iBeacon: Apples stille Alternative zur Nahfeldkommunikation (NFC)

Marcel Am 27.10.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:43 Minuten

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Machen wir mal einen Schwenk zurück in den Juni dieses Jahres, genauer gesagt den 10. Juni 2013. Zeitpunkt der Eröffnungskeynote der diesjährigen World Wide Developer Conference, kurz auch WWDC genannt. Hier gab es unter anderem die erste Präsentation des neuen iOS 7 und ein Feature, welches zwar auf einer Präsentationsfolie mit Paketen aus dem aktuellen SDK für iOS 7 und Mavericks auftauchte, im Grunde aber von Apple nicht wirklich näher beleuchtet wurde: iBeacon (Beacon = Signal). Dieses „stille“ Feature könnte in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen, immerhin gelten die „Beacons“ aus direkter NFC-Konkurrent.

Was aber sind diese iBeacons beziehungsweise Beacons an sich? Kurze Erklärung: iBeacon ist eine Apple-Erweiterung von Bluetooth 4.0 Low Energy, welche speziell für die Positionierung innerhalb von Gebäuden entwickelt wurde und durch diese spezielle Optimierung äußerst genau ist. So kann das Gerät wie auch bei GPS recht genau geortet werden, nur, dass statt GPS eben ein Bluetooth-Sender die Ortung übernimmt. Die Szenarien sind vielfältig: Passanten die an einem Restaurant vorbeigehen können somit mit aktuellen Angeboten und Speiseplänen bedacht werden, Kunden innerhalb eines Geschäftes können ebenfalls mit Werbebotschaften versorgt werden – auch ein Zahlungsvorgang kann über iBeacon abgewickelt werden.

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Aktuell plant zum Beispiel die amerikanische Baseball-Liga MLB die Nutzung dieser iBeacons: Sobald man sich bei der Anreise einem Stadion nähert, wird das iPhone lokalisiert. Nun können zum Beispiel Routen angezeigt, digitale Tickets aufgerufen oder der Besucher zum entsprechenden Sitzplatz geleitet werden. Die Lokalisierung klappt dabei nicht nur vor, sondern auch im Stadion selbst, wodurch der Besucher ebenfalls auf Merchandise-Artikel oder Essenstände hingewiesen werden kann. Ab 2014 will die MLB dieses System im Stadion der Mets einem Testlauf unterziehen.

Auch Apple hat seine iBeacons bereits im Einsatz und wer einen Apple TV der dritten Generation besitzt kann dieses auch schon nutzen: Richtet man seinen Apple TV ein und befinden sich beide Geräte im gleichen WiFi-Netzwerk, so lässt sich die kleine Box aus dem Hause Apple nahezu automatisch einrichten – auch hier setzt man eben auf iBeacon.

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Aber zurück zum Haupteinsatzgebiet der iBeacons: Der Beziehung zwischen Händler und Kunde. Betritt Letzterer also nun ein Geschäft, so kann er bei Betreten aktuelle Coupons über Bluetooth geschickt bekommen. Entscheidet sich der Kunde nun für Artikel XY aus diesem Angebot, so kann er direkt zum Lagerort des Artikel geleitet werden, bei Verlassen des Ladens wird automatisch die im Store hinterlegte Kreditkarte belastet. Ist natürlich etwas sehr „Selbstbedienung“, aber auch an der Kasse kann das Gerät lokalisiert werden und die Zahlung so angestoßen werden.

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Einer der größten Vorteile von iBeacon gegenüber NFC ist dabei sicherlich die größere Reichweite: Während die Geräte mit NFC lediglich ein paar Zentimeter auseinander sein dürfen, ist die Reichweite bei iBeacon dank Bluetooth natürlich wesentlich größer – je nach Sender klappt das ganze auf bis zu 50 Meter Entfernung, was gerade in Bezug auf aktuelle Rabatte und Coupons von Vorteil ist. Auch das Umrüsten eines Lokales auf die Beacons ist wesentlich günstiger: Ein einziger Beacon/Sender lässt sich für 20 bis 50 US-Dollar installieren. Ein weiterer Vorteil wäre natürlich die Tatsache, dass jedes Gerät, welches sich auf Bluetooth 4.0 LE versteht, mit dem System kompatibel ist – anders als NFC, welches bekanntlich einen zusätzlich verbauten Chip erfordert.

Ein großer Haken an der Sache könnte hier aber Apple darstellen, denn iBeacon ist bislang exklusiv für die iOS- und Mac-Plattform verfügbar. Hier müsste man sich also öffnen und das SDK auch für andere Hersteller und Systeme verfügbar machen, anderenfalls bleibt es eine nette Funktion mit reichlich Potential – aber es würde sich eben nicht durchsetzen. Außerdem ein Vorteil von NFC: Die Tags lassen sich schnell und einfach selbst beschreiben und auch zur Automatisierung der Smartphones nutzen, auch etwas, was mir persönlich sehr gut gefallen hat

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