IKEA mahnt IKEAhackers.net ab: Wie man Markenrecht nicht durchsetzen sollte

Marcel Am 17.06.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:47 Minuten

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Ich glaube jeder kennt IKEA, dürfte nur wenig Leute geben, die an dem schwedischen Möbelhaus vorbeigekommen sind – über die Für und Zuwider möchte ich hier gar nicht eingehen. Aktuell aber macht man doch recht negative Schlagzeilen, denn nach acht Jahren hat man das Bastel-Blog IKEAhackers.net abgemahnt. Auf diesem werden Vorschläge, Ideen und Anleitung veröffentlicht, wie man die Möbelstücke des Hauses verschönern, kombinieren oder umfunktionieren kann – aus einem Serviertisch kann so schnell mal eine kleine Werkbank werden und derartige Dinge. Passt IKEA scheinbar gar nicht (mehr) und so hat man die Betreiberin des Blogs nun vor die Wahl gestellt, entweder die Domain ohne weitere Kosten an IKEA zu übergeben oder die Werbung, mit denen die laufenden Kosten gedeckt werden sollen, von der Seite zu entfernen.

Auf Druck der IKEA-Anwälte ist die Betreiberin Jules Yap natürlich darauf eingegangen und so wird jegliche Werbung ab dem 23. Juni dieses Jahres von der Webseite entfernt – zumindest so lange, bis man eine entsprechende Domain-Alternative gefunden hat. Wer über den Umzug informiert werden möchte, der kann sich ab sofort in eine eingerichtete Mailing-Liste eintragen.

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Die ganze Sache sorgt vor allem auf der US-Facebook-Seite des Unternehmens für einen kleineren Shitstorm, auch auf der deutschen Seite kann man den Unmut einiger Kunden und Nutzer verfolgen. Nun kann man natürlich damit argumentieren, dass man durch die Namensverwendung von IKEA eine Markenrechtsverletzung begeht, aber ob man diese gesetzliche Möglichkeit an dieser Stelle nach acht (!) Jahren so durchsetzen sollte? Immerhin handelt es sich bei IKEAhackers nicht um einen Möbelladen, welcher umfunktionierte IKEA-Möbel vertreibt und so quasi eine „Kopie“ darstellt, sondern die Seite gibt lediglich Tipps und Tricks. Kaufen muss man die Möbel letztlich bei IKEA, womit man die Seite eigentlich schon als Werbeplattform für IKEA bezeichnen kann.

Andere Firmen zahlen viel Geld für Werbung und Social Media und ich würde mal behaupten, dass IKEAhackers alles andere als geschäftsschädigend ist, sondern ganz im Gegenteil vielleicht auf das ein oder andere Möbelstück aufmerksam macht und den ein oder anderen Neukunden in die Läden bringt. Wäre in etwa so, als würde Apple sämtliche Webseiten und Blogs mit „Mac“ im Namen sperren lassen oder Google gegen jede Webseite mit „Android“ im Namen. Es wäre Markenrechtlich ihr gutes Recht – man würde sich gleichzeitig aber auch ins eigene Fleisch schneiden. Und ich hoffe, dass auch die IKEA-Manager dies in absehbarer Zeit einsehen und IKEAhackers auf die Liste der geduldeten Webseiten setzen…

Bildquelle IKEA via Heise

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