Auspro­biert: HooToo USB 3.0 3 Port Hub mit Gigabit-Netzwerk­ad­apter

Am 16.04.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:29 Minuten

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USB-Anschlüsse haben sich in den letzten Jahren zum Standard-Anschluss für Peripherie entwi­ckelt – zum Glück und zu Recht. Eigentlich gibt es heutzutage nichts mehr, was nicht über USB mit dem Rechner verbunden wird: Smart­phone, Drucker, Tastatur, Maus, Tablet, Festplatten, Speicher­sticks und und und. Doof nur, wenn man zum Beispiel ein Notebook nutzt an denen aus Platz­gründen immer weniger USB-Anschlüsse vorhanden sind (vor allem bei den aktuellen Ultra­books bezie­hungs­weise den „alten“ Netbooks) oder einen Rechner, an dem ebenfalls nur eine begrenzte Anzahl an Anschlüssen vorhanden ist. Eine Lösung in Form von USB-Hubs gibt es schon seit jeher, aktuell konnte ich mir einmal einen USB-Hub der Firma HooToo anschauen, welcher neben drei USB-3.0-Steckplätzen auch noch einen Gigabit-LAN-Anschluss mit bringt. Meine kleinen Eindrücke könnt ihr an dieser Stelle lesen. 

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Geliefert wird neben dem USB-Hub selbst auch eine Treiber-CD, die ich jedoch nicht benötigt habe – bräuchte man sicherlich nur für die LAN-Schnitt­stelle auf älteren Systemen wie XP oder Vista, konnte ich mangels System aller­dings leider nicht verzi­fieren. Was ich aber sagen kann: Unter Windows 8.1 lief alles ohne zusätz­liche Treiber-Instal­lation, unter OS X 10.10 ebenso. Einmal ausge­packt, macht der USB-Hub (Abmes­sungen in etwa 11 x 3 x 2 Zenti­meter) einen überra­schend wertigen Eindruck. Kein dünner Kunst­stoff der sich an allen Seiten eindrücken lässt, kein schwarzer Klavierlack – statt­dessen ein stabiles Gehäuse mit silberner Front, top. Das Kabel ist zwar etwas dicker als die „bekannten“ USB-Kabel, dies liegt aber schlichtweg daran, dass USB-3-Kabel durchweg etwas dicker sind, da die Aderanzahl gestiegen ist. Was für den ein oder anderen vielleicht etwas störend sein könnte ist die Länge des Kabels, das mit etwa 25 Zenti­metern doch recht kurz ausge­fallen ist. Für die Nutzung am Notebook sicherlich noch im Rahmen, am PC aber kann dies schon etwas kompli­zierter werden. Aber keine Sorge: Lässt sich mittels passendem Verlän­ge­rungs­kabel für USB 3.0 ohne Probleme korri­gieren.

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Auf der Front finden sich eben die besagten drei USB-Anschlüsse vor, dazu gibt es noch drei kleine LEDs, die eben signa­li­sieren, dass der Adapter mit dem Rechner verbunden ist, ein Netzwerk­kabel einge­steckt ist und eine Netzwerk-Verbindung besteht. Den angespro­chenen LAN-Anschluss finden wir an der vorderen Stirn­seite des Hubs, was den Vorteil hat, dass das Netzwerk­kabel keinen USB-Anschluss verstellt und umgekehrt. Die Abstände zwischen den einzelnen USB-Anschlüssen sind durchaus großzügig bemessen, sodass man eigentlich keine Probleme haben dürfte, alle drei Anschlüsse zu belegen – zumal USB-Kabel von Haus schon schmal sind und auch USB-Sticks nicht mehr viel breiter sind. Einziger kleiner Kritik­punkt: Der Hub macht zwar einen stabilen Eindruck, ist aller­dings trotzdem nicht so schwer, als wenn er sich durch das geringe Gewicht nicht immer von einge­steckten Kabeln umkippen lassen würde – stehend dürftet ihr den Hub bei Benutzung also nur selten zu Gesicht bekommen. Falls es wen stört.

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Soviel also einmal zu dem Hub an sich, kommen wir nun zum prakti­schen Teil. USB 3.0 bringt es theore­tisch auf bis zu 5.000 MBit/s bzw. 640 MByte/s. Ein Wert, der natürlich nicht immer erreicht wird oder werden kann – es kommt eben auch auf die verwendete Hardware an. Außerdem sollte natürlich auch euer Rechner einen USB-3.0-Anschluss besitzen, was für die angeschlos­senen Geräte ebenso gilt – logisch. Als Testgerät habe ich meinen SanDisk-Stick mit USB 3.0 an meinem iMac 2013 (ebenfalls USB 3.0) genutzt. Ist der Stick direkt in den Mac einge­stöpselt, so brachte es dieser laut Black­Magic Speed Test auf eine durch­schnitt­liche Schreib­ge­schwin­digkeit von etwa 40-50 MB/s, beim Lesen gingen etwa 150 MB/s durch die Leitung. Wurde der Stick an den USB-Hub angeschlossen, so ging die Leistung nur ein klein wenig nach unten: Schreibend gab es mit kleineren Ausschlägen maximal 40 MB/s, lesend immerhin noch 140 MB/s. Ist natürlich noch viel Luft nach oben, der Hub kann die Leistung aber mit kleineren Abstrichen mitgehen, zumindest was die von mir verwendete Hardware betrifft – es kommt eben in diesem Falle auf die Vergleichs­werte an und die nähern sich bei jedem verwen­deter Peripherie recht nahe an. 

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Kommen wir nun einmal zum angespro­chenen Gigabit-Adapter. Wozu benötigt man diesen überhaupt? Klingt im ersten Moment vielleicht als unnötige Spielerei, möchte man aber zum Beispiel sein Ultrabook (wie zum Beispiel das MacBook Air) zuhause per LAN-Kabel mit dem heimi­schen Netzwerk verbinden möchte, der benötigt ein derar­tiges Gadget. Andere mögliche Szenarien wären zum Beispiel, dass der Netzwerk­an­schluss am Rechner defekt oder schlichtweg zu langsam ist oder man zwecks Test eine zweite Netzwerk­karte benötigt. Weiterer Vorteil der Adapter-Lösung: Der verwendete Port ist Wake-on-LAN-fähig. In Sachen Geschwin­digkeit konnte ich keinen Unter­schied zwischen direkter Verbindung des Macs mit dem Router oder der Verwendung des Adapters feststellen – egal ob beim Internet-Speedtest oder beim Kopieren von Daten durch das heimische Netzwerk, demnach dürfte der Gigabit-Adapter sicherlich kein Flaschenhals darstellen. 

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Was man aller­dings bedenken sollte: Laut Hersteller sollte man nicht mehr als eine, maximal zwei 2,5-Zoll-Festplatten ohne eigene Strom­ver­sorgung an das Gerät anschließen, da so bereits die Leistungs­grenze eines handels­üb­lichen USB-Anschlusses am Rechner ausge­reizt wird. Mehrere USB-Sticks hingegen sind kein Problem. Ebenso sollte man bedenken: Durch die fehlende Strom­ver­sorgung eignet sich der USB-Hub nicht zum Laden eurer Smart­phones oder Tablets. Während das iPhone erst gar nicht reagierte, lies sich das Nexus 4 zum Beispiel laden – da aber eben im Schnitt nur etwa 0,20 Ampere aus dem Anschluss kommen macht das ganze eben wenig Sinn.

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Fazit? Im Grunde lässt sich gar nicht mehr viel zu dem HooToo USB 3.0 3 Port Hub sagen. Die Verar­beitung ist anständig und grund­solide, lediglich das Kabel dürfte für den ein oder anderen ein wenig länger sein, so aber lässt er sich eben einfach und ohne Kabel­gewirr zur mobilen Nutzung verstauen. Perfor­mance-technisch dürfte der USB-Hub auch wirklich die verspro­chene USB-3.0-Leistung erbringen, bei mir aber dürfte der Flaschenhals sicherlich der Stick oder der iMac sein, wenngleich beides Geräte mit USB 3.0 sind. Aber USB 3.0 heißt eben nicht USB 3.0, was die Geschwin­digkeit betrifft liegt man dennoch immer noch weit über USB 2.0. Der Gigabit-Port ist ebenso kein Flaschenhals und wurde auch bei mir nicht gänzlich ausge­lastet, sei es beim Internet-Speedtest oder auch im heimi­schen Netzwerk. Allgemein muss man sagen, dass der verbaute Gigabit-Port eine recht nette Sache ist und den Hub so etwas in eine alleinige Ecke schlägt – was definitiv nicht negativ ist. Für die aktuell angeschla­genen 25 Euro bekommt man jeden­falls viel Hub inkl. LAN-to-USB-Adapter für schmales Geld.