How To: Einen Mac für den Verkauf auf Werks­ein­stel­lungen zurück­setzen

Am 27.04.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:30 Minuten

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Das schöne an iMac, MacBook und Co. ist ja, das man bei einem eventu­ellen Verkauf auch bei zwei oder drei Jahre alten Geräten noch einen deutlich höheren Wieder­ver­kaufs­preis erhält, als es bei Windows-Kisten der Fall ist. Doch auch bei einem Mac sollte vor dem Verkauf daran gedacht werden, die Kiste restlos „platt zu machen“ – immerhin möchte man ja nur die Hardware verkaufen und nicht die eigenen Daten, außerdem freut sich ein poten­ti­eller Käufer immer, wenn er direkt loslegen kann und nicht erst alten Ballast loswerden muss. Ist unter Windows 10 inzwi­schen ganz simpel und auch bei einem Mac ist dies alles andere als ein Hexenwerk – nur vorher an ein entspre­chendes Backup denken.

Optional: Accounts löschen. In meinen Augen zwar nicht unbedingt notwendig, da die Festplatte sowieso komplett platt gemacht wird, von Apple aber empfohlen: Das Löschen von Accounts und Deauto­ri­sieren des Rechners. Dazu öffnet ihr einmal iTunes und wählt dort den Menüpunkt „Store → Diesen Computer daeuto­ri­sieren„. Außerdem solltet ihr einmal in die System­ein­stel­lungen von OS X springen und euch dort unter dem Punkt „iCloud“ abmelden und zu guter Letzt unter „Inter­netac­counts“ sämtliche einge­tragene Accounts entfernen. Wie gesagt: Von Apple so empfohlen, ich persönlich sehe hier drin (außerdem beim Deauto­ri­sieren des Macs) keine Vorteile… 

1. Schritt: Recovery Tool starten. Nun geht es an die wirkliche Arbeit. Dazu startet ihr erst einmal euren Mac neu und haltet beim Start­vorgang die Tasten­kom­bi­nation CMD + R gedrückt. Statt in den Login-Bildschirm sollte euer Mac nun in das Recovery Tool starten – dauert unter Umständen ein paar Sekunden, dann aber sollte es auch schon da sein. Sieht dann wie folgt aus: 

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2. Schritt: Festplatte löschen. Eigentlich fast schon der wichtigste Punkt: Das Löschen der eigenen Daten von der Festplatte. Dazu wählen wir im Recovery Tool zuerst den Punkt „Festplat­ten­dienst­pro­gramm“ aus und wählen im darauf folgenden Fenster unsere System-Festplatte aus (linke Sidebar, oberster Punkt). Danach klicken wir einmal auf den Button „Löschen“ und vergeben einen neuen Namen – könnt ihr euch selbst aussuchen, ich nutze immer „Mac“ oder so etwas. Die restlichen beiden Optionen könnt und solltet ihr so belassen wie sie sind, sprich „OS X Extended (Journaled)“ als Format und „GUID-Parti­ti­ons­ta­belle“ als Schema. 

Hinweis: Bei Macs mit einer verbauten SSD habt ihr keine weiteren Optionen mehr. Habt ihr jedoch eine konven­tio­nelle Festplatte verbaut, solltet ihr noch zusätz­liche „Sicher­heits­op­tionen“ auswählen können. Hier hinter verbirgt sich die Möglichkeit, eine sichere Lösch­me­thode mit mehrma­ligem Überschreiben auszu­wählen. Ist bei „alten“ Festplatten natürlich empfohlen, bei einer SSD entfällt dieser Punkt aber – hier reicht bereits ein einma­liges Überschreiben der Daten aus, um diese unwider­ruflich zu vernichten. Technik sei Dank.

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3. Schritt: Festpla­ten­dienst­pro­gramm beenden. Ist der Vorgang dann (hoffentlich erfolg­reich) abgeschlossen, könnt ihr das Festpla­ten­dienst­pro­gramm beenden. Entweder über die Menüleiste oder aber wie gewohnt über den Tastatur-Shortcut CMD + Q.

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4. Schritt: OS X erneut instal­lieren. Nun kann es dann auch schon an die Neuin­stal­lation von OS X gehen. Dazu wählt ihr im Recovery Tool den entspre­chenden Punkt „OS X erneut instal­lieren“ und folgt erst einmal den weiteren Anwei­sungen.

5. Schritt: Apple-ID eingeben. Im Verlaufe der ersten Instal­la­ti­ons­schritte werdet ihr dazu aufge­fordert, eure Apple-ID mitsamt des Passwort einzu­geben. Aber keine Sorge: Diese wird nur dazu verwendet, den Instal­la­ti­ons­versuch und den Download der aktuellsten Mac-Version zu legiti­mieren. Weder der Accountname (bezie­hungs­weise die verwendete Mail), noch das Passwort werden gespei­chert, ein poten­ti­eller Käufer bekommt diese also nicht zu Gesicht. 

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6. Schritt: Instal­lation fortsetzen. In den folgenden Schritten müsst ihr unter Umständen noch die gewünschte Partition auswählen, auf der OS X instal­liert werden soll – zumeist wird euch hier aber nur eine Partition angeboten. Danach wird die aktuellste Version von OS X von den Apple’schen Servern herun­ter­ge­laden und instal­liert – was je nach Inter­net­ver­bindung und Mac-Innereien etwa ein bis zwei Stunden dauern kann. Nicht wundern: Nach dem Download startet der Mac erst einmal neu, der Instal­la­ti­ons­vorgang wird dann aber ohne manuelle Eingriffe fortge­setzt.

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7. Schritt: Abschluss. Irgendwann ist die Instal­lation dann abgeschlossen und euch wird der Einrich­tungs­as­sistent von OS X angezeigt. „Willkommen – Mit nur wenigen Schritten können Sie Ihren Mac regis­trieren und konfi­gu­rieren.“ Ist ja nett, wollen wir aber nicht, denn genau an dieser Stelle kann der Käufer einsetzen. Also: Einfach den Mac ausschalten, beim nächsten Start geht es dann genau an dieser Stelle weiter – also wie gewünscht. 

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Fleiß­preis: Mac aus dem Support-Profil löschen. Ist ebenfalls nur eine rein optionale Sache, der eventuelle Käufer wird sich darüber aber genauso freuen, wie über einen komplett zurück­ge­setzten Mac. Bekanntlich ermög­licht Apple die Regis­trierung aller vorhan­denen Apple-Geräte im Support-Profil. Eigentlich nur in Zeiten der noch nicht abgelau­fenen Garantie wirklich inter­essant, gibt es einige Nutzer, die ihre Geräte der Übersicht wegen dennoch ihrem Profil hinzu­fügen wollen. Also: Kurz einmal in euer Support-Profil reinschauen und den entspre­chenden Mac kurzerhand aus dem Profil löschen.

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