden. 

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Die Thermo­state bei einer bestimmten Außen­tem­pe­ratur komplett abschalten? Möglich. E-Mail an eine erstellte Adresse senden mit der Wunsch­tem­pe­ratur? Möglich. Nutzung des Standort-Dienstes eures Android-Smart­phones? Möglich. Zusam­men­spiel zwischen dem Netatmo-Thermo­meter und dem Honeywell Evohome? Möglich. Ach, wirklich: Wer genug Spiel­trieb hat, der wird unzählige verschiedene Varianten finden, die funktio­nieren. Ob nun alles sinnvoll ist oder nicht, lasse ich mal offen – ich habe nur die Abschaltung bei einer bestimmten Außen­tem­pe­ratur aktiv. 

Zusatz-Tipp für iOS-Nutzer (teilweise auch Android-Nutzer): Über die Do-Button-App des Dienstes könnt ihr auch Schnell­zu­griffe nutzen und so über das Quick-Actions-Menü oder eure Apple Watch Tempe­ra­turen und Aktionen wechseln – Quick Actions und eine Watch-App besitzt die Honeywell-App nämlich nicht. Tipp: Solltet ihr euren Honeywell-Account über die Apps oder mobile Webseite nicht mit IFTTT verknüpfen können, probiert es am Desktop aus – da gehts kurio­ser­weise.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. #wpappbox

Links: → Store öffnen → Google-Suche
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. #wpappbox

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tl;dr und Fazit

Viele Worte, fassen wir nochmal alles in Kurzform zusammen. Die Heizkör­per­regler sind zwar aus Kunst­stoff gefertigt, machen aber mit Ausnahme des leichten Quiet­schen einen guten Eindruck und immerhin soll man sie im Idealfall später auch nicht mehr manuell nutzen. Das Austau­schen der alten Heizkör­per­ther­mo­staten mit den „smarten“ Brüdern geht – zumindest bei neueren Heizkörpern – einfach von der Hand, habe sogar ich mit meinen zwei linken Händen binnen weniger Minuten erledigt gehabt. Bedient wird das ganze System primär über die zentrale Bedien­einheit, mit den zusätzlich erhält­lichen Internet-Gateway lässt sich auch das Smart­phone nutzen und für absolute Spiel­kinder gibt es auch noch eine Integration in den Automa­ti­sie­rungs-Dienst IFTTT. 

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Die Einrichtung der einzelnen Schalt­zeiten ist recht simpel gelöst, erfordert aber eben, dass man sich vorher zumindest einmal kurz Gedanken darüber gemacht hat, wo es an den einzelnen Wochen­tagen Gemein­sam­keiten gibt – denn immerhin soll das Evohome selbst die Tempe­ra­turen regeln. Letzteres klappt bereits nach wenigen Tagen ohne Probleme, sodass man zu seiner gewünschten Zeit die ideale Tempe­ratur vorfindet. Tempe­ra­tur­un­ter­schiede zwischen Thermo­meter direkt im Thermostat und im Raum lassen sich über ein „Offset“ korri­gieren – damit man auch auf der Couch am anderen Ende des Raumes seine Wohlfühl­tem­pe­ratur erreicht. Wichtig ist eben, dass ihr bereit seid, zu Beginn ein wenig herum­zu­spielen, welche Tempe­ratur euch zusagt – jeder empfindet diese eben ein wenig anders. 

Preislich ist das kosten­güns­tigste Starter-Set, bestehend aus Bedien­einheit und 3 Heizkör­per­reglern für rund 240 Euro zu haben – zusätzlich gibt es den Internet-Gateway für nochmals rund 70 Euro, jeder weitere Regler schlägt mit 65 Euro zu Buche. Keine gerade kosten­günstige Sache, denn immerhin gibt es verschiedene Bluetooth-Thermo­state und auch die Honeywell HR25 für rund 30 Euro zu kaufen. Aller­dings sind diese nur selten mitein­ander verknüpft und lassen sich zentral über eine einzige App bedienen, hinzu kommt eben der „intel­li­gente und selbst­ler­nende“ Mecha­nismus der Evohome-Thermo­state. Sieht man einmal vom Preis ab, kann ich das Evohome nur empfehlen – ist euch der Preis eindeutig zu hoch, kann ich euch noch die besagten Honeywell HR25 empfehlen. Zwar keine Fern- und Funksteuerung, sondern nur eine Einrichtung am Thermostat selbst, funktio­niert aber was die Schalt­zeiten angeht ebenso zuver­lässig.