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Fitness- und Gesund­heits­gadgets mit Anbindung an Apps fürs Smart­phone liegen in einem immer stärker werdenden Trend: Mittels Armbänder und Smart­watches lassen sich Bewegungen und Schlafrhytmen aufzeichnen und der Puls messen, smarte Waagen kümmern sich um euer Gewicht und euren Körper­fett­anteil – lediglich der Blutdruck wird gerne einmal vergessen. Und dass obwohl Bluthoch­druck schon länger als „Volks­krankheit“ gilt und es auch in jüngeren Jahren nicht schaden kann, seinen Blutdruck im Blick zu haben. Inzwi­schen gibt es aber zahlreiche Blutdruck­mess­geräte, die eben nicht nur einfach euren Blutdruck messen, sondern die Daten eben auch direkt an eine App weiter­reichen können – so genannte Connected-Health-Geräte. Diese liegen preislich oftmals aber leider in einem vergleichs­weise hohen Bereich, mit rund 40 Euro noch im Rahmen liegt dabei das iHealth Track IHEA5, welches ich mir in den letzten Wochen einmal anschauen und auspro­bieren konnte. 

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Vor der Blutdruck­messung

Nach dem Öffnen der Verpa­ckung finden sich im wesent­lichen drei Teile in der Box: Zum einen ein kleiner weißer Kasten, die Oberarmm­an­schette mitsamt fest verbun­denem Schlauch – und vier handels­üb­liche AA-Batterien, die natürlich zuerst einmal in das Gerät geschoben werden müssen und für 250 Messungen reichen sollten. Der weiße Kasten fällt übrigens mit seinen Abmes­sungen von 9,8 x 9,8 x 4,6 Zenti­metern recht groß aus, dafür aber ist die Verar­beitung doch recht solide – auch wenn das geringe Gewicht von x Gramm im ersten Moment einen etwas anderes Eindruck hinter­lässt. Leicht glänzender, weißer Kunst­stoff, saubere Spaltmaße – lediglich die beiden Buttons geben ein etwas weniger wertiges „Klick­ge­räusch“ ab. 

Das Display ist nun wahrlich kein HD-Display, ist aber groß genug, beleuchtet und somit absolut ausrei­chend. Die Manschette macht ebenfalls einen soliden Eindruck und ist aus einem Polyester-ähnlichem Material gefertigt, die Nähte an den Rändern sind allesamt sauber genäht. Die Manschette ist dank Klett­ver­schluss für für einen Oberar­mumfang von 22 bis 42 Zenti­metern geeignet – also eher etwas für Erwachsene, wie auch der Hinweis auf der Manschette zeigt. Ebenfalls findet sich auf der Manschette eine kleine Skizze zum korrekten Anlegen am Oberarm (oder auch am Unterarm, aber ungenauer). Insgesamt ist alles recht einfach gehalten und wenig „fancy“ – sofern man dies von einem medizi­ni­schen Gerät überhaupt erwarten möchte.

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Messung ohne Smart­phone

Vor der Messung muss das Messgerät erst einmal „zusam­men­gebaut“ werden. Wenn man es denn so nennen möchte, denn im Grunde muss lediglich der Schlauch, welcher fest an der Manschette montiert ist, in den weißen Kasten befördern – ist innerhalb einer Sekunde erledigt. Im Anschluss daran kann die Manschette dann auch schon angelegt werden. Sowohl beim Anlegen der Manschette, als auch während der Messung sollte man ein paar Dinge beachten um die Messergeb­nisse nicht unnötig zu verfäl­schen. Könnte man einen ganzen Artikel mit füllen, ich verweise aber einfach mal auf einen entspre­chenden Artikel der Deutschen Hochdruckliga – besser könnte ich als Laie das ganze wohl nicht erläutern.

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Einmal korrekt angelegt und Platz genommen reicht nun ein Druck auf den „Start/Stop“-Button am Gerät aus und die Messung beginnt. Diese dauert – wie auch beim Arzt – ein paar Sekunden. Beim iHealth Track handelt es sich um ein oszil­lo­me­tri­sches Messgerät, sprich die Armman­schette pumpt sich zu Beginn der Messung automa­tisch auf und nach weiteren paar Sekunden wieder ab. Während der Messung sollte man sich natürlich ruhig verhalten, anderen­falls wird nicht nur das Ergebnis verfälscht (siehe Artikel oben), sondern der Vorgang dauert auch länger und drückt vollge­pumpt auf euren Arm – was nach 20, 30 Sekunden nicht mehr ganz so angenehm wird.

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Ansonsten aber funktio­niert alles ganz unpro­ble­ma­tisch – eben so, wie man es kennt und erwartet. Sobald der Messvorgang abgeschlossen ist, bekommt ihr eure Messergeb­nisse auf dem Display angezeigt – neben dem systo­li­schen und diasto­li­schen Werten kommt ihr auch euren Puls während der Messung angezeigt. Inter­es­santer Clou: Die Beleuchtung des Display wechselt je nach Ergebnis die Farbe, sodass man die Messergeb­nisse auch ohne direktes Ablesen der Werte einordnen und bewerten kann. Hierbei nutzt man eine Ampel-Farbskala nach den Empfeh­lungen der Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sation.

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Ein paar Worte zur Messge­nau­igkeit des iHealth Track: Der Messbe­reich des Blutdrucks liegt bei 60 – 260 mmHg (Systo­lisch) bezie­hungs­weise 40 – 199 mmHg (Diasto­lisch), der Puls wird von 40 – 180 Schläge pro Minute gemessen. Laut iHealth handelt es sich bei dem Track um ein klinisch validiertes Produkt, sprich die Messungen sollten sehr genau sein. Bei den Vergleichs­mes­sungen mit einem aus der Apotheke gelie­henen Messgerät über eine Woche gab es keine großen Abwei­chungen (mal etwas niedriger, mal etwas höher) und auch die Messung beim Arzt mit Stetho­skops fiel nicht nennenswert anders aus. Gilt natürlich nur, wenn man sich an die Hinweise zur Messung hält.

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Das Blutdruck­gerät wird smart

Wie erwähnt funktio­niert das iHealth Track grund­sätzlich ohne irgendeine App oder Bluetooth-Verbindung – trotz allem ist diese natürlich vorhanden und birgt ein paar Vorteile, denn mit dieser lassen sich nicht nur mehrere Messergeb­nisse speichern, sondern diese werden eben auch visua­li­siert. Die App iHealth myVitals steht natürlich kostenlos zum Download bereit und ist sowohl für iOS, als auch für Android zu haben. Unter Android weniger ein Problem, aber für iPhone-Nutzer erwäh­nenswert: Die App ist leider noch nicht richtig an die Displays von iPhone 6(s)/7 angepasst, zumindest wirkt sie optisch irgendwie etwas „vergrößert“ – außerdem ist ein Sync für die Apple’sche Health-App vorhanden. 

iHealth MyVitals
Entwickler: iHealth Labs Inc.
Preis: Kostenlos
iHealth MyVitals
Preis: Kostenlos

Leider ist zur Nutzung der App ein iHealth-Account notwendig – ohne Account, keine App-Nutzung. Ist optional aufgrund der Cross-Plattform-Funktio­na­lität sicherlich von Vorteil, dennoch empfinde ich es bei solchen persön­lichen und teils „sensiblen“ Daten immer angenehmer, wenn man die Wahl bekommt, ob man eine solche App mit oder ohne Account nutzen möchte. Wie dem auch sei: iHealth setzt bezüglich der Cloud-Anbindung auf die Hosting-Services der Infor­ma­tique de Sécurité (IDS), einem gemäß ISO 27001:2013 zerti­fi­zierten Provider, der auf das Hosting von gesund­heits­be­zo­genen Anwen­dungen spezia­li­siert ist. Zumindest das sollte „sicher“ sein. 

Ist die Erstellung des Accounts erledigt und ein Nutzer­profil angelegt (abgefragt werden die üblichen Daten wie Geschlecht, Körper­größe und -gewicht) kann es auch schon losgehen. Die App lässt sich nicht nur mit den Blutdruck­mess­ge­räten des Herstellers nutzen, sondern auch mit anderen Geräten wie Waagen, Aktivitäts- und Schlaf­t­racker, sowieso Pulso­xi­meter – man kann also alles in einer App kontrol­lieren, sofern man auf weitere iHealth-Gadgets setzt, oder aber man synchro­ni­siert eben mit Apple Health, sofern man ein iPhone nutzt und die Daten verschie­dener Hersteller in einer Oberfläche einsehen möchte. 

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Das iHealth Track ist binnen weniger Sekunden mit dem Smart­phone verknüpft: Bluetooth am Smart­phone aktivieren, die Bluetooth-Taste (die obere) am Track drücken und die Kopplung über die App starten. Klappte völlig ohne Probleme, möchte man den Track in Zukunft erneut mit dem Smart­phone verbinden reicht es bereits aus, bei geöff­neter App auf den Bluetooth-Button am Track zu drücken. Ist das Gerät dann einmal verbunden, könnt ihr direkt die Synchro­ni­sation starten. Vor dem Sync könnt ihr noch die zu übertra­genden Ergeb­nisse auswählen, falls ihr ein Gerät zum Beispiel mit mehreren Nutzern nutzen solltet. Übrigens müsst ihr nicht zwangs­läufig nach jeder Messung synchro­ni­sieren, bis zu 60 Messungen werden auf dem Gerät selbst gespei­chert.

Der Sync ist binnen weniger Sekunden erledigt, danach bekommt ihr dann auch schon eure Messergeb­nisse im Tab „Blutdruck“ angezeigt. Hier gibt es entweder eine reine (chrono­lo­gische) Listen­an­sicht mit euren Blutdruck- und Pulsmes­sungen (inklusive farblichem Hinweis), ihr könnt eure Ergeb­nisse aber auch etwas grafisch auswerten lassen. Soll heißen: Ihr könnt euch verschiedene Graphen anzeigen lassen, zum Beispiel ein Verlauf über verschiedene Tage und Tages­zeichen, auch für den Puls. Per Tap auf einen Graphen wird dieser vergrößert, auf Wunsch könnt ihr die Messungen nach „Kürzlich“, Woche, Monat oder Jahr filtern. 

Funktio­niert aber bestens, auch wenn die Auswer­tungen gerne noch etwas mehr Zusam­men­fas­sungen (zum Beispiel Maximum und Minimum und ähnliches) liefern könnten. Aber gut, die wichtigsten Daten sind vorhanden und ich für meinen Teil bevorzuge aufgrund der Zentra­lierung sowieso einen Export der Daten in Apple Health – Google Fit wird nicht unter­stützt, es ist aber auch keine Integration hierfür geplant. Aber wie gesagt: Im Vergleich zu Fitness-Apps anderer Hersteller alles recht unauf­geregt und unver­spielt, eher funktionell orien­tiert.

Fazit: Simpel und günstig

Unterm Strich bin ich mit dem iHealth Track zufrieden, auch wenn das Messgerät selbst (der weiße Kasten) natürlich ein wenig kompakter sein dürfte und die App ein wenig moderner wirken könnte. Dafür aber ist das Gerät mit rund 40 Euro aktueller Straßen­preis relativ günstig zu haben, lässlich bei Bedarf auch ohne App-Synchro­ni­sation nutzen und ermög­licht eine flotte Einordnung der Messergeb­nisse anhand des Ampel-Modells der WHO. Aber das wichtigste: Die Messergeb­nisse stimmen – denn die Hardware und weitere Umsetzung könnte noch so genial sein, wenn die ausge­spuckten Werte falsch sind oder zu stark abweichen, bringt es alles nichts. 

Natürlich soll ein Blutdruck­gerät keine Selbst­the­rapie befähigen und ersetzt sicherlich auch keine Kontrollen durch Messungen beim Arzt oder mittels teurerem 24-Stunden-Messgerät. Aber: Die Hemmschwelle einer Blutdruck­messung dürfte aufgrund der Einfachheit in der Anwendung und vor allem aufgrund der Möglichkeit, dies eben „mal eben“ zuhause zu erledigen, um einiges sinken. Gerade dann, wenn man (familiär oder wegen eigener Vorer­kran­kungen) vorbe­lastet und gefährdet ist, ist eine regel­mäßige Messung keine schlechte Idee. Von mir gibt es demnach für das iHealth Track eine klare Empfehlung.