Apple: iOS 9 offiziell vorge­stellt – läuft auch auf dem iPhone 4s und iPad 2

Am 08.06.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:11 Minuten

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Apple hat am heutigen Abend iOS 9 vorge­stellt, das mit ein paar neuen, punktu­ellen Verbes­se­rungen daher kommt und laut Apple besonders für ältere Geräte optimiert wurde.

Wie auch OS X 10.11 „El Capitan“ hat iOS 9 keine gravie­renden Neuerungen erhalten, statt­dessen gibt es aber eine ganze Vielzahl an Neuerungen in den bestehenden Apps und System-Features. Fangen wir einmal kurz hinten an, denn mit iOS 9 wird es auch einen spezi­ellen Strom­spar­modus geben, welcher in der Standard­ein­stellung rund eine Stunde mehr Akkulaufzeit bei „typischer Nutzung“ mit sich bringen soll – alter­nativ dazu lässt sich dieser aber auch noch stärker anpassen und so bis zu drei Stunden an Mehrleistung mit sich bringen. Eine weitere positive Meldung vorab: Apple hat laut eigenen Angaben stark an der Perfor­mance geschraubt, sodass iOS 9 auch auf einem iPhone 4s und dem iPad 2 laufen soll – und das perfor­manter, als zum Beispiel iOS 8. Ob und welche Features dafür entfernt wurden, hat Apple hingegen nicht erwähnt. 

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Beginnen wir bei den Neuerungen einmal mit dem digitalen Sprachas­sis­tenten Siri, der mit iOS 9 um einiges intel­li­genter wird und zukünftig immer weiß, wo ihr euch gerade aufhaltet und euch entspre­chend Infor­ma­tionen direkt an die Hand geben kann. Erhaltet ihr zum Beispiel eine Einladung per Mail, so wird diese direkt in eurem Kalender gespei­chert. Stöpselt ihr eure Kopfhörer ein, so kann automa­tisch der Musik-Player gestartet werden. Siri lernt dazu und passt sich künftig noch besser als euren Alltag an – „Proactive“ nennt Apple dieses Feature. Im gleichen Atemzug erwähnt Apple auch, dass eure Daten niemals das Gerät verlassen – wohl ein kleiner Seitenhieb gegenüber Google.

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Des Weiteren wird Siri noch präsenter und wird nun auch direkt in der Spotlight-Suche von iOS 9 angezeigt. Was ich hierbei hoffe: Apple hat den Suchbild­schirm wieder links neben dem Homescreen gebracht – hier hoffe ich, dass man diesen auch wie gewohnt per Wisch nach unten aufrufen kann. Die sicherlich größte Neuerung ist die Tatsache, dass Entwickler die Suche mittels einer neuen API erweitern können. So können euch zum Beispiel vor einem Kino aktuell laufende Filme angezeigt werden, per App des Kinos könnt ihr dank „Deep Links“ direkt in die App springen und euer Ticket kaufen. 

Weiter gab es auch ein paar Worte zu Apple Pay. So sind seit dem Release im letzten Jahr eine ganze Reihe an neuen Shops hinzu­ge­kommen, in Zukunft wird es mit „Square“ auch ein kleines Lesegerät geben, welches Apple Pay unter­stützt – hiermit möchte man auch kleinere Geschäfte erreichen und dazu überzeugen, Apple Pay als Zahlungs­mög­lichkeit im Store anzubieten. Apple Passbook wurde zu „Wallet“ und kann nun auch Kunden- und Bonus­karten speichern. Wermuts­tropfen: Apple Pay wird noch in diesem Jahr in Großbri­tannien verfügbar sein, über Deutschland wurde aber wie bisher auch kein Wort gesagt. Schade. Meh. Oder so. 

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Die Notiz-App wurde deutlich optimiert und kann nun deutlich mehr, als einfach nur kurze Textno­tizen speichern zu können. So könnt ihr zum Beispiel Check­listen einbauen, Zeich­nungen mit dem Finger hinzu­fügen, Bilder und Links anhängen und dergleichen. Die Maps-App hingegen zeigt euch zukünftig auch öffent­liche Verkehrs­mittel an, inklusive den Laufzeiten zu den jewei­ligen Halte­stellen. In Deutschland wird aller­dings nur Berlin zum Start verfügbar sein. Zu guter Letzt gibt es auch eine neue News-App im Stile von Flipboard, die Artikel und Inhalte unter­schied­lichster Anbieter vereint. Schaute eigentlich ganz schick aus, wird aller­dings vorerst nur in den US of America, in Australien und in England zur Verfügung stehen. 

Neben all diesen Kleinig­keiten gab es aber auch zwei größere Neuerungen zu bestaunen. Angefangen bei „Split View„, welches exklusiv auf dem iPad verfügbar ist. Anhand des Namens kann man es sich sicherlich schon denken: Es können zwei Apps gleich­zeitig neben­ein­ander genutzt werden. Wischt man zum Beispiel vom rechten Bildschirmrand nach links, so lässt sich eine weitere Apps auf den Bildschirm ziehen, mit Hilfe eines kleinen Trenner werden die beiden Ansichten vergrößert oder verkleinert – schaute ganz inter­essant aus, vor allem in Kombi­nation mit einem kleinen Twitter-Feed im iPhone-Style am Bildschirmrand. „Split View“ wird aller­dings nur ab dem iPad 2 verfügbar sein. 

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Ebenfalls wurde die Multi­tasking-Ansicht überar­beitet. Diese lässt sich zwar noch immer mit einem Doppel­klick auf den Homebutton aufrufen, zeigt nun aber eine scrollbare Karten-Ansicht an, mit der ihr nicht nur die Apps wechseln, sondern eben auch an den Bildschirmrand anpinnen könnt, um sie so bei Bedarf mit einem kurzen Wisch in den Vorder­grund zu holen. Zu guter Letzt gibt es künftig auch einen Bild-in-Bild-Modus, mit dem ihr zum Beispiel ein Video in YouTube in einem kleinen Fenster laufen lassen könnt, während ihr weiter in anderen Apps arbeiten könnt. Letzteres kann wirklich cool sein. 

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Meine Lieblings-Neuerung von iOS 9 dürfte aber sicherlich das aufge­pimpte QuickType-Keyboard darstellen. So erhaltet ihr auf dem iPad eine zusätz­liche Leiste über der Tastatur, die euch einige Shortcuts zum Kopieren, Einfügen und Ausschneiden von Text bietet. Cool gemacht ist auch die Möglichkeit, die QuickType-Tastatur zu einem virtu­ellen Trackpad umzufunk­tio­nieren: Mittels zwei Fingern könnt ihr zum Beispiel in Text-Apps den Cursor in alle Richtungen bewegen – dieses Feature muss aller­dings von den App-Entwicklern erst nativ in ihre Apps einge­bunden werden, lassen sich aber sicherlich einige recht inter­es­sante Dinge mit anstellen. 

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Das also erst einmal als erster Überblick über die wichtigsten Neuerungen und Änderungen von iOS 9, welches wie zu erwarten war im Herbst veröf­fent­licht werden soll und wie bereits erwähnt auf nahezu allen iDevices laufen soll. Die neuen Multi­tasking- und QuickType-Features werden wie gesagt nur auf dem iPad zur Verfügung stehen, hierbei gibt es nochmals ein paar Unter­schiede. „Split Screen“ wird eben nur auf dem iPad Air 1 und dem iPad mini 2 aufwärts laufen, das Bild-in-Bild-Feature sogar nur auf dem iPad Air 2. Entwickler erhalten die Beta noch heute Abend, ab Mitte/Ende Juli soll es auch erstmals einen öffent­lichen Beta-Test geben. 

Quelle Apple