Jawbone UP: Das modische Fitnessarmband im kleinen Test

Marcel Am 10.07.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:07 Minuten

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Nicht erst seit diesem Jahr sind so genannte Fitness-Gadgets immer mehr im Kommen. Von Withings gibt es ja schon seit geraumer Zeit eine Multifunktions-Waage mit Anbindung an ein Smartphone, auch Blutdruckmessgeräte oder eben Fitness-Armbänder wie das Jawbone UP sind eigentlich nicht neu. Betrachtet man sich aber einmal die Alternativen auf dem Markt, so sticht das UP alleine durch sein unaufdringliches und modernes Design heraus – ganz im Gegensatz zum FuelBand von Nike oder dem FitBit Flex. Ich konnte nun das Jawbone UP in den letzten Wochen einmal ausgiebig testen – woran ich euch natürlich teilhaben lassen möchte.

Technische Eckdaten

  • Größen: S, M und L
  • Gewicht: 19g (S), 22g (M) und 23g (L)
  • Material: Medizinisch zertifiziertes, antiallergisches TPU Gummi
  • Akku: Lithium-Ionen-Polymer-Akku, hält bis zu 10 Tage
  • Sensor: Präzisions-Bewegungssensor
  • Schnittstellen: Schnittstelle über eine einzelne Taste, Vibrationsmotor für Benachrichtigungen, Doppel-LEDs
  • Software: Mindestens iOS 5.1 und Android 4.0
  • Farbvarianten: Onyx, Mint Green, Light Grey, Blue, Navy Blue, Red, Orange und Hunter Green

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Das äußere Erscheinungsbild und Tragekomfort

Das Jawbone UP besteht aus einem Gummi-artigem Material, welches zur Freude aller Nutzer mit Latexallergie antiallergenisch ist. Die äußere Oberfläche des Armbandes besitzt leichte Riffelungen, im Inneren ist das UP jedoch glatt und ohne Struktur. Die Enden sind elastisch und ermöglichen so ein bequemes An- und Ausziehen des Jawbone UP, nur der mittlere Teil ist starr – da es jedoch drei unterschiedliche Größen gibt, sollte für jeden Arm etwas dabei sein. Kleiner Tipp: Steht ihr genau zwischen zwei Größen, so nehmt das kleinere. Durch die elastischen Enden passt sich das Armband an und ist dennoch komfortabel zu tragen, ohne dass ihr Gefahr lauft, dass das Band an eurem Arm auf und ab rutscht.

An einem Ende des Bandes befindet sich der einzige Button, am anderen findet sich ein 3,5mm Klinkenanschluss wieder, welcher eben für die Synchronisation mit dem Smartphone gedacht ist und sich hinter einer stabilen Kappe verbirgt.

Das Jawbone UP ist äußerst schlicht gehalten und passt dazu zu fast jeder Klamottenauswahl, sofern die Farbe natürlich stimmt. Mein blau schaut schick aus, passt aber nur bedingt zu roten Oberteilen – hier wäre schwarz sicherlich von Vorteil, aber ich bin in Sachen Modefragen sicherlich auch der falsche Typ. Sofern ihr Uhrenträger seid, wird euch das Jawbone UP nicht einmal auffallen, anderenfalls müsst ihr euch sicherlich erst einmal ein paar Stunden daran gewöhnen, etwas am Arm zu haben.

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Wer allerdings häufiger am PC sitzt, der wird hier das gleiche Problem bekommen, als wenn man ein anderes, größeres Armband trägt: Das Handgelenk liegt immer auf dem Armband und der Tastatur auf, was einen leicht unangenehmen Druck im Unterarm auslösen kann – ich persönlich ziehe es immer ein Stückchen hoch oder lege das Band ab, klappt genauso. Ist allerdings eben kein Problem des Jawbone UP, sondern liegt einfach in der Natur der Armbänder und -Ringe.

Übrigens: Das Jawbone UP ist wasserdicht und muss nicht einmal zum Duschen abgelegt werden – lediglich zum schwimmen oder baden würde ich es nicht empfehlen, sicher ist sicher.

Funktionen des Jawbone UP

Das Armband selbst misst im normalen „Tagesbetrieb“ sämtliche Schritte, wobei der Dreiachsen-Bewegungssensor des UP in der Lage ist, Schritte von sonstigen Bewegungen zu unterscheiden, was eine höhere Genauigkeit bei der Zählung ermöglicht. Funktionierte bei mir sogar recht gut, zumindest wurden die meisten Bewegungen, welche keine Schritte waren, wirklich ignoriert.

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Neben den Schritten ist das Jawbone UP aber auch in der Lage, euren Schlaf zu analysieren. Dazu muss das Armband vor dem „zu Bett gehen“ in den „Nachtmodus“ gebracht werden; von da an erfasst das UP eben jede Bewegungen im Schlaf und ermittelt so Tiefschlafphasen, leichten Schlaf und auch jene Zeit, die man zum Einschlafen benötigt hat. Auch hier funktionierte es bei mir sehr gut, zumindest gab es eine größeren Ausschläge. Interessante Sache so einmal sein Schlafverhalten aufbereitet bekommen – vor allem dann, wenn man es einmal in Kombination mit Apps wie zum Beispiel dem Sleep Talk Recorder nutzt.

Damit auch der Vibrationsmotor im Inneren auf seine Kosten kommt, bietet das Armband auch eine Weckfunktion über den besagten Vibrationsmotor. Hierbei soll es über das Schlafverhalten zu einem besonders „sanften“ Aufwachen führen, da euch das Armband mit sanften Vibrationen weckt, sobald ihr in den 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit in den leichten Schlaf geratet.

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Außerdem ist noch eine Art Stoppuhr implementiert und ihr könnt euch vom Armband über eine sachte Vibrationen ermahnen lassen, solltet ihr euch einmal über einen längeren Zeitraum zu wenig bewegen. Allerdings habe ich die beiden Features nur selten genutzt – eigentlich habe ich sie mir nur mal angeschaut.

Die App für iOS und Android

Soviel also einmal die den Kernfunktionen des Jawbone UP – kommen wir nun einmal zu dem wichtigsten Part: Den Apps für iOS und Android – denn ohne die ist das Armband praktisch nutzlos. Das Armband sollte zwei Mal am Tag (nach dem Aufwachen und am Abend) mit eurem Smartphone synchronisiert werden, was über den Klinkenanschluss ermöglicht wird. Bluetooth wäre hier schön gewesen, hätte allerdings auch die Akkulaufzeit drastisch reduziert. Zumindest klappt die Synchronisation nach der ersten Einrichtung des UP vollautomatisch und ohne Fehler.

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Wichtigster Punkt ist sicherlich die Auswertung eurer Schritte und des Schlafverhaltens. Hier hat man nicht nur reine Zahlentabellen implementiert, sondern das Ganze optisch ein wenig aufgelockert, indem man an allen Stellen schöne, farbenfrohe Diagramme eingebaut hat. Auf der Startseite gibt es immer eine Zusammenfassung der gesamten Zählung, es ist aber auch möglich, sich den Verlauf der letzten Wochen und Monate anzuschauen – egal ob ihr eure Schritte oder euer Schlafverhalten begutachten wollt.

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Euer Tagesziel lässt sich natürlich ganz individuell angeben, standardmäßig sind 10.000 Schritte pro Tag und knapp 7 Stunden Schlaf angegeben, beide Werte können jedoch verändert werden. Eine schöne Möglichkeit ist auch, nachträglich Trainingseinheiten und Schlafzeiten einzugeben – denn bei der ein oder anderen Sportart (Fahrradfahren, Gewichtheben und so weiter) bringt das Jawbone UP recht wenig.

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Eine andere Funktion, welche ich jedoch nach einiger Zeit aus dem Augen verloren habe, ist die Möglichkeit, eure Mahlzeiten zu tracken. Hier gibt es schon eine ganze Reihe an Speisen und Getränken, alternativ dazu könnt ihr die Nährwerte auch manuell eingeben. Ich habe es wie gesagt nach kurzer Zeit wieder sein lassen, weil es mir persönlich einfach zu stressig war, vor jeder Mahlzeit sämtliche Zutaten auszuwiegen und einzutragen – zumal es dann auch vorkam, dass ich es schlicht und ergreifend einfach vergessen habe.

Als kleine Ergänzung für die, die wirklich alle Funktionen nutzen möchten: Ihr könnt auch eine aktuelle Stimmung in Form von Smilies angeben. Wer seine Aktivitäten mit Partnern oder Freunden teilen möchte, der kann das über die eingebaute Team-Funktion ebenso machen; hierbei habt ihr natürlich die freie Auswahl darüber, auf welche Daten eure „Teammitglieder“ zugreifen können.

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Akkulaufzeit

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von zehn Tagen halte ich ein klein wenig für geschönt, bei mir musste das Jawbone UP alle 7-8 Tage an die Steckdose, was dennoch noch immer eine lange Zeit ist, wohl auch durch die fehlende Bluetooth-Schnittstelle. Dazu liegt dem Lieferumfang ein kleiner Klinke-auf-USB-Adapter bei, über den das UP am Rechner oder mit einem Netzteil geladen werden kann. Dafür ist nach UP aber auch nach ein paar Stunden wieder voll einsatzbereit. Die Akkulaufzeit variiert natürlich von Anwender zu Anwender: Das einfache Tracking erfordert nicht Unmengen an Strom, wer aber häufig die Weckfunktion oder die Stoppuhr nutzt, der senkt natürlich seine erreichbare Laufzeit. Aber alles in allem lässt sich damit doch gut leben.

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Fazit

Das Jawbone UP macht definitiv Spaß. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf genau überlegen, was man eigentlich machen beziehungsweise erreichen möchte. Sinn macht so ein Teil natürlich nur dann, wenn man es wirklich immer trägt und regelmäßig mit dem Smartphone synchronisiert. Ich für meinen Fall habe in erster Linie den Schrittzähler und die Schlafverhaltenanalyse genutzt – ich bin einfach zu faul, sämtliche Mahlzeiten, Getränke und Stimmungen in die App einzugeben.

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Trotzdem erfüllt das Jawbone UP seinen Zweck und ist ein nettes Gadget, welches definitiv in die Kategorie „Braucht eigentlich niemand, ist aber toll“ fällt – allerdings ist es mit einer UVP von rund 130€ auch relativ teuer, auch wenn die Produkte der Konkurrenz nicht unbedingt günstiger sind.

Ich persönlich finde die Auswertungen zwar interessant, habe jedoch ansonsten keinen wirklichen Mehrwert für mich erkennen können. Wer also nicht unbedingt eine wissenschaftlichen Bericht über seinen Körperzustand erhalten möchte, sondern das UP einfach nur als kleines, geekiges Gadget oder als kleine Motivationshilfe verwenden möchte, der bekommt mit diesem ein schickes, modisches Armband mit einer Reihe an Funktionen und sehr guten Apps geliefert.

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