iTranslate 10 für iOS veröf­fent­licht: Übersetzer-App nun mit Offline-Modus und Konver­sa­tionen – aber mit Abo

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Die Übersetzer-App iTranslate hat in den vergan­genen Tagen ein recht umfang­reiches Update auf die Version 10.0 erhalten, mit der aber leider nicht nur neue Features, sondern auch ein neues Preis­modell einge­führt wird.

Klar, für spora­dische Überset­zungen reichen auch die Übersetzer von Google oder Microsoft respektive Bing, dennoch gibt es mit iTranslate eine weitere App für derartige Zwecke, die vor allem mit prakti­schen Funktionen aufwarten kann. So gab es bisher schon eine eigene Tastatur, mit der sich Überset­zungen nahezu in Echtzeit tippen ließen, ein Widget für die Mittei­lungs­zen­trale zum schnellen Übersetzen von Inhalten aus der Zwischen­ablage und auch eine App für die Apple Watch ist an Bord. Mit der vor wenigen Tagen veröf­fent­lichten Version 10.0 von iTranslate gibt es nochmals einen ganzen Haufen an nicht ganz uninter­es­santen Zusatz­funk­tionen.

Ein paar der kleineren Neuerungen betreffen dabei die UI, die stellen­weise verbessert wurde und zum Beispiel einen prakti­schen „Einsetzen“-Button bei der Texteingabe einblendet und es gibt eine Werkzeugleiste für verschiedene Quick Actions wie Kopieren, Aussprechen und Teilen. Außerdem neu ist es auch die „Meinten Sie…?“-Funktion, bei der bei vermu­teten Tippfehlern Alter­na­tiven vorge­schlagen werden. Des Weiteren wurde auch die Erkennung der Sprache verbessert, es gibt eine verbes­serte Favoriten- und Verlaufs­funk­tionen sowie Sprach­ein­stel­lungen und zu guter Letzt werden nun auch die Offline-Stimmen von iOS unter­stützt.

Nun aber zu den größeren Neuerungen. So führt iTranslate ein Stimme-zu-Stimme Konver­sa­tionen ein. Euer gespro­chenes Wort wird erkannt, übersetzt und ausge­geben – danach ist euer Gesprächs­partner an der Reihe. Kann überaus praktisch sein, sofern man sich daran gewöhnt hat. Nichts neues, kennt man ja bereits aus anderen Apps, wie zum Beispiel iTranslate Voice, welches nun aber zu Gunsten von iTranslate „einge­froren“ wurde. Ebenfalls lassen sich nun auch ganze Webseiten über die App bezie­hungs­weise der Safari-Extension übersetzen und es gibt eine zusätz­liche Anzeige für Verb-Konju­ga­tionen in verschie­denen Zeitformen. 

Am promi­nen­testen wird aller­dings der neue Offline-Überset­zungs­modus vermarktet, mit dem die Sprach­pakete auf euer Gerät herun­ter­ge­laden werden, sodass ihr die App a) auch im Ausland nutzen könnt und b) ohne teures Daten­vo­lumen zu verbrauchen. Leider hat die Sache aber auch ein paar Haken: Zum einen stehen nur ein paar Sprachen zur Verfügung und es funktio­niert lediglich die einfache Übersetzung – das Übersetzen von Webseiten oder die Live-Konver­sation sind im Offline-Modus nicht vorhanden. Zum anderen ist die Übersetzung im Offline-Modus aber auch schwächer, als im regulären „Online-Modus“.

Preislich gab es iTranslate zuvor bereits schon kostenlos, man konnte via In-App-Kauf in Höhe von 6,99 Euro aller­dings auf die Premium-Version upgraden, mit der dann die Werbe­banner entfernt wurden und die Sprach­eingabe genutzt werden konnte. Dieser In-App-Kauf ist nun hinfällig, denn fortan setzt man auf ein Abo-Modell. 2,99 Euro möchte man pro Monat haben (oder 19,99€/Jahr) – dafür bekommt der Nutzer dann eben den Offline-Modus, den Website-Übersetzer, die Verb-Konju­ga­tionen und die Stimme-zu-Stimme-Konver­sation. Wer bereits zuvor die Premium-Version gekauft hat, der erhält zumindest die Live-Konver­sa­tionen, alles andere ist auch hier gesperrt. 

Meinung? Tolle App, dennoch glaube ich, dass man sich mit dem Abo-Modell selbst ins Bein geschossen hat. Zumindest wüsste ich nicht, wieso ich 2,99 Euro im Monat zahlen sollte, wenn Apps wie Google Translate oder der Bing Übersetzer die wichtigsten Features kostenlos bieten…