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Kleines Review des HTC One: Mein neuer Lieblings-Androide

Marcel Am 08.06.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 9:22 Minuten

In den letzten zwei Wochen hatte ich das HTC One in silber als primäres Smartphone hier und konnte hier und da einiges im Alltag testen. Logisch, zwei Wochen ist keine lange Zeit; zwei Wochen sollten allerdings auch ausreichen, um zumindest ein paar Eindrücke und Worte zum HTC One tippseln zu können und diese könnt ihr eben nun hier einmal lesen. Wie immer gilt: Interessierte lesen sich den ganzen Bericht durch, Leute mit einer Lesefaulheit scrollen direkt nach unten und lesen nur das Fazit.

Technische Eckdaten

  • Display: 4,7 Zoll Super LCD 3 mit 1920 x 1080 Pixel und 468 ppi
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 600 Quad-Core Prozessor mit 1,7 GHz (40 Prozent schneller als S4 Pro)
  • Grafik: Adreno 320 GPU
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 32/64 GB, nicht aufrüstbar mit microSD-Karten
  • Kamera: Ultrapixel-Kamera mit 4 Megapixel (rechnerische 8 Megapixel)
  • Frontkamera: 2,1 Megapixel Frontkamera
  • Sonstiges: Benachrichtigungs-LED, Infrarot-Port im Power-Button
  • Konnektivität: GPS, GLONASS, NFC, LTE, Bluetooth 4.0, WiFi 802.11 a/ac/b/g/n, DLNA
  • Anschlüsse: microUSB für USB- und HDMI-Verbindungen
  • Sensoren: Gyro-, Beschleunigungs-, Näherungs- und Umgebungslichtsensor
  • Sound: “BoomSound” 93 db durch zwei Speaker
  • Software: HTC Sense 5.0 mit HTC BlinkFeed + Android 4.1.2 Jelly Bean
  • Akku: 2300 mAh
  • Größe: 137,4 x 68,2 x 9,3
  • Gewicht: 143 Gramm

Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt typisch für aktuelle Smartphones aus, wobei hier sicherlich angemerkt werden sollte, dass das obligatorische Netzteil fehlt und man das One somit am Rechner laden oder sich selbst behelfen muss. Der eine findet es gut (Stichwort: Elektroschrott), ich persönlich habe dennoch lieber Netzteile mitgeliefert.

  • HTC One
  • InEar-Kopfhörer
  • MicroSD-auf-USB-Ladekabel
  • Öffner für den SIM-Karten-Einschub
  • Anleitung & Broschüren

Erscheinungsbild und Haptik

Beim Auspacken des HTC One stellte sich erstmals bei einem Smartphones dieses Wow-Gefühl ein, welches ich zuletzt beim iPhone 5 besaß. Die Rückseite besteht – bis auf minimale Aussparungen – komplett aus silbernem (oder schwarzem, je nach Ausführung) Aluminium und fühlt sich daher natürlich sehr edel und hochwertig an, die nach außen hin dünner werdende Form liegt dazu natürlich noch sehr gut in der Hand. Die Aussparungen für die Kamera, die Buttons, Steckplätze und dem Display sind sehr fein verarbeitet – absolut top und auch mit etwas Druck gibt das Gehäuse nicht nach oder knarzt. Ich weiß zwar, dass viele bei solch einem Vergleich einen leichten Brechreiz kriegen: Aber ja, das HTC One ist neben dem iPhone 5 das Smartphone mit der (meiner Meinung nach) besten Materialwahl und Verarbeitung.

An der linken, oberen Seite finden wir den SIM-Kartenschacht, unten gibt es den MicroUSB-Steckplatz, rechts die Lautstärke-Wippe und oben rechts gibt es den Kopfhörerausgang. Powerbutton? Jau, hat das One natürlich auch: dieser findet sich oben links. Ja, oben. Ja, links. Sorry, aber das ist einer der wenigen Punkte die ich durchaus zu kritisieren habe: Wieso oben links? Gerade bei solch einer Displaygröße würde ich diesen entweder rechts vermuten, oder aber idealerweise wie auch zum Beispiel beim Nokia Lumia 820 seitlich rechts angeordnet. So aber muss man sich immer ein wenig verkrampfen; das Gerät locker aus der Hand nehmen und mit einer Hand einschalten? Geht nicht. Vielleicht liegt der Grund dafür aber auch im verbauten Infrarot-Port, welcher sich im Powerbutton versteckt. Dennoch: finde ich eben unglücklich gelöst.

An der Front finden wir über und unter dem Display die Aussparungen für die Boomsound-Lautsprecher, dazu aber später etwas mehr. Optisch macht das natürlich auch nochmal etwas her, auch wenn’s auch Geschmacksache ist.

Display und Touchscreen

Das Display des One kommt wie bereits erwähnt auf 4,7 Zoll und bringt eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel mit – FullHD. Die Pixeldichte beträgt also runde 468 ppi – oder kurz gesagt: Scharf, wer hier Pixel findet, der sieht auch öfters mal rosa Elefanten welche durch die Lüfte schweben.

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Als Display-Typ kommt hier ein Super-LCD3 zum Einsatz, welches meiner Meinung nach eine sehr schöne Farbdarstellung und sehr gute Kontraste abliefert. Oftmals für mich persönlich ein Problempunkt in Sachen Display ist die Helligkeit, welche mir nicht selten zu gering ist. Ja, ich drehe das Display immer auf volle Touren. Während mir zum Beispiel das Samsung Galaxy Nexus und das Nokia Lumia 920 einen Tick zu dunkel waren, reicht die Helligkeit des HTC One absolut aus – endlich mal. Viele werden hier aber sicherlich die automatische Helligkeitsregulierung nutzen; und hierbei reicht die maximale Helligkeitsstufe auch für direktes Sonnenlicht aus.

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Kamera

Bezüglich der Kamera ist man bei HTC nicht hingegangen und hat die Megapixel einfach verdoppelt – ganz im Gegenteil, denn das HTC One besitzt lediglich 4 Megapixel. Was sich von den Zahlen her wenig anhört wird jedoch wieder durch die verwendete Ultrapixel-Kamera wettgemacht: hierbei wurde der CMOS-Sensor, Bildsignalprozessor und das optische Objektivsystem derart weiterentwickelt, dass nun dreimal mehr Licht eingefangen werden kann und die Bildqualität so gesteigert wird. Ist eigentlich auch vernünftig, denn 20 Megapixel bringen einfach nichts, wenn nicht auch der Sensor leistungsfähig ist.

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Die Bildqualität der Hauptkamera ist absolut gelungen – ich würde sie allerdings unter dem des iPhone 5 ansiedeln. Was mir ein wenig Probleme machte: trotz Bildstabilisator kam es häufiger vor, dass die Bilder etwas verwackelt waren – kann an mir liegen, allerdings habe ich das Problem mit dem iPhone nicht. Auch in Dunkelheit sind die Ergebnisse eher solala, hier macht das Bildrauschen der Kamera zu schaffen. Im Grunde aber eine solide Smartphone-Kamera, sicherlich eine der besseren. (Rechte Maustaste -> „Link in neuem Fenster/Tab öffnen“ für volle Auflösung)

Videos werden mit FullHD aufgenommen, hier bemerkt man meiner Meinung nach jedoch die fehlenden Pixel – den Videos fehlt irgendwie ein wenig an Details. Für YouTube- und Facebook-Videos aber absolut ausreichend, zumindest dann, wenn man Tageslicht hat. (Video auf 1080p stellen)

Noch ein paar Worte zur Frontkamera: Diese bietet 2,1 Megapixel für Fotos und nimmt Videos ebenfalls wie die Hauptkamera in FullHD auf. Schickes Feature hier ist sicherlich das Weitwinkel-Objektiv, welches mit rund 88 Grad umherknipst. Die Qualität der Frontkamera? Überraschend gut, hab schon viel schlechteres gesehen.

Zuletzt noch ein paar Worte zu einem Galerie-Feature, welches HTC „Zoe“ nennt: hierbei lassen sich mit einem Auslöser bis zu 20 Bilder inklusive einem kurzem Video aufnehmen, welche dann in der Galerie als ein dynamisches Video auftauchen. Sicherlich nicht existenziell, empfand ich aber als tolle Sache. Leider lassen sich diese „Zoe Shots“ nicht so verschicken, auf dem Smartphone selbst wird das Video samt den Einzelbildern einzeln gespeichert.

Lautsprecher und Telefonie

Okay, erst einmal das etwas langweiligere Thema der Telefonie. Kann man natürlich auch machen, wobei ich hier ehrlich gestehen muss, dass ich keine großen Differenzen zwischen den verschiedenen Smartphones ausmachen kann. Man versteht seinen Gesprächspartner, man wird verstanden, fertig. Viel spannender hingegen sind die Lautsprecher des HTC One, da hier zwei Stereo-Lautsprecher direkt in der Front verbaut wurden und eben nicht auf den Tisch oder die -Kante strahlen – neben dem schön anzusehenden Blickfang noch eine positive Sache.

Die Lautstärke ist ausreichend, der Sound ist absolut top und nicht ekelhaft verzerrt – ich würde fast sogar behaupten, dass die BoomSound-Lautsprecher derzeit die besten Lautsprecher in einem Smartphone sind.

Infrarot

Mit dem HTC One hat HTC eine fast schon vergessene Technologie zurück ins Smartphone-Boot geholt: Infrarot. Hatten früher fast alle Handys, inzwischen eben so gut wie ausgestorben und nun eben im One verbaut – vielmehr im Powerbutton verbaut. Ich muss gestehen, dass ich nach der Präsentation von der Idee begeistert war: TV, Radio, Musik – alles einfach über den eingebauten IR-Sensor steuern. Wie es nun in der Praxis ausschaut?

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Für einfache Dinge wie Lautstärken- und Programmwechsel reicht das ganze locker aus, es ist eben eine einfache Universalfernbedienung – ich bin da mit meiner Logitech sicherlich sehr verwöhnt und diese Anpassungs- und Optimierungsmöglichkeiten hat die TV-App des HTC One eben nicht. Dafür ist die Einrichtung aber auch sehr simpel, meine Geräte wurden allesamt erkannt, notfalls kann man auch Befehle der Originalfernbedienung anlernen.

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Was ich persönlich aber ganz toll fand: Die Fernbedienungsapp besitzt auch gleichzeitig eine Fernsehzeitung – klickt man auf eine Sendung, so wird direkt dorthin geschaltet, sofern man die Sender und Kanäle ordentlich eingepflegt hat, etliche Kabelanbieter (unter anderem Unitymedia) sind schon vorhanden.

Akku

Der fest verbaute Akku des One liefert 2300 mAh, die Akkulaufzeit ist natürlich sehr stark Nutzungsabhängig. Lasse ich das Gerät einfach mal so mit ausgeschaltetem Display liegen, so komme ich vielleicht auf 15-16 Stunden – wobei hier aber auch alles aktualisiert und gepusht wird, was so zu finden ist: Gmail, Twitter, Facebook, App-Updates, Nachrichten und so weiter und so fort. Gebe ich mir richtig mühe und surfe ununterbrochen im Web, streame Musik oder zocke auf dem Display, so bekommt ihr den Akku locker innerhalb von 4-5 Stunden fast leer. Hier gibt es sicherlich bessere und schlechtere Geräte, das Display schluckt eben ordentlich Power.

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Leistung

Was die Arbeitsgeschwindigkeit des HTC One angeht, so kann ich eigentlich gar nicht viel negatives sagen. Es läuft und läuft und läuft – nur selten gibt es hier und da vielleicht mal den ein oder anderen Mikroruckler, welchem ich aber komischerweise auf fast jedem Androiden begegnet bin. Ich bin kein Freund von reinen Benchmarks, da diese ungefähr soviel aussagen wie rote Schuhe beim Papst, daher erspare ich es mir hier einmal. Der Normalnutzer wird mit der Leistung jedoch voll und ganz zufrieden sein – und auch ich war positiv überrascht. Apps starten schnell, BlinkFeed wird schnell aktualisiert, die Kamera ist schnell einsatzbereit – eigentlich alles so, wie es sein sollte.

HTC Sense & Blinkfeed

Wie üblich gibt es auch beim HTC One eine modifizierte Android-Oberfläche mit dem Namen Sense UI zu sehen, hier bereits in der fünften Version. Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid, denn es gibt einige, die die Hersteller-eigenen Oberflächen verachten und stattdessen lieber ein nacktes Android hätten – ja, gibt es ja bald in Form des HTC One „Google Edition“, ist aber hier nicht das Thema. Hauptaugenmerk liegt hier bei Sense UI 5.0 ganz klar auf dem Blinkfeed-Bildschirm.

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Hierbei werden sämtliche Informationen im bekannten Magazin-Look präsentiert: Facebook, Twitter, LinkedIn, Kalender, Fernsehprogramm und News. Bei letzterem ist man hingegen auf die Vorgaben (dpa, Stern, Gala, 11 Freunde, diverse Technikseiten und einige andere) von HTC angewiesen, eigene Newsquellen lassen sich nicht hinzufügen. Wer nur Facebook oder/und Twitter nutzt, der wird Blinkfeed aber sicherlich häufiger nutzen; sobald man sich jedoch mehr Quellen und Inhalte anzeigen lässt, wird es schnell übersichtlich, denn verschiedene Inhalte lassen sich nicht priorisieren.

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Man ist allerdings auch nicht auf die Nutzung von Blinkfeed angewiesen: HTC lässt euch diesen zwar nicht endgültig abschalten, es lässt sich jedoch ein beliebiger Homescreen als Standard festlegen – Blinkfeed taucht dann nur noch auf, wenn ihr ganz nach links scrollt. Apropos Homescreen, dieser schaut dem „echten“ Homescreen schon ähnlicher aus, als in den Vorgängerversionen. Ansonsten sieht man von Android eigentlich nicht viel, HTC hat wie auch einige andere Hersteller, nahezu alles zugekleistert.

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Ich muss aber gestehen: Ich finde die Oberfläche von Sense UI aber recht brauchbar – ich hab es mir schlimmer vorgestellt. „Otto Normal“ wird sicherlich seine Freude haben und sich schnell zurechtfinden – und wenn er nicht unbedingt weiß, welches System er da nutzt, dann wird er es auch nicht herausfinden. Jeder andere kann sich natürlich seinen favorisierten Launcher auf das One knallen – dann ist Blinkfeed und Co. aus dem Sinn, die restliche Optik wie Einstellungen, Kamera und Co. bleibt jedoch von der SenseUI erhalten. Wer die Tastatur wechseln möchte, der sollte sich einmal die Stock-Android Tastatur anschauen, welche Google vor kurzem im Play Store verfügbar gemacht hat – wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich die T9-Tastatur des HTC One richtig genial fand.

Fazit

Betrachtet man einmal das HTC One als großes Ganzes, so bleibt eigentlich nur ein positiver Eindruck zurück. Die Verarbeitung und die Haptik des Gerätes sind wirklich (in Android-Kreisen) einmalig und für mich dem iPhone 5 ebenbürtig. Auch das FullHD-Display mit seiner super Helligkeiten, Kontrasten und Farbdarstellungen konnte mich voll und ganz überzeugen, ebenso die Lautsprecher mit dem „Boom Sound“.

Die Kamera macht durchaus sehr gute Bilder, hier habe ich aber besagtes Problem, dass bei mir mindestens jedes 3 oder 4 Bild verwackelt ausschaut – etwas, was ich weder bei meiner Digitalkamera, noch bei meinem iPhone und dem Lumia 820 so oft hatte. „Zoe“ ist ebenso ein nettes Gimmick, in das man sich durchaus verlieben könnte. Die Akkulaufzeit geht für die Displaygröße und vor allem für das Display in Ordnung, wenngleich es sicherlich nicht das stärkste Smartphone ist – der Durchschnittsnutzer dürfte hier aber sicherlich über den Tag kommen, Dauernutzer sollten immer ein Ladekabel parat haben.

Und so bliebe hier höchstens noch die Sense UI als Kritikpunkt, wobei die Hersteller-Oberflächen eben immer Geschmacksache ist und ich sagen muss, dass sie hier HTC wesentlich besser gelungen ist als auf anderen Smartphones oder bei anderen Herstellern. Ganz ehrlich? Dürfte sicherlich 90% der Kunden scheiß egal sein, ob da nun ein Stock-Android drunter ist oder nicht. Hauptsache die Apps funktionieren. Außerdem dürfte dieser Kritikpunkt ab dem 22. Juni aber dank der „Google Edition“ des HTC One (mit nacktem Android) wegfallen.

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Empfehlung? Empfehlung – was das iPhone 5 für iOS und das Nokia Lumia 920 für Windows Phone ist, ist das HTC One für Smartphones aus dem Android-Lager. Perfekte Haptik und Verarbeitung, schnelles und flüssiges Arbeitstempo, bärenstarkes Display.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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