Körbchen für iOS & Android: Persönliche Rezeptsammlung mit Webimport

Marcel Am 18.05.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:25 Minuten

Es gibt unzählige Webseiten mit Kochrezepten und viele möchten inzwischen auch mit einer eigenen App punkten. Probiert man in der Küche aber gerne mal aus, hat man irgendwann eine Reihe an Apps installiert, noch dazu einen Haufen Links – einheitlich ist anders. Für diese Zwecke eignen sich Rezept-Manager, von denen ebenfalls mehr als zwei Hände voll zur Auswahl stehen. Wirklich gelungen sind aber die wenigsten, die bekannteste ihrer Art dürfte sicherlich die App Paprika darstellen, die die Entwickler inzwischen für iOS, Android, macOS und Windows anbieten. Eine teure Lösung, bis dato aber mein Favorit, vor allem wegen des soliden Webimports, mit dem sich Rezepte schnell von den „großen Seiten“ übernehmen lassen. Wem Paprika jedoch zu hochpreisig ist oder wer aus anderen Gründen mit der App nicht ganz warm wird, der kann mal einen Blick auf die App Körbchen für iOS und für Android von Christian Kirst werfen.

In ihrer Kernfunktionalität erlaubt euch die App das Anlegen eigener Rezepte. Falls diese aus mehreren Teilen bestehen, lassen sich die Zutaten auch in mehreren Listen organisieren, darüber hinaus könnt ihr die Rezepte mit einem Foto und Schlagworten (auf Neudeutsch auch Hashtags genannt) versehen. Neben diesen Schlagworten könnt ihr Rezepte zusätzlich auch über Kochbücher zusammenfassen, beispielsweise alles für den Grillabend, der vegetarischen oder veganen Ernährung oder was auch immer für euch sinnvoll erscheint. Die hinterlegten Rezepte werden schick aber recht groß als Liste angezeigt. Diese kann entweder anhand ausgewählter Schlagworte gefiltert werden oder ihr nutzt die Suchfunktion, die nicht nur im Rezepttitel, sondern auch in den Zutatenlisten sucht. Rezepte können auf eine bestimmte Zahl an Portionen umgerechnet werden, ebenso könnt ihr diese per Link oder als klassisches PDF mit anderen teilen.

Besonderer Clou ist der Import von Rezepten auf Webseiten über die Share-Erweiterungen von iOS und Android. Die Funktion ist sicherlich nicht 100%ig zuverlässig, was man dem Entwickler aber nicht anlasten kann. Die auf Google stark platzierten Rezeptseiten werden zuverlässig erfasst, gleiches gilt auch für die gängigen WordPress-Plugins in Rezeptblogs – abseits diesen muss man dann aber selbst Hand anlegen und Korrekturen vornehmen oder Rezepte vollständig manuell übertragen. Weiter möchte Körbchen dann auch mit einem Essensplaner punkten, in dem ihr die geplanten Gerichte je Wochentag hinterlegen und aus diesen anschließend eine Einkaufsliste erzeugen könnt. Gibt natürlich einige virtuelle Einkaufszettel, in Kombination mit dem Mahlzeitenplaner kann sich aber eine Zeitersparnis ergeben, da man nicht durch händisch durch jedes Gericht schauen und die einzelnen Zutaten übernehmen oder zusammenrechnen muss.

Summa summarum eine in meinen Augen gelungene und liebevoll designte App zur Verwaltung der für gut oder gut genug befundenen Rezepte. Zwar gäbe es in meinen Augen an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Implementierung eines dunklen Themes, zusätzlichen Rezeptnotizen oder auch eine weniger platzeinnehmende Übersicht aller Rezepte. Allerdings ist Christian Kirst fleißig und bringt regelmäßige Updates auf den Weg. Als nächste Meilensteine hat der Entwickler eine Scanfunktion für Rezepte und eine Web-App in Planung, mit der sich Rezepte auch am Desktop pflegen lassen, in meinen Augen ein großer Vorteil. Körbchen lässt sich in begrenztem Funktionsumfang kostenlos ausprobieren, für alle Funktionen wird allerdings ein einmaliger In-App-Kauf in Höhe von 6,99 Euro fällig. In meinen Augen fair bepreist und zumindest bei mir hat Körbchen bereits die vorgenannte Paprika-App ersetzt.

‎körbchen | Rezepte & Einkaufen
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4 Kommentare vorhanden

Mit Sicherheit eine gute App, aber ohne Desktop-Programm nicht zu gebrauchen.
Am besten noch mit Dropbox Sync, damit man nicht auf den Sync-Server desanbieters angewiesen ist.

    Moin Marco,
    ich bin der Entwickler der körbchen-App. Für den Desktop arbeite ich schon an einer Web-App.

    Sagmal, wie stellst du dir das mit der Dropbox vor? Was für Dateien würden sich da synchronisieren? Denkst du da an einem automatischen PDF-Export deiner gesamten Rezeptbibliothek?

    Tippe eher auf die gesamte Rezept-Datenbank, sodass der Geräte-Sync eben über die Dropbox läuft…

Hi,
wie Marcel schrieb, so dass die Datenbank, oder die Rezeptfiles über die Dropbox synchronisiert werden. Am besten fände ich einzelne Files anstelle einer Datenbank, denn dann muss nicht alles neu hochgeladen werden, wenn nur ein Bild oder ein Text geändert wird.
Web-App schön und gut, aber ich bin noch immer ein Freund klassischer „Programme“ auf dem PC. Denn bei einer Web-App ist wieder das Problem, wenn es den Anbieter Server nicht mehr gibt, dann funktioniert das Tool nicht mehr.
Und bei Rezepten denke ich halt an ggf. Jahrzehnte die es funktionieren sollte, ohne sich nach einem neuen System umsehen zu müssen.

Als beispiel ein Tool welches ich gerne verwende: Songbook für Gitarren-Noten. Es gibt eine Version auf dem PC, eine auf Android, Sync über Dropbox (schöner wäre wenn es noch andere Anbieter gäbe).

Und „meine persönliche Meinung“: Bitte keine Abos, ich verstehe dass man mit Software auch gerne ein dauerhaftes Einkommen erzeugen möchte, aber dann lieber so dass Funktionsupdates Geld kosten. Da kann man dann immer wieder aufs neue entscheiden ob man das Geld investiert oder nicht. Aber ein Abo würde mich bei einer Rezept-App eher abschrecken.

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